Glossar:

Leukozyten = weiße Blutkörperchen

 

Zu den Leukozyten gehören:

Monozyten (20 – 30 %*)

Lymphozyten (2 – 6 %)

Granulozyten (60 – 70 %)

 

* Jeweiliger Anteil im Blut.

 

Leukozyten haben wichtige Abwehraufgaben (Abwehr von Fremdstoffen und Krankheitserregern), sind an Enzündungsprozessen beteiligt, und sie produzieren Antikörper.

 

Gesamtzahl im Blut:

4000 – 9000/mm3 (ca. 10 %)

 

Der Rest (90 %) befindet sich außerhalb des Blutgefäßsystems:

Im Knochenmark und in den Geweben.

Leukozyten können durch die Wände - unversehrter - Blutkapillaren*  ins Gewebe ‚übertreten’

(= sog. Diapedese).

 

* ‚Haargefäße’: Sie verbinden die Arteriolen und Venolen (= ‚feinste’ Arterien und Venen) und ermöglichen damit den Stoffaustausch zwischen Blutbahn und umliegendem Gewebe.

Die ‚lichte Weite’ der Blutkapillaren ist etwa so groß wie ein Blutkörperchen.  

Sonderform: Sog. ‚Sinusoide’ in Leber, Milz und Knochenmark - mit einer größeren ‚Weite’.

 

Leukozyten entstehen aus einer Stammzelle im Knochenmark. Diese differenziert sich zunächst zu einer der der Vorläuferzellen - Monoblast, Lymphoblast oder Myeloblast -, die sich weiter ausbilden:

 

Monoblasten -> Promonozyten -> Monozyten

Lymphoblasten -> Prolymphozyten -> Lymphozyten

Myeloblasten -> Granulozyten

 

Monozyten

  • Sind die größten Zellen im Blut mit einem Kern mit bläulichem Zytoplasma (= Zellplasma mit löslichen Bestandteilen).
  • Sie verbleiben 1 – 2 Tage im Blutgefäßsystem, wandern dann in verschiedene Organe aus und wandeln sich dort um in ‚ortsständige’ – gewebetypische – Makrophagen (s. u.).
  • Ihre Lysosomen enthalten Peroxidase und verschiedene Säurehydrolasen.
  • Auf ihrer Membranoberfläche haben sie u. a. Rezeptoren für Komplementproteine.

.

.

Lysosomen

Gehören zu den Zellorganellen. Sie werden im Golgi-Apparat gebildet und enthalten Hydrolasen.

 

 “The membrane around a lysosome allows the digestive enzymes to work at the 4.5 pH they require.”

[Quelle und zum Weiterlesen: en.wikipedia.org/wiki/Lysosome]

 

-> Siehe auch: Glossar – Puffersysteme, Zellorganellen

 

Peroxidasen

Sind Oxidoreduktasen (= erste Hauptklasse der Enzyme).

Sie nutzen Wasserstoffperoxid (H2O2) als Oxidationsmittel und übertragen von einem Substrat (z. B. Glutathion) Wasserstoff darauf, so dass 2H2O entstehen. Sie haben häufig HÄM* als prosthetische Gruppe.

 

* Häm = Farbstoffanteil des Hämoglobins der roten Blutkörperchen und des Muskelfarbstoffs [Myoglobin]... mit zweiwertigen Eisenatomen.

 

-> Siehe auch: Fragen, Fragen, Fragen – Katalase;

Glossar – Bilirubin und enterophepatischer Kreislauf

 

Hydrolasen

Dritte Hauptklasse der Enzyme. Sie katalysieren die Spaltung chemischer Verbindungen unter Wasseraufnahme (= Hydrolyse).

 

-> Siehe auch: en.wikipedia.org/wiki/Lysosome, (Acid) Hydrolases etc.

 

Komplement (Abk. C)

Komplementsystem

Das Komplement (Abk. C) bzw. Komplementsystem besteht aus mind. 20 thermolabilen Serumproteinen, die nacheinander aktiviert werden, um eingedrungene Fremdstoffe (Antigene) zu inaktivieren.

 

Katalysator beim ‚klassischen Aktivierungsweg’ ist Serinprotease mit der Aminosäure Serin im ‚aktiven Zentrum’.

 

Zelluläre Rezeptoren (Abk. CR) ... finden sich auf Erythrozyten, Lymphozyten, Monozyten, Granulozyten.

 

Proteasen sind Hydrolasen, die Proteine und Peptide hydrolytisch

(= unter Wasseraufnahme) spalten (s. o.).

