Myoepithelien und Oxytocin ...

 

Exkurs: Mamma

 

‚Mamma’ ist die Bezeichnung für die weibliche Brust mit ihrer Brustdrüse (Glandula mammaria); sie ist ein sekundäres Geschlechtsmerkmal der Frau und besteht aus ca. 15 Einzeldrüsen, Binde- und Fettgewebe.

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Drüsengewebe ‚in Ruhe’

Azinöse Endstücke (= beerenförmig).

 

Drüsengewebe während

der Stillzeit/Milchbildung

Alveolär (= mit kleinen Hohlräumen versehen).

Apokrine Sekretion (s. o.).

 

 

  •  „Die Milchsekretion (Galaktogenese) kommt erst nach Wegfall des hemmenden Effekts der plazentaren Steroidhormone (nach Ausstoßung der Plazenta) und dem Anstieg der Prolaktin-Rezeptoren postpartal in Gang ...“ [Pschyrembel - Laktation]

Plazentäre Steroidhormone sind:

- Östrogene

- Progesteron

 

Zur Erinnerung ...

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Östrogene

Östrogene - und auch die Androgene - gehören zu den 'Steroidhormonen'. Steroidhormone sind fettlösliche Hormone; ihr Grundstoff ist Cholesterin (syn. Cholesterol). Ihre Bildung und Freisetzung wird durch das Hypothalamus-Hypophysen-System reguliert.

 

Östrogene werden in der ersten Zyklushälfte ausgeschüttet. Gebildet werden sie v. a. im Graaf-Follikel, im Gelbkörper (= Corpus luteum; 'umgewandelter' Graaf-Follikel) und in der Plazenta; in kleiner Menge auch in der Nebennierenrinde NNR; auch beim Mann).

 

Männer bilden Östrogene im Hoden.

 

Östrogene werden  – bei Mann und Frau – außerdem v. a. im peripheren Fettgewebe, in der Leber, in Haarfollikeln und im Gehirn durch enzymatische Umwandlung von Androstendion gebildet.

Androstendion ist ein schwach androgenes Steroidhormon, das in geringer Menge in der Nebennierenrinde und im Eierstock (Ovar) durch Reduktion aus Dehydroepiandrosteron entsteht.

 

 

Estradiol ist das stärkste natürliche Östrogen; es wird v. a. im Eierstock (Ovar) gebildet. Estradiol hat großen Einfluss auf die körperliche und auf die psychische Entwicklung der Frau.

 

Zum Nachdenken ...

Estradiol ist „der Ligand eines zytoplasmatischen Rezeptors, der im Zellkern ... an der Regulation der Expression zahlreicher Gene beteiligt ist.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe auch: Hypothalamus, Hypophyse etc.; Glossar – Hormone des HVL; Zum Nachdenken – Hypogonadismus etc.

 

Progesteron

Progesteron ist wichtigstes natürliches Gestagen.

Es wird biosynthetisiert aus Cholesterol (syn. Cholesterin),  v. a. im Corpus luteum (= ‚Gelbkörper’), in der Plazenta und in der Nebennierenrinde (NNR; auch beim Mann); es ist ... Vorläufer der Androgene (z. B. Testosteron) und der NNR-Hormone.

  • Eine mangelhafte Bildung von Progesteron führt zu einer Frühgeburt oder Fehlgeburt (sog. ‚Abort’).

Wirkungen von Progesteron u. a.:

Wirkt antagonistisch zu Östrogenen und Aldosteron.

Wirkt funktionell antagonistisch zu Cortisol.

Reguliert – zusammen mit Östrogenen – den Menstruationszyklus.

Wirkt thermogenetisch; erhöht die Körpertemperatur um ca. 0,6°C.

 

[Aldosteron reguliert i. R. des ‚Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems’ den Elektrolyt- und Wasserhaushalt. Cortisol gehört zu den sog. ‚Stresshormonen’.]

 

Wirkung von Progesteron beim Mann:

Fördert die Beweglichkeit (Motilität) und die Akrosomenreaktion von Spermatozoen (= reife Samenfäden).

[Zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Akrosomreaktion]

 

Gestagene haben vielfältige Wirkungen, z. B.:

  • Glykogeneinlagerung im Endometrium (= Schleimhaut der Gebärmutter)
  • Herabsetzung der Ansprechbarkeit des Myometriums (= Muskelschicht der Gebäurmutterwand) auf Oxytocin
  • Vermehrte Natrium- und Wasserausscheidung, vermehrter VLDL-Katabolismus
  • Dosisabhängige Wirkung auf Hypothalamus und Hypophyse (Steigerung der LH-Sekretion, Hemmung der Sekretion von GnRH)

[Glykogen = Speicherform der Glukose.

VLDL = Very low density lipoproteins: Werden in der Leber gebildet; transportieren endogene Triglyceride (= Neutralfette).

LH = Luteinisierendes Hormon aus dem Hypophysenvorderlappen (HVL).

GnRH = Gonadotropin-releasing-Hormon: Neurotransmitter; stimuliert die Synthese und Freisetzung von LH und FSH aus dem HVL.]

 

Zur Erinnerung ...

GnRH wird im Hypothalamus synthetisiert; es ist ein „Dekapeptid mit Pyroglutaminsäure am N-terminalen Ende, dessen Produktion das Hypothalamus-Hypophysen-System steuert.“ [Pschyrembel]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Fette, Fettstoffwechsel, Kohlenhydrate etc.; Glossar – Hormone des HVL, Leukozyten (Akute-Phase-Proteine); Zum Nachdenken – Hypogonadismus

 

Prolaktin

Die Ausschüttung von Prolaktin wird u. a. durch TRH (= thyrotropin-releasing hormone), Stress und Hunger gefördert.

