Zum Nachdenken ...

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

 

- Text aus: Zum Nachdenken - Aspergillus -

 

 

Sekundäre Pflanzenstoffe werden von Pflanzen synthetisiert. Sie haben zwar keine Bedeutung im pflanzlichen Grundstoffwechsel, aber vielfältige ökologische Funktionen - z. B. als Lockstoff oder als Fraßschutzgift.

 

Ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus:

Manche wirken schädigend (z. B. Blausäure, Lektine, Solanin und Alkaloide), andere wiederum gesundheitsfördernd und –erhaltend – z. B.:

&nb

  • Carotinoide und Protease-Inhibitoren (z. B. in Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen, Kartoffeln) wirken vermutlich antikanzerogen.
  • Flavonoide schützen vor toxischen Sauerstoffarten.
  • Polyphenole und Glukosinolate (z. B. in Senf, Meerrettich, Kohl) wirken antimikrobiell.
  • Schwefelverbindungen im Knoblauch wirken antithrombotisch.
  • Saponine (z. B. in Hülsenfrüchten und Hafer) wirken entzündungshemmend.

 

ANMERKUNGEN –

Zusammenhänge ...

.

.

 

Carotinoide

... kommen in vielen Pflanzen und Tieren als Farbstoffe vor; sie sind intensiv rot oder gelb gefärbt. Man unterscheidet:

  • Sauerstofffreie Carotine (z. B. Lycopin in Tomaten, Alpha- und Betacarotin in Karotten).
  • Sauerstoffhaltige Xanthophylle (gelbe Farbstoffe, die neben Chlorophyll in grünen Pflanzen vorkommen).

 

Zum Nachdenken – Aussagen zu Carotinoide ...

  • „Die Carotinoide werden nur von Pflanzen synthetisiert, sie sind zum größten Teil in den Blättern enthalten (ca. ein Drittel Carotine, zwei Drittel Xanthophylle), wo sie die Zellen vor schädigendem Lichteinfluss schützen.“

[Pschyrembel 1994]

  • „Carotinoide werden nur von höheren Pflanzen (in den Blättern enthalten schützen sie die Zellen vor Lichtschäden) und Mikroorganismen synthetisiert.“

[Pschyrembel 2007]

 

WICHTIG:

„Als Provitamin A werden Carotinoide im tierischen und menschlichen Organismus zu Retinol [Vitamin A1] umgewandelt.“ [Pschyrembel 2007]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – ‚Fett-Vitamine (Vitamin A)’; Glossar – Hautschichten (Karotine etc.)

Bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Xanthophylle

http://de.wikipedia.org/wiki/Xanthophyllzyklus etc.

 

- Und s. u.: Ergotalkaloide (Blattläuse und Carotinoid-Synthese) -

 

Protease-Inhibitoren

„... viele Pflanzen (z. B. Bohnen, Erbsen, Rüben) enthalten hitzelabile Proteasehemmer, meist Hemmstoffe für Trypsin, Chymotrypsin, Carboxypeptidase, Plasmin (Sojabohne, Erdnuss) und Thromboplastin (Sojabohne), weshalb rohes Gemüse schwer verdaulich sein kann. ...“ [Pschyrembel 2007]

 

Zur Erinnerung ...

Trypsin -> hydrolysiert Peptide nach Arginin- und Lysinresten

Chymotrypsin -> spaltet Proteine nach Tryptophan- und Tyrosinresten

Carboxypeptidasen* -> finden sich auch in Niere und Milz

Plasmin -> spaltet Arginin-Lysin-Bindungen, bes. von Fibrin* u.a.

Thromboplastin -> versch. ‚Zwischenprodukte’ der Blutgerinnung

 

* Carboxypeptidasen: Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert zwei Formen, die als inaktive Vorstufen in das Duodenum (Zwölffingerdarm: oberster Dünndarmabschnitt) abgegeben und dort aktiviert werden:

A für aromatische Aminosäuren (L-Tyrosin, L-Phenylalanin);

B für basische Aminosäuren (L-Arginin, L-Lysin, L-Hydroxylysin).

 

* Fibrin ist Endprodukt der Blutgerinnung.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Aminosäuren; ... und mehr; Glossar – Blutgerinnung, Drüsen (Pankreas/Bauchspeicheldrüse und Trypsin, Chymotrypsin etc.), Makrophagen; Zum Nachdenken – KH-Malabsorption

 

Flavonoide

„... meist gelb gefärbte stickstofffreie phenolische Pflanzenstoffe ... sog. Phytoöstrogene ...“

 

VORKOMMEN:

„Im Pflanzenzellsaft in gelöster, glykosidischer Form, in meist methoxylierter Form als nichtflüchtige Komponenten in Sekretgängen, Holzparenchym oder Blättern.“  [Pschyrembel 2007]

 

-> Siehe dazu auch: Spurenelemente – Molybdän; Glossar – ATP, GABA etc.