 

-> Siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Komplementsystem, Serinprotease; en.wikipedia.org/wiki/Complement_system, Serine etc.

 

 

 

 

Zum Nachdenken ...

„Aus Serin kann der Körper Glycin bilden und vice versa.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

de.wikibooks.org/wiki/Biochemie_und_Pathobiochemie:_Threonin-,_Glycin-_und_Serin-Stoffwechsel]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Aminosäuren; Glossar – ATP; Zum Nachdenken – Cholin, Threonin etc.

 

Und zum Nachdenken ...

 

Lymphozyten haben keine Peroxidaseaktivität.

 

-> Siehe auch: Glossar - Zellorganellen

 

Vorkommen von Eisen:

- In Enzymen (z. B. Cytochrome, Peroxidasen, Katalase).

- Im Hämoglobin (= roter Blutfarbstoff) und Myoglobin (= roter Muskelfarbstoff).

- Im Monozyten-Makrophagen-Systems insb. von Leber, Milz und Knochenmark als Ferritin und Hämosiderin.

.

.

Ferritin

Ist wichtige Speicher- und Transportform des Eisens; das Eisen aus Ferritin ist leicht mobilisierbar.

 

Es geht durch Anlagerung von Fe2+-Ionen aus Apoferritin hervor.

 

Vorkommen von Ferritin u. a.:

- Dünndarmschleimhaut

- Monozyten-Makrophagen-System

- Plasma/Serum (in geringer Konzentration)

 

Apoferritin

Ist ein Protein, das dreiwertiges Eisen binden kann – z. B. in Mukosazellen

(= Schleimhautzellen) des Dünndarms.

In diesem Zustand nennt man es Ferritin.

 

Hämosiderin

Ist Speicherform des Eisens.

Es ist eine wasserunlösliche Eisen-Eiweiß-Verbindung.

 

Zum Nachdenken ...

Albumin ist Transportprotein für wasserunlösliche Stoffe – z. B. für Bilirubin.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Albumin etc.

 

Transferrin

Ist ein Glykoprotein; es wird in der Leber gebildet.

Es transportiert freies Eisen im Serum (bindet 2Fe3+).

Es gibt die Eisenionen in den Endosomen an Apoferritin ab.

Eisenfreies Transferrin (= Apotransferrin) wird durch Exozytose* in die extrazelluläre Flüssigkeit transportiert.

 

Transferrin wirkt bakterienhemmend (bakteriostatisch).

 

Es ist erhöht z. B. bei Eisenmangel und in der Schwangerschaft.

 

* Exozytose = Form der Absonderung von Biomolekülen oder Flüssigkeiten – z. B. bei der Freisetzung von Neurotransmittern: Sekretgefüllte Golgi-Vesikel oder Phagosomen wandern zur Zellmembran und setzen ihren Inhalt durch Verschmelzen der Membranen nach außen frei.

 

[Golgi-Apparat: Golgi-Vesikel – auf der konkaven (trans-) Seite) können mit anderen Zellorganellen oder der Zellmembran verschmelzen. Auf der konvexen (cis-) Seite werden Vesikel aus dem endoplasmatischen Retikulum aufgenommen.

 

Phagosomen sind Organellen in Makrophagen.]

 

-> Siehe auch: Glossar – Zellorganellen; de.wikipedia.org/wiki/Makrophage etc.

 

Endosom

Ist ein per Endozytose* in die Zelle aufgenommenes Partikel.

Es verbindet sich in der Zelle mit einem ‚primären’ Lysosom.

 

* Endozytose = Aufnahme von Makromolekülen oder Partikeln in die Zelle - in gelöster oder fester Form (Pinozytose, Phagozytose) - durch ‚aktiven Transport

(... Vesikulationsvorgang der Zellmembran).

 

-> Siehe auch: Glossar – Zellorganellen (Mechanismen der transmembranen Stoffbewegungen etc.))

 

 

 

Der Transferrin-Rezeptor ist ein Glykoprotein und reguliert die Aufnahme von „extrazellulärem Transferrin-gebundenem Eisen in die Zelle“.

 

Vorkommen:

Auf der Oberfläche sämtlicher Körperzellen, v. a. der Zellen der Erythropoese - mit Ausnahme der Erythrozyten.

Im Plasma als löslicher Transferrin-Rezeptor (sTfR).

[Pschyrembel]

 

-> Siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Transferrin, Transferrin-Rezeptor_2

(Stichworte: Mitochondrien, dopaminerge Neurone in der Substantia nigra, Peripheral Blood Mononuclear Cells

[z. B. Monozyten, Lymphozyten], Zytosol etc.)

