Bindegewebe

 

Bindegewebe geht v. a. aus dem ‚mittleren embryonalen Keimblatt’ (= Mesoderm) hervor.

 

Im Zwischenraum zwischen den Zellen des Bindegewebes - wie auch besonders im Knorpel- und Knochengewebe - liegt die ‚Interzellularsubstanz’.

 

Man nennt sie auch 'extrazelluläre Matrix' oder Knochenmatrix.

 

Sie besteht aus:

- Strukturproteinen (Kollagen, Elastin, Fibrillin, Fibronektin, Laminin)

- Zelladhäsionsmolekülen

- Grundsubstanz (aus Polysacchariden und Proteoglykanen)

.

.

Kollagen

Strukturprotein der ‚extrazellulären Matrix’.

Biosynthese: In den Fibroblasten (s. u.).

 

Elastin

Strukturprotein der ‚extrazellulären Matrix’ des ELASTISCHEN BINDEGEWEBES.

Enthält die Aminosäuren Glycin, Alanin, Prolin und Valin  (s. u.).

 

Fibrillin

Glykoprotein in den Mikrofibrillen der ‚extrazellulären Matrix’

(s. u.).

 

Fibronektine

Spezielle Glykoproteine in der ‚extrazellulären Matrix’ und auf Zelloberflächen.

Sie werden von Fibroblasten erzeugt und abgegeben.

 

WICHTIGE FUNKTION:

Zell-Zell-Interaktion durch Bindung an Makromoleküle, z. B. an:

  • Kollagen
  • Glykosaminoglykane
  • Fibrinogen und Fibrin
  • Aktin

Glykosaminoglykane: Sie kommen bes. im Bindegewebe vor; sie verbinden die gallertige Grundsubstanz. Sie bestehen aus Aminozuckern, Glukuron- und Iduronsäure und sind unterschiedlich mit Schwefelsäure verestert.

 

 

Fibrinogen und Fibrin: Sind wichtig für die Blutgerinnung.

 

 

Aktin: Sog. ‚Molekülkleber’; Strukturprotein in Myofibrillen und Mikrofilamenten des Zytoskeletts. Aktin verbindet sich bei der Muskelkontraktion mit Myosin zum ‚Aktin-Myosin-Komplex’.

Myosin: Ist ein Muskelprotein. In seiner ‚globulären Kopfgruppe’ ist beim Skelettmuskel (= ‚quergestreifte Muskulatur’*) die ATPase-Aktivität lokalisiert.

 

ATPasen = Adenosintriphosphatasen (syn. ATP-Synthasen) sind Enzyme, die

- ATP zu ADP und Pi (= anorganisches Phosphat) spalten

oder

- aus ADP und Pi [...] ATP synthetisieren.

 

Troponin ist ein regulatorisches Muskelprotein der ‚quergestreiften Muskulatur’*:

  • Es bindet an Tropomyosin (-> Tropomyosin blockiert die Bindungsstelle von Myosin an Aktin).
  • Bindet Ca2+-Ionen.
  • Leitet die Muskelkontraktion ein, indem es die blockierte Bindungsstelle freigibt ...

* Quergestreifte Muskulatur: Skelettmuskulatur (für unsere willkürlichen Bewegungen) mit zahlreich eingelagerten Myofibrillen und quergestreifte Herzmuskulatur.

 

-> Siehe auch: Glossar – Fibrillen, ATP; de.wikipedia.org/wiki – Aktin etc.

 

Laminine

Sind Glykoproteine der ‚extrazellulären Matrix’ und Hauptbestandteil von ‚Basalmembranen’.

Sie haben Bindungsstellen z. B. für Kollagen (Typ IV und Typ I), Heparin und Dystroglykan.

 

Heparin = gerinnungshemmende Substanz aus D-Glukuronsäure, D-Glukosamin und Schwefelsäuremolekülen.

 

Dystroglykan = Glykoprotein der Plasmamembran; verbindet Zytoskelett und ‚extrazelluläre Matrix’, und zwar:

Aktin und Dystrophin (im Zytoskelett)

Laminin und Agrin = (in der ‚extrazellulären Matrix’)

 

[Dystrophin = Protein des Zytoskeletts an der INNEREN Schicht der Zellmembran (zur ‚Verbindung kontraktiler Elemente’ mit der Zellmembran und der ‚extrazellulären Matrix’).

