Spurenelemente – Jod

ANHANG ...

- Bitte zuerst lesen: Jod/Iod -

 

Biochemie der Schilddrüse

 

Die einzelnen ‚Schritte’ ...

 

1. Iodination:

Aktiver Transport von anorganischem Iodid aus dem Blut bzw. Extrazellularraum (EZR) in die Schilddrüse zum Zweck der Iodanreicherung.

* EZR: Raum mit der Extrazellulärflüsssigkeit = Flüssigkeit außerhalb der Zelle.

 

2. Iodisation:

Oxidation von Iodid zu elementarem Iod durch eine Peroxidase [Iodidperoxidase] „in Gegenwart von Wasserstoffperoxid (H2O2)“.

 

3. Iodierung:

Bildung von Mono- und Diiodtyrosinresten (MIT und DIT) durch Iodierung von Tyrosinresten des Thyreoglobulins (Tg) in den Schilddrüsenfollikeln und oxidative Kondensation zu Triiodthyronin (‚T3’) bzw. Tetraiodthyronin (Thyroxin, ‚T4’).

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.

 

... und Erläuterungen dazu ...

 

1. Iodination

Aktiver Transport von anorganischem Iodid aus dem Blut bzw. EZR (Extrazellularraum) in die Schilddrüse zum Zweck der Iodanreicherung.

 

Dieser ‚aktive Transport’ erfolgt durch ATPasen (syn. ATP-Synthasen, Adenosintriphosphatasen).

 

Zur Erinnerung, zum Nachdenken ...

ATPasen sind Enzyme,

  • die zur Energielierfung ATP zu ADP und anorganischem Phosphat spalten oder
  • zur Energiebereitstellung aus ADP und anorganischem Phosphat mit der sog. ‚protonenmotorischen Kraft’ ATP synthetisieren.

-> Siehe dazu: Glossar – ATP; Mineralstoffe – Phosphor und bei Jod (... Stoffwechselwirkungen)

 

Iodide sind Salze der Iodwasserstoffsäure (HI), z. B. NaI (Natriumiodid), KI (Kaliumiodid).

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Natrium, Kalium

 

Begriffe ...

Kaliumiodid = lösliches Kalium-Salz der Iodwasserstoffsäure

Natriumiodid = wird u. a. verwendet zum Nachweis ionisierender Strahlung* und zur Behandlung von Jodmangel

 

Iodwasserstoffsäure = Lösung von Iodwasserstoff (HI) in Wasser

Iodide = Salze der Iodwasserstoffsäure – z. B. Natrium- und Kaliumiodid

 

Iodide/Jodide = Verbindungen des chemischen Elementes Iod mit Metallen und Nichtmetall-Iod-Verbindungen (z. B. die kovalenten organischen Kohlenstoff-Iod-Verbindungen)

 

Natriumiodat = Natrium-Salz der Iodsäure

Kaliumiodat = Kalium-Salz der Iodsäure

  • Jodiertes Speisesalz ist mit Natrium- und Kaliumiodat (KIO3) angereichertes Kochsalz (Speisesalz, NaCl).

-> Bitte weiterlesen bei Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki:

Iodide, Natriumiodid, Kaliumiodid, Kaliumiodat etc.

 

*„Ionisierende Strahlung ... ist so energiereich, dass beim Durchgang durch Materie eine Ionisierung der Moleküle stattfindet.“

Ionisierung (syn. Ionisation) ist die Veränderung der Elektronenzahl in der Hülle eines Atoms oder Moleküls durch Entfernen oder Hinzufügen von Elektronen, wodurch positive oder negative Ionen entstehen.“

[Pschyrembel]

  • Elektronen sind stabile Elementarteilchen mit einer negativen Elementarladung.
  • Ionen sind positiv oder negativ geladene Atome oder Moleküle. Sie bewegen sich im elektrischen Feld zur jeweils entgegengesetzt geladenen Elektrode.

Zum Nachdenken ...

Die Elektrode (-> meist der metallische Teil des elektrischen Leiters ...) leitet elektrischen Strom oder Spannung über in ein anderes ‚Leitermedium’ - z. B. in eine Flüssigkeit oder in ein Gas (-> sog. Elektrolyte).

  • An der negativen Elektrode (= Kathode) verlässt der Strom einen Leiter.
  • An der positive Elektrode (= Anode) fließt der Strom in einen Leiter hinein.
  • Elektrolyte sind Verbindungen (Säuren, Basen, Salze), die in wässriger Lösung in Ionen verfallen.

