Die Stress-Reaktion

 

 

 

Es gibt zwei 'Stress-Reaktions-Mechanismen', die parallel als sog. Stress-Reaktion bei Stress im Gehirn und im Körper ablaufen:

 

1. Der Hypothalamus schüttet CRH (= corticotropin releasing hormone) aus. Das CRH reguliert die Synthese und Freisetzung von ACTH (= adrenocorticotropes Hormon) in der Hypophyse.

 

ACTH wiederum steuert

- als Hormon die Ausschüttung der Glukokortikoide;

- als Neurotransmitter die Lern- und Gedächtnisfähigkeit.

 

Anmerkung: Hormone sind 'Langstreckenboten' und schwimmen im Blutstrom. Sie führen am Zielort bzw. Wirkungsort zu einer "Schlüssel-Schloss-Reaktion"; Neurotransmitter übertragen den elektrischen Impuls einer Nervenzelle auf die nächste. CRH - bzw. ACTH - unterliegt einem 'zirkadianen Rhythmus', also tageszeitlichen Schwankungen - bes. durch den 'Tag-Nacht-Wechsel'.

 

Glukokortikoide sind sog. 'Steroidhormone' und werden in der Nebennierenrinde gebildet. Die wichtigsten natürlichen Glukokortikoide sind Cortisol, Cortison und Corticosteron. Sie werden auch als 'Stresshormone' bezeichnet, weil Stress bzw. sog. 'Stressfaktoren' (z. B. Umwelteinflüsse, seelische und körperliche Belastungen) zu einem raschen Anstieg von ACTH und damit der Glukokortikoide führen.

 

2. Der Sympathikus aktiviert das Nebennierenmark. Dieses schüttet 'sekundenschnell' ein Gemisch aus aus ca. 80 % Adrenalin und 20 % Noradrenalin.

 

Anmerkung: Der Sympathikus gehört zusammen mit dem Parasympathikus zum sog. 'Vegetativen Nervensystem'. Das vegetative Nervensystem arbeitet - im Gegensatz zum sog. 'Willkürlichen Nervensystem' - weitgehend ohne unseren 'Willen' und unser 'Bewusstsein'. Es steuert automatisch lebenswichtige Organfunktionen.

 

-> Siehe auch: Nervensystem

 

Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gehören zu den sog. 'Katecholaminen'. Diese aktivieren alle fürs 'Überleben' notwendigen Organfunktionen - z. B. Herzschlag und 'Herzkraft'; alle Organe, die kurzfristig dazu benötigt werden, die Stress-Situation zu bewältigen, werden besser durchblutet - also Skelettmuskeln, Herzmuskel, Lunge usw. Denkvorgänge werden weitgehend 'blockiert', stattdessen läuft automatisch die Reflexreaktion 'Flucht und Angriff' ab.

 

Kurzfristiger Stress ist nicht gesundheitsgefährendend - im Gegensatz zu 'Dauerstress':

 

- Das Schlafverhalten wird negativ beeinflusst.

- Das Immunsystem wird geschwächt.

- Die Lern- und Konzentrationsfähigkeit wird geschwächt.

- Es kann vermehrt zu Spannungskopfschmerzen kommen.

 

 

Zum Weiterlesen:

'Naturheilpraxis heute'

 

Zum Nachdenken ...

  • Wieviel Stress bedeutet es - v. a. für ein Kind, wenn es ständig das Gefühl hat, "nicht gut genug zu sein"? "Nicht 'richtig' zu sein?" Und wie wirkt sich das aus auf die 'Beziehungen/Bindungen' zu anderen Menschen?

"Wenn unsere Bindungsbedürfnisse nicht erfüllt werden, befinden wir uns in ständigem Alarm- und Mangelzustand."

 

... und dies sei eine schlechte Voraussetzung für unsere Gehirnreifung und unsere emotionale Entwicklung ...

  • "Bindung vermittelt Sicherheit."
  • "Der Bindungsinstinkt ist gehirnphysiologisch im limbischen System und in der frontalen Großhirnrinde verankert, wie alle anderen Instinkte auch."

 

Quelle und zum Weiterlesen:

Natur und Heilen: 'Der Bindungsinstinkt' - 06/2009

 

Siehe auch:

Essen & Co. - Phenylalanin, Albumin, Ergänzungen etc.

Hormone & Co.

Limbisches System

Nervensystem

Zum Nachdenken: Was wäre, wenn; Beißen; Stress

 

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