 

Polyphenole

„... sollen die Pflanze vor Fraßfeinden (Prädatoren) schützen oder durch ihre Farbe Insekten zur Bestäubung anlocken. Aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung und der Filterung energiereicher UV-B-Strahlung dienen Polyphenole manchen Pflanzen als Schutz für den Photosynthese-Apparat. Weiterhin sind Polyphenole Grundbausteine wichtiger Biopolymere wie Lignin und Suberin.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polyphenole]

 

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – Ballaststoffe

 

Zu den Polyphenolen gehört z. B. das Brenzkatechin, das ‚chemische Grundgerüst’ der Katecholamine (Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin u. a.).

 

[[Polyphenoloxidase = Tyrosinase in Pflanzen.

 

Zur Erinnerung ...

  • Tyrosinase oxidiert Tyrosin zu DOPA; Cofaktor: Kupfer.
  • Tyrosinhydroxylase hydroxyliert Tyrosin zu DOPA; Cofaktoren: Fe2+, Tetrahydrobiopterin* und Sauerstoff.

 

* Tetrahydrobiopterin „kommt einerseits natürlich in höheren Organismen als Kofaktor für das Enzym Phenylalaninhydroxylase vor und wird andererseits als Arzneistoff verwendet, wozu es synthetisch hergestellt wird. ...

  • Als Kofaktor wirkt es bei der von Phenylalaninhydroxylase katalysierten Umwandlung von Phenylalanin zu Tyrosin, bei Tyrosinhydroxylase die Umwandlung von Tyrosin in Levodopa, bei Tryptophanhydroxylase Tryptophan in 5-Hydroxytryptophan sowie bei NO-Synthase die Synthese von Stickstoffmonoxid.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrobiopterin]

 

Zum Nachdenken ...

  • „Zusätzlich zu den Reaktionen der Tyrosinase ist sie [die Polyphenoloxidase] in der Lage, Phenole und Catechole zu oxidieren. Diese Reaktionen sind verantwortlich für die Bräunung von Pflanzenmaterial nach Verletzung und Kontakt mit Luftsauerstoff. Die entstehenden Chinone sind giftig für pathogene Mikroorganismen.“
  • „Unter den Chinonen finden sich viele Gifte, aber auch ein breites Spektrum lebensnotwendiger Vitalstoffe, z. B. Ubichinon-10 (Coenzym Q10), Vitamin K und Pyrrolochinolinchinon (PQQ).“
  • „In Bakterien sind mittlerweile sechs Enzyme bekannt, die PQQ als Cofaktor haben. Säugetiere benötigen PQQ als Cofaktor der Dopaminhydroxylase. Auch Pflanzen scheinen mindestens zwei Proteine zu produzieren, die PQQ binden.“

[Quellen und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polyphenoloxidase

http://de.wikipedia.org/wiki/Chinone

http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrrolochinolinchinon

http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrosinase]]]

 

- S. a. u.: Kojisäure -

 

-> Siehe dazu auch: Dopamin & Co.; Essen & Co. – Phenylalanin/Tyrosin; ‚Fett-Vitamine’; Spurenelemente – Eisen; Glossar – ATP/GTP, GABA, Erklärungs-ABC; Gedankensplitter – Bodenstandsanzeiger – Teil 1 (Glyphosat etc.), Bulbus olfactorius etc.

 

Glukosinolate

Senfölglykoside

 

Hierzu bitte lesen bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Putranjivaceae

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzbl%C3%BCtler (Kreuzblütler)

 

Schwefel

-> Siehe dazu: Mineralstoffe – Schwefel

 

Saponine

„... zu den Phytosterolen* gehörende oberflächenaktive Stoffe.“ [Pschyrembel 2007]

 

* Phytosterole = pflanzliche Sterole - z. B. in Kürbissamen und Brennesselwurzeln.

[Sterole sind ...1-wertige Alkohole, die sich vom Cholestan ableiten. Cholestan ist Grundgerüst vieler Steroide.]

