Zum Nachdenken ...

 

Ballaststoffe

 

- Hierzu bitte auch lesen: Gedankensplitter – Bodenstandsanzeiger –

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ÜBERSICHT

Ballaststoffe:

Zellulose, Hemizellulosen, Lignin, resistente Stärke, Chitin, Suberin, Cutin, Pektine, Pflanzenschleim, Zellwandbestandteile von Algen und Hefen

 

Dünndarm und Ballaststoffe

Dickdarm und Ballaststoffe

 

Aufgaben des Dünn- und Dickdarms

Bakterien im Dünn- und Dickdarm

 

 

 

Zu den Ballaststoffen gehören alle im Dünndarm nicht verdaulichen Nahrungsbestandteile.

 

Lt. Pschyrembel zählen dazu z. B. Zellulose, Hemizellulosen, Lignin, resistente Stärke, Chitin, Suberin, Cutin, Pektin (eine Sonderform), Pflanzenschleim und Zellwandbestandteile von Algen und Hefen:

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Zellulose

Gerüstpolysaccharid der höheren Pflanzen; kommt auch vor bei niedrigen Pflanzen und bei manchen Tieren.

  • Zellulose kann nicht direkt verwertet werden, da die zur Spaltung nötige Zellulase fehlt, und wird daher beim Menschen im Dickdarm durch dort angesiedelte Darmbakterien (s. u.) abgebaut.

 

[Zellulasen sind Enzyme, die Zellulose bis zur D-Glukose abbauen - z. B. in Darmbakterien und Pilzen.

Bei Wiederkäuern findet dieser Abbau im Pansenmagen statt.]

 

Hemizellulosen

Gemisch unterschiedlicher Polysaccharide.

Sie bilden mit Zellulose und Lignin vernetzt die Gerüstsubstanz der pflanzlichen Zellwände.

Man unterscheidet:

  • Hemizellulose A -> Xylane mit evtl. zusätzlichem L-Arabinose- oder D-Glukuronsäure-Rest
  • Hemizellulose B -> Gruppe von Polysacchariden aus D-Xylose (sog. Holzzucker) und D-Glukuronsäure

 

[Monophosphatester von D-Xylose sind Zwischenprodukte im Pentosephosphatweg

  • (-> Verwertung von Kohlenhydraten ... Bildung von NADPH ...
  • -> Erythrozyten [rote Blutkörperchen] sind auf diesen Stoffwechselweg angewiesen ...)

 

Glukuronsäure ist wichtig zur Entgiftung im Rahmen der Biotransformation

  • (-> Bildung von Glukuroniden)

und ist z. B. Bestandteil der Hyaluronsäure

  • (-> wichtiger Bestandteil der Grundsubstanz des Bindegewebes)]

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Biotransformation, Pentosephosphatweg

 

Zum Weiterlesen bei Wikipedia ...

 

Xylose ...

  • „Aus ihr wird der Zuckeraustauschstoff Xylit hergestellt.
  • Xylose wird im Organismus nicht abgebaut und in unveränderter Form wieder ausgeschieden.“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Xylose]

 

Xylitol ...

  • „Xylitol befindet sich neben Sorbitol als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Gemüsesorten ... und Früchten ... sowie in der Rinde bestimmter Holzarten
  • Als Zwischenprodukt werden im menschlichen Körper während des Kohlenhydratabbaus täglich 5–15 Gramm in der Leber hergestellt.
  • Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. ...
  • Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verstoffwechselt.“

 

Xylitol als Zuckeraustauschstoff ...

  • „Heute erfolgt die Gewinnung häufig aus Resten von Maiskolben nach Abernten der Körner. Möglich ist dabei der Einsatz von gentechnisch verändertem Mais.“

 

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Xylitol]

 

Siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sorbitol

http://de.wikipedia.org/wiki/Biofilm etc.

 

Lignin

Sog. Holzstoff.

Ist wesentlicher Bestandteil der pflanzlichen Zellwand.

  • Lignin ist ein hochmolekulares Polymerisat* aus verschiedenen Alkoholen.

* Ein Polymerisat ist ein durch Polymerisation (... chemische Kettenreaktion, bei der viele gleiche oder gleichartige Moleküle zu einem großen Molekül ... verbunden werden ...) entstandener neuer Stoff. [DUDEN und Pschyrembel]

 

Unverdauliche (resistente) Stärke

Stärke ist – neben Inulin (s. u.) - wichtigster Reservestoff aus D-Glukose im pflanzlichen Kohlenhydratstoffwechsel.

Stärke besteht zu 20 % aus wasserlöslicher Amylose und zu 80 % aus wasserunlöslichem Amylopektin.

  • „Das Vorkommen in Knollen, Samen u. a. Speicherorganen deckt den Hauptteil des [säuge-]tierischen Bedarfs an Kohlenhydraten.“ [Pschyrembel]

 

[Amylose -> wird durch Amylasen gespalten

Amylopektin -> wird durch Maltase und Isomaltase gespalten

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – KH-Malabsorption]

 

Chitin

Bestandteil der Zellwand von Pilzen und Flechten und des Außenskeletts von Insekten, Würmern und Krebstieren.

 

Suberin

Stoffwechselprodukt der höheren Pflanzen, das in den Zellwänden des Kork bildenden Gewebes abgelagert wird und dieses gegen Flüssigkeiten und Gase undurchlässig macht. [DUDEN]

 

[Als Kork (Phellem) wird in der Botanik die Zellschicht zwischen Epidermis und Rinde bezeichnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kork]

 

Bitte weiterlesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Suberin

http://de.wikipedia.org/wiki/Gefäßpflanzen

(‚Höhere Pflanzen’)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bedecktsamer

(Ökonomische Bedeutung: Süßgräser, Hülsenfrüchte etc.)

Etc.

 

Cutin

Findet sich - zusammen mit Zellulose, Pektin und Wachsen - in der Cuticula von Pflanzenzellen und macht diese nahezu wasserundurchlässig.

