Vitamin C - Ascorbinsäure

 

Da Vitamin C auch an der Biosynthese von Neurotransmittern beteiligt ist, können die ersten Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels (= sog. 'Skorbut') Symptome einer Depression sein.

 

Weitere Frühsymptome bei Vitamin-C-Mangel:

  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit

Weitere Folgen:

  • Anämie (= sog. 'Blutarmut')
  • Erhöhte Tyrosin-Konzentration in Blut und Urin*
  • Brüchigkeit der Blutgefäße, Blutungen
  • Ausfallen der Zähne
  • Gingivitis (= Zahnfleischentzündung)
  • Verzögerte Wundheilung

Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es außerdem zu Störungen des Knochenwachstums.

 

Vitamin C ist 'Cofaktor' bei sog. 'Hydroxylierungs-Prozessen'.

Hierzu sind verschiedene Enzyme nötig - die sog. 'Hydroxylasen'. Z. B. die 'Oxidoreduktasen': Se beschleunigen die Elektronenaufnahme und -abgabe in den Zellen.

 

Für den Umbau von Phenylalanin zu Tyrosin* ist das Enzym 'Phenylalanin-Hydroxylase' nötig. Bei einem angeborenen Defekt dieses Enzyms kommt es zur sog. 'Phenylketonurie': Hier kann Phenylalanin nicht richtig verstoffwechselt werden, wird stattdessen im Körper abgelagert und führt zu geistigen und körperlichen 'Retardierungen'.

 

 

*Tyrosin gehört zu den 'semi-essentiellen' Aminosäuren und ist die Vorstufe von DOPA, Dopamin, Adrenalin, Thyroxin ('T4', ein Hormon der Schilddrüse) und der Melanine.

 

'Semi-essentiell' bedeutet, dass die Aminosäure bei bestimmten Stoffwechselstörungen mit der Nahrung zugeführt werden muss, da sie in diesem Fall nicht selbst vom Körper synthetisiert werden kann.

 

Tyrosin entsteht durch Hydroxylierung von Phenylalanin. Phenylalanin gehört zu den 'essentiellen' Aminosäuren - muss also mit der Nahrung zugeführt werden.

 

Frage: Kann Tyrosin bei einem Vitamin-C-Mangel also nicht mehr richtig 'weiterverwendet' werden - und kommt es deshalb zu einer erhöhten Konzentration in Blut und Urin (s. o.) - und zu weiteren 'Folgeerscheinungen'?

 

 

Vitamin C ist also wichtig für die jeweilige Biosynthese von:

  • Kollagen (Bindegewebe, Zwischenzellgewebe)
  • Carnitin (= vitaminähnlicher Wirkstoff; wichtig für Fettstoffwechsel, Herz)
  • Tyrosin (entsteht durch die Hydroxylierung von Phenylalanin und ist Vorstufe der Biosynthese von DOPA, Dopamin, Adrenalin, Thyroxin, Melanine; s. o.)
  • Katecholaminen (= Amine, Neurotransmitter und Hormone: z. B. Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin)
  • Steroiden (= Glukokortikoide, Mineralokortikoide, Progesteron; Gallensäuren etc.)

Ein erhöhter Bedarf an Vitamin C besteht v. a.:

  • Während der Schwangerschaft.
  • Bei Dialysebehandlung.
  • Bei Nikotin- und Alkoholkonsum.
  • Bei einer Malabsorption*.

* Von einer 'Malabsorption' spricht man, wenn die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm in die Blut- und Lymphbahn gestört ist; z. B. bei angeborener 'Kohlenhydratmalabsorption', bei Dünndarmerkrankungen (z. B. Infektionen, Zöliakie oder Sprue, Durchblutungsstörungen).

 

 

-> Siehe auch Depressionen, Dopamin & Co., Hypothalamus und Hypophyse, Hypoglykämie, Insulin & Co., Nebenniere, Neurotransmitter usw. 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel' und zum Beispiel 'Handbuch der Orthomolekularen Medizin'

 

 

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