Cholin - Methionin - Glycin - Threonin ...

 

Cholin ist Bestandteil von Acetylcholin, Lecithin und anderen Phospholipiden.

 

Acetylcholin ist sog. 'Essigsäureester des Cholins' und wird als physiologischer Neurotransmitter an den Nervenendigungen frei (s. u.).

 

Cholin kann im Körper synthetisiert werden, aber nur, wenn die Aminosäure Methionin ausreichend zugeführt wird; bei einer eiweißarmen Diät kann es zu einem Mangel kommen.

 

Methionin gehört zu den 'essentiellen Aminosäuren', muss also mit der Nahrung zugeführt werden. Natürliches Methionin ist z. B. enthalten in Sojabohnen, Brokkoli, Rosenkohl, Spinat, Meerrettich, Knoblauch, Äpfeln, Haselnüssen, Lachs, Garnelen und Hühnerbrust.

 

Das sog. 'aktivierte' Methionin (= sog. 'Adenosylmethionin'), das aus Methionin und ATP

(ATP = Adenosintriphosphat) gebildet wird, ist als 'Methylgruppenspender' auch wichtig für die Biosynthese von z. B.:

  • Adrenalin: Neurotransmitter und Hormon des Nebennierenmarks
  • Kreatin: Erhöht im Muskel die Glukoseaufnahmefähigkeit des Muskels
  • Cholin: S. u.
  • Nukleotiden: Bausteine für Nukleinsäuren, und sie fungieren als sog. 'Coenzyme'

Cholin wirkt als 'Emulgator' und 'Methylgruppenspender' z. B. auch bei der Biosynthese von Sarkosin aus Glycin.

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. - Aminosäuren; Glossar - ATP

 

Glycin ist ein 'Umbauprodukt' der Aminosäuren Threonin oder Serin und ein wichtiger 'hemmender' Neurotransmitter für die Kontrolle der Motorik im Rückenmark und im Hirnstamm.

 

Threonin ist auch eine 'essentielle' Aminosäure, muss also mit der Nahrung zugeführt werden. Natürliche Vorkommen: Z. B. in Sojabohnen, Linsen, Fleisch (Hammelfilet, Hühnerbrust), Sonnenblumenkernen, Erdnüssen.

 

Acetylcholin

 

Wirkt als 'physiologischer' Neurotransmitter:

  • An ALLEN 'absteigenden' Synapsen des Parasympathikus.
  • An allen PRÄ-ganglionären 'absteigenden' Synapsen des Sympathikus.
  • An einigen POST-ganglionären 'absteigenden' Synapsen des Sympathikus (Schweißdrüsen).
  • An den 'motorischen Endplatten' der Muskulatur.

Acetylcholin bindet an 'nicotinerge' oder 'muscarinerge' Rezeptoren der 'postsynaptischen Membran', und es öffnet 'nicotinerge' Na+Kanäle.

 

Acetylcholin ...

 

... erhöht die jeweilige Konzentration von

  • Inositol (= Vorstufe von Inositoltrisphosphat*)
  • Diacylglycerol (= Ausgangsprodukt der Phosphatide*)

* Inositol und Diacylglycerol gehören zum 'm1-Subtyp des muscarinergen' Rezeptors

 

... oder hemmt die

  • Adenylatcyclase

Die Adenylatcyclase zählt zum 'm2-Subtyp des muscarinergen' Rezeptors.

 

Auch die sog. 'D2-Gruppe' der Dopaminrezeptoren, also die 'zentralen postsynaptischen Dopaminrezeptoren' D2, D3 und D4, hemmen die Adenylatcyclase.

Die Adenylatcyclase ist wichtig für die Weiterleitung von Geruchsreizen und die Wirkung von Hormonen und Neurotransmittern ...

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. - Dopaminsysteme und Dopaminrezeptoren; Glossar - cAMP/cGMP

 

* Inositoltrisphosphat ist 'second messenger' vieler hydrophiler (= wasseraufnehmender) Hormone.

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. - Stickstoffmonoxid

 

* Diacylglycerol ist 'second messenger' der 'Proteinkinase'. Das sind Kinasen, die Proteine 'phosphorylieren'; meist wird dabei ein Serin- oder Threoninrest 'verestert' ...

 

* Zu den 'Phosphatiden' zählt man z. B. Kardiolipin, Lecithin und die Kephaline ...

 

 

Anmerkung zu den Hormonen

 

Bei der 'Einteilung der Hormone' zählt man Acetylcholin zu den 'aus Aminosäuren abgeleiteten Hormonen' - wie auch z. B. die Schilddrüsenhormone, Katecholamine und Histamin.

 

Acetylcholin als 'Essigsäureester des Cholins' ...

 

Die sog. 'aktivierte Essigsäure' ist Acetyl-CoA (= Coenzym A). Es ist die Wirkungsform bzw. ein Bestandteil des Vitamins Pantothensäure (Vitamin B5).

 

Pantothensäure kommt in fast allen Nahrungsmitteln vor, besonders reichlich in Milch, Innereien und Getreide. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass ein Pantothenmangel v. a. zu Wachstumsstörungen, neurologischen Störungen und Veränderungen des Blutbildes führt.

 

Beim Menschen führt ein Mangel an Pantothensäure zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durchfall und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Bereits vor dem Auftreten von Symptomen ist das Coenzym A erniedrigt,

und es kommt zu biochemischen Veränderungen im Körper.

 

Acetyl-CoA hat eine wichtige 'Schlüsselstellung' im Stoffwechsel; es verbindet:

  • Citratzyklus (= sog. 'Zitronensäurezyklus' in den Mitochondrien, den 'Kraftwerken' unserer Zellen)
  • Glykolyse (= anaerober Stoffwechsel im Zytoplasma* zur Energiegewinnung in Form von ATP ...)
  • Fettstoffwechsel

 

* Zytoplasma = 'Plasma' der Zelle. Es enthält u. a. in Wasser gelöste Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Mineralsalze und Spurenelemente und ist von einer 'Zellmembran' umgeben.

 

 

Siehe auch:

Dopamin & Co. - Neurotransmitter

Essen & Co. - Citratzyklus, Aminosäuren, Fette, Fettstoffwechsel

Zum Nachdenken - Cochlea, Projektionsbahnen etc.

 

Zum Nachdenken

 

Methionin ist eine essentielle Aminosäure und wichtig für die Bildung von Cholin und damit u. a. für die Bildung der Neurotransmitter ACETYCHOLIN und ADRENALIN.

Die 'METHIONINMALABSORPTION' ist eine Störung der Resorption (= Aufnahme) von Methionin - und auch von Valin, Leucin und Isoleucin -  im Darm; durch den bakteriellen Abbau entsteht Alphahydroxybuttersäure.

Die essentiellen Aminosäuren Isoleucin, Leucin, Valin (und auch Lysin) sind wichtig für Muskeln, Immunsystem und Stoffwechsel.

 

Symptome bei Methioninmalabsorption:

Geistige Behinderung, Krämpfe, stinkende Durchfälle, weiße Haare.

 

[Quelle: Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel' (1994)]

 

 

-> Siehe auch: Essen & Co. - Wasser-Vitamine, Fettstoffwechsel, Acetylcholin

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel' und zum Beispiel 'Handbuch der Orthomolekularen Medizin'

 

 

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