 

Cuticula = dünnes Häutchen über der äußeren Zellschicht bei Pflanzen und Tieren [DUDEN]

 

Bitte weiterlesen bei Wikipedia:

  • „So dient die Cuticula auch der Verteidigung, da bei Regen Viruspartikel, Bakterienzellen und Sporen oder wachsende Pilzfilamente abgewaschen werden.“

[http://de.wikipedia.org/wiki/Cuticula_%28Pflanzen%29]

(Cuticula_(Pflanzen))

http://de.wikipedia.org/wiki/Cutin

 

Pektine

Pektine vernetzen in Pflanzenzellwänden Hemizellulose mit Zellulose. Ihr Hauptbestandteil ist die D-Galacturonsäure, formal die oxidierte Form der D-Galactose.

- S. u.: Anmerkung Galactose bzw. Raffinose –

 

  • „Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Pektine für den Menschen Ballaststoffe. Viele Mikroorganismen dagegen sind in der Lage, Pektine zu wandeln.
  • Pektine kommen in allen höheren Landpflanzen vor. Hier findet man Pektine in allen festeren Bestandteilen, beispielsweise den Stängeln, Blüten, Blättern usw.“

[Quellen und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pektine

http://de.wikipedia.org/wiki/Galacturons%C3%A4ure]

 

Pektine sind zu 20 – 60 % mit Methanol verestert.

VORKOMMEN:

In Wurzeln, Stämmen und Früchten (z. B. Apfel, Zuckerrübe, Zitronen- und Orangenschalen).

  • Zitronen- und Orangenschalen enthalten bis zu 30 % Pektin. [Pschyrembel]

 

Abgebaut werden Pektine durch Pektasen und Pektinasen:

  • Pektasen -> hydrolysieren die Methylester
  • Pektinasen -> spalten die glykosidischen Bindungen (‚Acetalbindungen’)

-> Siehe dazu auch: Bodenstandsanzeiger – Teil 1 (Einführung: Humus, Humusbildung)

 

- Vgl. u.: Amylopektin -

 

Pflanzenschleim

Schleimstoffe bestehen vorwiegend aus Polysacchariden (sog. Vielfachzucker; syn. Glykane).

  • „Ihre Haupteigenschaft liegt in der Aufnahme von Wasser, so dass sie damit schleimartige Kolloide und Gele – sogenannte Hydrokolloide – bilden und als Schutzsubstanzen dienen können.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schleimstoffe]

 

Zellwandbestandteile von Algen und Hefen

Algen (Tang, Seegras) sind niedere Wasserpflanzen mit Blattgrün (Chlorophyll).

ARTEN:

Blau-, Braun-, Rot- und Grünalgen.

  • Bestimmte Algen liefern Jod, andere Agar-Agar.

Aus Algen gewonnene Alginsäure (syn. Algensäure) wird verwendet:

  • In der Medizin zur Blutstillung, als chirurgischer Wundverschluss und als Gelbildner für die Behandlung der Refluxösophagitis.
  • In der Lebensmittelindustrie und Pharmazie als Binde-, Emulgier- und Verdickungsmittel.

 

Hefen sind einzellige Pilze der Gattung Schlauchpilze.

 

[Pilze (Moderpflanzen, Parasiten) sind – im Ggs. zu Algen - chlorophyllfreie Thallophyten; ihre Pilzfäden (Hyphen) verzweigen sich unsichtbar im Nährboden oder zeigen sich als Schimmel auf der Oberfläche.

Arten: Ur-, Algen-, Schlauch- und Ständer- oder Basidienpilze.]

 

Hefen bauen Zucker ab ...

  • „Sie können [aerob] verschiedene Zucker zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidieren. In Abwesenheit von Sauerstoff [anerob] aber können viele Hefen die Zucker nur zu niedermolekularen Stoffen, beispielsweise zu Ethanol* und Kohlenstoffdioxid (z. B. in der alkoholischen Gärung), abbauen.“ [Wikipedia]

 

* Alkohol ist die Kurzbezeichnung für Ethylalkohol (syn. Ethanol).

 

[Im Dickdarm (s. u.) werden Ionen (Elektrolyte) und Wasser (H2O) resorbiert.]

 

Hefe-Arten:

Bier-, Wein-, Back- und Nährhefe (Nährhefe ist stark eiweißhaltig und wird als Futtermittel verwendet).

 

  • „Für Menschen und Tiere dienen Hefen als Vitamin B-Quelle. Sterile Hefeextrakte dienen als Bestandteile von Nährmedien für die Kultivierung von Pilzen in der Enzymproduktion oder für die Produktion von Bakterien für Probiotika und Siliermitteln.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hefen]

 

Und zum Weiterlesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zellwand

http://de.wikipedia.org/wiki/Algen

http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien (früher: Blaualgen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Heterozyste

http://de.wikipedia.org/wiki/Chloroplastida

 

 

Und siehe auch bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Inkrusten (= Einlagerungen in den Zellwänden von Pflanzen)

Zu Zellwandbestandteilen von Algen und Hefen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Heterozyste

  • Heterocysten sind spezialisierte Zellen in manchen Zellketten (= Filament) bildenden Cyanobakterien (frühere Bezeichnung: Blaualgen).

 

Zum Nachdenken ...

Cyanocobalamin – Cobalamin – Vitamin B12:

„Vitamin B12 wird in der Natur von Mikroorganismen – insbesondere Bakterien – produziert, die als Symbionten sowohl im Verdauungstrakt von [Säuge-]Tieren als auch auf der Oberfläche pflanzlicher Wirte (z.B. Leguminosen) vorkommen.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine]

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – ‚Wasser-Vitamine’; Spurenelemente – Kobalt/Cobalt; Zum Nachdenken – Vitamin  B12

 

 

[ANMERKUNG:

Im Pschyrembel 1994 wird auch Keratin zu den Ballaststoffen gezählt:

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Keratin

Sog. Hornstoff: Schwefelreiches Skleroprotein in Haaren, Nägeln und oberster Hautschicht. [Pschyrembel 1994]

 

Pschyrembel 2007:

Keratine sind faserartige, cystinreiche Strukturproteine innerhalb der Zelle: Sie bilden Intermediärfilamente des Zytoskeletts (Zellskeletts).

