Zum Nachdenken ...

 

Eiweißabbau und Eiweißfäulnis ...

 

- Hierzu bitte auch lesen: Gedankensplitter – Teil 3 (Stickstoffkreislauf) 

Zum Nachdenken – Fettabbau etc. -

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1. Eiweißabbau

 

2. Eiweißfäulnis

Definition:

Eiweiße, die mit der Nahrung aufgenommen werden, werden im Magen und im Dünndarm durch „proteolytische Enzyme“ (= Proteasen) zu Aminosäuren gespalten.

 

Durch sog. ‚Fäulnisbakterien’ im Dickdarm können nicht resorbierte bzw. resorbierbare Proteine und Peptide abgebaut werden.

 

Wo?

 

 

Magen

Dünndarm

Dickdarm

 

Wodurch?

Proteasen

 

- im Magensaft:

Gastricisin, Pepsin

 

- im Pankreassekret (inaktive Vorstufen), die im Dünndarm aktiviert werden:

Trypsinogen/Trypsin

Chymotrypsinogen/Chymotrypsin

Elastase 1 im Pankreassekret

Elastase 2 in neutroph. Granulozyten

 

- in der Dünndarmmukosa:

Prolidase, Prolinase

 

Fäulnisbakterien

 

Durch sog. ‚Fäulnisbakterien’ im Dickdarm können nicht resorbierte bzw. resorbierbare Proteine und Peptide abgebaut werden. Dabei entstehen:

  • Durch ‚Decarboxylierung’ von Aminosäuren ‚biogene Amine’ (s. u.: ANHANG).
  • Aus ‚aromatischen Aminosäuren’ Indol, Kressol, Phenol und Skatol.
  • Durch ‚reduktive Desaminierung’ Fettsäuren und Ammoniak.

 

 

 

„Viele Pflanzen enthalten Proteaseinhibitoren ... Rohe Gemüse sind daher schwer verdaulich. Durch Erhitzen werden die Proteaseinhibitoren unwirksam.“

[Pschyrembel 1994]

 

"Als einzige Nährstoffe werden im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren resorbiert.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe dazu: Zum Nachdenken – Ballaststoffe (Darmflora)

 

 

 

1. Eiweißabbau ...

 

Eiweiße, die mit der Nahrung aufgenommen werden, werden im Magen und im Dünndarm durch „proteolytische Enzyme“ (= Proteasen) zu Aminosäuren gespalten.

 

Proteasen (syn. Peptidasen; veraltet: Proteinasen):

Proteasen gehören zu den Hydrolasen (= 3. Hauptklasse der Enzyme): Sie spalten Proteine und Peptide hydrolytisch, d. h. unter Wasseraufnahme.

VORKOMMEN:

  • In allen Zellen, bes. in Lysosomen (-> gehören zu den Zellorganellen).
  • Als Proenzyme im Magen und in der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pepsin, Trypsin).
  • Als Di- und Tripeptidasen in Schleimhautzellen des Dünndarms (z. B. Prolidase, Prolinase).

 

Eingeteilt werden Proteasen nach ihrem ‚Angriffsort’ in Endo- und Exopeptiddasen:

 

Endopeptidasen

Spalten innerhalb der Polypeptidkette, meist spezifisch nach bestimmten Aminosäuren.

 

Sie werden eingeteilt in:

Serinproteasen (Trypsin, Chymotrypsin, Thrombin, Plasmin; s. u.)

Aspartatproteasen (Pepsin, Labferment, Kathepsin D; s. u.)

Cysteinproteasen (Kathepsin B, Calpaine)

Metalloproteasen (Kollagenasen, Angiotensin-converting-Enzym)

 

[Kathepsine sind in den Lysosomen lokalisiert; Calpaine im Zytoplasma. [?]

Calpaine sind Ca2+-abhängige Proteasen.

Kollagenasen spalten Kollagen (Hauptbestandteil des Bindegewebes); Vorkommen: In Bakterien (z. B. Clostridium perfringens, Pilzen, Arthropoden, Amphibien und Säugern.

Angiotensin-converting-Enzym – Vorkommen: Im Blut; Herz, Niere, Nebenniere, Lunge, Leber, Gefäßwände, Gehirn. Es wandelt – mit Zink als Cofaktor - Angiotensin I um in Angiotensin II (Angiotensin II wirkt stark vasokonstriktorsich an den Atereriolen und stimuiert die Freisetzung von Aldosteron; Aldosteron reguliert im ‚Renin-Angiotensin-Aldosteron-System’ den Elektrolyt- und Wasserhaushalt).

Angiotensin-converting-Enzym ist identisch mit der Kininase II, die Bradykinin inaktiviert (Bradikinin wirkt gefäßerweiternd).]

 

Zur Erinnerung ...

Lysosomen gehören zu den Zellorganellen:

Zellorganellen sind aus Membranen aufgebaute Strukturen der Zelle innerhalb des Zytoplasmas als Kompartimente für spezifische Stoffwechselleistungen.

  • Kompartimente enthalten Enzyme und Reaktionspartner für jeweils einen bestimmten biochemischen Prozess; sie sind durch Membranen gegen den übrigen Zellraum abgegrenzt.

 

Zytoplasma ist das - von einer Zellmembran umschlossene - Plasma der Zelle: Hauptbestandteil ist Wasser (75-95 %), darin gelöst sind Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Mineralsalze, Spurenelemente und Granula, Vesikel, Zellorganellen.

[Pschyrembel]

Die flüssigen Bestandteile des Zytoplasmas werden als Zytosol (oder Cytosol) bezeichnet.

 

Calpain ist ein Substrat der Proteinkinase C (PKC):

„Substrate der Proteinkinase C sind MARCKS Proteine, MAP Kinasen, Transkriptionsfaktor-Inhibitor IκB, Vitamin D3 Rezeptor, Raf Kinase, Calpain und der EGF-Rezeptor.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Proteinkinase]

 

Zum Nachdenken ...

  • Calpain families have been implicated in neurodegenerative processes, as their activation can be triggered by calcium influx and oxidative stress.”

[Übersetzt in etwa: Die ‚Calpain-Familie’ ist beteilgt an neurodegenerativen Prozessen; ihre Aktivierung kann durch Calcium-Einstrom und oxidativen Stress ‚getriggert’ werden.

[Quelle und zum Weiterlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/CAPNS1]

-> Siehe dazu: Glossar – Biotransformation; Zum Nachdenken – Myotonie etc.

 

 

Und siehe auch: Essen & Co. – Ergänzungen (Osmosensoren und Renin-Angiotensin-Aldosteron-System); Mineralstoffe – Calcium, Kalium, Natrium; Spurenelemente – Zink; Glossar – Antioxidanzien, Antioxidative Enzyme, Bindegewebe, Makrophagen, Puffersysteme, Second Messenger, Zellorganellen; Zum Nachdenken – Fettabbau, Myotonie etc.

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lysosom

http://de.wikipedia.org/wiki/Cytosol

http://en.wikipedia.org/wiki/Cytosol

http://de.wikipedia.org/wiki/Zellkompartiment

http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltsgen

http://en.wikipedia.org/wiki/Housekeeping_gene

... etc. ...

