Gedankensplitter

 

Neuroleptika, Psychosen und Neurosen ...

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ÜBERSICHT

Neuroleptika

Drei Beispiele ...

 

DEFINITIONEN:

Psychose

Einteilung der Psychosen (organische, nichtorganische Psychose)

Positiv- und Negativsymptome

Leitsymptome der Schizophrenie nach Eugen Bleuler

Ursachen einer Psychose

Neurose

Einteilung der Neurosen

-> Siehe: Gedankensplitter - Psychosen (... und Neurosen)

Katatonie

-> Siehe: Gedankensplitter - Katatonie

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen - UAWs

-> Siehe: Gedankensplitter - UAWs

 

- S. dazu auch: Diskussionsseite -

 

 

 

NEUROLEPTIKA:

Dopamin-, Histamin- und Serotonin-Antagonisten ...

 

Am Anfang gab es die ‚typischen Neuroleptika’, die nach und nach ‚weiterentwickelt’ wurden zu den sog. ‚atypischen Neuroleptika’.

 

Drei Beispiele - zum Nachdenken ...

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Wirkung

Halbwertzeit

HWZ*

 

Metabolite

Beispiel 1:

Typisches

Neuroleptikum

 

Spezifischer Dopamin-Antagonist; wirkt bes. auf D2-Rezeptoren.

13 – 30 Std.

 

 

?

Beispiel 2:

Atypisches

Neuroleptikum

Potenter 5-HT2- (Serotonin-Antagonist) mit gleichzeitiger Affinität zu:

Dopamin-D2-Rezeptoren

Histamin-H1-Rezeptoren

Alphaadrenergen Rezeptoren

 

 3 Std.

Metabolite:

24

[Rote Liste 1997]

Beispiel 3:

Atypisches

Neuroleptikum

Selektiver monoaminerger Antagonist mit hoher Affinität zu:

Serotonin (5-HT-2)

Dopamin-D2

Alpha-1- und 2-Rezeptor

Histamin H1

 

Wirkt auch auf andere Rezeptoren:

Die antagonistische Wirkung auf muscarinerge m1-5-Rezeptoren erklärt die anticholinergen Effekte.

 

Wirkt auch als Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-hemmer.

 

 7 Std.

Metabolite

sind weitgehend inaktiv.

[Wikipedia]

 

[Quelle (Enzyme, Rezeptoren, Erklärungen): www.drugbank.ca]

 

* Die biologische Halbwertzeit (HWZ) gibt an, nach welcher Zeit sich eine Substanz, die dem Körper einverleibt (inkorporiert) wurde, auf die Hälfte vermindert hat – entweder durch Stoffwechselvorgänge und/oder durch Ausscheidung über den Darm, die Nieren, den Schweiß oder die Atmung.

 

Zur Erinnerung - ANMERKUNGEN ...

 

Monoamine sind z. B. Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.

-> Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Monoamine

 

Muscarinerge Rezeptoren:

  • Der m1-Subtyp erhöht die Konzentration von Inositol-1,4,5-trisphosphat und Diacylglycerol.
  • Der m2-Subtyp hemmt die Adenylatcyclase.

[Inositoltrisphosphat (myo-Inositol-1,4,5-trisphosphat) wird nach der Bindung an den Rezeptor aus Phosphatiden (Phosphatidylinositol-4,5-biphosphat) der Zellmembran frei und erhöht die intrazelluläre Ca2+-Konzentration. Insositoltrisphosphat ist ‚second messenger’ vieler hydrophiler Hormone.

Diacylglycerol ist mit 2 Fettsäuren verestertes Glycerol (Glyzerin); es aktiviert als ‚second messenger’ die Proteinkinase C (PKC = Familie von Proteinkinasen mit mind. 12 verschiedenen Untergruppen, die Zellteilung und –proliferation [Wucherung] regulieren).

-> Siehe dazu: Essen & Co. – Acetylcholin, Triglyzeride (Proteinkinase C etc.); Gedankensplitter – Bulbus olfactorius etc.

 

Cholinerg = auf die Wirkung des Acetylcholins bezogen.