 

Agrin = Proteoglykan. Proteoglykane sind sehr große Moleküle; sie bestehen aus 95 % Kohlenhydraten und 5 % Proteinen. Sie binden viel Wasser und sind ‚raumfüllende’ Grundsubstanz,  z. B. in Knorpel, Sehnen und Gelenken.

 

 

Agrin ist u. a. während der embryonalen Entwicklung wichtig für den Aufbau von neuromuskulären Verbindungen (Verbindung von Motoneuron und motorischer Endplatte).

Wichtiger Neurotransmitte ist Acetylcholin).]

 

Bei evtl. Störungen kommt es zu Muskelerkrankungen (Dystrophien, Myopathien).

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Lymphe; Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose; Zum Nachdenken – Terminale Zucker; de.wikipedia.org/wiki – Laminin; en.wikipedia.org/wiki – Agrin etc.

 

Zelladhäsionsmoleküle

Sind Rezeptoren der Zellmembran; meist Glykoproteine

(= Proteine mit ... Kohlenhydratanteil).

Sie vermitteln den Kontakt von Zelle zu Zelle und von Zelle zu Matrix; sie stehen in Kontakt mit dem Zytoskelett*.

 

WICHTIGE FUNKTIONEN sind u. a.:

Mechanische Verankerung

Wundheilung

Übertritt von Leukozyten aus dem Blut ins Gewebe

Signalübertragung (Signaltransduktion)

 

* Zytoskelett = Filamentgerüst im Zellkörper (= Zytoplasma; Zellplasma. Es enthält in Wasser gelöste Proteine, Lipide, Kohlenhydrate, Mineralsalze, Spurenelemente - und u. a. die Mitochondrien).

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Kohlenhydrate etc.; Fragen, Fragen, Fragen - Katalase (Leukozyten)

 

Grundubstanz

Besteht aus Polysacchariden (= Glykane; sog. ‚Vielfachzucker’) und Proteoglykanen (s. o. - Agrin).

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Kohlenhydrate etc.; Zum Nachdenken – Terminale Zucker

 

 

 

 

Die Nerven bzw. Nervenfasern des ‚peripheren Nervensystems’* sind jeweils von einer bindegewebigen Umhüllung umgeben.

 

* Zum ‚peripheren Nervensystem’ gehören: Hirnnerven, Spinalnerven und periphere Ganglien

(= Nervenknoten).

 

-> Siehe auch: Hirnnerven; Nervensystem

 

Die Nervenzellen der ‚peripheren Nerven’ liegen entweder 'zentral' im ZNS (= Zentrales Nervensystem),

also im Gehirn oder im Rückenmark, oder 'außerhalb' in einem peripheren Ganglion.

Sie enthalten u. a. Neurofibrillen und Mitochondrien (= ‚Kraftwerke der Zellen’).

 

 

Nervenzellen besitzen jeweils einen oder mehrere zuführende (= 'afferente') Fortsätze und einen wegführenden (= 'efferenten') Fortsatz.

 

 

Zuführende Fortsätze nennt man 'Dendriten', der wegführende Fortsatz ist das 'Axon'.

 

 

Das Axon wird von der sog. MYELINSCHEIDE umgeben:

 

MYELIN ist die isolierende Schicht der markhaltigen Nervenfasern (Substantia alba); es bildet die sog. Myelinscheide. Myelin besteht aus Lipiden (Kephalinen, Sphingomyelinen, Cerebosiden), Protein und Wasser.

 

-> Siehe auch: Wunderwerk Gehirn – Substantia alba etc.; Essen & Co.

 

Die Nervenzellen untereinander - und auch die Verknüpfung mit ihrem jeweiligen ‚Erfolgsorgan’ – erfolgt über SYNAPSEN:

 

Eine SYNAPSE ist ‚Umschaltstelle’ für die Erregungsübertragung; diese erfolgt v. a. durch Neurotransmitter, die aus den Endigungen des präsynaptischen (= ... vor der Synapse gelegenen...) Axons (= wegführender Fortsatz einer Nervenzelle) freigesetzt werden.