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Natrium etc.

Zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Ionisierende_Strahlung

 

Und zum Nachdenken ...

Iodide (Natrium- oder Kaliumiodid) hemmen vorübergehend die Hormonsekretion durch kurzfristige Hemmung der Proteasen, die aus Thyreoglobulin die Schilddrüsenhormone T4 und T3 (und ihre biologisch inaktiven Formen) freisetzen.

 

[Proteasen sind Hydrolasen, die Proteine und Peptide hydrolytisch

(d. h. unter Wasseraufnahme) spalten.

Vorkommen:

  • In allen Zellen, bes. in Lysosomen (-> gehören zu den Zellorganellen).
  • Als Proenzyme im Magen und in der Bauchspeicheldrüse (z. B. Pepsin, Trypsin).
  • Als Di- und Tripeptidasen in Schleimhautzellen des Dünndarms (z. B. Prolidase, Prolinase).

-> Siehe dazu auch: Jod (... Thyreostatika)]

 

EZR = Extrazellularraum

Raum mit der Extrazellulärflüsssigkeit (= Flüssigkeit außerhalb der Zelle); diese enthält Nähr- und Schlackenstoffe:

- Plasma (Protoplasma, Blutplasma)

- Lymphe

- Interstitielles Wasser

- Transzelluläres Wasser

 

Zur Erinnerung ...

Interstitium = Zwischenraum mit Bindegewebe, Gefäßen und Nerven.

Transzelluläre Flüssigkeit befindet sich in: Pleura-, Peritoneal- und Perikardhöhlen, Liquor, Augenkammer, Harn- und Magen-Darm-Trakt.

[Pleura = Brustfell; Peritoneum = Bauchfell (seröse Haut);

Perikard = Herzbeutel (bindegewebige Umhüllung des Herzens)]

 

-> Siehe auch: Essen & Co. – Liquor, Lymphe; Glossar – Bindegewebe, Drüsen; Zum Nachdenken – Lymphatisches System; http://de.wikipedia.org/wiki/Extrazellularraum etc.

 

2. Iodisation

Oxidation von Iodid zu elementarem Iod durch eine Peroxidase [Iodidperoxidase] in Gegenwart von Wasserstoffperoxid (H2O2).

 

[Oxidation = Entzug bzw. Abgabe von Elektronen, meist mit Sauerstoffbeteiligung ...]

 

Peroxidasen* sind oxidierende Enzyme: Sie setzen aus Peroxiden molekularen Sauerstoff frei. Sie haben meist Häm als prosthetische Gruppe und nutzen Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel ...

 

[Peroxide = Verbindungen, in denen eine Sauerstoffkette (= Verbindung zweier Sauerstoffatome) vorliegt – z. B. Wasserstoffperoxid.

Häm = Farbstoffanteil des Hämoglobins (und Myoglobins). Es enthält zweiwertiges Eisen und ist wichtig für den Sauerstoff-, Kohlendioxid- und Elektronentransport (-> Zytochrome); Abbauprodukt von Häm ist Bilirubin.

Prosthetische Gruppe = kovalent gebundenes Coenzym; i. w. S. der Nichtproteinteil zusammengesetzter Proteine.]

 

* Peroxidasen (sog. ‚Microbodies’) sind enthalten in den sog. Peroxisomen, und diese finden sich v. a. in Leberzellen (Hepatozyten) und in Zellen des Nierenepithels.

 

Peroxisomen enthalten auch Katalase, ‚abgeschnürt’ werden sie vom ‚rauen (granulären) endoplasmatischen Retikulum’ (ER).

 

[Katalase spaltet toxisches Wasserstoffperoxid und kommt auch vor in Erythrozyten (= rote Blutkörperchen) und in aeroben Mikroorganismen.]

 

-> Siehe dazu auch: Fragen, Fragen, Fragen – Katalase (und Wasserstoffperoxid etc ...); Glossar – Bilirubin (... und enterohepatischer Kreislauf), Erklärungs-ABC, Zellorganellen (Peroxisomen, ER ...)

 

Zum Nachdenken ...

Das freie (indirekte, unkonjugierte) Bilirubin wird reversibel an Albumin gebunden.

-> Siehe dazu: Essen & Co. – Albumin  

 

Und zum Nachdenken ...

Vorkommen der Peroxidasen z. B. in Granulozyten, Monozyten, Retikulozyten, Knochenmark, Milz, Lymphknoten, Sperma, Milch, nicht jedoch in Lymphozyten und Plasmazellen. [Pschyrembel 1994]

 

Zur Erinnerung ...

  • Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten gehören zu den Leukozyten (= weiße Blutkörperchen).
  • Retikulozyten sind sog. ‚junge’ Erythrozyten (rote Blutkörperchen).
  • Plasmazellen sind die Differenzierungsform der B-Lymphozyten.

„In den kernlosen Retikulozyten findet noch eine weitere geringe Hämoglobinbildung statt.“ [Pschyrembel 2007]

 

Das Zytoplasma der Plasmazellen ist ungranuliert [?] und enthält:

  • Endoplasmatisches Retikulum (ER)*
  • Ribosomen (-> enthalten RNA; liegen frei im Zytoplasma oder sind an die Membranen des [granulierten] ER gebunden)
  • Golgi-Apparat (-> liegt meist nahe am Zellkern; eine seiner Aufgaben ist die Bildung von Lysosomen; s. o.)
  • Einen kleinen, exzentrisch gelegenen Kern mit sog. Radspeichenstruktur des Chromatins* im Karyoplasma (Kernplasma).

[Pschyrembel]

 

* Das endoplasmatische Retikulum (ER) ist ein dreidimensionales Hohlraumsystem aus Bläschen, Kanälchen und Zisternen im Grundplasma der Zelle. Man unterscheidet zwei Formen:

  • Raues (granuläres) ER mit Ribosomen – v. a. in Zellen, die an der Proteinbiosynthese beteiligt sind.
  • Glattes (agranuläres) ER ohne Ribosomen – in quer gestreiften Muskelfasern, im Pigmentepithel der Netzhaut, in Zellen, die Steroidhormone produzieren, in Leberzellen (in bestimmten Funktionsstadien).

[Quer gestreifte Muskulatur: Skelett-Muskulatur (und quer gestreifte Herzmuskulatur).

Steroidhormone: Sexualhormone, Gluko- und Mineralokortikoide; sie werden in der Nebennierenrinde (NNR) synthetisiert.

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Phosphor (Cushing-Syndrom etc.); Hormone & Co.; Wunderwerk Gehirn – Retina (Netzhaut); Glossar – Fibrillen (Myofibrillen); Diplomarbeiten etc. – Muskelgewebe; Zum Nachdenken – Hypogonadismus (Insuffizienz der NNR etc.)]

 

* Chromatin enthält v. a. DNA, RNA und Kernproteine (Histone und Nichthistone). Aus dem Chromatin gehen in der Zellteilungsphase die Chromosomen (sog. Erbkörperchen; Träger der genetischen Information) hervor.

[Chromatin ist anfärbbar; nicht anfärbbar ist das Achromatin (Linin).]

  • Plasmazellen sind die Hauptproduzenten der Immunglobuline (IgG, IgM, IgA, IgD, IgE).
  • Plasmazellen kommen vor u. a. in der Umgebung kleinerer Blutgefäße, im lymphatischen System, im Knochenmark, im Stroma verschiedener Drüsen, in der Darmschleimhaut, während Menstruation und Schwangerschaft in der Uterusschleimhaut.
  • Vermehrt kommen sie vor z. B. bei chronischen und schweren Infektionen.

[Stroma = bindegewebiges Gerüstgewebe eines Organs oder Tumors]

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Erklärungs-ABC, Leukozyten, Monozyten, Zellorganellen; Zum Nachdenken – Blutgruppen (Immunglobuline); Gedankensplitter – ‚Layer to layer’; http://de.wikipedia.org/wiki/Plasmazelle etc.

 

Und zum Nachdenken ...

Wasserstoffperoxid (auch: Wasserstoffsuperoxid) hat eine hohe Oxidationsfähigkeit und wird deshalb u. a. als Desinfektionsmittel verwendet.

 

Definition ‚Iodisation’ lt. Pschyrembel 1994:

„Die fermentative [veraltet für: enzymatische] Synthese und der Einbau von Iod in der Schilddrüse in Form von Iodid in Tyrosin.“

 

3. Iodierung

Bildung von Mono- und Diiodtyrosinresten (MIT und DIT) durch Iodierung von Tyrosinresten des Thyreoglobulins (Tg) in den Schilddrüsenfollikeln und oxidative Kondensation zu Triiodthyronin (‚T3’) bzw. Tetraiodthyronin (Thyroxin, ‚T4’).

  • Die oxidative Kondensation erfolgt durch Transaminasen, Tautomerasen und Peroxidasen; dabei wird jeweils ein Alaninrest freigesetzt.