-> Siehe dazu: Zum Nachdenken - Cholin (Methionin - Glycin – Threonin)

 

 

Enzyme und Rezeptoren, auf die diese Neuroleptika jeweils wirken bzw. mit denen sie ‚arbeiten’:

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Enzym oder Rezeptor

Typisch 

Beispiel 1

Atypisch

Beispiel 2

 

Atypisch

Beispiel 3

 

Cytochrome P450 1A2

(Cytochrome P450 2D6*)

Cytochrome sind Enzyme der Atmungskette (Hämoproteine der inneren Mitochondrienmembran).

Sie übertragen Elektronen auf Sauerstoff.

 

 

Cytochrome

P450 3 A4

 

 

 

Alpha-1A-Rezeptor (Alpha-1C-Rezeptor)

Dieser Rezeptor vermittelt – mit G-Proteinen die Aktivierung eines Phophatidylinositol-Calcium-Second-messenger-Systems.

 

 

Alpha-1B-Rezeptor

Wie Alpha-1A.

 

 

 

Beta-1-Rezeptor

Der Rezeptor bindet Adrenalin und Noradrenalin – etwa zu gleichen Teilen.

Beta-Rezeptoren aktivieren die Adenylatcyclase, vermittelt durch ein G-Protein.

 

 

Dopamin-Rezeptor D(1A)

Wird vermittelt durch G-Proteine, die die Adenylatcyclase aktivieren.

 

 

 

Dopamin-Rezeptor D(2)

Wird vermittelt durch G-Proteine, die die Adenylatcyclase hemmen.

 

Dopamin-Rezeptor D(3)

Wird vermittelt durch G-Proteine, die die Adenylatcyclase hemmen.

 

 

 

Dopamin-Rezeptor D(4) [D(2C)]

Dieser Rezeptor kontrolliert  Zell-Zyklus, Zellteilung und Chromosomen-Reifungsteilung? (chromosome partitioning).

Wird vermittelt durch G-Proteine, die die Adenylatcyclase hemmen.

 

 

 

Glutamat-Rezeptor NMDA 2B

NMDA-Rezeptor:

Ionenkanal mit hoher Calciumdurchlässigkeit und spannungsabhängiger Magnesium-Sensitivität.

Vermittler ist: Glycin

 

 

 

Histamin-Rezeptor H1

Dieser Rezeptor ist involviert in eine Rhodopsin-ähnliche Rezeptor-Aktivität und vermittelt:

  • Kontraktion der glatten Muskulatur (Darm, Gebärmutter, Bronchien, große und kleine Gefäße)
  • Erhöhung der Kapillardurchlässigkeit (Kontraktion der Venolen) und der Katecholaminfreisetzung aus der Nebenniere
  • Neurotransmitterübertragung im ZNS

 

Serotonin-Rezeptor 1A

5-HT1A (G-21)

Dieser Rezeptor ist involviert in eine Rhodopsin-ähnliche Rezeptor-Aktivität.

Wird vermittelt durch G-Proteine, die die Adenylatcyclase hemmen.

 

 

 

Serotonin-Rezeptor 1D

(5-HT-1D)

Wie Serotonin-Rezeptor 1A.

 

 

 

Serotonin-Rezeptor 2A

(5-HT-2, 5-HT-2A)

Dieser Rezeptor ist involviert in eine Rhodopsin-ähnliche Rezeptor-Aktivität und vermittelt – mit G-Proteinen:

  • Die Aktivierung eines Phophatidylinositol-Calcium-second-messenger-Systems.
  • Kontraktion der glatten Muskulatur der Luftröhre (Trachea); Kontraktion der Bronchien.
  • Die Kontrolle der Aldosteron-Produktion.

 

Serotonin-Rezeptor 2C

(5-HT2C)

Dieser Rezeptor ist involviert in eine Rhodopsin-ähnliche Rezeptor-Aktivität und vermittelt – mit G-Proteinen:

Die Aktivierung eines Phophatidylinositol-Calcium-second-messenger-Systems.

 

 

 

Serotonin-Rezeptor 7

(5-HT-X, 5-HT-7)

Dieser Rezeptor ist involviert in eine Rhodopsin-ähnliche Rezeptor-Aktivität.

Wird vermittelt durch G-Proteine,

die die Adenylatcyclase stimulieren.

