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Übersicht

GABA, Bauchspeicheldrüse, Somatostatin und

STH, TSH, ACTH, Insulin, Glucagon, Gastrin, Cholezystokinin ...

 

 

 

GABA und die Bauchspeicheldrüse ...

  • „Die Alphazellen [A-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse] verfügen über einen ionotropen GABAA-Rezeptor (= ligandengesteuerter Cl-Kanal, s. o.).“
  •  GABA hat auf die Betazelle [B-Zellen] keinen rezeptorvermittelten Effekt; die Somatostatinsekretion der Deltazelle wird ebenfalls inhibiert.“

 

GHB: „Auch eine Bindung an GABAB-, nicht aber an GABAA-Rezeptoren wurde nachgewiesen.“ ...

 

Exkurs ...

 

Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) – sog. ‚Inselorgan’ mit endokriner Pankreasfunktion:

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Hormon

 

Wirkt steigernd auf ...

Wirkt hemmend auf ...

A-Zellen

Anteil 15 – 20 %

Glucagon

Glykogenolyse

Glukoneogenese

(Leber)

Glukoseoxidation

Exokrine Pankreasfunktion

B-Zellen

Anteil 60 – 80 %

Insulin

Glukoseoxidation

Exokrine Pankreasfunktion

D-Zellen

Anteil 5 – 15 %

Somatostatin

 

Magen-Darm-Trakt und die Freisetzung von Hormonen (Glucagon, Insulin, PP)

PP

Anteil weniger

als 2 %

(v. a. im Pankreaskopf-Bereich)

Pankreatisches Polypeptid

 

Exokrine Pankreasfunktion und Gallefluss

 

 

Die exokrine (= sekretorische) Pankreasfunktion umfasst die Produktion von Verdauungssaft (v. a. Wasser, Bicarbonat, Verdauungsenzyme), nerval gesteuert durch Nervus vagus (X. Hirnnerv) und Sympathikus, und hormonell über den Blutweg durch Secretin.

[Quelle: Pschyrembel 2007]

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Secretin; Hirnnerven, Nervensystem; Hypophyse; Glossar – ATP, Makrophagen, Puffersysteme

 

Zur Erinnerung ...

Somatostatin (syn. SIH = somatotropin release inhibiting hormone, GHRIH = growth hormone release inhibiting hormone, Folliberin):

  • Wird aus dem Hypothalamus und aus den D-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) freigesetzt.
  • Es hemmt die Ausschüttung von STH, TSH, ACTH, Insulin, Glucagon, Gastrin und Cholezystokinin.

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STH

(Somatotropes Hormon;

Somatotropin;

Wachstumshormon)

Peptidhormon aus 190 Aminosäureresten, 2 Disulfidbrücken.

Es wird im Hypophysenvorderlappen (HVL) gebildet.

Die Bildung und Ausschüttung werden reguliert durch:

  • SRH (Somatoliberin) aus dem Hypothalamus
  • Somatostatin aus dem Hypothalamus und den D-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (s. o.)

STH wird verstärkt freigesetzt bei:

Hypoglykämie (‚Unterzuckerung’), erhöhtem Aminosäure- und Glucagonspiegel und im Schlaf* [Pschyrembel 2007].

Vermindert wird die Freisetzung durch Glukose und Cortisol (sog. ‚Stresshormon’).

 

* Anm.: Lt. Pschyrembel 1994 Verminderung der Freisetzung im Schlaf. (?)

 

Wichtige Wirkungen sind u. a.:

  • Steigerung der Bildung und Sekretion von IGF-I und IGFBP-3 in der Leber (insulin-like growth factor und insulin-like growth factor binding protein 3)
  • Ausschüttung von Glucagon
  • Steigerung der Glukoneogenese*  in der Leber
  • Anregung der Proteinbiosynthese
  • Hemmung der Lipidsynthese

* Glukoneogenese = Neusynthese von Glukose aus Nicht-Kohlenhydratvorstufen in der Leber und in der Niere.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Fette, Kohlenhydrate etc.; Hypothalamus und Hypophyse etc.; Hormone & Co.; Glossar – Bindegewebe, Makrophagen etc.

 

TSH

(Thyroidea stimulierendes Hormon)

 

Wird aus den basophilen Betazellen des Hypophysenlappens abgesondert. Die Ausschüttung wird reguliert durch ‚negative Rückkopplung’ mit ‚T3’ (Triiodthyronin) und TRH aus dem Hypothalamus.