Dazu gehören:

  • Tonofibrillen -> v. a. in der Stachelzellenschicht der Oberhaut (Stratum spinosum der Epidermis)
  • Neurofibrillen -> feinste Fäserchen im Zytoplasma der Nervenzellen und ihrer Fortsätze
  • Gliafilamente -> in Gliazellen (Neuroglia; Hüll- und Stützgewebe des Nervensystems)

 

 

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Schwefel (und Cystin etc.); Glossar – Hautschichten, Nervenzellen, Gliazellen etc.

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Keratine

http://de.wikipedia.org/wiki/Keratinozyt]

 

 

Wasserlösliche und wasserunlösliche Ballaststoffe

 

Wasserunlösliche Ballaststoffe können – im Ggs. zu wasserlöslichen – dazu beitragen, Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

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Wasserunlösliche Ballaststoffe

... sind z. B. Cellulose, Chitin und Lignin.

  • „Wasserunlösliche Ballaststoffe passieren den Gastrointestinaltrakt* also unverändert.“ [Wikipedia]

* Magen-Darm-Trakt

 

Wasserlösliche Ballaststoffe

... sind z. B. Johannisbrotkernmehl, Guar, Pektin, Dextrine und Hülsenfrüchte.

  • „Ein Teil der wasserlöslichen Ballaststoffe hingegen wird im Dickdarm zum Teil durch die Darmflora fermentiert.“ [Wikipedia]

 

Ein wasserlöslicher Ballaststoff ist z. B. auch Inulin:

Inulin (und Stärke) sind die wichtigsten Reservestoffe im pflanzlichen Kohlenhydratstoffwechsel.

 

Inulin

-> besteht aus ‚glykosidisch verknüpften D-Fruktosemonomeren’ und fördert v. a. die Vermehrung des Bifidobakteriums im Darm:

  • Bifidobakterien spalten Kohlenhydrate und bilden dabei Essig- und Milchsäure im Verhältnis 3 : 2.

 

Zur Erinnerung ...

  • Sog. ‚aktivierte Essigsäure’ (Acetyl-CoA) verbindet im Stoffwechsel Citratzyklus, Glykolyse und Fettstoffwechsel.
  • Milchsäure entsteht in der Glykolyse aus Glukose.

 

[Glykolyse = Abbau von Glukose zu Laktat im Zytoplasma

zur Energiegewinnung in Form von ATP.

Glukose = Traubenzucker (Monosaccharid).]

 

Zum Vergleich ...

Stärke

-> besteht zu

  • 20 % aus wasserlöslicher Amylose: Amylose wird durch Amylasen gespalten
  • 80 % aus wasserunslöslichem Amylopektin: Amylopektin wird durch Maltase und Isomaltase gespalten

 

-> Siehe dazu: Essen & Co. – Citratzyklus, Fettstoffwechsel, Kohlenhydrate; Glossar – ATP, Gärung; Zum Nachdenken – KH-Malabsorption (Amylasen, Amylopektin) etc.

 

[Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Ballaststoff und Pschyrembel]

 

 

Und zum Nachdenken ...

  • „Einige Ballaststoffe sind pflanzliche Substanzen, die aus einer ökologischen Sicht Fraßfeinde abwehren sollen.
  • Aus schlecht verdauten Ballaststoffen könnten toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen, die die Darmschleimhaut und die Immunabwehr schädigen.

  • Neben Wasser binden Ballaststoffe auch Mineralstoffe, Toxine, Gallensäuren sowie Mikroorganismen an sich.“

[Wikipedia; ebd.]

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf, GABA (Anhang: Aminosäuren und ihr biogenes Amin bzw. Derivat); http://de.wikipedia.org/wiki/Biogene_Amine

 

Zum Nachdenken ...

„Im Dickdarm sind Ballaststoffe evtl. fermentierbar und bilden kurzkettige Fettsäuren.“

[Pschyrembel]

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Fermentieren

  • Fermente sind Gärungsmittel; es ist die ältere Bezeichnung für Enzyme.
  • Fermentation ist die chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzyme (Gärung).

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Gärung

 

Kurzkettige Fettsäuren

  • Haben 4 – 6 Atome, einen niedrigen Schmelzpunkt und sind bei Zimmertemperatur flüssig - z. B. Buttersäure.
  • Kurzkettige (und mittelkettige ...) Fettsäuren sind gesättigte Fette, d. h., dass sie vollständig mit Wasserstoffionen besetzt sind und sich keine anderen Atome oder Moleküle anlagern können.

 

[Quellen:

Cornelia A. Schlieper - Ernährung heute; Verlag Dr. Felix Büchner, S. 68

Mary Newport – Alzheimer vorbeugen und behandeln; VAK, S. 222]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Fette, Fettsäuren, Fettstoffwechsel.; Was ich noch (April 2013 – Bücherecke: Mary Newport)

 

Lt. Wikipedia sind es die kurzkettigen Fettsäuren:

  • Butyrat (Salz der Buttersäure)
  • Essigsäure (Acetyl-CoA ist sog. aktivierte Essigsäure
  • Propionsäure (Zwischenprodukt im Stoffwechsel ungeradzahliger Fettsäuren und einiger Aminosäuren*)

 

[* Die Aminosäuren sind: Isoleucin, Valin und Threonin; Propionsäure wird weiter abgebaut über Methylmalonyl-CoA.]

 

Zur Erinnerung ...

  • Propionyl-CoA (= biotinabhängige Carboxylase; s. o.) wird – abhängig von Cobalamin (Vitamin B12) - über Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA umgesetzt.

-> Siehe auch: Essen & Co. – Citratzyklus, Fettstoffwechsel etc.

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken ...