 

 

Neurotransmitter verändern die Durchlässigkeit der postsynaptischen MEMBRAN.

 

 

Die 'neuromuskuläre SYNAPSE' ist die motorische Endplatte, der Endigungsbereich einer motorischen Nervenfaser. Dieser Endigungsbereich ist hierbei die präsynaptische MEMBRAN, und die Muskelfaser die postsynaptische.

 

 

Die Nervenendigung ist marklos; sie enthält zahlreiche Mitochondrien und Vesikel (= Bläschen), in denen Acetylcholin gespeichert ist.

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Acetylcholin; Zum Nachdenken - Cholin

 

EINTEILUNG DES BINDEGEWEBES

  1. Embryonales Bindegewebe (= Mesenchym)
  2. Gallertiges Bindegewebe (z. B. in der Nabelschnur und der Zahnpulpa im Inneren des Zahns)
  3. Retikuläres Bindegewebe (in lymphatischen Organen, im Knochenmark)
  4. Fettgewebe
  5. Kollagenes Bindegewebe (lockeres [interstitielles] und straffes Bindegewebe)
  6. Elastisches Bindegewebe (Ligamenta flava = Bänder zwischen benachbarten Wirbelbögen)

 

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Lymphatisches System

 

BESTANDTEILE DES BINDEGEWEBES

 

‚Ortsständige Zellen’:

Mesenchymzellen, Fibroblasten, Fibrozyten, Retikulumzellen, Fettzellen,

Sehnenzellen

.

.

Mesenchymzellen

Mesenchym ist embryonales Bindegewebe,

‚Muttergewebe’ fast aller Formen von:

 

 

Stütz- und Bindegewebe

Quergestreifter Muskulatur (‚willkürliche’ Muskulatur)

Glatten Muskelzellen (‚unwillkürliche’ Muskulatur)

Herzmuskulatur

Gefäßendothel (‚Innenauskleidung’)

Blutzellen

 

Fibroblasten

Fibrozyten

- Fibroblasten sind die aktive Form der Fibrozyten.

- Fibrozyten sind spindelförmige Zellen des Bindegewebes.

 

Retikulumzellen

Sind Zellen im ‚retikulären Bindegewebe’ von:

Milz

Lymphknoten

Tonsillen

Lamina propria des Darms

Rotem Knochenmark (= blutbildendes Knochenmark)

 

FORMEN:

  • Fibroblastische (unbewegliche) Retikulumzellen.
  • Histiozytäre (bewegliche ‚phagozytierende’ Makrophagen; s. u.) Retikulumzellen.
  • Dendritische Retikulumzellen (können u. a. B- und T-Lymphozyten aktivieren).

Fettzellen

Zellen im Fettgewebe; sie gehen aus Retikulumzellen hervor.

 

VORKOMMEN:

  • In weißem Fettgewebe; hier enthalten Fettzellen nur ein großes Fetttröpfchen.
  • In braunem Fettgewebe; hier enthalten Fettzellen mehrere Fetttröpfchen.

Sehnenzellen

Sehnen bestehen aus ‚kollagenem Bindegewebe’.

Sie verbinden Muskeln und Knochen und übertragen die Zugwirkung des Muskels.

 

 

 

 

‚Mobile Zellen’:

Makrophagen, Monozyten, Histiozyten, Mastzellen, Plasmazellen, Granulozyten, Lymphozyten

.

.

Makrophagen

Sind sog. ‚große Fresszellen’: Sie können große Partikel (Bakterien und Mikroorganismen, Fremdkörper, Zelltrümmer etc.) phagozytieren und pinozytieren, eliminieren oder speichern.

 

[Phagozytose = Aufnahme von festen Partikeln ins Zellinnere und Abbau (durch Enzyme oder oxidativ).

Pinozytose = Aufnahme von gelösten Stoffen ins Zellinnere und Verarbeiten der Stoffe im Zellinneren.]

 

Makrophagen reifen im Knochenmark.