.

.

 

Erythropoese

Erytrozytopoese

Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen:

Stimuliert wird die Bildung und Entwicklung durch Erythropoetin, das u. a. bei Gewebehypoxie (= Sauerstoffmangel im Gewebe) ausgeschüttet wird.

 

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen im Knochenmark aus einer Stammzelle, dem Hämozytoblasten.

Weitere Entwicklung:

Proerythroblast -> Erythroblast -> Normoblast -> stößt seinen Kern ab, tritt über ins Blut und wird zum sog. ‚reifen Erythrozyten’.

 

Als Retikulozyten bezeichnet man ‚junge Erythrozyten’ in der Entwicklungsphase zwischen ‚Normoblast’ und ‚reif’; vermutlich verlassen alle neu gebildeten roten Blutkörperchen als Retikulozyten das Knochenmark. Retikulozyten haben eine netzartige Struktur, die sich nach einigen Tagen verliert. Ab diesem Zeitpunkt gilt ein Erythrozyt als fertig, ‚reif’.

 

Zum Nachdenken ...

In den kernlosen Retikulozyten findet noch eine geringe Hämoglobinbildung statt. Dazu erforderliche Zellorganellen sind u. a. Mitochondrien, Ribosomen und Reste des endoplasmatischen Retikulums (ER).

 

-> Siehe auch: Glossar - Zellorganellen

 

Erythropoetin

Wird zu 90 % in der Niere gebildet.

Es kontrolliert - zusammen mit CSF - die Differenzierung der hämatopoetischen (= ‚blutbildenden’) Stammzellen des Knochenmarks.

 

CSF

Colony stimulating factor; koloniestimulierender Faktor:

Wird von verschiedenen Zellen gebildet - v. a. von Makrophagen,

T-Lymphozyten und Fibroblasten.

 

 

 

-> Siehe auch: Glossar – Bilirubin, Bindegewebe etc.

 

 

ÜBERSICHT:

Gewebetypische Makrophagen

.

.

Bezeichnung

Vorkommen

 

 

Histiozyten

Lockeres Bindegewebe;

oft als Adventitialzellen

(= Perizyten*) kleinerer Blutgefäße

 

* Äußere Schicht von Blutkapillaren und Venulen

(= kleinste venöse Gefäße); sie enthalten kontraktile Filamente und sind an der Neubildung von Blutkapillaren beteiligt.

 

-> Siehe auch: Glossar – Zellorganellen

 

Ruhende Wanderzellen.

Kupffer-Sternzellen

Leber

In den Lebersinusoiden.

Sie ‚phagozytieren’ körpereigene und –fremde Substanzen aus dem Pfortaderblut*.

 

* Die Pfortader sammelt das gesamte aus der Bauchhöhle zurückfließende venöse Blut.

 

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Terminale Zucker

 

Alveolarmakrophagen

Lunge

Wandernde Makrophagen in der Lichtung der Alveolen (= Lungenbläschen).

Sie verlassen die Lunge über die Atemwege oder die Lymphbahnen oder sie verbleiben im Lungengewebe.

 

Sie entfernen Staubpartikel, Keime und Zellen (z. B. Erythrozyten) aus der Lunge.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. Lymphe

 

Pleura-, Peritoneal-

Makrophagen

Seröse Höhlen

Pleura = sog. ‚Brustfell’.

Peritoneum = sog. ‚Bauchfell’.

 

Deckzellen

Synovialis

(= Innenschicht der Gelenkkapsel)

Deckzellen = Epithelzellen an der Oberfläche seröser Häute; sie können sich in Fibrozyten

(= inaktive Form der Fibroblasten) umwandeln.

 

Die Synovialis ist aus lockerem, zellreichem Bindegewebe aufgebaut und ... reich an Blutgefäßen, sensiblen Nerven und freien Bindegewebezellen.

Sie produziert und resorbiert die sog. ‚Gelenkschmiere’ (= Synovia).

 

-> Siehe auch: Glossar – Bindegewebe; Zellorganellen (Hyaluronsäure etc.)

 

Osteoklasten

Knochen

Eosinophile*, vielkernige Zellen.

Sie bauen Knochensubstanz ab.

 

* ... mit Affinität zu (sauren) Eosinfarbstoffen.