 

 

 

 

[Quelle: www.drugbank.ca]

 

Zur Erinnerung - ANMERKUNGEN ...

 

Adenylatcyclase (Adenylylcyclase)

Die Adenylatcyclase (Adenylylcyclase) ist ein membrangebundenes Enzym; es überführt ATP in cAMP.

ATP ist wichtigster Energielieferant der Zelle; cAMP ist ‚second messenger’ bei der Signalübertragung v. a. hydrophiler Hormone (z. B. ACTH, ADH, Adrenalin, MSH, Noradrenalin, TSH).

- S. a. u.: Dopamin, Dopamin-Rezeptoren -

 -> Siehe dazu: Glossar – ATP, cAMP/cGMP

 

Aldosteron

Aldosteron ist wichtigstes Mineralokortikoid der Nebennierenrinde (NNR).

Es reguliert im ‚Renin-Angiotensin-Aldosteron-System’ (RAAS) den Elektrolyt- und Wasserhaushalt und beeinflusst damit Blutvolumen und Blutdruck:

Durch Aldosteron wird in den distalen Nierenkanälchen vermehrt Natrium (Na+) rückresorbiert und die Wasserausscheidung vermindert. Kalium (K+) und Ammonium (NH4+) werden vermehrt ausgeschieden.

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Mengen- und Spurenelemente (Niere); Hormone & Co. – Steroidhormone, Hormonrezeptoren; Zum Nachdenken – Hyperammonämie, Schockformen

 

„Faktoren des RAAS mit z. T. noch unklarer biologischer Bedeutung kommen in verschiedenen extrarenalen Geweben* (Speicheldrüse, Arterienwand, Nebenniere, Uterus [Gebärmutter], Gehirn) vor.“ [Pschyrembel]

* Extrarenal = außerhalb der Niere (Ren = Niere).

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus ... und Nebenniere; Glossar – Drüsen etc.

 

Alpha-1-Rezeptoren

Alpha-1-Rezeptoren sind postsynaptische Rezeptoren und finden sich v. a. in glatter Muskulatur (z. B. von Gefäßen, Blase und Prostata). Second messenger (‚Signalverstärker’) ist Inositoltrisphosphat, welches die intrazelluläre Ca2+-Konzentration erhöht; frei wird es nach Bindung an den Rezeptor aus Phosphatiden der Zellmembran.

Phosphatidylinositol gehört zu den Glycerophospholipiden.

-> Siehe auch: Gedankensplitter – Bulbus olfactorius (ANHANG: Stickstoffmonoxid)

 

Beta-Rezeptoren

Beta-Rezeptoren vermitteln die Katecholamin-induzierte Aktivierung der Adenylatcyclase durch G-Proteine; sie übertragen Signale des sympathischen Nervensystems.

Nach Bindung von Isoprenalin, Adrenalin oder Noradrenalin an Beta-Rezeptoren wird cAMP gebildet.

Vorkommen der Beta-Rezeptoren:

U. a. in der Muskulatur von Gefäßen, Herz, Bronchien und im Magen-Darm-Trakt.

Vorkommen von Beta-1-Rezeptoren: V. a. Herz und Niere.

Sie erhöhen am Herzen die intrazelluläre Ca+-Konzentration und an der Niere die Freisetzung von Renin

(s. o.: Aldosteron).

-> Siehe auch: Nervensystem; Glossar – ATP, Grenzstrang (Truncus sympathikus)

 

Cytochrome/Zytochrome

Zytochrome sind Hämoproteine der inneren Mitochondrienmembran; sie transportieren in der Atmungskette Elektronen. Ihre prosthetische Gruppe ist Häm.

Cytochrom-P-450-Isoenzyme gehören zu den Monooxygenasen (= erste Hauptklasse der Enzyme). Sie katalysieren Oxidationsreaktionen. Die meisten davon sind für den Metabolismus von Fremdstoffen zuständig, manche sind an der Biosynthese von Steroidhormonen beteiligt.