Und bitte auch lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ubiquitin [Ubiquitin - ZUSAMMENHÄNGE]

 

 

Exopeptidasen

Spalten einzelne Aminosäuren vom Kettenende ab:

 

Aminopeptidasen -> spalten vom N-terminalen Ende

Carboxypeptidasen -> spalten vom C-terminalen Ende

Tri- und Dipeptidasen –> spalten Tri- bzw. Dipeptide

 

[N = Stickstoff (Nitrogenium); C = Kohlenstoff (Carboneum)]

[Peptide = organische Verbindungen aus Aminosäuren, die über Peptidbindungen (chemische Säureamidbindung) verknüpft sind.]

 

Bitte auch lesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Peptidase etc.

 

 

ÜBERSICHT:

PROTEASEN IM MAGEN, IM BAUCHSPEICHELDRÜSENSEKRET UND IN DER DÜNNDARMSCHLEIMHAUT ...

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Proteasen im Magen (Magensaft):

Gastricisin/Gastricsin

Wird – wie Pepsin und Chymosin* – als Proenzym von der Magenmukosa (Magenschleimhaut) synthetisiert; entspricht dem Labferment beim Menschen.

  • Überführt lösliches Casein* in unlösliches Casein (bei pH3).

* Chymosin, auch Lab, Labferment, Rennin: Vorkommen im Magensaft von Kälbern und anderen Säugetieren während der Milchernährung.

* Casein ist phosphorhaltiges Milchprotein.

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Phsophor

 

Gastricsin also known as pepsinogen C ...”

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Gastricsin]

 

Pepsin

Spaltet die meisten der in der Nahrung enthaltenen Proteine und bildet Peptone:

  • Peptone sind Eiweiß-Spaltprodukte, die durch Einwirkung von Pepsin entstehen; sie sind u. a. in Bakteriennährböden enthalten.

WICHTIG:

  • Salzsäure aktiviert Pepsin.

Zur Erinnerung ...

Salzsäure (hydrochloric acid) wird in den Belegzellen des Magens gebildet; sie wirkt bakterienabtötend bzw. hemmend auf das Bakterienwachstum (... und aktiviert Pepsin).

 

Pepsin spaltet nicht: Keratine, Protamine und kohlenhydratreiche Glykoproteine.

 

Zur Erinnerung ...

  • Keratine sind cystinreiche* intrazelluläre Strukturproteine; Vorkommen u. a.: Haare, Nägel, oberste Hautschicht.
  • Protamine bestehen zu 75 % aus Arginin.  Protamine sind stark basische Eiweißverbindungen (Proteine); Vorkommen in Zellkernen der Spermien von Wirbeltieren. [Wikipedia]
  • Zu den Glykoproteinen gehören u. a. Alpha-1-Antitrypsin und Blutgruppensubstanzen (s. u.: Proteaseinhibitoren im menschlichen Serum).

* Cystin entsteht aus der proteinogenen Aminosäure Cystein (-> wichtig für Disulfidbindung in Proteinen).

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Ergänzungen (Disulfid, Disulfidbrücke etc.); Mineralstoffe – Schwefel; Spurenelemente – Jod/Iod, Zink;

http://de.wikipedia.org/wiki/Pepton

http://en.wikipedia.org/wiki/Tryptone etc.

 

Zum Nachdenken ...

„After leaving the stomach, the hydrochloric acid of the chyme is neutralized in the duodenum by sodium bicarbonate.

The stomach itself is protected from the strong acid by the secretion of a thick mucus layer, and by secretin induced buffering with sodium bicarbonate.”

[Übersetzt in etwa: Die Salzsäure im Speisebrei wird, nachdem sie den Magen verlassen hat, im Dünndarm durch Natriumbicarbonat neutralisiert. Der Magen selbst ist vor der starken Säure geschützt durch die Absonderung von Schleim und durch die durch Secretin eingeleitete Natriumbicarbonat-Pufferung.

ANMERKUNG: Schleim (Muzin) und Bicarbonat werden von den Nebenzellen des Magens gebildet.]

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Hydrochloric_acid]

 

-> Siehe dazu auch: Dopamin & Co. – Secretin; Spurenelemente – Selen; Glossar – ATP, Drüsen, Hautschichten, Puffersysteme; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (SCN: Nucleus suprachiasmaticus) etc.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sekretin

http://en.wikipedia.org/wiki/Secretin

 

Und zum Nachdenken ...

  • „Die Ausschüttung von Secretin wird stimuliert durch sauren pH, Peptide (aus hydrolysiertem Nahrungsprotein), Fett und Alkohol (NICHT durch Kohlenhydrate).
  • Das in das Blut abgegebene Secretin fördert die Bildung und Sekretion von Pankreassaft sowie Galle mit hohem Gehalt an Bicarbonat und hemmt die Salzsäureproduktion des Magens.“

[Pschyrembel]

 

Proteasen im

Pankreassekret (Bauchspeicheldrüsen-

sekret):

Trypsin

Wird als inaktive Vorstufe (Trypsinogen) im Pankreas gebildet, im Dünndarm aktiviert.

  • Spaltet nach den Aminosäuren Arginin und Lysin (wichtig dabei: Anwesenheit von Calcium).

 

Chymotrypsin

Wird als inaktive Vorstufe (Chymotrypsinogen) im Pankreas gebildet, im Darmlumen „aktiviert durch Spaltung einer einzigen Peptidbindung mittels Trypsin.“ [Pschyrembel 1994]

  • Spaltet v. a. nach aromatischen Aminosäuren (Histidin, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan).

 

Carboxypeptidasen (= Exopeptidasen)

Werden als inaktive Vorstufen (Procarboxypeptidasen) im Pankreas gebildet, im Dünndarm aktiviert.

Spalten die C-terminale Aminosäure ab.

Zwei Formen:

A -> spaltet aromatische Aminosäuren (Histidin, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan)

B -> spaltet basische Aminosäuren (Arginin, Lysin, Hydroxylysin)

 

„Carboxypeptidasen finden sich u. a. auch in Niere und Milz.“ [Pschyrembel]

 

Elastase (= Endopeptidasen)

Spaltet u. a. Elastin*.

- Elastase 1 im Pankreassekret*

- Elastase 2 in neutrophilen Granulozyten*

 

* Elastin ist Strukturprotein der ‚extrazellulären Matrix’ des elastischen Bindegewebes mit 17 %igem Gehalt an Glycin, Alanin, Prolin und Valin ...’ [Pschyrembel]

-> Siehe auch: Glossar – Bindegewebe

 

* Elastase1 entsteht - zusammen mit Trypsin (für den Eiweißabbau) - aus den inaktiven Vorstufen Proelastase 1 und 2. Elastase1 wird während der Darmpassage nicht gespalten.

 

* Neutrophile Granulozyten sind die größte Gruppe der Leukozyten (= weiße Blutkörperchen); ihr Anteil beträgt über 90 %.

Sie reifen im Knochenmark, bleiben für etwa 6 – 8 Stunden im Blut und wandern dann ins Gewebe aus – v. a. in die Schleimhäute. Ihre Aufgabe:

Phagozytose von Bakterien und evtl. auch von abgestorbenen körpereigenen Zellen. Nach Phagozytose sterben sie ab, und es entsteht Eiter (= Gemisch aus Granulozytenresten und anderen Gewebetrümmern).

[Eiter bildet sich v. a. bei bakteriellen Entzündungen.]

 

-> Siehe dazu auch: Glossar - Leukozyten

 

Proteasen in der Dünndarmmukosa:

Prolidase/Peptidase D

Spaltet spezifische Dipeptide mit Prolin oder Hydroxyprolin als C-terminaler Aminosäure.