Transaminasen (syn. Aminotransferasen) sind Enzyme mit der prosthetischen Gruppe Pyridoxalphosphat (PALP; Pyridoxin = Vitamin B6). Transaminasen übertragen Aminogruppen.

 

Beispiele ...

Aspartataminotransferase und Alaninaminotransferase:

  • Aspartataminotransferase (früher: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase [GOT]): Enzym, das die Aminogruppe von Aspartat auf Alphaketoglutarsäure übertägt (-> es entstehen Oxalacetat und L-Glutamat). Vorkommen: Leber, Herz, Skelettmuskel, Niere, Gehirn.
  • Alaninaminotransferase (früher: Glutamat-Pyruvat-Transaminase [GPT]): Katalysiert die Reaktion L-Alanin + Alphaketoglutarat -> L-Glutamat + Pyruvat. Vorkommen: V. a. in der Leber.

Zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alanin

http://de.wikipedia.org/wiki/Alanin-Aminotransferase

http://de.wikipedia.org/wiki/Aspartam

http://de.wikipedia.org/wiki/A-Ketoglutarsäure etc.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Citratzyklus, ‚Wasser-Vitamine’; Mineralstoffe – Eisen, Phosphor etc.

 

Tautomerasen sind eine spezielle Gruppe der Isomerasen

(= 5. Hauptklasse der Enzyme).

 

Peroxidasen (s. o.: Iodisation).

 

Zum Nachdenken ...

  • „Da die TPO (Thyreoperoxidase) Häm als prosthetische Gruppe enthält, kann die Synthese von MIT und DIT (und infolgedessen auch die der Schilddrüsenhormone) durch einen Eisenmangel eingeschränkt sein.“

[Quelle und zum Weiterlesen ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Monoiodtyrosin

http://de.wikipedia.org/wiki/Diiodtyrosin etc.]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Phenylalanin/Tyrosin, Fette, Fettstoffwechsel etc.; Mineralstoffe – Calcium, Eisen, Phosphor (PALP); Glossar – ATP( ... und GTP), Bindegewebe, Fibrillen, Strukturen für Zellkontakte und Zellkommunikation, Zellorganellen; Gedankensplitter – Nervus-terminalis-Komplex

Zu Zelladhäsionsmoleküle:

Glossar – Bindegewebe; Zum Nachdenken – Myasthenie

 

 

 

Zum Weiterlesen ...

Durch Deiodierung wird ‚T4’ zu ‚T3’, und dieses durch Decarboxylierung des Alaninrests zu Thyronamin

.

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Thyronamine

Binden nicht an den Schilddrüsenrezeptor, sondern an einen G-Protein-koppelnden Rezeptor.

 

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Thyronamine]

 

 

 

Zur Erinnerung ...

  • G-Proteine (syn. GTPasen, GTP-Hydrolasen) sind ‚Guaninnukleotide bindende Proteine’; sie steuern spezifische Zellaktivitäten .
  • GTP (= Guanosintriphosphat) ist als energiereiche Verbindung u. a. beteiligt an der Proteinbiosynthese und der Glukoneogenese (= Neubildung von Glukose [‚Traubenzucker’, Dextrose] aus Nicht-Kohlenhydratvorstufen – zu 90 % in der Leber und in der Niere; sie ist die ‚Umkehrung’ der Glykolyse).
  • Die Guanylatcyclase setzt GTP um zu cGMP.
  • cGMP (= cyclisches Derviat von GMP [Guanosinmonophosphat]vermittelt Hormonwirkungen von z. B. Acetylcholin, Histamin und Prostaglandinen.

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Acetylcholin, Ergänzungen, Kohlenhydrate; Glossar – ATP (und GTP, cAMP/cGMP), Drüsen (Schweißdrüsen), Hautschichten, Second messenger; Gedankensplitter – Neuroleptika, UAWs etc.

 

Decarboxylierung ist die Kohlendioxidabspaltung aus einer Carbonsäure; Coenzyme sind v. a. Thiamindiphosphat (bei Alphaketosäuren) und Pyridoxalphosphat (bei Aminosäuren).

[Thiamin = Vitamin B1; Pyridoxin = Vitamin B6]

  • Durch Decarboxylierung der Aminosäure Tyrosin entsteht das biogene Amin Tyramin.

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Tyramin

Kontrahiert die ‚glatte Muskulatur’ von Blutgefäßen und Uterus (Gebärmutter).