-> Siehe dazu: Essen & Co. – Biosynthese der Prophyrine (Häm etc.); Fragen, Fragen, Fragen – Katalase; Glossar – ATP, Zellorganellen, Bilirubin (und enterohepatischer Kreislauf

 

Dopamin

Dopamin ist die biosynthetische Vorstufe von Noradrenalin, Adrenalin, Thyroxin (Schilddrüsenhormon ‚T4’) und der Melanine und hat wichtige Neurotransmitter-Funktionen. Es reguliert u. a. die Durchblutung der ‚Bauchorgane’, v. a. der Niere.

-> Siehe dazu: Dopamin & Co. – Dopaminhypothese, Dopaminsysteme;  Essen & Co. Phenylalanin/Tyrosin, Albumin, Kohlenhydrate etc.; Zum Nachdenken - Schockformen

 

Dopaminerge Nervenzellen

VORKOMMEN:

  • Bulbus olfactorius (‘Riechkolben’)
  • Calleja-Riechinseln (Insulae olfactoriae der Pars basalis des Telencephalons* (Olfactory tubercle Islets of Calleja DA cell)
  • Retina amacrine cell
  • Substantia nigra pars compacta dopaminergic cell
  • Ventral tegmental area dopamine neuron (ventrales Tegmentum*; Area ventralis tegmentalis [VTA])

[Quelle: http://neurolex.org/wiki/Neuron_by_neurotransmitter -

Dopaminergic neurons; abgerufen am 15.02.2012]

  

* Telencephalon = Cerebrum, Endhirn.

Zur Erinnerung: WICHTIGE BESTANDTEILE ...

  • Beide Großhirnhemisphären
  • Großhirnrinde (Isocortex und Alocortex)
  • Furchen und Windungen (Sulci und Gyri)
  • Fissura longitudinalis cerebri (verläuft von vorne nach hinten und teilt das Großhirn in beide Großhirnhälften)
  • Frontal-, Parietal, Temporal- und Okzipitallappen -> Siehe: Glossar - Fossa cranii
  • Insula (Insel; Inselrinde = Teil der Großhirnrinde; sie wird von Teilen des Frontal-, Parietal- und Temporallappens verdeckt, ist Teil der viscerosensiblen und visceromotorischen Rinde und primärer gustatorischer [Geschmacks-] Cortex

IN DER TIEFE ...

  • Seitenventrikel (1. und 2. Ventrikel) -> Siehe: Wunderwerk Gehirn - Hirnventrikel
  • Corpus amygdaloideum (Mandelkern) -> Siehe: Glossar – Limbisches System
  • Claustrum (sog. ‘Vormauer’; graue Substanz = Substantia grisea)
  • Nucleus caudatus und Putamen (Kerngebiete des extrapyramidalen Systems)

BAHNSYSTEME IN DER TIEFE sind u. a.:

  • Corpus callosum (sog. ‘Balken’ mit Kommissurenbahnen = Nervenbahnen in der ‚weißen Substanz’ [Substantia alba]; sie verbinden identische Stellen beider Gehirnhälften) -> Siehe: Wunderwerk Gehirn - Kommissurenbahnen
  • Teile der Capsula interna (= Markschicht mit auf- und absteigenden Projektionsbahnen; Projektionsbahnen verbinden die Großhirnrinde mit Zentren im Hirnstamm) -> Siehe: Zum Nachdenken - Projektionsbahnen

* Tegmentum mesencephali = ‚Mittelhirnhaube’.

Sie enthält u. a.:

Die Hirnnervenkerne der Hirnnerven III., IV. und V. (Teile):

  • Nervus oculomotorius und Nervus trochlearis (‘Augenmuskelnerven’).
  • Nervus trigeminus (bildet 3 Hauptäste; verläuft an der Seitenfläche des mittleren Kleinhirnstiels und versorgt sensorisch das Gesicht und motorisch u. a. die Kaumuskeln).

Nucleus ruber

Teil des extrapyramidalen Systems und eine wichtige Schaltstelle im motorischen System mit Verbindungen zum Kleinhirn; die Verbindungen zum Rückenmark aktivieren die Beugemuskeln (sog. Flexoren).  

-> Siehe: Leitungsbahnen

 

Nuclei raphes

Die Kerne verteilen sich über den gesamten Hirnstamm; sie liegen jeweils an der Naht der beiden Hirnstammhälften und enthalten sehr viel Serotonin.