 

Zur Erinnerung ...

T3’ entsteht zu 80 % außerhalb der Schilddrüse durch Deiodierung von ‚T4’ (Thyroxin).

Die Aminosäure Tyrosin ist Vorstufe der Biosynthese von DOPA, Dopamin, Adrenalin, Thyroxin und der Melanine.

Tyrosin entsteht durch Hydroxylierung von Phenylalanin.

 

Wichtige Enzyme:

  • Tyrosinase (Phenoloxidase mit Cu2+ als Cofaktor) oxidiert Tyrosin zu DOPA
  • Tyrosinhydroxylase (Fe2+-abhängig und mit Tetrahydrobiopterin und Sauerstoff) hydroxyliert Tyrosin zu DOPA

-> Siehe auch: Essen & Co. – Phenylalanin; ... und mehr: Disseminiert; Wunderwerk Gehirn – Substantia nigra etc.

 

ACTH

(Corticotropin;

Adrenocorticotropes Hormon)

Es besteht aus 39 Aminosäuren, wirkt auf die Nebennierenrinde (NNR) und unterliegt einem ‚zirkadianen Rhythmus’ mit höchsten Werten am Morgen.

 

Synthese:

Im Hypophysenvorderlappen (HVL)

 

Reguliert wird die Ausschüttung durch CRH (Corticotropin-releasing-Hormon) aus dem Hypothalamus; CRH besteht aus 41 Aminosäuren und stimuliert auch die Freisetzung von β-Endorphin.

 

ACTH fördert die Synthese v. a. der Glukokortikoide (sog. ‚Stresshormone’) in der Nebennierenrinde, indem es die Adenylylcyclase (syn. Adenylatcyclase) stimuliert, es steigert den ‚Fettabbau’ und führt indirekt zu einer vermehrten Ausschüttung von Insulin.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Fettstoffwechsel, Ergänzungen (Endorphine); ... und mehr: Disseminiert; Glossar – ATP (Adenylatcyclase etc.)

 

Zum Nachdenken ...

„A number of preclinical studies suggest that early life stress induces long-lived hyper(re)activity of corticotropin-releasing factor (CRF) systems as well as alterations in other neurotransmitter systems, resulting in increased stress responsiveness. Many of the findings from these preclinical studies are comparable to findings in adult patients with mood and anxiety disorders.

[Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11430844]

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Ein Anfang

 

Insulin und Glucagon

Insulin wird in den B-Zellen der Langerhans-Inseln gebildet.

Es wirkt u. a. blutzuckersenkend und aktiviert z. B. im Muskel- und Fettgewebe den Glukose- und Kaliumtransport und die Glykogensynthese.

 

Glucagon wird in den A-Zellen der Langerhans-Inseln gebildet.

Es fördert u. a. die Glykogenolyse und die Glukoneogenese in der Leber und führt damit zu einer Erhöhung des Blutzuckers und wirkt ‚positiv chronotrop’, d. h., es erhöht die Herzfrequenz.

 

Zur Erinnerung ...

Glykogen ist die ‚Kurzzeitspeicherform’ der Glukose bei einem ‚Überangebot’ (Speicherfähigkeit ca. 150 g in der Leber, ca. 300 g in den Muskeln).

Der Abbau von Glykogen – i. R. der Glykogenolyse – wird stimuliert:

In der Leber und im Muskel durch Adrenalin.

In der Leber durch Glucagon.

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Kohlenhydrate etc.; Mineralstoffe (Kalium)

 

Gastrin und Cholezystokinin

Gastrin steigert die Magenbeweglichkeit und stimuliert die Bildung von Salzsäure und Verdauungsenzymen.

 

Cholezystokinin wirkt auf die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und auf die Gallenblasenmuskulatur.

 

-> Siehe auch: Hormone & Co. – Peptid- oder Proteohormone

 

  • Bisher bekannt sind 5 Somatostatin-Rezeptortypen; diese sind G-Protein-gekoppelt und aktivieren vorwiegend die Adenylatcyclase.

-> Siehe auch: Glossar - GHB (Dopamin etc.)

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Adenylatcyclase

(Adenylylcyclase)

Die Adenylatcyclase ist ein Enzym, das durch ... G-Proteine reguliert wird und ATP in cAMP überführt.

 

Die Adenylatcyclase ist wichtig für:

Die Weiterleitung von Geruchsreizen.