 

Cofaktor:

Mangan

 

Zur Erinnerung ...

Prolin wird aus Glutaminsäure – oder aus exogen zugeführtem Ornithin – biosynthetisiert. Vorkommen: Zusammen mit Hydroxyprolin v. a. im Kollagen (= Hauptbestandteil des Bindegewebes). Ornithin entsteht im Harnstoffzyklus aus Arginin*; Decarboxylierung ergibt Putrescin (= Vorstufe von Spermin; s. u.: ANHANG).

* Arginin ist eine - im Säuglingsalter essentielle – Aminosäure und Ausgangsstoff der Biosynthese von Stickstoffmonoxid.

 

-> Siehe dazu auch: Spurenelemente – Mangan; Glossar – Antioxidative Enzyme, Bindegewebe etc.

 

Bei Wikipedia:

http://en.wikipedia.org/wiki/PEPD (Prolidase)

“Prolidase is essential for collagen biosynthesis and its inadequacy causes deterioration in the connective tissue of the skin, capillaries, and lymphatic tissue.”

[Übersetzt in etwa: Prolidase ist undbedingt erforderlich für die Kollagen-Biosynthese; bei unzureichendem Vorhandensein kommt es zu Veränderungen im Bindegewebe der Haut, in den Kapillaren und im lymphatischen Gewebe.]

[http://en.wikipedia.org/wiki/Prolidase_deficiency]

Deutsch: Iminodipeptidurie

Ursache:

Verminderte Prolidaseaktivität

Symptome:

Charakteristische Gesichtsveränderungen, Teleangiektasien (Erweiterung kleiner, oberflächlicher Hautgefäße), Splenomegalie (Milzschwellung), Thrombozytopenie (verminderte Zahl der Blutplättchen), Knochenentkalkung, evtl. geistige Retardierung

[Pschyrembel]

 

Prolinase

Spaltet Dipeptide mit Prolin oder Hydroxyprolin als N-terminaler Aminosäure.

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

“This zinc enzyme has broad specificity.”

[http://en.wikipedia.org/wiki/Cytosol_nonspecific_dipeptidase] (Prolinase)

 

-> Siehe dazu auch: Spurenelemente – Zink; Glossar – Antioxidative Enzyme etc.

 

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Biotransformation, Drüsen, Makrophagen (Enzyme, die von Makrophagen synthetisiert und sezerniert werden), Plexus, Puffersysteme; Zum Nachdenken – Ballaststoffe, KH-Malabsorption etc.

 

 

VERGLEICH ...

 

Tabelle 1

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Kohlenhydratverdauung:

Mund, Dünndarm

 

Eiweißverdauung:

Magen, Dünndarm

Eiweißfäulnis:

Dickdarm

Der Abbau von Polysacchariden (Stärke, Glykogen) beginnt im Mund durch Alphaamylasen des Speichels: Spaltung in wasserlösliche Dextrine und Maltose.

 

Die Spaltung von Proteinen beginnt im Magen nach Denaturierung durch Salzsäure und Pepsin.

 

Im Dickdarm durch Fäulnisbakterien*.

 

Im Dünndarm weiterer Abbau durch Alphaamylasen der Bauchspeicheldrüse in Disaccharide und durch Disaccharidasen* zu Monosacchariden; Resorption v. a. durch aktiven Na+-Cotransport.

 

 

 

 

Weiterer Abbau im Dünndarm durch Proteasen aus der Bauchspeicheldrüse: Trypsin, Chymotrypsin, Carboxypeptidasen und Elastase.

 

Ggf. weiterer Abbau von Di-, Tri- und Tetrapeptiden durch Peptidasen* zu Aminosäuren oder direkte Aufnahme und Spaltung in Epithelzellen; Resorption durch verschiedene Carriersysteme, meist im aktiven Na+-Cotransport.

 

Im Dickdarm wird der Darminhalt  durch die Resorption von Ionen und Wasser eingedickt.

Nährstoffe, die im Dünndarm nicht resorbiert werden konnten, werden entweder unverändert ausgeschieden (über den Kot) oder durch Dickdarmbakterien weiter zerlegt und als Nahrung verwertet.

 

* Wichtige Disaccharidasen sind: Maltasen/Isomaltasen (Maltose), Laktase (Laktose), Sacharase (Saccharose).

 

„Von der Zelle können nur freie Monosaccharide aufgenommen werden. Di- und Polysaccharide werden im Dünndarmlumen und in den Dünndarmmukosazellen ... in Monosaccharide gespalten und in die Blutbahn [-> Pfortader -> Leber; s. u.] abgegeben.“ [Pschyrembel 1994]

 

* Peptidasen (= Proteasen): Endo- und Exopeptidasen.

* Fäulnisbakterien: S. u. (Eiweißfäulnis).

Fruktose und Galaktose werden [in der Leber] in Glukose umgewandelt. Die Leber ist das einzige Organ, das die nötigen Enzyme besitzt, um diese Umwandlung durchzuführen.“1

 

 

„Als einzige Nährstoffe werden im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren resorbiert." [Pschyrembel]


 

[Quelle: Pschyrembel 1994, 2007]

[1Elvira Bierbach (Hrsg.) – „Naturheilpraxis heute“; Urban & Fischer 2000; S. 686]

 

Tabelle 2

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Kohlenhydratverdauung im Mund und im Dünndarm:

 

Eiweißverdauung im Magen und im Dünndarm:

 

Eiweißfäulnis im Dickdarm:

 

Fettverdauung in der Mundhöhle, im Magen und im Dünndarm:

 

Mund

Speichelamylase

Magen

Salzsäure, Pepsin

 

 

Mundhöhle, Magen

Zungen- und Triglyzeridlipase

 

Dünndarm Disaccharidasen: Maltasen, Laktase, Sacharase

 

Dünndarm

Proteasen des Pankreassekrets

 

Dickdarm Fäulnisbakterien

 

Dünndarm

Gallensäure, Pankreas- und Darmlipase

 

Resorption von Monosacchariden (Glukose, Galaktose, Mannose, Ribose, Fruktose, Ribulose u. a.)

 

Resorption von freien Aminosäuren und z. T. von Di-, Tri- und evtl. Tetrapeptiden

 

Es entstehen: Biogene Amine, Indol, Kresol, Phenol, Skatol, Fettsäuren, Ammoniak (s. u.)

 

Resorption von freien Fettsäuren und Beta-Monoglyzeriden

 

 

[Quelle: Pschyrembel 2007 – Stichworte: Darm, Eiweißfäulnis, Verdauung]

 

-> Siehe dazu auch: Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose/Glutathion/GABA; Zum Nachdenken – Fettabbau, KH-Malabsorption etc.

 

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

  • „Bei einer gestörten Dünndarmflora tritt ein Blähbauch ohne abgehende Darmgase auf, der Bauch verflacht über Nacht wieder. Bei einer Fehlbesiedelung des Dickdarms dagegen tritt der Blähbauch mit abgehenden Darmgasen auf. Es sind ebenso Rückwirkungen auf das Immunsystem und Zusammenhänge der gestörten Darmbesiedelung mit dem Nervensystem zu beobachten.“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Darmflora]

 

-> Siehe dazu auch: Dopamin & Co. – Stickstoffmonoxid (cGMP); Essen & Co. – Aminosäuren, Fette, Fettstoffwechsel, Kohlenhydrate, Lymphe; Glossar – ATP, Drüsen, Ketonkörper; Zum Nachdenken – Ballaststoffe etc.

