Secretin - Anti-Stress-Hormon

 

Secretin ist ein Hormon des Magen-Darm-Trakts; ein sog. 'Polypeptid': Es besteht aus 27 Aminosäuren.

Es wird freigesetzt aus den 'S-Zellen' im Duodenum und Jejunum (= Zwölffingerdarm und Leerdarm; gehören zum Dünndarm).

Die Freisetzung wird v. a. ausgelöst durch z. B. Fett und Alkohol - aber NICHT durch Kohlenhydrate!

 

Wirkung von Secretin

 

- Fördert die Bildung und Ausschüttung von Pankreassaft und Galle.

- Hemmt die Salzsäureproduktion des Magens.

 

'Die Regulation der Funktionen von Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und Galle ist kompliziert ...'

 

Bauchspeicheldrüse und Galle werden durch das 'vegetative Nervensystem' (Sympathikus und Parasympathikus) gesteuert, und durch zwei Hormone steuern sie die Funktion des gesamten Magen-Darm-Trakts: Durch Secretin und Cholezystokinin-Pankreozymin (= CCK-PKZ).

 

Diese Hormone werden freigesetzt, wenn saurer oder fettreicher Speisebrei vom Magen in den Zwölffingerdarm (= Duodenum) gelangt.

 

Secretin

Fördert also die Bildung und Ausscheidung von Pankreassaft und die Gallenbildung in der Leber.

 

Bikarbonat aus der Bauchspeichseldrüse

Neutralisiert den Speisebrei; die Salzsäureproduktion im Magen wird gehemmt.

 

CCK-PKZ erhöht den Bauchspeicheldrüsensaft und bewirkt die Zusammenziehung der Gallenblase und die Erschlaffung des Schließmuskels des Gallengangs; dadurch kann die 'Galle' in den Zwölffingerdarm abgegeben werden.

 

Exkurs:

Der Bauchspeicheldrüsensaft enthält Enzyme für die Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettverdauung: Trypsinogen und Chymotrypsinogen und Carboxypeptidase (Eiweißverdauung), Amylase (Kohlenhydratverdauung) und Lipase (Fettverdauung). 

 

Der Gallensaft ist v. a. wichtig für die Fettverdauung und -resorption: Er besteht aus Gallensäuren, Lezithin und weiteren Phospholipiden.

 

Die Gallensäure wird aus Cholesterin gebildet. Cholesterin wird einesteils über die Nahrung aufgenommen (es ist z. B. enthalten in Eiern oder tierischen Fetten), wird aber auch in der Leber produziert.

 

Mit der Galle werden fettlösliche Zwischen- und Endprodukte des Stoffwechsels und auch Hormone oder Medikamente ausgeschieden. (Anm.: Wasserlösliche Abbauprodukte werden über die Leber an den Blutkreislauf abgegeben und über die Niere und den Urin ausgeschieden.)

 

Die Galle selbst wird in der Leber gebildet und über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Wenn keine Galle nötig ist zur Verdauung, staut sie sich zurück und fließt zur Gallenblase; hier wird sie stark eingedickt und gespeichert und bei Bedarf wieder an den Zwölffingerdarm abgegeben.

 

Magensaft: Die Salzsäure im Magensaft wirkt gegen Bakterien und Viren, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Pepsinogene und Pepsin sind wichtig für die Eiweißverdauung. Der Magenschleim schützt den Magen vor 'Selbstverdauung' durch die Salzsäure oder das Pepsin; bei einem Ungleichgewicht kommt es zum sog. 'Magengeschwür'.

 

In der Magenschleimhaut wird auch der 'Intrinsic factor' gebildet; dieser ist wichtig, damit der Dünndarm Vitamin B12 aufnehmen kann.

 

Im Magen findet keine Kohlenhydratverdauung statt. Die Kohlenhydratverdauung beginnt zwar im Mund durch die 'Alphaamylase'; diese ist aber im Magen nicht wirksam. Erst im Dünndarm werden Kohlenhydrate weiter 'aufgespalten'.

 

Zum Nachdenken

 

Der Sympathikus - Gegenspieler des Parasympathikus und Teil unseres 'vegetativen Nervensystems' - tritt in 'Aktion' z. B. bei körperlicher Arbeit, aber auch v. a. bei Stress. Wennn der 'Sympathikus' überwiegt bzw. übererregt ist, nennt man dies 'Sympathikotonie'. U. a. wird die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts herabgesetzt und auch die Sekretion innerer Drüsen. Mit der Folge, dass die Nahrung nicht so gut bzw. nicht richtig verdaut und 'aufgenommen' werden kann.

 

Von einer 'Vagotonie' spricht man, wenn hingegen der 'Parasympathikus' überwiegt.

Der Parasympathikus ist wichtig für Essen, Verdauen, Ausscheiden.

 

-> Siehe auch 'Nervensystem' und 'Zum Weiterlesen (... bzw. -hören) - Diplomarbeiten etc.: Empathie - Im Gespräch mit Arno Gruen' und 'Zum Nachdenken: Vitamin B12'

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel' und 'Naturheilpraxis heute'

 

 

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