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus und Area preoptica (Serotonin); Essen & Co. – Ergänzungen; Wunderwerk Gehirn – Retina, Substantia nigra (Nucleus ruber, Nuclei raphes); Gedankensplitter – Körnerschicht etc.

... und siehe auch: Wunderwerk Gehirn - Hirnsinus, Kleinhirn, Mittelhirn, Rindenarchitektonik, Substantia alba, grisea, nigra (Nucleus ruber, Nuclei raphes); Hirnnerven; Nuclei (Hirnnervenkerne); Leitungsbahnen; Gedankensplitter – ‘Layer to layer’, Bulbus olfactorius; de.wikipedia.org/wiki/Nucleus accumbens (VTA etc.)

 

Dopamin-Rezeptoren

Membranrezeptoren des zentralen und peripheren Nervensystems mit Dopamin als natürlichem Liganden (‚Signalvermittler’). Hier wirken viele Pharmaka: Als Agonisten (-> ‚Nachahmer’: Prolaktinhemmer) oder als Antagonisten (-> ‚Gegenspieler’, die die Aktivierung eines Rezeptors verhindern: Neuroleptika).

 

EINTEILUNG DER DOPAMIN-REZEPTOREN:

Rezeptoren im ZNS (postsynaptisch)

  • D1- und D5-Rezeptoren stimulieren die Adenylatcyclase.
  • D2-, D3- und D4-Rezeptoren hemmen die Adenylatcyclase.

[Die Adenylatcyclase ist ein membrangebundenes Enzym; es überführt ATP in cAMP.]

 

Periphere Rezeptoren (postsynaptisch)

  • Bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße (= Vasodilatation) im Bereich von Magen, Darm, Leber und Nieren.

Präsynaptische Dopamin-Rezeptoren

  • Steuern durch Rückkopplung die Dopaminfreisetzung an der Synapse.

-> Siehe dazu: Dopamin & Co.; Nervensystem etc.; Glossar – ATP, cAMP/cGMP (Adenylatcyclase etc.); Zum Nachdenken - Prolaktin

 

D1-Rezeptor und Nucleus accumbens

Der Nucleus accumbens ist Teil des ‚Limbischen Systems’.

-> Siehe dazu: Dopamin & Co. – Dopaminsysteme und Dopaminrezeptoren; Glossar – Limbisches System;

Zum Nachdenken – Prolaktin (und Dopamin, Nucleus accumbens etc.)

 

Glutamat

Glutamat (= Salz der Glutaminsäure) ist exzitatorischer (erregender) Neurotransmitter an mindestens 5 verschiedenen Rezeptortypen:

NMDA (N-Methyl-D-aspartat)-Rezeptor und AMPA (α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isooxazolpropionat)-Rezeptor sind Ionenkanäle*.

Kainat-Rezeptor und m-Glu1- und m-Glu2-Rezeptoren aktivieren G-Proteine (= Guaninnukleotide bindende Proteine; sie steuern spezifische Zellaktivitäten).

-> Siehe dazu: Glossar – ATP (Guanin, GTP), GABA etc.

 

* Ionenkanal (auch: Membrankanal) ist die Bezeichnung für ein integrales Membranprotein: Es bildet einen ionenspezifischen Kanal durch die Zellmembran. Ionen sind positiv oder negativ geladene Atome oder Moleküle (Kationen oder Anionen); sie wandern im elektrischen Feld zur jeweils entgegengesetzt geladenen Elektrode.

 

Histamin

Histamin ist ein Gewebehormon und Neurotransmitter; Vorkommen:

In Granula v. a. der Mastzellen und basophilen Leukozyten.

In Thrombo- und Keratinozyten.

In Neuronen des hinteren Hypothalamus.

 

[Rhodopsin (sog. Sehpurpur) ist ein Photosensorprotein in den Stäbchen der Netzhaut. Stäbchen vermitteln das Dämmerungssehen.]

-> Siehe auch: Hypothalamus; Wunderwerk Gehirn – Retina; Glossar – Leukozyten; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’

 

Serotonin

Serotonin = 5-Hydroxytryptamin (Abk. 5-HT). Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan biosynthetisisert und ist Vorläufer von Melatonin, dem sog. ‚Schlafhormon’.