  • „... durch die Zusammensetzung der Darmflora [wird] die Verdauung von Fettsäuren und Polysacchariden beeinflusst. ...
  • Es sind ebenso Rückwirkungen auf das Immunsystem und Zusammenhänge der gestörten Darmbesiedelung mit dem Nervensystem zu beobachten.“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dickdarmflora]

 

Und siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Acetyl-CoA#Acetyl-CoA etc.

 

 

 

Zum Nachdenken ...

  • „Pasteur bewies, dass ohne Hefe keine Fermentation stattfindet, ...“.

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hefen; s. o.]  

 

 

Zum Vergleich ...

Aufgaben des Dünn- und Dickdarms

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Dünndarm

Im Dünndarm werden Nährstoffe enzymatisch zu kleinen Molekülen gespalten und über Schleimhauterhebungen in der gesamten Dünndarmschleimhaut resorbiert werden – z. B. in Form von Monosacchariden, Aminosäuren oder kleinen Peptiden.

 

Der Dünndarm besteht aus:

 

1. Zwölffingerdarm (Duodenum)

Hier münden:

  • Auf der Papilla duodeni major (Papilla Vateri) der Ductus choledochus (= galleableitender Kanal) und der Ductus pancreaticus (Hauptausführungsgang der Bauchspeicheldrüse).
  • Auf der Papilla duodeni minor (Papilla Santorini) der Ductus pancreaticus accessorius (evtl. zusätzlicher Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse).

 

Drüsen des Duodenums:

  • Brunner-Drüsen (produzieren alkalischen Schleim)

 

2. Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum)

Mit:

  • Plicae circulares (Kerckring-Falten)
  • Noduli lymphoidei aggregati (Peyer-Plaques)

 

“Die gesamte Dünndarmschleimhaut weist eine große Zahl von Schleimhauterhebungen (Darmzotten, Villi intestinales) auf, die der Resorption von Nahrungsstoffen dienen.” [Psychrembel]

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Drüsen (Bauchspeicheldrüse, Brunner-Drüsen etc.), Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf, GABA und Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Grenzstrang (Peyer-Plaques) etc.

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnndarm (Dünndarm)

 

Dickdarm

Im Dickdarm werden Ionen (Elektrolyte) und Wasser (H2O) resorbiert und dadurch der Darminhalt eingedickt.

  • Als einzige Nährstoffe werden im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren resorbiert. (S. o.)
  • Andere Nährstoffe, die im Dünndarm nicht aufgenommen werden konnten, werden durch Dickdarmbakterien zerlegt und als Nahrung verwertet. (S. o.)

[Pschyrembel]

 

Der Dickdarm besteht aus:

1. Blinddarm (Caecum) und Wurmfortsatz (Appendix)

2. Grimmdarm (Colon) und Mastdarm (Rektum)

 

Zum Colon gehören:

Colon ascendens, transversum, descendens und sigmoideum

 

An der Außenseite des Dickdarms finden sich:

  • Tänien = drei Bänder aus ‚glatten’ Muskelzellen (Taenia libera, mesocolica, omentalis)
  • Appendices epiploicae = kleie fettgefüllte Ausstülpungen der Serosa des Dickdarms

 

[Zur Erinnerung: Glatte Muskulatur arbeitet unabhängig von unserem Willen und Bewusstsein. Serotonin wirkt u. a. auf ‚glatte Muskulatur’.

-> Siehe dazu: Glossar – Biotransformation (... und glatte Muskulatur bzw. Serotonin); Diplomarbeiten etc. – Muskelgewebe]

 

Zum Weiterlesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dickdarm

http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4nie_%28Anatomie%29

(Taenie_Anatomie)

http://de.wikipedia.org/wiki/Appendices_epiploicae

http://en.wikipedia.org/wiki/Epiploic_appendix

http://de.wikipedia.org/wiki/Tunica_serosa

http://en.wikipedia.org/wiki/Serous_membrane

 

- S. u.: Tunica serosa –

 

... im Dünn- und Dickdarm gibt es ...

Becherzellen

  • schleimbildende Drüsenzellen im Epithel des Darmkanals (und der Atemwege)

Lymphfollikel

  • Lymphknötchen, die u. a. auch in der Darmwand vorkommen (sog. Peyer-Plaques)

Lieberkühn-Drüsen

  • im Bereich der Lamina propria des Dünn- und Dickdarms liegen die Lieberkühn-Krypten (Glandulae intestinales), am ‚Kryptengrund’ des Dünndarms mit spezifischen Drüsenzellen (Paneth-Körnerzellen, enterochromaffine Zellen)

 

Das Sekret der Paneth-Körnerzellen enthält Lysozym, ein spezifisches Enzym ... mit bakterizider (Bakterien abtötender) Wirkung.

 

Die ‚Lamina propria mucosae’ ist die ... Bindegewebeschicht der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts.

- S. u.: Tunica serosa -

 

WICHTIG - zur Erinnerung ...

Serotonin findet sich nicht nur in der Darmschleimhaut in den sog. 'enterochromaffinen Zellen', sondern auch in/im:

- Thrombozyten (Blutplättchen)

- basophilen Granulozyten (gehören zu den Leukozyten = weiße Blutkörperchen)

- ZNS (v. a. in den Nuclei raphes = Raphe-Kerne)

 

-> Siehe dazu: ... und mehr: Enterochromaffin; Glossar – Bindegewebe (Bestandteil ‚Mobile Zellen’), Drüsen (Lysozym etc.), Grenzstrang (Peyer-Plaques), Hautschichten (Lieberkühn-Krypten, Becherzellen etc.), Leukozyten, Schmerzleitung (Serotonin); Gedankensplitter – 'Layer to layer', Nervus-terminalis-Komplex etc.

 

Tunica serosa

(seröse Haut, Serosa, serous membrane)

Sie besteht aus bindegewebiger Lamina propria und einschichtigem Plattenepithel (sog. Mesothel).

 

Mesothel = Deckzellschicht:

Ist die oberflächlichste Schicht von Brust-, Herz- und Bauchfell (Pleura, Perikard und Peritoneum).