 

-> Siehe auch: Mineralstoffe - Calcium

 

Mikrogliazellen

(syn. Hortega-Glia;

Hortega-Zellen)

 

Zentrales Nervensystem

Kleine spindelförmige Zellformen der Neuroglia (= Hüll- und Stützgewebe des Nervensytems) - mit kurzen Fortsätzen. Man nennt sie auch ‚Gehirnmakrophagen’.

 

Aufgaben:

- Phagozytose (Erregerabwehr im ZNS)

- Entzündungsabwehr

 

-> Siehe auch: Nervensystem

 

Freie und sessile

(= festsitzende, unbewegliche) Makrophagen

 

Lymphknoten

 

Langerhans-Zellen

Epidermis und Mundschleimhaut

Sie liegen v. a. im tiefen Stratum spinosum (sog. ‚Stachelzellenschicht) der Epidermis

(= äußere Schicht der Haut) und in der Leber.

Sie sind u. a. beteiligt an der Antigenpräsentation bei ‚epikutaner Sensibilisierung mit IL-1-Produktion’*.

 

* IL = Interleukine.

IL-1 wird von vielen Zellarten gebildet, v. a. von Makrophagen. IL-1 beeinflusst u. a. über Wachstumsfaktoren die Blutbildung, wirkt als endogenes Pyrogen* und setzt die Prostaglandinfreisetzung* in Gang.

 

* Pyrogene sind fiebererzeugende Stoffe.

 

* Prostaglandine haben vielfältige Wirkungen, u. a. auf Katecholamine (z. B. Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin), glatte Muskulatur, Blutdruck und Lipolyse; sie spielen eine Rolle bei der Entstehung von Fieber, Schmerzen und Entzündungen. Glukokortikoide (sog. ‚Stresshormone’) wirken antagonistisch (‚gegensätzlich’).

 

„Prostaglandinrezeptoren gehören zu der Gruppe der G-Protein-gekoppelten Membranrezeptoren. ... Prostaglandine modulieren Second-Messenger-Systeme.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

de.wikipedia.org/wiki/Prostaglandine]

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Ein Anfang; Die Stressreaktion; Essen & Co. – Fette, Lymphe etc.; Glossar – ATP, cAMP/cGMP etc.

 

- S. u.: ANHANG – Interleukine -

 

 

 

 

Lymphozyten

  • Ca. 1/3 der Leukozyten.
  • Sie haben einen bläulich anfärbbaren runden Kern.
  • Ca. 4 % befinden sich im Blut, 70 % in den Organen des lymphatischen Systems*, 10 % im Knochenmark, der Rest in anderen Organen.

 

* Zum lymphatischen System gehören: Knochenmark, Thymus, lymphatisches Darmgewebe (Peyer-Plaques), Lymphgefäße, Lymphknoten, Milz, Tonsillen, Adenoide (lymphatischer Rachenring), MALT = mucosa associated lymphoid tissue, SALT = skin associated lymphoid tissue.

 

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Lymphatisches System

 

Man unterscheidet:

T-Lymphozyten, die im Thymus geprägt werden.

B-Lymphozyten, die u. a. im Knochenmark geprägt werden.

 

Aufgabe:

Spezifische Abwehr und Produktion spezialisierter Antikörper in den Plasmazellen*.

 

* Plasmazellen gehen aus B-Lymphozyten hervor. Sie sind die Hauptproduzenten der Immunglobuline.

Ihr Zytoplasma (= Zellplasma) ist reich an endoplasmatischem Retikulum und Ribosomen, und sie haben einen gut entwickelten Golgi-Apparat.

 

-> Siehe auch: Glossar - Zellorganellen

 

T-Lymphozyten werden weiter unterteilt in:

T-Helferzellen (T4-Zellen)

T-Supressorzellen (T8-Zellen)

 

 

Granulozyten

Man unterscheidet: Neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

.

.

 

Neutrophile Granulozyten

 

Eosinophile Granulozyten

Basophile Granulozyten

(sog. Blutmastzellen)

 

Reifen im Knochenmark.

Bleiben für etwa 6 – 8 Stunden im Blut und wandern dann ins Gewebe aus – v. a. in die Schleimhäute.

 

 

Zu einer Vermehrung kommt es oft bei Parasitenbefall und bei allergischen Reaktionen (z. B. Asthma bronchiale, Nesselsucht).

Und z. B. nach Insektenstichen und –bissen, bei bestimmten Hauterkrankungen (z. B. einem Ekzem), bei einem Mangel an Hormonen der Nebennierenrinde (NNR) und bei beginnender Heilung von Infektionen (s. u.).