Vorkommen von Serotonin:

  • In enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut.
  • In Thrombozyten (Blutplättchen) und Granula der basophilen Granulozyten.
  • Im ZNS, v. a. in den Nuclei raphes (Raphe-Kerne).

Es gibt verschiedene 5-Hydroxytryptamin-Rezeptoren (Serotonin-Rezeptoren).

[Rhodopsin (sog. Sehpurpur) ist ein Photosensorprotein in den Stäbchen der Netzhaut. Stäbchen vermitteln das Dämmerungssehen.]

-> Siehe auch: Wunderwerk Gehirn – Substantia nigra (Nucleus ruber, Nuclei raphes); Glossar – Blutgerinnunng, GABA (Serotonin), Leukozyten, Second messenger etc.

 

Tryptamin

Tryptamin entsteht durch Decarboxylierung aus der Aminosäure Tryptophan. Es ist auch bakterielles Abbauprodukt und kann zu Serotonin hydroxyliert werden.

Tryptamin stimuliert die ‚glatte Muskulatur’ von Gefäßen und Gebärmutter.

-> Siehe auch: Essen & Co. – Aminosäuren; Glossar – GABA (Tryptamin)

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Rote Liste 1997

www.drugbank.ca

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’

Naturheilpraxis heute

'Interaktionen und Wirkmechanismen ausgewählter Psychopharmaka’;

Frank König, Wolfgang P. Kaschka (Hsg.); Thieme 2003

 

Siehe auch:

Wahrnehmung

Hören und Lernen, Sehen und Lernen

Fragen, Fragen, Fragen –

Aminosäureaustausch (Serin zu Glycin)

Autismus, Schizophrenie, Borderline-Störung

Glossar – GABA, GBH, GABA und Pankreas

 

 

Und zum Nachdenken ...

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Cytochrome

Polymorphismus der Cytochrome: ‚Vielgestaltigkeit’ ...

  • Fehlen des gesamten Gens
  • Verschiedene „loss-of-function“-Allele des CYP2D6-Gens
  • Vervielfachung eines CYP2D6-Allels
  • Defiziente Allele

... und dadurch bedingte individuelle Unterschiede in der Arzneitmittelwirkung ...

 

„Oxidationsreaktionen werden weit überwiegend durch Cytochrom-P450-Enzyme katalysiert.“

 

[Oxidation = Entzug von Elektronen, meist mit Sauerstoffbeteiligung.

-> Siehe dazu: Glossar – ATP (Innere Atmung etc.)]

 

Quelle und zum Weiterlesen: ‚Interaktionen und Wirkmechanismen ausgewählter Psychopharmaka’ (s. o.); S. 6f

 

Dopamin

Polymorphismus der Dopaminrezeptoren

 

Noch einmal ...

EINTEILUNG DER DOPAMIN-REZEPTOREN:

Rezeptoren im ZNS (postsynaptisch)

  • D1- und D5-Rezeptoren stimulieren die Adenylatcyclase.
  • D2-, D3- und D4-Rezeptoren hemmen die Adenylatcyclase.

[Die Adenylatcyclase ist ein membrangebundenes Enzym; es überführt ATP in cAMP.]

Periphere Rezeptoren (postsynaptisch)

  • Bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße (= Vasodilatation) im Bereich von Magen, Darm, Leber und Nieren.

Präsynaptische Dopamin-Rezeptoren

  • Steuern durch Rückkopplung die Dopaminfreisetzung an der Synapse.

-> Siehe dazu: Dopamin & Co.; Nervensystem etc.; Glossar – ATP, cAMP/cGMP (Adenylatcyclase etc.); Zum Nachdenken - Prolaktin

 

Und:

Fragen, Fragen, Fragen – Aminosäureaustausch

Diplomarbeiten etc. – Molekularbiologische Untersuchungen zu genetischen Varianten des dopaminergen Systems

Gedankensplitter – Bulbus olfactorius (Phosphatide)

 

 

 

 

- Bitte weiterlesen bei: Gedankensplitter - Psychosen, Katatonie -

 

 

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