 

„Man findet Saponine in Gemüsepflanzen, wie Sojabohnen, Erbsen, Spinat, Tomaten, Kartoffeln (Solanin) und Knoblauch, und sie sind darüber hinaus wirksame Bestandteile von Kräutern, Tee, Ginseng oder Jiaogulan (siehe Sekundäre Pflanzenstoffe). ... Saponine dienen den Pflanzen wahrscheinlich als Defensivstoffe, beispielsweise gegen Pilzbefall und Insektenfraß. Da Pflanzen kein aktives Immunsystem wie die Wirbeltiere haben, werden Schadorganismen oft chemisch bekämpft.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Saponine]

http://en.wikipedia.org/wiki/Saponin:

Role in plant ecology and impact on animal foraging, Established research bioactivities and therapeutic claims

 

Und zum Nachdenken ...

Saponine in der Pflanzenheilkunde:

„Saponine dürfen jedoch nicht in die Blutbahn gelangen, da viele von ihnen schon in geringer Menge ... zur Zerstörung der roten Blutkörperchen [Erythrozyten] führen. ... Bei Entzündungen der Darmwand können Saponine die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen.“ [Ebd.]

 

Terpene

„Die meisten Terpene sind Naturstoffe, hauptsächlich pflanzlicher und seltener tierischer Herkunft. ... Die Terpene sind Hauptbestandteil der in Pflanzen produzierten ätherischen Öle.

  • Terpene sind vielfach biologisch und pharmakologisch interessant; ihre biologischen Funktionen sind allerdings nur lückenhaft erforscht. Sie können als umweltfreundliche Insektizide verwendet werden, indem sie als Pheromone Insekten in Fallen locken.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Terpene]

 

  • „Sie [Terpene] leiten sich formal vom Isopren ab ... Es sind über 8.000 Terpene und über 30.000 der nahe verwandten Terpenoide bekannt.“ [Ebd.]
  • Isopren wird von vielen Pflanzen produziert und in die Atmosphäre abgegeben, es ist neben Methan der Kohlenwasserstoff mit der höchsten Emissionsrate.“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Isopren]

 

Zum Nachdenken ...

Isoprene is produced and emitted by many species of trees into the atmosphere (major producers are oaks [Eichen], poplars [Pappeln], eucalyptus [Eukalyptus], and some legumes [Leguminosen]). The yearly production of isoprene emissions by vegetation is around 600 million tonnes, with half that coming from tropical broadleaf trees [tropischen ‘großblättrigen Bäumen’] and the remainder coming from shrubs [Busch, Strauch].

Bitte weiterlesen – wichtige Zusammenhänge ...

http://en.wikipedia.org/wiki/Isoprene 

[... und insb. “Isoprene as a structural motif”: carotenes, phytol, retinol (vit. A), tocopherol (vit. E), dolichols, squalene, heme A, lanosterol, DMADP, IDP, quinones, lanosterol derivatives  (e. g. steroids), prenyl chains of certain compounds (e.g. phytol chain of chlorophyll)]

 

 

Und zum Nachdenken ...

http://en.wikipedia.org/wiki/Terpenoid (Isoprenoide):

  • Plant terpenoids are used extensively for their aromatic qualities. They play a role in traditional herbal remedies and are under investigation for antibacterial, antineoplastic, and other pharmaceutical functions. ...
  • The steroids and sterols in animals are biologically produced from terpenoid precursors. ...
  • There are two metabolic pathways of creating terpenoids:
  • Mevalonic acid pathway and MEP/DOXP pathway. ...
  • Although both pathways, MVA and MEP, are mutually exclusive in most organisms, interactions between them have been reported in plants and few bacteria species.” 

 

Siehe auch bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Terpenoide

 

 

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Biosynthese der Prophyrine; Spurenelemente – Kupfer (HMG-CoA, Mevalonatweg); Glossar - Antioxidative Enzyme, Antioxidanzien, Biotransformation, Erklärungs-ABC (Isopren und Isoprenoide, Zytochrome), Pentosephosphatweg etc.

 

Und zum Nachdenken ...

„Nicht immer lässt sich der Sekundärstoffwechsel eindeutig abgrenzen. Dies hängt damit zusammen, dass Primär- und Sekundärstoffwechsel häufig gemeinsame Reaktionsschritte und die gleichen Enzymsysteme nutzen. So kann die Entscheidung, ob es sich um ein primäres oder um ein sekundäres Stoffwechselprodukt handelt, nur aus der Betrachtung der Funktion, welche die Substanz im pflanzlichen Organismus hat, getroffen werden. ...

Es wird angenommen, dass sich pflanzliche Sekundärstoffe als Folge einer intensiven Interaktion zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt ... entwickelt haben.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sekundäre_Pflanzenstoffe]

 

 

Zum Seitenanfang
Monika Hildenbrand, Raitweg 9, 72770 Reutlingen
Webseitenerstellung und Hosting by VKNet, Reutlingen