 

WICHTIG:

  • Proteasen sind auch an der Blutgerinnung und Gerinnselauflösung (Fibrinolyse) beteiligt.

-> Siehe dazu: Glossar – Makrophagen

 

 

[-- EXKURS:

LEBER ...

 

Aufgaben der Leber:

Bildung und Ausscheidung der Galle*

Verwertung der durch die Pfortader* zugeführten Aminosäuren.

Speicherung von:

  • Glykogen (Kurzzeitspeicherform der Glukose; Hauptspeicherorte sind Leber und Muskeln)
  • Protein
  • Vitaminen (Vitamin A, Cobalamin = Vitamin B12)
  • Eisen (in Form von Ferritin oder als Hämosiderin in den Kupffer-Sternzellen)

Bildung von Plasmaproteinen (Albumine, Alpha- und Betaglobuline, Fibrinogen, Prothrombin, Gerinnungsfaktoren)

Desaminierung und Harnstoffsynthese aus Ammoniak (NH3)

Bildung von Ketonkörpern

Fettsäurenabbau

Synthese von Cholesterol/Cholesterin* und Phosphatiden (z. B. Lecithin*, Kephaline*)

Biotransformation

 

* Zur Erinnerung ...

Galle aus der Leber (sog. A-Galle) wird in der Gallenblase gesammelt und durch Wasserresorption ‚eingedickt’ (sog. B-Galle).

Weitere Bestandteile sind:

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Gallensäuren und Phospholipide

- Emulgieren Fette im Speisebrei (Chymus)

- Aktivieren Lipasen

 

Zur Erinnerung ...

Gallensäuren werden von den Leberzellen aus Cholesterol (syn. Cholesterin) synthetisiert.

Emulgierung = Verteilung eines (unlöslichen) Stoffes in einer Flüssigkeit. [DUDEN]

 

Körpereigene und körperfremde Substanzen

Glukuronide (z. B. Gallenfarbstoffe)

Hormone (Steroide, Insulin)

Medikamente

Cholesterol (syn. Cholesterin)

 

 

  • Cholecystokinin (syn. Cholezystokinin) stimuliert die Sekretion von Pankreasenzymen und fördert die Gallenblasenkontraktion und die Abgabe von Galle ins Duodenum.
  • Cholecystokinin wird in speziellen endokrinen Zellen (sog. I-Zellen) im Duodenum und Jejunum (Zwölffingerdarm und Leerdarm) gebildet; freigesetzt wird es hpts. durch Lipide und Proteine (Fette oder fettähnliche Substanzen und Eiweiße bzw. Aminosäureverbindungen).

 

Die Pfortader (Vena portae hepatis) sammelt das gesamte zurückfließende venöse Blut aus der Bauchhöhle. [Nicht verwechseln mit den ‚Pfortadergefäßen der Hypophyse’!]

-> Siehe dazu: Mineralstoffe – Natrium (Pfortaderkreislauf); Glossar – GABA und Pankreas

 

Cholesterin:

- Ist Bestandteil der Zellmembranen, der Myelinscheide und von Lipoproteinen.

- Präkursor (‚Vorläufer’) von Steroidhormonen, Gallensäuren und Calciferolen (Vitamin D).

- Wird aus Acetyl-CoA biosynthetisiert, v. a. in der Leber und in der Mukosa des Darms:

  • „Die Biosynthese von Cholesterol [syn. Cholesterin] aus Acetyl-CoA [= aktivierte Form der Essigsäure]beginnt mit Mevalonat ... und unterliegt über Aktivität und Menge der HMG-CoA-Reduktase der Rückkopplung.“ [Pschyrembel]
  • CoA (= Coenzym A) ist die Wirkungsform des Vitamins Pantothensäure (Vitamin B5).

 

Lecithin:

Wird aus CDP-Cholin (Zwischenprodukt des Zellmembranstoffwechsels) und Diacylglycerol (syn. Diglycerid) unter Abspaltung von CMP gebildet, abgebaut durch LCAT (Lecithin-Cholesterol-Acyltransferase) und ausgeschieden mit den Gallensäuren. Vorkommen als Membranlipid, Hauptbestandteil von Surfactant (syn. Antiatelektasefaktor).

-> Siehe dazu: Zum Nachdenken – Cholin, Fettabbau

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/CDP-Cholin

http://en.wikipedia.org/wiki/Citicoline (CDP-Choline)

http://de.wikipedia.org/wiki/S-Adenosylmethionin

http://en.wikipedia.org/wiki/S-Adenosyl_methionine 

 

Kephaline:

Sind Membranlipide; Vorkommen v. a. im Myelin (= isolierende Schicht der markhaltigen Nervenfasern (Substantia alba).

-> Siehe dazu: Wunderwerk Gehirn – Substantia alba; Glossar – Nervenzellen (Myelin)

 

Die Leber ist ...

„Bis zum 6. Fetalmonat Ort der Blutbildung.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe dazu auch: Hormone & Co.; Essen & Co. – Acetylcholin, Albumin, Citratzyklus, Fette, Fettstoffwechsel, Lymphe, ‚Wasser- und Fett-Vitamine’; Mineralstoffe – Phosphor (Lecithin, Kephaline); Spurenelemente – Eisen, Kupfer (Cholesterin, Mevalonat, HMG-CoA); Glossar A-Z – Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf; Glossar – ATP, Biotransformation, Blutgerinnung, Ketonkörper, Lymphatisches System, Zirkumventrikuläre Organe; Zum Nachdenken – Fettabbau, Hyperammonämie, Vitamin B12 etc.

 

 

Die Leber ist entwicklungsgeschichtlich aus dem Entoderm hervorgegangen.

 

Zur Erinnerung ...

.

.

Entoderm

= inneres der drei embryonalen Keimblätter

Aus ihm bilden sich Epithelien (‚Deckschichten’) des primitiven Darms, der Allantois (= Ausstülpung des ... Dottersacks) und des Dottersacks.

 

Und in der weiteren Entwicklung bilden sich Epithelien des/der ...

- Magen-Darm-Trakts

- Respirationstrakts (Atemwege und Lunge)

- Harnblase und Harnröhre

- Paukenhöhle und Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii)

 

... und das Parenchym (= ‚funktionelles Gewebe’) von:

- Tonsillen

- Schilddrüse und Nebenschilddrüsen

- Thymus

- Leber und Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

 

 

-> Siehe dazu: Glossar – Drüsen, Keimblätter etc.

 

-- ENDE Exkurs Leber]

 

 

... zurück zum Thema Eiweißabbau ...

 

WICHTIG:

Proteaseinhibitoren hemmen die Aktivität von Proteasen.

 

„Viele Pflanzen enthalten hitzelabile Proteaseinhibitoren ..., weshalb rohes Gemüse schwer verdaulich sein kann. Durch Erhitzen werden die Proteaseinhibitoren unwirksam.“ [Pschyrembel 1994, 2007]

 

BEISPIELE, ZUSAMMENHÄNGE ...

Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Rüben, Getreide

-> hemmen v. a.  Trypsin - und z. T. auch Chymotrypsin (s. o.)