Vorkommen:

- Als bakterielles Abbauprodukt im Darm und als Gewebehormon.

- ‚Pflanzlich’ in Misteln und im Mutterkorn.

[Pschyrembel 2007]

 

 

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Phosphor (... und Pyridoxalphosphat [PALP]) etc.

 

Deiodinasen – s. bei Hormonsekretion ...

 

Enzymdefekte ...

Angeborene (hereditäre) oder erworbene Enzymdefekte können sich auswirken auf Iodination, Iodisation, Kopplung oder Deiodierung und Ursache sein für eine Iodfehlverwertung oder eine angeborene Hypothyreose.

-> Siehe dazu auch bei: Stoffwechselwirkungen (‚Entkopplerprotein’ Thermogenin)

.

.

 

Iodfehlverwertung

 

Defekt der Schilddrüsenperoxidase:

Die Oxidation von Iodid zu Iod ist vermindert.

- S. o. –

 

Hypothyreose

 

Unterfunktion der Schilddrüse und unzureichende Versorgung der Körperzellen mit Schilddrüsenhormonen.

 

WICHTIGE SYMPTOME sind z. B.:

 

Bei Neugeborenen ...

Atemprobleme, ‚Blaufärbung’ (Zyanose), Entwicklungsstörungen, herabgesetzte Muskelspannung (Muskelhypotonie), psychomotorische Behinderung etc.

 

[Die Symptome treten meist nicht sofort nach der Geburt auf, sondern erst etwa 4 – 12 Wochen nach der Geburt; solange ist das Kind normalerweise noch durch die mütterlichen Schilddrüsenhormone versorgt.]

 

Bei Kindern ...

Störung des Wachstums und der körperlichen Entwicklung, Verzögerung der Bildung von Knochengewebe (enchondrale und periostale Ossifikation), verzögerter Zahndurchbruch (Dention), oft verzögerte Pubertät etc.

 

[Enchondrale Ossifikation findet statt während der Fetogenese und bis zum Abschluss des Längenwachstums.

Periostale Ossifikation ist die Erneuerung der Knochenmanschette beim Erwachsenen, z. B. nach einer Fraktur.

Periost (= Knochenhaut) ist bindegewebige Haut, die dien Knochen umgibt.]

 

Bei Erwachsenen ...

Apathie und andere psychische Störungen (z. B. organische Psychose), Schwäche, leichte Ermüdbarkeit, Gewichtszunahme, Obstipation (Stuhlverstopfung), Hypothermie (erniedrigte Körpertemperatur), Kälteintoleranz, evtl. aufgedunsenes Gesicht und schlitzförmig verschmälerte Augen, verdickte Lippen, vergrößerte Zunge (Makroglossie), raue, verdickte Haut, glanzloses, struppiges Haar, heisere, raue, tiefe Stimme

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe; Gedankensplitter – Neuroleptika, Psychosen etc.

 

 

 

Zum Nachdenken – Hypothyreose ...

 

Bei Kindern zeigt sich ...

  • „... röntgenologisch evtl. (reaktiv) [eine] vergrößerte Sella turcica* infolge Hypertrophie [Vergrößerung] des Hypophysenvorderlappens.“ [Pschyrembel 2007]

* Sog. ‚Türkensattel’: Vertiefung in der knöchernen Schädelhöhlenbasis, in der die Hypophyse liegt. Im Hypophysenvorderlappen (HVL) wird u. a. TSH (= Thyroidea [Schilddrüse] stimulierendes Hormon) gebildet.

-> Siehe dazu auch: Regelkreis

 

Trockene, raue und verdickte Haut bei Erwachsenen ...

  • „... infolge Carotineinlagerung* oft gelblich gefärbt.“ [Pschyrembel 2007]

* Carotine sind fettlösliche Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Carotinoide; als Provitamin werden sie im tierischen und menschlichen Organismus umgewandelt zu Retinol (Vitamin A1).

 

Zur Erinnerung ...

Vitamin A (Retinol, Retinal, Retinsäure) gehört zu den ‚fettlöslichen Vitaminen’ und ist u. a. wichtig für:

- Bildung des Sehpigments Rhodopsin* (-> beteiligt am Sehvorgang)

- Wachstum, Entwicklung und Ausbildung von Deckgewebe (Epithelgewebe)

- Spermienbildung, Entwicklung der Plazenta (‚Mutterkuchen’), Entwicklung des Fetus

- Testosteronproduktion (-> männliches Sexualhormon)

 

* Rhodopsin = sog. ‚Sehpurpur’:

Photosensorprotein in den Stäbchen der Netzhaut des Auges (Retina).