  • „Die mit Mikrovilli besetzten Zellen können Stoffe sezernieren und resorbieren.“ [Pschyrembel]

 

Zum Nachdenken ...

Mikrovilli = ‚Bürstensaum’:

Sind feine Fortsätze im Zytoplasma* mit Aktinfilamenten im Inneren. Mikrovilli vergrößern die Oberfläche beträchtlich und damit auch die Resorptionskraft (= ‚Aufnahmefähigkeit’).

 

* Zytoplasma = Zellplasma, Plasma der Zelle: Es ist von einer Membran umschlossen und enthält Wasser und darin gelöste Stoffe (Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Spurenelemente, Granula, Vesikel, Zellorganellen).

 

Man findet Mikrovilli v. a.:

  • In den Hauptstücken der Nierenkanälchen.
  • In den Saumzellen der ‚Innenauskleidung’ (Epithel) des Dünndarms.
  • In den PLEXUS CHOROIDEI (= ‚Adergeflechte’ in den Hirnventrikeln).
  • Im Synzytium (Zellverband) der Plazentazotten.

 

Und vermehrt z. B. in der Gallenblase und in der Schilddrüse.

 

[Zur Erinnerung – Aktin und Myosin ...

Aktin ist ein Muskelprotein und wichtig für die Muskelkontraktion: Es verbindet sich reversibel mit Myosin zu Aktomyosin (Aktin-Myosin-Komplex). In diesem ist ‚fibrilläres Aktin’ enthalten. Dieses ‚fibrilläre Aktin’  wird bei der Muskelkontraktion umgewandelt in ‚globuläres Aktin’ – abhängig von ATP (= Adenosintriphosphat; wichtigster Energielieferant der Zelle).

 

Myosin = Muskelprotein; es gehört zu den Globulinen (= globuläre Proteine; in Zellen und in Körperflüssigkeiten). Globuline transportieren u. a. wasserunlösliche Stoffe, Hormone und Enzyme).]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Liquor (und Plexus choroidei); Spurenelemente – Selen, Zink; Glossar – Keimblätter (und Mesoderm), Plexus, Strukturen für Zellkontakte und Zellkommunikation (Exkurs: Nierenkanälchen); Zum Nachdenken – Zellorganellen etc.

 

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tunica_serosa

http://en.wikipedia.org/wiki/Serous_membrane

 

 

-> Und siehe auch: Glossar – Hautschichten (Schleimhaut, Schleimdrüsen); Zum Nachdenken – KH-Malabsorption (Dünn-, Dickdarm etc.), Lymphatisches System; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’, Bulbus olfactorius (... und Zunge) etc.

 

 

[ANMERKUNG - zum Nachdenken, ‚Querdenken’:

Pektine bzw. Galactose und Dick- und Dünndarm

 

Galactose ...

  • ... kommt z. B. in den meisten Lebewesen als Baustein von Oligo- und Polykondensaten der Kohlenhydrate in verschiedenen Schleimhäuten vor, ...
  • ... tritt neben der monosacchariden Form auch als Baustein in Di-, Oligo- und Polysacchariden (Lactose, Raffinose) und anderen biochemischen Stoffen auf.
  • ... ist als ein Bestandteil der Muttermilch wichtiger Energieträger für Säuglinge.
  • ... wird im Dünndarm resorbiert und in der Leber entweder durch das Enzym α-Galactosidase abgebaut, oder durch Uridindiphosphatglucose in Glykogen eingebaut (siehe „Energiestoffwechsel“).

Lactose ...

  • ... ist Hauptkohlenhydrat der Milch (Muttermilch, Kuhmilch).
  • ... besteht aus D-Galactose und D-Glucose.
  • ... wird durch das Enzym Lactase in seine Bestandteile Galactose (‚Schleimzucker’) und Glukose (‚Traubenzucker’) gespalten. Ohne diese chemische Reaktion können die Bestandteile des Milchzuckers nicht durch die Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden.

Lactase ...

  • ... wird beim Menschen normalerweise im Dünndarm produziert, in Europa bei den meisten Menschen auch später im Erwachsenenalter.

Glucose ...

  • ... kann durch die Gluconeogenese auch aus anderen Stoffwechselprodukten aufgebaut werden, z. B. aus Lactat oder aus bestimmten Aminosäuren.
  • ... füllt die Glykogen-Speicher des Körpers (v. a. Leber- und Skelettmuskulatur) wieder auf.
  • ... bzw. der Metabolit Acetyl-CoA kann zur Fettsäuresynthese genutzt werden.

Raffinose ...

  • ... ist ein in Pflanzen vorkommendes Kohlenhydrat, genauer ein Dreifachzucker (Trisaccharid). Sie setzt sich aus den drei Einfachzuckern Galactose, Glucose und Fructose zusammen. Raffinose und die Raffinose-Familie ersetzt in manchen Pflanzen die Stärke als Speicherkohlenhydrat.
  • ... ist in größeren Mengen in Hülsenfrüchten (Leguminosen) enthalten.
  • ... wird im Dünndarm nur in geringem Umfang gespalten und resorbiert, da die α-Galaktosidbindung von menschlichen Verdauungsenzymen nicht gespalten werden kann. Dies hat zur Folge, dass größere Mengen in den Dickdarm gelangen. Die dort vorhandenen anaeroben Mikroorganismen der Darmflora verwerten sie und produzieren dabei unter anderem Gase, die zu Blähungen führen.