Sie zirkulieren dann 1-2 Tage als ‚Monozyten’ (Blutmakrophagen) in Gefäßen (sog. ‚Intravasalraum’).

Sie wandern dann in verschiedene Gewebe ein und differenzieren sich dort zu ‚ortsständigen gewebetypischen Makrophagen’:

  • Histiozyten – im Bindegewebe
  • Osteoklasten – in Knochen
  • Deckzellen – in der Innenschicht der Gelenkkapsel (Synovialis)
  • Kupffer-Sternzellen – in der Leber
  • Alveolarmakrophagen – in der Lunge
  • Freie und sessile* Makrophagen – in Lymphknoten
  • Langerhans-Zellen – in der Oberhaut und Mundschleimhaut
  • Pleura- und Peritonealmakrophagen – in serösen Höhlen
  • Mikrogliazellen – im Zentralen Nervensystem

* Sessil = festsitzend, unbeweglich

 

Monozyten

Sie gehören zu den LEUKOZYTEN (= weiße Blutkörperchen).

Sie enthalten die Peroxidase und verschiedene Säurehydrolasen.

Sie können phagozytieren und in Gewebe einwandern.

Sie zirkulieren 1 – 2 Tage im Blut, wandern in Organe oder Gewebe ein und differenzieren sich dort zu ‚ortsständigen gewebetypischen Makrophagen’ (s. o.).

 

[Peroxidasen = Oxidoreduktasen; nutzen Wasserstoffperoxid (H2O2) als Oxidationsmittel und übertragen von einem Substrat (z. B. Glutathion) Wasserstoff darauf, und es entsteht 2H2O. Sie haben häufig HÄM als ‚prosthetische Gruppe’.

 

Hydrolasen = dritte Hauptklasse der Enzyme; sie spalten chemische Verbindungen - unter Wasseraufnahme (Hydrolysierung).]

 

-> Siehe auch: Fragen, Fragen, Fragen - Katalase

 

Histiozyten

Sind ‚ruhende Wanderzellen’, Makrophagen des lockeren Bindegewebes;

es sind meist verzweigte Zellen als äußere Schicht von Blutkapillaren und Venulen (sog. Adventialzellen oder  Perizyten).

 

[Blutkapillaren = sog. ‚Haargefäße’ - mit Basalmembran und Perizyten; Venulen = kleinste venöse Gefäße.]

 

Mastzellen

Blutmastzellen – basophile Granulozyten

(gehören zu den Leukozyten = weiße Blutkörperchen):

Enthalten Heparin, Histamin und ECF-A.

 

Heparin = gerinnungshemmende Substanz; wird gebildet aus D-Glukuronsäure, D-Glukosamin und Schwefelsäure.

 

Histamin = Gewebehormon; Neurotransmitter.

Entsteht durch Decarboxylierung von Histidin (= Aminosäure; im Säuglingsalter essentiell).

 

 

Vorkommen von HISTIDIN:

V. a. im Hämoglobin (= roter Blutfarbstoff) und in Aktin

(= Strukturprotein) und Myosin (= Muskelprotein; gehört zu den Globulinen) - s. o.

 

 

Vorkommen von HISTAMIN:

V. a. in Mastzellen.

In Thrombozyten (= Blutplättchen).

In Keratinozyten (= Zellen der Oberhaut [Epidermis]; bilden verhornendes Plattenepithel).

In Neuronen des hinteren Hypothalamus.

 

ECF-A = eosinophilic chemotactic factor of anaphylaxis.

Lipide der Arachidonsäurekaskade, v. a.:

  • PAF – plättchenaktivierender Faktor; spielt eine wichtige Rolle bei entzündlichen und allergischen Reaktionen.
  • Leukotrien B4 – Leukotriene werden aus Arachidonsäure biosynthetisiert; sie werden bei entzündlichen bzw. allergischen Reaktionen innerhalb von Sekunden nach einer entsprechenden Reizung freigesetzt.

-> Siehe auch: Essen & Co. – Fette; Acetylcholin

 

Gewebemastzellen:

Vorkommen in der Adventitia (= äußerste Bindegewebeschicht in der Gefäßwand) kleinerer Blutgefäße, im lockeren Bindegewebe und in der Wandung seröser Höhlen.