 

Sojabohne, Erdnuss

-> hemmen Plasmin

 

Sojabohne

-> hemmt Thromboplastin

 

[Plasmin ist eine dem Trypsin ähnliche Endopeptidase; sie spaltet Arginin-Lysin-Bindungen und reguliert den Gefäßtonus.

Thromboplastin ist die Sammelbezeichnung für verschiedene ‚Blutgerinnungs-Zwischenprodukte’.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Blutgerinnung etc.]

 

Proteaseinhibitoren (Proteasehemmer) im menschlichen Serum (lt. Pschyrembel):

  • Alpha-1-Antitrypsin*
  • Alphaantichymotrypsin
  • Inter-Alpha-1-Trypsininhibitor
  • Antithrombin III
  • C1-Esterase-Inhibitor*
  • Alpha-2-Makroglobulin

 

* Alpha-1-Antitrypsin gehört zu den ‚Akute-Phase-Proteinen’. Es wird v. a. in der Leber und in der Lunge gebildet. Vorkommen: In Körperflüssigkeiten, v. a. im Serum. Die Konzentration steigt während der Schwangerschaft, bei Infektionen, Impfungen. Als Proteasehemmer hemmt es v. a. Elastase aus Granulozyten (s. o.).

 

[Serum = wässriger Bestandteil des Blutes (ohne Blutkörperchen und Thrombozyten), i. w. S. auch des Liquor cerebrospinalis]

 

* Der C1-Esterase-Inhibitor ist ein körpereigener Hemmstoff des aktivierten Komplementfaktors C1 innerhalb des Komplementsystems (-> dieses inaktiviert eingedrungene Fremdstoffe).

  • „Aktivierte Komplementfaktoren sind hochspezifische Proteasen.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Liquor; Glossar – Leukozyten (Granulozyten, Akute-Phase-Proteine), Makrophagen (Proteine, die von Makrophagen synthetisiert und sezerniert werden: Komplementproteine) etc.

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Proteaseinhibitoren

http://de.wikipedia.org/wiki/Komplementsystem

 

 

[NOCH EINMAL ...

Eiweißverdauung im Magen und im Dünndarm.

Im Dünndarm werden freie Aminosäuren und z. T. Di-, Tri- und evtl. Tetrapeptide resorbiert.

  • Aminosäuren sind Carbonsäuren [s. u.] mit einer oder mehreren Aminogruppen; sie bilden die Primärstruktur der Peptide und Proteine. „Außer Glycin liegen sie in L-Form vor.“
  • Peptide sind „organische Verbindungen aus Aminosäuren, die durch Peptidbindungen (chemische Säureamidbindung) linear verknüpft sind, so dass ein Ende mit freier α-Aminogruppe (N-Terminus oder aminoterminales Ende) und eines mit freier Carboxylgruppe (C-Terminus oder carboxyterminales Ende) entsteht. Einteilung nach Anzahl der Aminosäurereste: Di-, Tri-, Tetrapeptide usw. ...“

(Pschyrembel)]

 

 

Die Aminosäuren werden zum größten Teil resorbiert (‚aufgenommen’) und zum Aufbau von körpereigenen Eiweißen verwendet oder abgebaut.

 

Die wichtigsten Reaktionen beim Eiweißabbau sind:

.

.

1. Transaminierung

DEFINITION: Übertragung der Aminogruppe einer Aminosäure auf eine Alphaketosäure bzw. der Austausch von Amino- und Ketogruppe bei Amino- und Alphaketosäuren.

 

Durch Abspaltung der NH2-Gruppe (= Aminogruppe) entstehen Ketosäuren.

  • Die Ketosäuren glukoplastischer Aminosäuren werden z. T. zur Glukoneogenese genutzt.
  • Die Ketosäuren ketoplastischer Aminosäuren bilden Acetessigsäure (Betaketobuttersäure; gehört zu den Ketonkörpern).

 

[Glukoplastische essentielle Aminosäuren sind Methionin und Valin. Ketoplastisch sind Leucin und Lysin; sie sind ebenfalls essentiell.

Gluko- und ketoplastisch (und ebenfalls essentiell) sind Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin.]

 

„Es entstehen Glutaminsäure bzw. Asparaginsäure, wobei der Stickstoff dieser Verbindungen in Harnstoff überführt werden kann.“ [Pschyrembel 1994: Eiweißstoffwechsel]

 

Besonders wirksame NH2-Akzeptoren sind:

Alphaketoglutarsäure

Oxalessigsäure

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Transaminierung

http://de.wikipedia.org/wiki/D-Aminos%C3%A4uren

[D-Aminosäuren] !

http://de.wikipedia.org/wiki/Aminogruppe

http://de.wikipedia.org/wiki/%CE%91-Ketoglutars%C3%A4ure

[Alphaketoglutarsäure]

http://de.wikipedia.org/wiki/Oxalessigs%C3%A4ure

[Oxalessigsäure]

http://en.wikipedia.org/wiki/Alpha-Ketoglutaric_acid

 

Beteiligte Enzyme:

Transaminasen

Coenzym:

Pyridoxalphosphat (PALP; Vitamin B6)

 

[Pschyrembel 1994: Eiweißstoffwechsel]

 

2. Decarboxylierung

 

Abspaltung von Kohlendioxid aus einer Carbonsäure*. [Pschyrembel 1994]

 

Beteiligte Enzyme:

Decarboxylasen

Coenzyme bei Decarboxylierung sind v. a.:

- Thiamindiphosphat (-> Alphaketosäuren); Thiamin = Vitamin B1

- Pyridoxalphosphat (-> Aminosäuren); Pyridoxin = Vitamin B6

 

Zur Erinnerung ...

Decarboxylierung der Alphaketosäuren ist mit einer Dehydrierung [Wasserentzug bzw. Wasserstoffentfernung] verbunden; bei der von Dehydrogenasen* katalysierten Dehydrierung entstehen Reduktionsäquivalente (Protonen und Elektronen), die in der Atmungskette transportiert und zur Energiegewinnung (s. ATPasen) oder Biosynthese genutzt werden.“[Pschyrembel 1994 und 2007]

 

* Carbonsäuren entstehen durch Oxidation (‚Elektronenentzug’) primärer Alkohole; als Zwischenprodukt entstehen Aldehyde. Alkohol ist die chemische Bezeichnung für Kohlenwasserstoffe, bei denen die Wasserstoffatome durch Hydroxylgruppen ersetzt sind. Aldehyde enthalten als funktionelle Gruppe die Aldehydgruppe (Carbonylgruppe; syn. Ketogruppe).

 

* Dehydrogenasen übertragen Wasserstoff; häufige Coenzyme sind: NAD+, NADP+ und FAD.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Ketonkörper; Spurenelemente – Molybdän, Zink; Glossar – Antioxidanzien, ATP/ATPasen, Biotransformation, Erklärungs-ABC, Fibrillen, Gärung, Pentosephosphatweg, Redoxsystem etc.