 

Zur Erinnerung ...

In der Nebennierenrinde (NNR) werden über 40 verschiedene Steroide gebildet:

Sexualhormone

Glukokortikoide

Mineralokortikoide

 

-> Siehe auch: Hormone & Co.; Zum Nachdenken – Hypogonadismus (Addison-Krankheit etc.)

 

Sie enthalten Heparin- und Histaminverbindungen.

Sie verlassen die Blutbahn und verbleiben im interstitiellen Raum (= ‚Zwischenzellraum’) als Mastzellen (auch sog. Blutmastzellen).

 

Zur Erinnerung ...

Heparin ist ein Gerinnungshemmer; besteht aus: D-Glukuronsäure, D-Glukosamin und Schwefelsäure.

Vorkommen in basophilen Granulozyten v. a. in Lunge, Darm, Thymus und Milz.

 

-> Siehe auch: Glossar – ATP, Zellorganellen

 

Histamin ist biogenes Amin der (im Säuglingsalter essentiellen) Aminosäure Histidin, ist Gewebehormon, Neurotransmitter.

Vorkommen v. a. in (Gewebe-) Mastzellen und basophilen Granulozyten, in Thrombozyten

(= Blutplättchen) und Keratinozyten (= Zellen der Oberhaut) und in Neuronen des hinteren Hypothalamus.

 

-> Siehe auch: Hypothalamus

 

Aufgabe:

Phagozytose von Bakterien und evtl. auch von abgestorbenen körpereigenen Zellen.

 

Nach Phagozytose sterben sie ab, und es entsteht Eiter (= Gemisch aus Granulozytenresten und anderen Gewebetrümmern).

 

[Eiter bildet sich v. a. bei bakteriellen Entzündungen.]

 

Aufgabe:

Phagozytose von Immunkomplexen

(v. a. IgE-Komplexe)

 

Zur Erinnerung ...

IgE-Antikörper werden auf der Membranoberfläche von basophilen Granulozyten und Mastzellen von IgE-Rezeptoren gebunden; es kommt zur Freisetzung von Mediatoren

(z. B. Histamin, Serotonin) und damit v. a. zu Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (Typ I).

Und sie sind beteiligt bei der Abwehr von Parasiten.

 

-> Siehe auch: Glossar – Bindegewebe (Mastzellen, Histamin, Serotonin etc.)

 

Aufgabe:

Sie vermitteln - zusammen mit den eosinophilen Granulozyten - allergische Reaktionen vom Soforttyp.

Anteil: Über 90 %.

2 – 4 %.

 

Bis 1 %.

 

 

Siehe auch:

Hypothalamus und Nebenniere

Essen & Co.

Hormone & Co.

 

 

Bei infektiösen Erkrankungen kommt es i. d. R. zu typisch ablaufenden Veränderungen:

 

0. – 4. Tag

Neutrophile Kampfphase mit:

Vermehrung der neutrophilen Granulozyten

Vermehrung von stabkernigen* und jungen Granulozyten (sog. ‚Linksverschiebung’)

Verminderung der eosinophilen Granulozyten

Verminderung der Lymphozyten

 

* Stabkernige neutrophile Granulozyten haben einen noch nicht vollständig ausgebildeten stabförmigen Kern – ein ausgebildeter Kern ist segmentkernig. Wenn vermehrt stabkernige neutrophile Granulozyten im Blut vorkommen, so spricht man von einer ‚Linksverschiebung’, die oft das Zeichen für einen akuten Infekt und ein Zeichen dafür ist, dass der Körper vermehrt neue Granulozyten bildet, um die körpereigene Abwehr zu verstärken.

 

4. – 7. Tag

Monozytäre Abwehr- oder Überwindungsphase mit:

Vermehrung der Monozyten (i. d. R. Zeichen für ‚Heilung’)

 

Ab 7. Tag

Lymphozytär-eosinophile Heilphase mit:

Vermehrung von Lymphozyten im peripheren Blut

Vermehrung von eosinophilen Granulozyten im Blut

Rückgang der Leukozyten und der ‚Linksverschiebung’

 

 

ANHANG:

 

Interleukine

 

Interleukine werden von Leukozyten abgesondert. Im ‚Pschyrembel’ werden IL-1 bis IL-18 aufgezählt.

Hier eine kleine Auswahl - IL-1 bis IL-6:

.

.

IL-1

Wird von vielen Zellen gebildet, v. a. von Makrophagen (s. o.).