Sie setzen bei einer Antigen-Antikörper-Reaktion u. a. Histamin und Serotonin frei.

 

-> Siehe auch: Substantia nigra; ... und mehr: Enterochromaffin; Essen & Co. – Aminosäuren; Kohlenhydrate; Lymphe; Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose; Glossar – Glukuronsäure; Zum Nachdenken - Blutgruppen etc

 

Plasmazellen

Sind B-Lymphozyten, die sich nach Stimulation durch ein entsprechendes Antigen zu antikörperbildenden Plasmazellen – oder Gedächtniszellen – umwandeln.

 

VORKOMMEN z. B.:

  • Im Knochenmark.
  • In der Umgebung von kleineren Blutgefäßen.
  • Im lymphatischen System.
  • In div. Drüsen (im sog. Stroma, dem bindegewebigen Gerüstgewebe).
  • In der Darmschleimhaut.

Während der Menstruation und während einer Schwangerschaft:

- In der Gebärmutterschleimhaut (Uterusschleimhaut).

 

-> Siehe auch: ... und mehr; Zum Nachdenken – Blutgruppen (Plasmazellen, Immunglobuline); Lymphatisches System

 

Granulozyten

Sind ‚kleine Fresszellen’ (Mikrophagen).

Sie enthalten Myeloperoxidase u. a. Leukozytenenzyme.

Es gibt drei Gruppen:

Neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

 

Neutrophile sind die größte Gruppe (über 90 %); sie nehmen Erreger auf (sog. ‚Phagozytose’).

 

Eosinophile (ca. 2 – 4 %) können Immunkomplexe ‚phagozytieren’, v. a. IgE-Komplexe; ihre Anzahl ist bei allergischen Erkrankungen und bei Parasitenbefall erhöht und auch bei beginnender Heilung von Infekten.

 

Basophile (bis 1%) enthalten HEPARIN und HISTAMIN; diese sind keine ‚Fresszellen’.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Lymphe; Fragen, Fragen, Fragen - Katalase; de.wikipedia.org/wiki - Myeloperoxidase

 

Lymphozyten

Gehören zu den weißen Blutkörperchen.

 

VORKMMEN:

  • Im Blut (4 %).
  • In den lymphatischen Organen Milz, Lymphknoten, Mandeln, Lymphfollikel (ca. 70 %).
  • Im Knochenmark und in anderen Geweben.

Lympozyten können aus der Blutbahn ins Gewebe und in die Lymphbahn ‚wandern’ und über die Lymphflüssigkeit wieder zurück ins Blut gelangen.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Lymphe

 

 

 

 

 

[Zur Erinnerung ...

 

Zu den ‚weißen Blutkörperchen’ (= Leukozyten) gehören:

Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

 

GRANULOZYTEN

 

Sind ‚kleine Fresszellen’ (Mikrophagen).

Sie enthalten Myeloperoxidase u. a. Leukozytenenzyme.

Es gibt drei Gruppen:

Neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

 

Neutrophile sind die größte Gruppe (über 90 %); sie nehmen Erreger auf (sog. ‚Phagozytose’).

 

Eosinophile (ca. 2 – 4 %) können Immunkomplexe ‚phagozytieren’, v. a. IgE-Komplexe; ihre Anzahl ist bei allergischen Erkrankungen und bei Parasitenbefall erhöht und auch bei beginnender Heilung von Infekten.

 

Basophile (bis 1%) enthalten HEPARIN und HISTAMIN (s. o.); es sind keine ‚Fresszellen’.

 

MONOZYTEN

 

Sind die größten Leukozyten.

Sie finden sich im Blut und im Gewebe.

Sie haben ebenfalls die Aufgabe, Fremkörper aufzunehmen (zu ‚phagozytieren’), und sie regen die LYMPHOZYTEN zur Antikörperbildung an.

 

LYMPHOZYTEN

 

Gehören zu den weißen Blutkörperchen; 4 % davon findet man im Blut, ca. 70 % in den lymphatischen Organen (Milz, Lymphknoten, Mandeln, Lymphfollikel), den Rest im Knochenmark und in anderen Geweben.

