Dopamin & Co.

 

Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gehören zu den 'Neurotransmittern' und werden auch als 'Katecholamine' bezeichnet.

Neurotransmitter (= Botenstoffe) übertragen den elektrischen Impuls einer Nervenzelle auf die nächste. Bekannte Neurotransmitter: Acetylcholin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin.

 

Dopamin steuert emotionale und geistige Reaktionen und 'Bewegungsentwürfe'. Es ist die biochemische Vorstufe der Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin.

 

Noradrenalin wird in bestimmten Regionen des Hirnstamms gebildet. Diese Regionen bestimmen unseren 'Wachzustand', v. a. auch die Anpassung an 'psychische Belastungen'. Noradrenalin wird zusammen mit Adrenalin vom Nebennierenmark ausgeschüttet.

 

Adrenalin ist in Ruhe nur in geringer Konzentration vorhanden, bei psychischem oder körperlichem Stress hingegen stark erhöht: Die Pulsfrequenz steigt, das Herz schläg schneller, der Blutdruck steigt ...

 

Dopamin ist wichtig für:

 

- Antrieb, Lebensfreude, Wohlbefinden, Gelassenheit

- Harmonische Bewegungen, Feinmotorik

- Mut

- Konzentration, Reaktion

- Angstbewältigung

- Herz- und Kreislaufsystem

- Immunsystem

 

Es gilt als 'natürliches Beruhigungsmittel'. Und: Dopamin macht schlau - und glücklich!

 

Nur leider haben Suchterkrankungen viel mit dem 'Lern-Botenstoff' zu tun. Wenn es nämlich zu einer 'Fehlsteuerung' im 'Belohnungs- und Verstärkungssystem' im Gehirn kommt.

Auch beim Spielen von Computerspielen wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet ...

 

Zum Weiterlesen:

Z. B. bei quarks.de - Suchbegriff "Dopamin"

 

Und siehe auch:

Essen & Co. - Phenylalanin etc.

 

 

 

 

Dopaminmangel

 

Ein Dopaminmangel kann entstehen bei der 'Parkinson-Krankheit' (-> hier sterben dopaminproduzierende Zellen im Mittelhirn ab) oder auch beim sog. 'Parkinson-Syndrom' (-> hier entwickeln sich die Symptome aufgrund von Hirnateriosklerose, Entzündungen, Vergiftungen oder Medikamenten-Einnahme, z. B. Neuroleptika).

 

Die Folge ist jeweils ein Ungleichgewicht zwischen Dopamin, von dem dann zu wenig vorhanden ist, und seinem 'Gegenspieler' Acetylcholin, von dem zu viel vorhanden ist ...

 

Acetylcholin - der Gegenspieler - ist auch ein physiologischer Neurotransmitter und wirkt:

  • An allen Synapsen des Parasympathikus.
  • An allen prä- und einigen postganglionären Synapsen des Sympathikus (Schweissdrüsen).
  • An den motorischen Endplatten der Muskulatur.

Seine Wirkungsdauer ist sehr kurz.

 

Ein 'Ganglion' ist ein Nervenknoten. Neurotransmitter (= Botenstoffe) übertragen den elektrischen Impuls einer Nervenzelle auf die nächste. Bekannte Neurotransmitter: Acetylcholin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin.

 

Hormone hingegen sind 'Langstreckenboten'. Sie schwimmen im Blutstrom. An ihrem jeweiligen 'Bestimmungsort', also 'Wirkungsort', kommt es zur sog. "Schlüssel-Schloss-Reaktion". Bekannte Hormone: Cortison, Insulin, Testosteron, Östrogen.

 

Sympathikus und Parasympathikus gehören zum 'Vegetativen Nervensystem'. Dieses arbeitet unabhängig von unserem 'Willen' und unserem 'Bewusstsein' und steuert 'automatisch' lebenswichtige Organfunktionen. Der 'Sympathikus' ist dabei eher zuständig für die 'Aktivitäten' des Körpers, auch für 'Reaktion und Flucht'; der 'Parasympathikus' regelt innere Funktionen wie Essen, Verdauen, Entspannung ...

 

Symptome bei Dopamin-Mangel

 

- Bewegungsarmut mit starrer Mimik (sog. 'Maskengesicht')

- Fehlen der normalen Mitbewegung der Arme beim Gehen

- kleinschrittiger Gang, sog. 'Trippeln'

- gestörte Feinmotorik der Finger: 'krakelige' Schrift, Buchstaben werden am Ende der Zeile immer kleiner

- leise, monotone Stimme

- Steifheit, Starre

- Zittern: 'grobschlächtig', langsam, in Ruhe

 

Es ist v. a. ein 'Zittern' der Hände: Sog. 'Münzen zählen' oder 'Pillen drehen'; evtl. gibt es auch 'Nein-Bewegungen' des Kopfes. In der Bewegung selbst nimmt das Zittern zunächst ab, und erst 'am Ziel' dann wieder zu ...

 

Weitere Symptome:

 

- Speichelfluss, Schwitzen, erhöhte Talgsekretion - sog. 'Salbengesicht'

- Stimmungsschwankungen - bes. Depressivität, Melancholie 

- Überempfindlichkeit, Gereiztheit, geistige Verlangsamung

 

Zwei 'neurologische Tests' fallen positiv aus:

 

Der Kopffalltest

 

Der Patient liegt auf dem Rücken. Man hebt den Kopf an und lässt ihn schnell los: Der Kopf sinkt nur langsam zurück oder bleibt sogar 'wie eingefroren' oben ...

 

Der Kipp-Versuch

 

Der Patient sitzt auf einem Stuhl. Wenn nun der Stuhl ruckartig nach hinten gekippt wird, gleicht der Patient diese Bewegung nicht aus durch eine Beugung des Rumpfes und durch Beugung der Knie ...

 

Zum Weiterlesen:

Zum Beispiel "Pschyrembel" (Klinisches Wörterbuch) und "Naturheilpraxis heute"

 

 

 

Unbewusstes Lernen ...

 

Die sog. 'Mustererkennung', die bei gesunden Testkandidaten unbewusst abläuft und sie einfach 'nebenbei' die 'Regeln' lernen lässt, funktioniert nicht bei Parkinson-Patienten:

Ihr Unbewusstes kann diese Regeln nicht einfach lernen - man muss sie ihnen ganz  bewusst beibringen ...

 

Ein verminderter Dopamin-Spiegel - bzw. eine verminderte Dopamin-Aktivität und auch ein verminderter Dopamin-'Transport' - wird auch diskutiert im Zusammenhang mit Autismus und ADHD.

Und auch eine Auswirkung hiervon auf 'Norepinephrin' bzw. 'Noradrenalin' ...

 

 

Quellen:

Gerald Traufetter - "Intuition. Die Weisheit der Gefühle"

Diane M. Kennedy - "The ADHD-Autism-Connection"

 

Siehe auch:

Essen & Co. - Phenylalanin etc.

Blogbuch - Schlafparalyse, Dopamin-'Update' etc.

 

  

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