[Quellen und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Galactose  

http://de.wikipedia.org/wiki/Lactose  

http://de.wikipedia.org/wiki/Lactase

http://de.wikipedia.org/wiki/Glucose   

http://de.wikipedia.org/wiki/Raffinose

Siehe dazu auch:

Essen & Co. –

Kohlenhydrate, ‚Wasser-Vitamine’ (Cerebroside), Biosynthese von Sphingosin

Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose/Glutathion/GABA

Glossar – ATP, Biotransformation (gluko- und ketoplastische Aminosäuren)

Zum Nachdenken – Blutgruppen und Kohlenhydrate, KH-Malabsorption, Terminale Zucker]

 

 

Darmflora

  • „Bei Menschen mittleren Alters werden im Dickdarm fast ausschließlich obligate Anaerobier* (Bacteroides, Bifidobacterium, Eubacterium, Clostridium, Fusobacterium, Ruminococcus, Roseburia) gefunden, während sich die Dünndarmmikroflora hauptsächlich aus fakultativ anaeroben Bakterien wie beispielsweise Enterococcus- und Lactobacillus-Arten zusammensetzt. ...“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dickdarmflora]

 

* Obligate Anaerobier sind Bakterien, die ausschließlich in Abwesenheit von Sauerstoff wachsen können; sie gewinnen ihre Energie durch Gärung.

Fakultative Anaerobier sind sowohl ohne als auch mit Sauerstoff lebensfähig.

 

[Sauerstoff wird über Flavinenzyme als Elektronenakzeptor verwendet. [Pschyrembel]

-> Siehe dazu auch: Glossar – Redoxsystem; http://en.wikipedia.org/wiki/Flavin_reductase]

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.

 

 

... übersetzt in etwa ...

“The metabolic activities performed by these bacteria resemble those of an organ, leading some to liken gut bacteria to a "forgotten" organ.

[http://en.wikipedia.org/wiki/Gut_flora]

 

Die metabolischen Aktivitäten, die diese Bakterien zeigen, gleichen denen eines Organs, was dazu führt, dass manche Darmbakterien mit einem ‚vergessenen Organ’ vergleichen.

 

 

Bakterien im Dünndarm

  • „... während sich die Dünndarmmikroflora hauptsächlich aus fakultativ anaeroben* Bakterien wie beispielsweise Enterococcus- und Lactobacillus-Arten zusammensetzt.“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dickdarmflora]

 

* Fakultative Anaerobier sind sowohl ohne als auch mit Sauerstoff lebensfähig.

.

.

Enterococcus

Vorkommen:

Im Darm von Mensch und Tier.

Für den Menschen pathogen sind:

E. faecalis

E. faecium

E. durans

 

„Enterokokken verfügen über ein spezifisches System zum Einfangen von Plasmiden (sog. Sexpheromon-System) und können eine ausgeprägte Antibiotikaresistenz besitzen.“

[Pschyrembel]

 

„Plasmide sind wichtige Werkzeuge der Molekularbiologie, Genetik, Biochemie und anderer biologischer und medizinischer Bereiche.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Plasmide]

 

Lactobacillus

Vorkommen:

Auf Pflanzen und Tieren, in Wasser und Abwasser.

Einige Arten gehören zur normalen Besiedlung der Mundhöhle und des Darmtrakts und sind i. d. R. für den Menschen nicht pathogen.

  • Laktobazillen vergären Glucose zu Milchsäure.

 

[ANMERKUNG:

Lactobacillus bifidus ist die alte Bezeichnung für das Bifidobakterium:

  • Bifidobakterien spalten Kohlenhydrate und bilden dabei Essig- und Milchsäure im Verhältnis 3 : 2.
  • Es gibt 11 Arten.

- S. o. bei ‚wasserlösliche Ballaststoffe - Inulin -]

 

„Man kann die Milchsäurebakterien daher nur im Darm beziehungsweise in Schleimhäuten von Säugetieren finden, so wie auch in lebenden oder sich zersetzenden Pflanzen, in Milch und allen Orten, die mit Milch in Berührung kommen.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4urebakterien]

 

 

 

Zum Nachdenken ...

Milchsäurebildende Bakterien (Laktobazillen) ...

Milchsäure bildende Darmbakterien drängen ammoniakbildende Darmbakterien zurück und hemmen deren Ureasehttp://de.wikipedia.org/wiki/Urease* ... Bei dem nun niedrigeren pH-Wert wird Ammoniak zu Ammonium protonierthttp://de.wikipedia.org/wiki/Protonierung und als Salz mit dem Stuhl ausgeschieden.

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lactulose]

 

* Das Enzym Urease katalysiert die Spaltung von Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid; Vorkommen: In Pflanzen und Bakterien.

-> Siehe dazu auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4ure

 

Zur Erinnerung ...

Ammoniak (NH3) wird im Harnstoffzyklus entgiftet, indem es mit Kohlendioxid (CO2) zu Harnstoff verknüpft wird. Harnstoff ist wichtigstes Endprodukt des Proteinstoffwechsels und Hauptausscheidungsform von Stickstoff (N).

V. a. in der Niere dient Ammoniak der Resorption von Kalium- und Natriumionen.

Ammonium (NH4+) wird in der Leber zur Biosynthese von Harnstoff genutzt.

-> Siehe auch: Mineralstoffe; Glossar – Gärung, GHB, Puffersysteme; Zum Nachdenken - Hyperammonämie

 

 

Bakterien im Dickdarm

  • „Bei Menschen mittleren Alters werden im Dickdarm fast ausschließlich obligate Anaerobier* (Bacteroides, Bifidobacterium, Eubacterium, Clostridium, Fusobacterium, Ruminococcus, Roseburia) gefunden, ...“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dickdarmflora]

 

* Obligate Anaerobier sind Bakterien, die ausschließlich in Abwesenheit von Sauerstoff wachsen können; sie gewinnen ihre Energie durch Gärung.

.

.

Bacteroides

Produzieren organische Säuren (i. d. R. keine Buttersäure).

Bauen Sphingolipide auf.

Verbreitung:

Körperflora von Mensch und Tier, Insekten, Abwasser.

 

[Sphingolipide sind Membranlipide mit dem Grundkörper Ceramid. Ceramide sind Säureamide aus Sphingosin und einer langkettigen Fettsäure.]

 

-> Siehe dazu: Essen & Co. – Biosynthese von Sphingosin

 

Bifidobacterium

(überwiegend anaerob)

Spaltet Kohlenhydrate unter Bildung von Essig- und Milchsäure.

Vorkommen – gehört zur Normalflora von:

Darmtrakt, Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix), Scheide (Vagina), Muttermilch.