 

Lympozyten können aus der Blutbahn ins Gewebe und in die Lymphbahn ‚wandern’ und über die Lymphflüssigkeit wieder zurück ins Blut gelangen.

 

PLASMAZELLEN

 

Gehören auch zu den weißen Blutkörperchen.

Es sind ‚umgewandelte’ B-Lymphozyten und die wichtigsten Zellen, die Antikörper bilden (‚Produzenten der Immunglobuline’). Und zwar jeweils gegen ein bestimmtes Antigen.]

 

Biosynthese von Kollagen

 

„In den Fibroblasten werden die Peptidketten (enthalten v. a.  Glycin-, Prolin-, Glutaminsäure-, Alanin- und Argininreste) des PROTOKOLLAGEN ... durch Hydroxylierung der Prolin- und Lysinreste und Glykosylierung einiger Hydroxylysinreste modifiziert.“ [Pschyrembel]

 

Vorstufe von Kollagen ist PROTOKOLLAGEN; es wird durch Hydoxylierung v. a. aus PROLIN - mit Ascorbinsäure (Vitamin C) und O2 (= molekularer Sauerstoff) als Cofaktor - gebildet. [Pschyrembel 1994]

 

„Als TROPOKOLLAGEN gelangen sie [... die Fibroblasten ...] in den Extrazellularraum und aggregieren ... zu kollagenen Mikrofibrillen.“

[Pschyrembel]

 

-> Siehe auch: Glossar - Fibrillen

 

Zur Erinnerung ...

 

PROLIN ist eine Aminosäure und wichtiger Eiweißbaustein; gebildet wird PROLIN aus GLUTAMINSÄURE oder aus – zugeführtem – ORNITHIN.

Ornithin entsteht im Organismus aus ARGININ, und zwar im Harnstoffzyklus.

 

[Im Harnstoffzyklus wird Ammoniak entgiftet, indem es mit Kohlendioxid (CO2) verknüpft wird; CO2 entsteht als Endprodukt im Oxidationsstoffwechsel durch Decarboxylierung (= Kohlendioxidabspaltung aus einer Carbonsäure). Coenzyme bei Decarboxylierung sind v. a. Thiamindiphosphat und Pyridoxalphosphat.]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Aminosäuren, Phenylalanin, Vitamine,Triglyzeride etc.

 

ARGININ ist (wie HISTIDIN) eine 'nur im Säuglingsalter essentielle' Aminosäure. Sie wird - nach dem Säuglinsalter ... - normalerwis im Harnstoffzyklus synthetisiert, aber diese Menge ist oft bei heranwachsenden Kindern nicht ausreichend.

 

ARGININ ist Ausgangsstoff für die Biosynthese von Stickstoffmonoxid:

L-Arginin wird durch Ca2+-abhängige Enzyme – zusammen mit NADPH – zu Stickstoffmonoxid und Citrullin (s. u.) ‚reduziert’.

 

[NADPH gehört zu den Pyridinnukleotid-Coenzymen (nicotinamidhaltige Coenzyme).

NADPH steht normalerweise für Biosynthesen zur Verfügung - z. B. von Fettsäuren oder Steroiden (Sexualhormone, Gluko- und Mineralokortikoide).

-> Siehe auch: Essen & Co. – Triglyzeride, Glutathion etc.]

 

Ammoniak (NH4+) ist ein Zellgift, es entsteht durch Harnstoffbildung in der Leber.

 

 

Ammoniak, das bei der ‚oxidativen Desaminierung’ frei wird, kann zur Synthese von GLUTAMINSÄURE und GLUTAMIN genutzt werden.

 

[Desaminierung ist die Abspaltung von NH3 aus Aminen ... Biogene Amine und Aminosäuren werden zu Alphaketosäuren (Carbonsäuren) ‚oxidativ desaminiert’.

 

Harnstoff ist wichtigstes Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und Hauptausscheidungsform von Stickstoff (N).]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Aminosäuren; Spurenelemente – Mangan etc.; Zum Nachdenken - Hyperammonämie

 

 

Störungen der Biosynthese von Kollagen

 

Man unterscheidet verschiedene Formen.