Die Wirkung von Hormonen (z. B. Glucagon und Adrenalin).

Die Wirkung von Neurotransmittern (z. B. Serotonin).

 

Zur Erinnerung ...

Die Dopaminrezeptoren D1 und D5 (sog. 'D1-Gruppe') stimulieren die Adenylatcyclase; die Rezeptoren D2, D3 und D4 (sog. 'D2-Gruppe') hemmen sie.

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. - Dopaminsysteme und Dopaminrezeptoren; Hormone & Co. – Hormonrezeptoren; Glossar – ATP bzw. cAMP/cGMP, Second messenger etc.

 

 

 

 „Ein altes Konzept besagt, dass Glucose die Glucagonsekretion hemmt. Ein hierbei relevantes Prinzip ist, dass durch Glucose die Anzahl der GABAA-Rezeptoren auf der Alphazelle erhöht wird. GABA ist in hoher Konzentration (konstitutionell) vorhanden. Etwa 30 % des Glucoseeffektes lassen sich somit über GABA erklären.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/%CE%93-Aminobuttersäure (GABA)]

 

Anmerkung - Definition ‚Alphazelle’:

  1. A-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse; s. o.
  2. Veraltete Bezeichnung für die azidophilen Zellen des Hypophysenvorderlappens.

 

Zur Erinnerung: Zellen des HVL ...

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Azidophile Zellen

Betabasophile Zellen

 

Deltabasophile Zellen

Chromophobe Zellen

STH- bzw. Prolaktinproduktion

TSH-Produktion

(TSH = Thyroidea stimulierendes Hormon)

 

Gonadotropin-produktion*

 

 

 

„ACTH wird wahrscheinlich in den basophilen Zellen produziert.“ [Pschyrembel]

 

* Gonadotropine sind nicht geschlechtsspezifische Proteohormone (Glykoproteine), die stimulierend auf die Keimdrüsen wirken. Sie werden im Hypophysenvorderlappen (HVL) und in der Plazenta gebildet. Es sind: FSH, LH, Prolaktin, HCG, HMG.

 

Das Hypothalamus-Hypophysen-System wird gesteuert durch GnRH (= gonadotropin releasing hormone aus dem Hypothalamus):

  • Es ist ein „Dekapeptid mit Pyroglutaminsäure am N-terminalen Ende“ und wird in das Pfortadersystem der Hypophyse abgegeben.
  • Als Neurotransmitter stimuliert es die Synthese und Freisetzung von LH und FSH aus dem HVL.

 

Pyroglutaminsäure

Pyroglutaminsäure ist ein Derivat der Glutaminsäure.

-> Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Pyroglutaminsäure

 

Pfortadersystem der Hypophyse

Der HVL (= 'Adenohypophyse') ist über spezielle Gefäße - sog. 'PFORTADERGEFÄSSE' ('Venae portales hypophysiales') mit dem Zwischenhirn verbunden. Diese 'Venae portales hypophysiales' sind Venenverbindungen zwischen den Kapillarnetzen des HVL und dem 'Sinus cavernosus', einem venösen Blutleiter. Er gehört zu den sog. 'Hirnsinus', genauer zu den 'Sinus durae matris'.

-> Siehe auch: Wunderwerk Gehirn – Hirnsinus etc.

 

FSH, LH, Prolaktin

-> Siehe: Glossar – Hormone des HVL

 

HCG = Humanes Choriongonadotropin

Wirkt u. a. auf die Schilddrüse (Thyroidea),  stimuliert zu Beginn der Schwangerschaft die Progesteronausschüttung des Gelbkörpers (= Corpus luteum), bis diese Funktion von der Plazenta übernommen wird. Es stimuliert die Leydig-Zwischenzellen des fetalen Hodens und die Regulation der Testosteronproduktion und aktiviert die fetale Nebennierenrinde (NNR).

HCG ist ein Hormon der Plazenta (= ‚Mutterkuchen’).

 

-> Siehe auch: Zum Nachdenken – Hypogonadismus, Prolaktin

 

HMG

Humanes Menopausengonadotropin.

 

Siehe auch:

Dopamin & Co.; Hormone & Co.; Hypothalamus, Area preoptica, Hypophyse, Nebenniere; Glossar - Antioxidative Enzyme; Zum Nachdenken – Blutgruppen, Terminale Zucker etc.

 

 

 

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