 

Bitte auch lesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Decarboxylierung

 

3. Oxidative Desaminierung

 

DEFINITION Desaminierung:

 

Abspaltung von NH3 aus Aminen durch Elimination, Oxidation oder Hydrolyse;

„physiologisch wichtig ist v. a. die oxidative Desaminierung der biogenen Amine und der Aminosäuren zu Alphaketosäuren sowie von Medikamenten (z. B. Amphetamin, Histamin), die v. a. in Leber und Niere stattfindet.“ [Pschyrembel 2007]

 

Vgl.:

Abspaltung der Aminogruppe NH2 aus Verbindungen durch Oxidation, Dehydrierung oder Hydrolyse;

„biologisch wichtig ist v. a. die oxidative Desaminierung von Aminosäuren (zu Alphaketosäuren und Ammoniak) und von Medikamenten (z. B. Amphetamin, Histamin), die v. a. in Leber und Niere stattfindet.“ [Pschyrembel 1994]

 

Bitte auch lesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Desaminierung

http://de.wikipedia.org/wiki/Ketos%C3%A4uren [Ketosäuren]

 

 

  • „Neben diesen Abbaumöglichkeiten gibt es viele andere, v. a. für die cyclischen und schwefelhaltigen Aminosäuren.“ [Pschyrembel 1994: Eiweißstoffwechsel]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Aminosäuren, Citratzyklus, Glutathion, Phenylalanin/Tyrosin, ‚Wasser-Vitamine’; Spurenelemente – Molybdän; Glossar – Biotransformation; Zum Nachdenken – Hyperammonämie etc.

 

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aminos%C3%A4uren (Aminosäuren)

http://de.wikipedia.org/wiki/D-Aminos%C3%A4uren (D-Aminosäuren)

http://de.wikipedia.org/wiki/Aminogruppe

http://de.wikipedia.org/wiki/Histidin etc.

 

 

2. Eiweißfäulnis ...

 

DEFINITION Fäulnis lt. Pschyrembel:

 

Fäulnis ist der Abbau stickstoffhaltiger Substanzen durch bakterielle Enzyme; bes. von Proteinen (Eiweißfäulnis) unter Entwicklung von zum Teil stinkenden Gasen und Verbindungen (u. a.

Indol,

Skatol,

NH3 [Ammoniak],

CO2 [Kohlendioxid],

H2 [molekularer Wasserstoff],

H2S [Schwefelwasserstoff])

mit teilweise ausgesprochener Giftwirkung [sog. Leichengifte (Ptomaine)].“

 

Zur Erinnerung ...

.

.

Indol, Skatol

Durch sog. ‚Fäulnisbakterien’ im Dickdarm können nicht resorbierte bzw. resorbierbare Proteine und Peptide abgebaut werden. Dabei entstehen aus ‚aromatischen Aminosäuren’ Indol, Kressol, Phenol und Skatol.

– S. u. -

 

Ammoniak

Entsteht beim Abbau von v. a. Aminosäuren und wird im Harnstoffzyklus - durch Verknüpfung mit Kohlendioxid - entgiftet.

– S. u. -

 

CO2 (Kohlendioxid)

 

Entsteht u. a. als Endprodukt im Oxidationsstoffwechsel durch Decarboxylierung (s. o.).

 

„In physiologischer Konzentration im Blut hat Kohlendioxid eine aktivierende Wirkung auf das Atemzentrum.“ [Pschyrembel]

 

H2 (molekularer Wasserstoff)

 

Der an die Nährstoffe gebundene Wasserstoff wird im Stoffwechsel auf verschiedene Stoffwechsel-Zwischenprodukte übertragen und schließlich in der Atmungskette zu Wasser oxidiert.

 

Daran ‚Beteiligte’:

Wasserstoffübertragende Enzyme (Dehydrogenasen); Coenzyme: NAP, NADP, FMN, FAD.

 

H2S (Schwefelwasserstoff; sog. Kloakengas)

 

Entsteht bei der Eiweißfäulnis aus schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystein, Methionin, Cystin, Homocystein).

 

 

 

Endstufe der Fäulnis ist die Mineralisierung:

Abbau organischer Stoffe zu anorganischen Verbindungen (Mineralien) unter Mitwirkung von Bakterien und Pilzen.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Schwefel; Glossar – Erklärungs-ABC; Zum Nachdenken – Cholin, Hyperammonämie etc.

 

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4ulnis [Fäulnis]

http://de.wikipedia.org/wiki/Dysbakterie (pH-Wert, Gärungs- und Fäulnisbakterien)

http://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniak

http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelwasserstoff (v. a. Physiologie)

http://de.wikipedia.org/wiki/Leichengift

 

 

[NOCH EINMAL ...

Fäulnis ist der Abbau stickstoffhaltiger Substanzen durch bakterielle Enzyme; bes. von Proteinen (Eiweißfäulnis) ...“]

 

Durch sog. ‚Fäulnisbakterien’ im Dickdarm können nicht resorbierte bzw. resorbierbare Proteine und Peptide abgebaut werden. Dabei entstehen:

  • Durch ‚Decarboxylierung’ von Aminosäuren ‚biogene Amine’ (s. u.: ANHANG).
  • Aus ‚aromatischen Aminosäuren’ Indol, Kressol, Phenol und Skatol.
  • Durch ‚reduktive Desaminierung’ Fettsäuren und Ammoniak.

 

[Proteine: Allg. Bezeichnung für Eiweiße.

Vgl. Proteide: Zusammengesetzte Eiweiße; Verbindungen von einfachen Eiweißkörpern mit anderen (sog. prosthetischen) Stoffen. „Die meisten Enzyme sind Proteide.“

Peptide: Organische Verbindungen aus Aminosäuren, die über Peptidbindungen (chemische Säureamidbindung) verknüpft sind.

Sog. ‚aromatische Aminosäuren’sind: Histidin, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan.

Decarboxylierung: Kohlendioxidabspaltung aus einer Cabonsäure; wichtige Coenzyme: Thiamindiphosphat und Pyridoxalphosphat (s. o.).

Desaminierung: Abspaltung von NH3 (Ammoniak) aus Aminen.]

 

 

Indol, Kresol, Phenol und Skatol ...

.

.

Indol

Indol ist Grundbestandteil vieler wichtiger Naturstoffe (z. B. von Alkaloiden) und der Aminosäure Tryptophan und ihrer biogenen Amine bzw. Derivate (Tryptamin, Serotonin, Melatonin; s. u.).

 

WICHTIG:

„Indol inhibiert die Enzyme Chymotrypsin, Lysozym und Tryptophanase.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Indol]

 

Chymotrypsin:

  • Spaltet v. a. nach aromatischen Aminosäuren (Histidin, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan; s. o).

 

Lysozym:

Spaltet Murein (= innerste Schicht der Zellwand von Bakterien) „durch Hydrolyse der glykosidischen Bindung zwischen N-Acetylglukosamin und N-Acetylmuraminsäure und wirkt dadurch bakterizid.“

VORKOMMEN: Beim Menschen z. B. in Tränenflüssigkeit, Nasen-, Bronchial- und Darmsekret, Blutplasma, Leukozyten; in Bakteriophagen (= Viren, die sich in Bakterien vermehren), Hühnereiweiß. [Pschyrembel]

 

Tryptophanase:

„Tryptophanase spaltet Tryptophan zu Indol, Pyruvat und Ammoniak.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Indol-Test]

Bitte auch lesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Indole_test

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Gliazellen, Keimblätter, Leukozyten; Zum Nachdenken – Aspergillus etc.

 

Kresol

Kresole – und deren Derivate – sind in der Natur weit verbreitet.