 

Erbliche Formen:

Ehlers-Danlos-Syndrom

Marfan-Syndrom

Osteogenesis imperfecta (sog. ‚Glasknochenkrankheit’)

 

Erworbene Formen:

Z. B. bei Vitamin-C-Mangel (‚Skorbut’)

 

Erhöhter Abbau von normalem Kollagen bei:

Rheumatoider Arthritis (= chronische Polyarthritis)

Sklerodermie (= div. Autoimmunkrankheiten des Gefäß- und Bindegewebesystems)

Alkaptonurie (= Anomalie des Aminosäurestoffwechsels: TYROSIN wird nur abgebaut bis zur Homogentisinsäure)

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Phenylalanin; de.wikipedia.org/wiki - Kollagen

 

Zum Nachdenken ...

 

Aus dem MESODERM (= mittleres embryonales Keimblatt) entwickeln sich etwa ab dem 17. Tag:

  • Skelett und Muskeln des Rumpfs
  • Lederhaut (Haut und Lederhaut des Auges [Sklera]?)
  • Unterhautbindegewebe
  • Nieren
  • Keimdrüsen mit Ausführungsgängen (außer Geschlechtszellen)
  • Glatte Muskulatur
  • Herz
  • Blutzellen
  • Gefäße
  • Mesothel (‚Deckzellschicht’) der Eingeweide (mit ‚Bürstensaum’ = Mikrovilli*)
  • Nebennierenrinde
  • Milz
  • Bindegewebe
  • Trigonum vesicae der Harnblase (zwischen den Einmündungen der Harnleiter und dem Abgang der Harnröhre; hier ist die Schleimhaut fest mit der Muskulatur verbunden)

 

Und das Mesothel (‚Deckzellschicht’) für:

  • Pleura (Brustfell)
  • Perikard (Herzbeutel; bindegewebige Umhüllung des Herzens)
  • Peritoneum (Bauchfell)
  • Bindegewebe

 

* Mikrovilli = ‚Bürstensaum’; feine zytoplasmatische Fortsätze mit Aktinfilamenten im Inneren. Mikrovilli vergrößern die Oberfläche beträchtlich und damit auch die Resorptionskraft (= ‚Aufnahmefähigkeit’).

 

Man findet sie v. a.:

In den Hauptstücken der Nierenkanälchen.

In den Saumzellen der ‚Innenauskleidung’ (Epithel) des Dünndarms.

In den PLEXUS CHOROIDEI (= ‚Adergeflechte’in den Hirnventrikeln).

Im Synzytium (Zellverband) der Plazentazotten.

 

Und vermehrt z. B. in der Gallenblase und in der Schilddrüse.

 

[Aktin ist ein Muskelprotein und wichtig für die Muskelkontraktion: Es verbindet sich reversibel mit Myosin zu Aktomyosin (Aktin-Myosin-Komplex). In diesem ist ‚fibrilläres Aktin’ enthalten. Dieses ‚fibrilläre Aktin’  wird bei der Muskelkontraktion umgewandelt in ‚globuläres Aktin’ – abhängig von ATP (= Adenosintriphosphat; wichtigster Energielieferant der Zelle).

 

Myosin = Muskelprotein; es gehört zu den Globulinen (= globuläre Proteine; in Zellen und in Körperflüssigkeiten). Globuline transportieren u. a. wasserunlösliche Stoffe, Hormone und Enzyme).]

 

-> Siehe auch: Wunderwerk Gehirn – Hirnventrikel; Essen & Co. – Liquor; Glossar - ATP

 

Quelle und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’

 

 

Und siehe auch:

de.wikipedia.org/wiki – Aktin; Aspartam etc.

 

Hypothalamus, Hypophyse

Dopamin & Co. – Stickstoffmonoxid etc.

Essen & Co. – Fettstoffwechsel, Ergänzungen etc.

 

Fragen, Fragen, Fragen – Aminosäureaustausch Serin zu Glycin

 

Zum Nachdenken:

Blutgruppen

Cholin – Methionin – Glycin – Threonin

 

Diplomarbeiten etc.:

Das Auge

Die Bedeutung der Mikronährstofftherapie

Muskelgewebe

 

 

 

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