 

IL-1 hat u. a. folgende Funktionen:

Stimuliert T-Lymphozyten zur Bildung von IL-2 und T-Helferzellen

(-> aktivieren Fress- und ‚Killerzellen’).

Beeinflusst über Wachstumsfaktoren die Blutbildung.

Wirkt als endogenes (= im Körper selbst entstandenes) Pyrogen

(= fiebererzeugender Stoff).

Leitet die Prostaglandinfreisetzung ein (s. o.).

 

Zur Erinnerung ...

Wachstumsfaktoren gehören zu den Tyrosinkinase-Rezeptoren.

 

-> Siehe auch: Hormone & Co. – Hormonrezeptoren; ... und mehr – Disseminiert; de.wikipedia.org/wiki/Rezeptor-Tyrosinkinase etc.; Glossar – ATP (Kinasen etc.)

 

IL-2

Frühere Bezeichnung: TCGF

 

Wird von aktivierten T-Helferzellen produziert.

Aktiviert T- und B-Lympozyten und natürliche Killerzellen.

 

IL-3

Fördert Wachstum und Differenzierung von Zellen der Hämatopoese

(= Blutbildung).

Wirkt u. a. auf Stammzellen im Knochenmark.

 

IL-4

Wird von T-Lymphozyten gebildet.

Stimuliert über einen spezifischen, hochaffinen Rezeptor* die IgG- und IgE-Eigensynthese.

 

* Rezeptor auf Gehirn-, Muskel- und Lebergewebe, Fibroblasten, Lymphozyten, Makrophagen und Melanomzellen.

 

Zur Erinnerung ...

IgG: Größte Gruppe (ca. 80 %) der Immunglobuline; wird gebildet in der späten Phase einer Erstinfektion und v. a. bei einer erneuten Infektion mit demselben Erreger; sie aktivieren das KOMPLEMENTSYSTEM. Sie sind - als einzige der Immunglobuline - PLAZENTAGÄNGIG,

d. h., sie können in das fetale Blut übertreten.

 

IgE: Kommen im Serum nur in Spuren vor; sie können an Mastzellen binden und sind v. a. wichtig bei der Abwehr von Parasiten (z. B. von Würmern und Protozoen) und bei Allergien.

 

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Blutgruppen (Immunglobuline etc.)

 

Il-5

Stimuliert:

Die Immunglobulinproduktion durch aktivierte Lympozyten.

Die Expression (‚Herauspressen’) von IL-2-Rezeptoren auf B-Zellen (B-Lymphozyten).

Die Bildung der Granulozyten (Granulozytopoese; ‚neutrophile Kampfphase’).

 

IL-6

Wird gebildet v. a. von T-Zellen (T-Lymphozyten), aber auch von Monozyten und Hepatozyten (Leberzellen).

Leitet die Bildung von Akute-Phase-Proteinen ein.

Beeinflusst die Aktivierung von B-Zellen (B-Lymphozyten) und die Blutbildung.

 

Akute-Phase-Proteine werden hpts. in der Leber gebildet und sind i. R. der ‚Akute-Phase-Reaktion’ – vorübergehend – erhöht.

 

Sog. ‚Negativ-Akute-Phase-Proteine’ hingegen sind während der ‚Akute-Phase-Reaktion’ – vorübergehend – vermindert. Zu diesen gehören:

Albumin (transportiert wasserunlösliche Stoffe)

Präalbumin (transportiert Thyroxin [Schilddrüsenhormon T4] im Serum)

Transferrin (transportiert freies Eisen im Serum; s. o.)

HDL (transportiert Cholesterin aus peripheren Zellen in die Leber)

LDL (transportiert Cholesterin – v. a. in veresterter Form – in periphere Zellen)

 

Als ‚Akute-Phase-Reaktion’ bezeichnet man komplexe Allgemeinreaktionen, die durch Gewebeschädigungen, Infektionen oder Entzündungen ausgelöst werden.

Dazu gehört auch das sog. ‚Postaggressionssyndrom’ mit Stoffwechselveränderungen als ‚Stressreaktion’ nach einem – körperlichen – Trauma. Reaktionen sind z. B.:

Fieber, hohe Kaliumausscheidung, Durchblutungsstörungen, Organfunktionsstörungen etc.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Albumin, Liquor, Ergänzungen etc.; Mineralstoffe (Kalium); Glossar – Zellorganellen (Betaoxidation und Carnitin etc.)

 

 

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’, ‚Naturheilpraxis heute’

 

 

Siehe auch:

Zum Nachdenken  – Zeroidlipofuszinose (NCL)

 

 

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