 

„Man findet sie als Metaboliten in verschiedenen Mikroorganismen sowie im Urin von Säugetieren, im Steinkohlen- und Buchenholzteer. ... Kresole wirken als Bakterizid, Insektizid und Fungizid.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Kresole]

 

Phenol

„Wegen seiner bakteriziden Wirkung wurde es als Desinfektionsmittel eingesetzt und wird heute durch Derivate des Phenols ersetzt. ...

Aus Phenol wird das Arzneimittel Acetylsalicylsäure hergestellt.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Phenol]

 

„Weitere chemisch bedeutsame Phenolderivate sind: ... Adrenalin und Noradrenalin. ...“

[http://de.wikipedia.org/wiki/Phenole]

 

Bitte auch lesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Phenol

 

Skatol

„Skatol ist neben Indol eines der Abbauprodukte von Tryptophan.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Skatol]

 

Bitte auch lesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Skatole

 

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Ergänzungen, ‚Wasser-Vitamine’ (Hartnup-Krankheit) etc.

 

 

Fettsäuren und Ammoniak ...

 

Durch ‚reduktive Desaminierung’ entstehen im Dickdarm aus dem Abbau von nicht resorbierten bzw. resorbierbaren Proteinen und Peptiden durch Fäulnisbakterien Fettsäuren und Ammoniak.

.

.

Desaminierung

Abspaltung von NH3 (Ammoniak) aus Aminen.

 

„... wichtig ist v. a. die oxidative Desaminierung der biogenen Amine und der Aminosäuren zu Alphaketosäuren sowie von Medikamenten ..., die v. a. in der Leber und Niere stattfindet.“ [Pschyrembel]

 

Fettsäuren

... sind aliphatische* Monocarbonsäuren und Bestandteil von:

- Neutralfetten (syn. Triglyzeride)  

- Glycerinphosphatiden (syn. Glycerolphosphatide)*

- Sphingolipiden*  

 

* Aliphatisch heißt: Offene Kohlenstoffketten in der Strukturformel aufweisend. [DUDEN]

* Phosphatide enthalten Phosphorsäure in Esterform - z. B. Glyzerinphosphatide mit Glyzerin als Alkohol und Sphingophospholipide mit dem langkettigen Aminoalkohol Sphingosin. Glyzerinphosphatide enthalten als Bestandteil L-α-Glyzerophosphorsäure. [Pschyrembel 1994]

* Sphingosin ist Bestandteil der Sphingolipide, und diese sind am Aufbau der Zellmembran beteiligt.

 

ZUSAMMENHÄNGE ...

  • Sphingosin wird -  pyridoxalphosphatabhängig - aus aktivierter Palmitinsäure (Palmityl-CoA) und Serin (nicht-essentielle Aminosäure) biosynthetisiert.
  • Palmitinsäure ist Bestandteil natürlicher Fette und wichtigste Fettsäure im Surfactant (syn. Antiatelektasefaktor).
  • Serin wird durch Oxidation und folgende Transaminierung, ausgehend von 3-Phosphoglycerat, synthetisiert. [Wikipedia]
  • Serin wird abgebaut zu Pyruvat (Salz der Brenztraubensäure; Endprodukt der Glykolyse) oder umgebaut zu Glycin.

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Biosynthese von Sphingosin, Citratzyklus; Mineralstoffe – Phosphor; Glossar – ATP, Pentosephosphatweg etc.

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Phosphoglycerins%C3%A4ure

[Phosphoglycerinsäure]

http://de.wikipedia.org/wiki/Phosphoglyceride

http://en.wikipedia.org/wiki/Glycerophospholipid

http://de.wikipedia.org/wiki/Serin

http://en.wikipedia.org/wiki/Serine

http://de.wikipedia.org/wiki/Fols%C3%A4ure

http://en.wikipedia.org/wiki/Folic_acid

 

  •  „Als einzige Nährstoffe werden im Dickdarm kurzkettige Fettsäuren resorbiert.“ [Pschyrembel]

 

Zum Nachdenken ...

Mögliche Mangelerscheinungen bei ‚Fettmangel’:

- Hautveränderungen (Hyperkeratose, Alopezie)

- Thrombozytopenie

- Wachstumsstörungen

 

[Hyperkeratose = Verdickung der Hornschicht der Haut.

Alopezie = vermehrter Haarausfall und dadurch bedingte Kahlheit.

Thrombozytopenie = verminderte Zahl der Blutplättchen.]

-> Siehe dazu auch: Glossar – Blutgerinnung, Hautschichten etc.

 

Ammoniak

Ammoniak ist ein Zellgift und wird durch die Bildung von Harnstoff in der Leber – im sog. Harnstoffzyklus – entgiftet.

 

„Bei oxidativer Desaminierung freiwerdendes NH4+ kann in die Synthese von Glutaminsäure und Glutamin eingehen. ... NH4+ gelangt über den Pfortaderkreislauf [s. o.] zur Leber.“ [Pschyrembel]

 

[NH4+ = Ammonium]

 

Zur Erinnerung ...

Im Harnstoffzyklus wird das Zellgift Ammoniak entgiftet:

  • Durch Verknüpfung von Ammoniak mit CO2 (Kohlendioxid) zu Harnstoff.
  • Harnstoff ist Endprodukt im Proteinstoffwechsel und Hauptausscheidungsform von Stickstoff.

 

Der Harnstoffzyklus wird auch als Ornithinzyklus oder Arginin-Harnstoff-Zyklus bezeichnet:

  • Ornithin -> entsteht im Harnstoffzyklus aus Arginin.
  • Arginin -> ist Ausgangsstoff der Biosynthese von Stickstoffmonoxid.

 

WICHTIG:

Arginin ist eine im Säuglingsalter essentielle Aminosäure und muss mit der Nahrung zugeführt werden.

Stickstoffmonoxid steigert die Synthese von cGMP (-> gehört zu den ‚Second messengern’), wirkt antioxidativ und ist an vielen Neurotransmitterprozessen beteiligt.

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Aminosäuren; Glossar – ATP (cAMP/cGMP), Biotransformation, Redoxsystem, Second messenger; Zum Nachdenken – Zellorganellen etc.

 

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co.; Mineralstoffe – Kalium; Glossar – Ballaststoffe, Biotransformation, GABA; Zum Nachdenken – Fettabbau, Hyperammonämie etc.

 

 

ANHANG:

AMINOSÄUREN UND IHR BIOGENES AMIN BZW. DERIVAT

 

 

[NOCH EINMAL ...

Durch sog. ‚Fäulnisbakterien’ im Dickdarm können nicht resorbierte bzw. resorbierbare Proteine und Peptide abgebaut werden. Dabei entstehen:

  • Durch ‚Decarboxylierung’ von Aminosäuren ‚biogene Amine’.
  • Aus ‚aromatischen Aminosäuren’ Indol, Kressol, Phenol und Skatol (s. o.).
  • Durch ‚reduktive Desaminierung’ Fettsäuren und Ammoniak (s. o.).

 

Decarboxylierung = Kohlendioxidabspaltung ...; Coenzyme bei Decarboxylierung sind v. a. Thiamindiphosphat und Pyridoxalphosphat (PALP).

Aromatische Aminosäuren sind: Tyrosin und Phenylalanin.

Desaminierung = Abspaltung von Ammoniak (NH3) aus Aminen; „wichtig ist v. a. die oxidative Desaminierung der biogenen Amine und der Aminosäuren zu Alphaketosäuren sowie von Medikamenten ..., die v. a. in der Leber und Niere stattfindet.“ [Pschyrembel]]

.