[Stäbchen vermitteln das Dämmerungssehen; Zapfen (cones) vermitteln das Farben- und Tagessehen.]

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

„In der Retina finden sich 3 Farbstoffe (Chromoproteide mit Carotinoiden [Provitamin A] als prosthetischer Gruppe [‚Coenzym’]: Rhodopsin, Porphyropsin, Iodopsin.“

[Pschyrembel 2007]

  • Iodopsins (also known as Cone opsins) are the photoreceptor proteins found in the cone cells of the retina that are the basis of color vision. Iodopsins are very close analogs of the visual purple rhodopsin that is used in night vision. Iodopsins consist of a protein called photopsin and a bound chromophore, retinal.”

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Photopsin]

  • „Iodopsine enthalten etwa 350-360 Aminosäuren und sind Membranproteine, die zu den G-Protein*-gekoppelten Rezeptoren zählen.“

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Iodopsin]

 

* G-Proteine = Guaninnukleotide bindende Proteine (syn. GTPasen, GTP-Hydrolasen) steuern spezifische Zellaktivitäten (s. o.).

  • “Evidence supporting prior theories that melanopsin is the photopigment responsible for the entrainment of the central "body clock", the suprachiasmatic nuclei (SCN), in mammals.”

[Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Melanopsin]

[http://de.wikipedia.org/wiki/Melanopsin]

  • „Vitamin-A-Mangel ist weltweit der häufigste Vitaminmangelzustand, in Industriestaaten eher selten; Risikogruppen sind Früh- und Neugeborene, Kinder mit häufigen Infekten, junge Frauen und Personen > 65 Jahre. ...“
  • Wichtiges Frühsymptom: Störung der Dunkeladaptation bis zur Nyktalopie (= ‚Nachtblindheit’).

[Quelle: Pschyrembel 2007]

 

Siehe dazu auch:

Schlafstörungen

Dopamin & Co. – Stickstoffmonoxid

Essen & Co. – ‚Fett-Vitamine’

Hormone & Co.

Mineralstoffe - Phosphor

Hypothalamus und Hypophyse

Wunderwerk Gehirn – Retina

Glossar – ATP (bzw. GTP etc.), Hautschichten, Hormone des HVL, Puffersysteme

Gedankensplitter – ‚Layer to layer’, SCN

de.wikipedia.org/wiki/Fettsäuren etc.

de.wikipedia.org/wiki/Skotopisches_Sehen

Etc.

 

... und zum Nachdenken -

Vergleich: Ionen und Carriermoleküle ...

  • „Elektrisch geladene Teilchen (Ionen) können die Phospholipid-Doppelschicht* kaum überwinden. Für den Transport durch die Membran sind sie auf das Vorhandensein der Tunnelproteine angewiesen, wobei sie für einen schnellen Transport außerdem noch entgegengesetzt geladen sein müssen.“

* Die Phospholipid-Doppelschicht ist das Gerüst der Membran mit entweder

  • nur in die Schicht eingelagerten Proteinen oder
  • sog. ‚Tunnelproteinen’, die die Membran ganz durchdringen.

Die Tunnelproteine enthalten Kanäle, die die Innen- und Außenseite der Membran verbinden.

 

[Phospholipide sind mit Phosphorsäure veresterte Membranlipide; dazu gehören:

Plasmalogene, Glycerophospholipide und Sphingophospholipide. [Pschyrembel]

-> Siehe dazu: Mineralstoffe – Phosphor etc.]

  • Carriermoleküle sind Trägermoleküle, durch die eine Substanz fettlöslich gemacht wird, so dass sie die Phospholipid-Doppelschicht überwinden kann. Über diesen Mechanismus gelangt z. B. Glukose (Traubenzucker) in die Zellen.“

Zu den Begriffen: Atom – Molekül – Ion ...

 „Durch Elektronenabgabe oder –aufnahme entsteht ein elektrisch geladenes Atom (bzw. Molekül), das dann als Ion bezeichnet wird.“

[Kation = positiv geladenes Ion; Anion = negativ geladenes Ion]

  • Atome sind die kleinsten chemischen Bausteine unseres Körpers (v. a. Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff).
  • Atome schließen sich durch Bindungskräfte zu größeren Verbänden zusammen, den Molekülen (z. B. Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

Naturheilpraxis heute, Urban & Fischer 2000; S. 97 und 104]

 

 

 

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