 

Zur Erinnerung ...

Die TRH-Regulation wird durch Neurotransmitter reguliert:

- Noradrenalin stimuliert

- Serotonin hemmt

 

Thyroxin und Triiodthyronin (= Schilddrüsenhormone ‚T4’ und ‚T3’) wirken durch einen Negativ-Feedback-Mechanismus auf die Sekretion ein.

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co.; Essen & Co. – Albumin (... und Schilddrüsenhormone), Phenylalanin/Tyrosin (... und Dopamin, Thyroxin etc.); Zum Nachdenken – Prolaktin

 

 

 

Wichtige physiologische Östrogene sind Estradiol, Esteron und Estriol. In der Plazenta wird Estriol direkt oder aus vom Feten synthetisierten Vorstufen gebildet.

 

Progesteron ist das wichtigste natürliche Gestagen. Es wird aus Cholesterin (syn. Cholesterol) im Corpus luteum (‚Gelbkörper’), in der Plazenta und in der Nebennierenrinde (NNR; auch beim Mann) gebildet. Es ist Vorläufer der Androgene und Nebennierenrindenhormone.

 

Während des Menstruationszyklus führen Östrogene und Progesteron zu zyklusabhängigen Veränderungen des Drüsengewebes, zum Teil zu schmerzhaften Schwellungen und Knotenbildungen.

 

Androgene sind die männlichen Sexualhormone; die wichtigsten sind:

- Testosteron und seine Metaboliten

 

Nebennierenrindenhormone sind:

- Sexualhormone

- Glukokortikoide (z. B. Cortisol -> Stresshormon)

- Mineralokortikoide (z. B. Aldosteron -> Elektrolyt- und Wasserhaushalt)

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Ein Anfang; Hypothalamus und Area preoptica, Nebenniere; Essen & Co. – Albumin, Ergänzungen, Mengen- und Spurenelemente (Niere, Aldosteron etc.); Hormone & Co.; Zum Nachdenken – Schockformen; http://de.wikipedia.org/wiki/Laktation etc.

 

Oxytocin ...

 

Wichtige Faktoren, die die Milchproduktion in Gang halten (Galaktopoese), sind:

- Saugreiz

- Weitere Produktion von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen (HVL)

- Vermehrte Ausschüttung von Oxytocin aus dem Hypophysenhinterlappen (HHL)

  • Oxytocin regt die Kontraktion der Myoepithelien der Alveolarwände* und der kleineren Milchgänge und damit die Entleerung der Milch an.“ [Pschyrembel]

* Alveolär heißt: Mit kleinen Fächern, Hohlräumen versehen; v. a. sind damit die Lungenalveolen gemeint.

 

[Definition Alveole lt. Pschyrembel:

1. Alveolus pulmonis (Lungenbläschen).

2. Alveolus dentalis (knöchernes Zahnfach im Alveolarfortsatz bzw. –teil des Ober- und Unterkiefers; Teil des Zahnhalteapparates)]

 

Auch Männer haben eine Brustdrüse.

 

Zum Nachdenken, ‚Querdenken’  ...

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Temple Grandin

 

... und ihre ‚Quetschmaschine’/Pressmaschine ...

 

Lutz Bayer

„ich glaube verschollenen Körper beachte ich wollensicher wenn ich sehr beachtet werde durch beachtende liebende Menschen. Wenn ich beachtet bin kann ich mich spüren ...“

 

In: Dietmar Zöller – „Autismus und Körpersprache“, S. 91

 

 

Oxytocin-Rezeptoren

Oxytocin-Rezeptoren befinden sich in verschiedenen Körpergewebearten, unter anderem in den Myoepithelzellen der Milchdrüsen, den Geweben der Geschlechtsorgane, der Nieren, des Herzens, des Thymus, der Bauchspeicheldrüse und in Fettzellen.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Oxytocin]

 

Outside the brain, oxytocin-containing cells have been identified in several diverse tissues including the corpus luteum, the interstitial cells of Leydig, the retina, the adrenal medulla, the placenta, the thymus and the pancreas. The finding of significant amounts of this classically "neurohypophysial" hormone outside the central nervous system raises many questions regarding its possible importance in these different tissues.”

[Quelle und zum Weiterlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Oxytocin]

 

 

Oxytocin, G-Protein, Magnesium und Cholesterin

“The oxytocin receptor is a G-protein-coupled receptor that requires Mg2+ and cholesterol*. It belongs to the rhodopsin-type (class I) group of G-protein-coupled receptors.”

[Quelle und zum Weiterlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Oxytocin]

 

Cholesterol (syn. Cholesterin) ist Bestandteil der Zellmembranen, der Myelinscheide und der Lipoproteine und biologischer Präkursor von Steroidhormonen, Gallensäuren und Calciferolen (Vitamin D; s. a.: Nebenschilddrüse). [Pschyrembel]

 

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Fette, Fettstoffwechsel etc.; Glossar – Leukozyten (Akute-Phase-Proteine), Second messenger, Zirkumventrikuläre Organe; Zum Nachdenken – Hypogonadismus etc.

 

- Bitte weiterlesen bei: Glossar – Hautschichten und bei Körnerschichten (Definitionen) etc. –

 

 

ACH JA ...

... Schenken Sie Ihren Mitmenschen Oxytocin! Aber bitte in ‚echt’, nicht als ‚Nasenspray’ ...

Ein liebevoller Blick, vielleicht auch noch ein freundliches Wort ...  – Perfekt!

DANKESCHÖN.

 

 

 

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