.

AMINOSÄURE

BIOGENES AMIN BZW. DERIVAT

 

TYROSIN

Essentiell.

Tyramin:

Biogenes Amin von TYROSIN.

Kontrahiert die ‚glatte Muskulatur’ von Blutgefäßen und der Gebärmutter.

-> Siehe auch: Diplomarbeiten etc. – Muskelgewebe

 

Dopamin:

Vorstufe von Noradrenalin, Adrenalin und der Melanine.

Neurotransmitter für die Steuerung der ‚extrapyramidalen Motorik’.

Hemmt Prolaktin.

Reguliert ‚sympathisch’ die Durchblutung der Bauchorgane; v. a. der Nieren.

-> Siehe auch: Dopamin & Co.; Nervensystem; Leitungsbahnen

 

Noradrenalin:

Neurotransmitter; wird im Nebennierenmark und im ‚sympathischen Nervensystem’ gebildet.

Wirkt v. a. auf Alpha-1- und Beta-1-Rezeptoren am Herzen.

Die Aminogruppe ist ‚unmethyliert’.

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Noradrenalin

 

Adrenalin:

Neurotransmitter und Hormon des Nebennierenmarks.

Ist bei Stress stark erhöht.

Signal wird über ‚G-Protein’ vermittelt.

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Ein Anfang, Die Stress-Reaktion; Essen & Co. – Phenylalanin

 

Melanine:

-> Siehe auch: Wunderwerk Gehirn – Substantia nigra

 

TRYPTOPHAN

Essentiell.

Tryptamin:

Entsteht durch Decarboxylierung aus TRYPTOPHAN.

Stimuliert die ‚glatte Muskulatur’ von Gefäßen und der Gebärmutter.

Tryptamin ist auch bakterielles Abbauprodukt.

Es kann zu Serotonin ‚hydroxyliert’ werden.

 

Serotonin:

Biogenes Amin.

Mediator und Neurotransmitter.

Wirkt auf Arteriolen:

- ‚Zusammenziehend’ auf Lungen- und Nierenarteriolen.

- ‚Erweiternd’ auf Arteriolen der Skelettmuskulatur.

Wirkt auf Herz und ‚glatte Muskulatur’ (Magen-Darm-Trakt, Bronchien, Gebärmutter.

Beeinflusst Stimmung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Schmerzwahrnehmung, Körpertemperatur, Nahrungsaufnahme.

Ist Vorläufer von Melatonin.

-> Siehe auch: Dopamin & Co. - Serotonin

 

Melatonin:

Sog. ‘Schlafhormon’.

Wird in der Epiphyse gebildet.

Ist an der Steuerung des ‚zirkadianen Rhythmus’ beteiligt.

-> Siehe auch: Schlafstörungen; Nuclei (Nucleus suprachiasmaticus); Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (SCN) etc.

 

HISTIDIN

Im Säuglingsalter essentiell.

Histamin:

Gewebehormon und Neurotransmitter.

Vorkommen u. a. in Neuronen des hinteren Hypothalamus.

Es gibt 4 Histamin-Rezeptoren mit unterschiedlicher Wirkung, u. a.:

- Kontraktion ‚glatter Muskulatur’ (Darm, Gebärmutter, Bronchien, großer Gefäße.

- Erweiterung kleiner Gefäße (Hautrötung, Quaddelbildung) und der Herzkranzgefäße.

- Endothelkontraktion an Kapillaren und Venolen.

-> Siehe auch: Hypothalamus; ... und mehr: Chromaffin; Glossar – Bindegewebe, Hautschichten, Leukozyten, Puffersysteme etc.;

http://de.wikipedia.org/wiki/Histidin

http://de.wikipedia.org/wiki/Histamin

 

CYSTEIN

Cysteamin:

‚Fungiert als Reaktionszentrum im Coenzym A, an dem über die SH-Gruppe Acylreste ATP-abhängig gebunden werden.’ [Pschyrembel]

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Aminosäuren; Glossar – ATP etc.

 

ASPARAGINSÄURE

Betaalanin:

Ist ein Abbauprodukt der Pyrimidinbasen.

Ist Bestandteil der Pantothensäure (Vitamin B5; Coenzym A ist die Wirkungsform der Pantothensäure).

-> Siehe auch: en.wikipedia.org/wiki – Beta-Alanin; de.wikipedia.org/wiki – β-Alanin; Alanin etc.

 

GLUTAMINSÄURE

GABA

-> Siehe dazu: Glossar – GABA; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ etc.

 

THREONIN

Essentiell.

Propanolamin:

Biologische Bedeutung bzw. Vorkommen als Cobalamin (Vitamin B12).

-> Siehe dazu: Zum Nachdenken – Vitamin B12;

http://de.wikipedia.org/wiki/Threonin

http://en.wikipedia.org/wiki/Threonine etc.

 

SERIN

Colamin:

Entsteht durch Decarboxylierung von SERIN.

Ist Zwischenprodukt der Biosynthese von Cholin und Kephalinen.

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Cholin; Essen & Co. – Fette

 

LYSIN

Essentiell.

Cadaverin:

Entsteht durch Decarboxylierung von LYSIN, z. B. bei Eiweißfäulnis

(bakterielle Zersetzung von Eiweiß; s. o.).

 

ORNITHIN

Spermidin:

Ist Vorstufe von Spermin.

 

Spermin:

Ist in allen Geweben enthalten (bes. reichlich im Sperma) und wichtig für:

- Regulation der ‚Zellwucherung’ (Zellproliferation)

- Stimulation der DNA- und RNA-Synthese

- Hemmung von Proteinkinasen (s. o.)

 

Putrescin:

Entsteht durch Decarboxylierung von ORNITHIN.

Vorkommen: Bei Eiweißfäulnis und alsVorstufe von Spermin.

 

ARGININ

Im Säuglingsalter essentiell.

Agmatin:

Entsteht durch Decarboxylierung mit der ‚Arginindecarboxylase’.

-> Siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Agmatin

http://en.wikipedia.org/wiki/Agmatine

 

Zur Erinnerung ...

Die Arginase (= Hydrolase des Harnstoffzyklus) setzt ARGININ um zu:

ORNITHIN und Harnstoff

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Hyperammonämie

 

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Aminosäuren, Phenylalanin etc.; Wunderwerk Gehirn – Epiphyse, Substantia nigra; Glossar – Biotransformation; Zum Nachdenken – Prolaktin; Gedankensplitter – Bodenstandsanzeiger, ‚Layer to layer’ etc.

 

Und bitte auch lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Biogene_Amine

http://de.wikipedia.org/wiki/Spurenamine

http://en.wikipedia.org/wiki/Trace_amine

http://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4%C3%9F_%28Anatomie%29

[Gefäß_(Anatomie)]

http://de.wikipedia.org/wiki/Glatte_Muskulatur

 

 

Zum Nachdenken ...

Glatte Muskelzellen sind zur Synthese von Kollagen und anderen Bestandteilen der extrazellulären Matrix, wie z. B. Proteoglykanen, Elastin und Laminin, befähigt.“ [Wikipedia]

 

Quelle und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’ (1994, 2007)

 

Zur Erinnerung ...

  • „Toxische Abbauprodukte können durch Biotransformation entgiftet werden.“

-> Siehe dazu: Glossar – Biotransformation etc.

 

Und zum Weiterlesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Leopold_Salkowski

 

 

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