 

Eubacterium

Bilden bis zu 10 % der menschlichen Darmflora und kommen auch vor in der Mundhöhle.

  • Sie können Abszesse, periodontale Erkrankungen, eine septische Arthritis, Endokarditis oder (bei Frauen, die ein Intrauterinpessar verwenden) Endometritis verursachen.

 

[Endokarditis = Entzündung der innersten Herzwandschicht (seröse Haut; s. o.: Tunica serosa).

Endometritis = Entzündung der Gebärmutterschleimhaut.]

 

Clostridium

Vorkommen u. a. im Darmtrakt von Mensch und Tier.

Einige Arten können Exotoxine und/oder Exoenzyme bilden.

  • Exotoxine werden von lebenden Bakterien sezerniert (im Ggs. zu Endotoxinen, die aus der äußeren Zellmembran gramnegativer Bakterien stammen).
  • Exoenzyme sind Enzyme, die ‚von außerhalb’ stammen.

 

Fusobacterium

Vorkommen im Mundbereich und im Magen-Darm-Trakt von Mensch und Tier; es gibt verschiedene Arten. Einige davon sind Erreger eitriger und gangröser Infektionen beim Menschen.

 

Ruminococcus

Bakterien, die vor allem im Pansen (Rumen) und im Dickdarm von Pflanzenfressern vorkommen.

 

Roseburia

Roseburia intestinalis spaltet Saccharose* und bildet Butyrate (Salze der Buttersäure).

 

* Saccharose ist ein Disaccharid aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker).

 

“Roseburia intestinalis is a saccharolytic, butyrate-producing bacterium first isolated from human faeces.”

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Roseburia_intestinalis]

 

Roseburia intestinalis sp. nov., a novel saccharolytic, butyrate-producing bacterium from human faeces (2002)

[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12361264; s. u.]

 

 

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Citratzyklus, Kohlenhydrate, Fette, Ketonkörper; Glossar – Gärung (Buttersäuregärung, Milchsäuregärung), GHB, Ketonkörper, Zellorganellen (Mitochondrien); Zum Nachdenken – Blutgruppen und Kohlenhydrate, KH-Malabsorption, Terminale Zucker; http://de.wikipedia.org/wiki/Butters%C3%A4ureg%C3%A4rung etc.

 

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken ...

Buttersäure:

 

 

... übersetzt in etwa ...

“Highly-fermentable fiber residues, such as those from resistent starch, oat bran, pectin, and guar are transformed by colonic bacteria into short-chain fatty acids (SCFA) including butyrate, producing more SCFA than less fermentable fibers such as celluloses. One study found that resistant starch consistently produces more butyrate than other types of dietary fiber.“

 

 

Hoch fermentierbare Faserreste wie z. B. aus resistenter Stärke, Haferkleie, Pektin und der Guarbohne* werden durch Dickdarmbakterien in kurzkettige Fettsäuren einschl. Butyrat* umgewandelt; sie produzieren mehr kurzkettige Fettsäuren als z. B. weniger fermentierbare Zellulose.

In einer Studie wurde nachgewiesen, dass resistente Stärke durchweg mehr Butyrat produziert als andere Fasern [Ballaststoffe].

 

* Guarbohne ...

Wichtigstes Produkt der Pflanze ist das Guarkernmehl (E 412; auch: Guar, Guarmehl). ... Einen funktionell ähnlichen Lebensmittelzusatzstoff der Klasse der Galactomannane liefert der Johannisbrotbaum.

Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Guarbohne

http://de.wikipedia.org/wiki/Galactomannane

Etc.

 

* Butyrat = Salz der Buttersäure (s. o.).

 

„Butyrate possesses both preventive and therapeutic potential to counteract inflammation-mediated ulcerative colitis (UC) and colorectal cancer.”

Butyrat wirkt sowohl präventiv (vorbeugend) als auch therapeutisch bei entzündungsbedingter ulzeröser Colitis (Colitis ulcerosa*) und bei Dickdarmkrebs.

 

* Die Colitis ulcerosa ist eine - meist in Schüben verlaufende - Entzündung der Dickdarmschleimhaut.

 

·  „Bei schweren Verläufen [ist] die Zahl der Becherzellen [s. o.] stark vermindert. Als typisch, wenn auch nicht beweisend, gelten Kryptenabszesse.

·  Im akuten schwersten Verlauf kann es zur toxischen Dickdarmerweiterung [toxisches Megakolon] kommen. Dabei findet sich eine Überblähung des Bauchraumes und eine Bauchfellentzündung [Peritonitis], ...“.

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Colitis_ulcerosa]

 

- S. o.: Aufgaben des Dünn- und Dickdarms -

 

[Quelle und zum Weiterlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Butyric_acid]

 

 

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken ...

Zu Eubacterium:

.

.

 

... übersetzt in etwa ...

“Phylogenetic analysis indicated that the most closely related species are

Eubacterium rectale,

Eubacterium oxidoreducens

and Roseburia cecicola,

members of cluster XIVa of the

Clostridium subphylum of gram-positive bacteria,

although they share less than 95% sequence identity with the novel strains. ...”

 

Stammesgeschichtliche Analysen legten nahe, dass die am nächsten verwandten Arten

Eubacterium rectale,

[Rektum = Mastdarm; ist vorn und an beiden Seiten von Bauchfell (Peritoneum; s. o.) überzogen]

Eubacterium oxidoreducens

[Oxidoreduktasen gehören zur 1. Hauptklasse der Enzyme; sie oxidieren Redoxreaktionen]

und Roseburia cecicola,

zum XIVa-Cluster der

Clostridium subphylum

der gram-positiven Bakterien gehören, obwohl sie weniger als 95 % der Sequenz mit den neuen Stämme teilen. ...

 

-> Siehe auch: Glossar – Antioxidanzien, Antioxidative Enzyme, Biotransformation, Redoxsystem etc.

 

[Quelle und zum Weiterlesen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12361264]

 

 

 

[ANMERKUNG: Gram-Färbung ...

„Sie ermöglicht es, Bakterien in zwei große Gruppen, die sich im Aufbau ihrer Zellwände unterscheiden, einzuteilen. Es werden grampositive und gramnegative Bakterien unterschieden.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gram-F%C3%A4rbung]

  • Die Differenzierung bei der sog. Gram-Färbung erfolgt mit Ethanol. Grampositive Bakterien erscheinen dunkelblau, gramnegative Bakterien rot.

[Pschyrembel]]

 

[Zu ‚Eubacterium’ siehe auch Suchliste bei Wikipedia:

de.wikipedia.org/w/index.php]

 

Und zum Weiterlesen, Viertiefen ...

.

.

 

... übersetzt in etwa ...

“Intestinal bacteria also play a role in synthesizing vitamin B and vitamin K as well as metabolising bile acids, sterols and xenobiotics.”

“... and such as biotin ...”.

 

Darmbakterien spielen auch eine Rolle bei der Bildung von Vitamin B und Vitamin K und bei der Verstoffwechslung von Gallensäuren, Sterolen und Xenobiotika.

... und von Biotin ...

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Gut_flora]

 

 

Zur Erinnerung ...

  • Vitamin B gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, Vitamin K zu den fettlöslichen.
  • Aus den ‚primären Gallensäuren’ (Cholsäure, Chenodesoxycholsäure; werden aus Cholesterin synthetisiert) entstehen durch ‚Dehydroxylierung an C-7 durch bakterielle Enzyme im Darm’ die ‚sekundären Gallensäuren’.

 

Gallensäuren:

  • Regen die Dickdarmperistaltik an und hemmen die Dünndarmperistaltik,
  • emulgieren Fette,
  • aktivieren Verdauungsenzyme durch pH-Verschiebung.

 

Sterole:

Leiten sich ab vom Cholestan (= Stammkohlenstoff aller Sterine).

Sterine sind im Tier- und Pflanzenreich vorkommende – stickstofffreie - ... sekundäre einwertige Alkohole. Unterschieden werden:

- Zoosterine (tierische Sterine)

- Phytosterine (pflanzliche Sterine)

- Mykosterine (Pilz-Sterine)

  • „Das bekannteste Sterin ist das Cholesterin (ein Zoosterin). Zu den Phytosterinen gehört Ergosterin (ein Provitamin D aus Mutterkorn und Hefen).“

[Pschyrembel 1994]

 

Xenobiotika:

Sind Substanzen, die im Körper Abwehrreaktionen hervorrufen bzw. für ein ökologisches System fremde Substanzen.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Vitamine; Glossar – Antioxidanzien, Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf, Biotransformation, Blutgerinnung (... und Vitamin K), Puffersysteme etc.

 

Und zur Erinnerung, zum Nachdenken ...

Biotin (alte Bezeichnung ‚Vitamin H’):

  • „Seit den 1940er Jahren ist bekannt, dass Bakterien, die in der normalen Darmflora enthalten sind, neben anderen B-Vitaminen auch Biotin produzieren und in Abhängigkeit von der Bakterienart und der zur Verfügung stehenden Zeit ihre Umgebung in unterschiedlichem Maße damit anreichern.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Biotin]

 

[[Biotin ...

Biotin ist in Nahrungsmitteln oft nur in geringer Konzentration enthalten.

Mangelerscheinungen zeigen sich durch:

  • Hautentzündung (Dermatitis)
  • Haarausfall
  • Anorexie (= Inappetenz = Appetitlosigkeit)
  • Übelkeit
  • Depressionen
  • Zentralnervöse Störungen

 

Biotin ist Coenzym und Carboxycarrier der Carboxylasen:

Carboxylasen sind Enzyme, die die Einführung der Carboxylgruppe in organische Verbindungen (‚Carboxylierung’) katalysieren; Coenzym ist meist Biotin (Vitamin H).

  • Die Kontrolle der Blutgerinnung erfolgt Vitamin-K-abhängig (Vitamin-K-abhängige Carboxylierung von Glutamylresten best. Gerinnungsfaktoren).

 

Bei einem ‚multiplen Carboxylasedefekt’ können sich u. U. folgende Symptome zeigen:

  • Ataxie (= Störung der Koordination von Bewegungsabläufen)
  • Krampfanfälle

 

WICHTIG:

„Schon die längerfristige Einnahme von Antibiotika kann zu einem Biotinmangel führen. Chronischer Alkoholismus geht ebenfalls oft mit einer Verarmung des Körpers an Biotin einher. ... Antikonvulsiva [Antiepileptika] scheinen den Biotinhaushalt zu beeinflussen, sodass sich dadurch ein mehr oder weniger starker Biotinmangel ausprägt.“

[Wikipedia; ebd.]

 

-> Siehe dazu auch: Vestibularapparat ... oder Kleinhirn; Essen & Co. – Triglyzeride, Vitamine; Glossar – Blutgerinnung, GABA (Carboxylasen etc.), Makrophagen; Zum Nachdenken – KH-Malabsorption etc.

... ]]

 

 

Zurück zum eigentlichen Thema ...

 

Einige Ballaststoffe wirken darüber hinaus anregend auf die Darmperistaltik und fördern den Weitertransport des Darminhalts.

 

Ein Mangel an Ballaststoffen kann eine Verstopfung (Obstipation) zur Folge haben und zu verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts führren.

 

Empfohlene tägliche Menge:

Mindestens 30 g.

 

[200 g Kartoffeln (mit Schale) oder 200 g Rote Bete enthalten 6 g Ballaststoffe;

200 g grüne Erbsen 8 g;

5 g Weizenkleie (1 Esslöffel) etwa 2 g.

Quelle: Cornelia A. Schlieper – Ernährung heute; Verlag Dr. Felix Büchner]

 

Bitte weiterlesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ballaststoff - Ballaststoffgehalte verschiedener Lebensmittel

 

 

Quelle und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’ (1994, 2007)

 

 

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