Blogbuch-Gedanken …

 

 

Risperdal & Co.

 

 

#Psychopharmaka

 

 

- Gehört zu Psychiatrie –

 

 

Eine kleine ‚Datensammlung‘ zu Wirkungen und Nebenwirkungen und ein persönlicher Erfahrungsbericht. – Bitte ‚mit dem Herzen‘ lesen - und respektvoll damit umgehen. Danke.

 

 

Risperdal

 

 

Risperdal (Wirkstoff Risperidon) zählt zu den atypischen Neuroleptika.

 

 

Zur Erinnerung …

  • Atypische Neuroleptika haben – lt. Pschyrembel - geringere extrapyramidal-motorische UAWs (unerwünschte Arzneimittelwirkungen), aber eine höhere Effektivität in der Behandlung der Minussymptomatik* und bei therapieresistenten Schizophrenien.

 

* Minus- und Plussymptomatik im ‚Schizophrenie-Konzept‘

.

.

.

 

Minussymptomatik, auch: Negativsymptomatik – Definition lt. Pschyrembel:

 

 

Plussymptomatik, auch: Produktivsymptomatik – Definition lt. Pschyrembel:

 

 

Störung bzw. Minderung früher vorhandener psychischer Fähigkeiten im kognitiven, affektiven oder vegetativen Bereich; z. B. Aufmerksamkeitsstörungen,

Sprachverarmung,

Verlust von Initiative, Interessen und emotionaler Schwingungsfähigkeit,

Apathie, sozialer Rückzug,

allgemeine Verlangsamung oder Kraftlosigkeit;

 

 

 

Vorkommen: bei Schizophrenie.

 

 

 

 

Zum vorbestehenden psychischen Zustand neu hinzutretende Krankheitssymptome auf kognitiver, affektiver oder vegetativer Ebene; z.B.

Halluzinationen, Wahn, vermehrte Einfälle, Sinnestäuschungen,

Erregung, Unruhe, Gespanntheit, Antriebssteigerung,

psychogene Hypertonie,

Spasmen im Bereich der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts;

 

Vorkommen: bei Schizophrenie.

 

 

[Bitte vergleichen mit den allg. Nebenwirkungen von Neuroleptika!

Und bitte auch lesen bei Wikipedia: Dopaminhypothese; Link unten]

 

 

 

Typische und atypische Neuroleptika

.

.

.

Typische Neuroleptika

(klassisch konventionelle)

 

Atypische Neuroleptika

(Atypika)

Dazu gehören z. B.:

Phenotiazinderivate (z. B. Chlorpromazin)

Flupentixol

Haloperidol

Levomepromazin

Melperon

 

Dazu gehören z. B.:

Aripiprazol

Clozapin

Quetiapin

Risperidon

Ziprasidon

 

 

Der Wirkungsmechanismus von Neuroleptika ist – lt. Pschyrembel - primär die Blockade postsynaptischer Dopamin-Rezeptoren.

 

 

Siehe dazu auch:

Dopamin & Co. – Dopaminsysteme

Gedankensplitter – Neuroleptika, UAWs

 

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dopaminhypothese

https://en.wikipedia.org/wiki/Dopamine_hypothesis_of_schizophrenia

- Evidence against the dopamine hypothesis

- Relationship with glutamate, nicotine 

 

 

ANWENDUNGSBEREICH

 

 

Interessant ist ja, dass in der Roten Liste 1997 bei Risperdal als Anwendungsbereich nur angegeben ist:

Chronische schizophrene Psychosen einschl. Exazerbationen (Verschlimmerung, Wiederaufbrechen).

 

 

Und auch im Pschyrembel 2007 sind als Indikation nur angegeben:

Schizophrene Psychosen und psychotische Symptome bei Demenz.

 

 

Dieser Anwendungsbereich wurde seither sehr erweitert, und Risperdal darf mittlerweile auch Kindern und Jugendlichen mit Autismus verabreicht werden. :-(

 

 

ANWENDUNGSBESCHRÄNKUNGEN

 

 

Risperdal darf – lt. Rote Liste 1997 - nicht angewendet werden u. a. bei:

 

- Epilepsie

- möglichen prolaktinabhängigen Tumoren (z. B. epitheliale Mamma-Tumore*)

- schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen

- pathologischen Veränderungen des Blutbildes

- älteren Patienten

 

[* Siehe dazu auch: Glossar – Myoepithelien und Oxytocin (Exkurs: Mamma)]

 

 

Wichtige Nebenwirkungen – lt. Rote Liste 1997 - sind u. a.:

 

- Schlaflosigkeit

- Agitation, syn.: Agitatio*  

- Angstzustände

- Kopfschmerzen

- Schläfrigkeit

- Schwäche

- Benommenheit

- Konzentrationsstörungen

- Sehstörungen

 

 

[* Agitatio, Agitiertheit = motorische Unruhe als gesteigerter Bewegungsdrang; affektive Erregung wird unkontrolliert in Bewegung umgesetzt; Vorkommen z. B. bei Delir, Katatonie, Angststörung, agitierter Depression. – (Pschyrembel)

 

 

Zur Erinnerung, zum Nach- und ‚Querdenken‘ – WICHTIG …

Katatonie ist ein psychischer Erkrankungszustand, bei dem psychomotorische Störungen im Vordergrund stehen; Vorkommen bei katatoner Schizophrenie, bei Infektionskrankheiten, Hirntumoren, schweren Depressionen.

 

 

Weitere Symptome im Rahmen einer Katatonie sind – lt. Pschyrembel:

- Stereotypien (Bewegungs-, Sprach-, Haltungsstereotypien)

- Manierismen (verschrobene, posenhafte Bewegungen, Handlungen, Gestik, Mimik oder Sprache)

- Katalepsie* (anhaltendes Verharren in einer bestimmten Körperhaltung)

- Flexibilitas cerea* (wachsartige Biegsamkeit der Extremitäten)

- Mutismus* (Stummheit bzw. Nicht-Sprechen bei intaktem Sprachvermögen und Sprechorganen)

 

 

* Katalepsie kann auch vorkommen beim postenzephalitischen Syndrom (einem neurologisch-psychiatrischen Syndrom, das sich nach einer Enzephalitis ausbildet), und nach einem Schädelhirntrauma

  • SYMPTOME beim postenzephalitischen Syndrom sind: Körperliche Funktionsstörungen (z. B. Bewegungsstörungen) und/oder organische Psychose (z. B. mit Reizbarkeit, Gedächtnisstörung, Wesensveränderung oder epileptischen Anfällen); nach einer Encephalitis lethargica auch als postenzephalitisches Parkinson-Syndrom.

 

* Flexibilitas cerea: Eine einmal eingenommene oder vorgegebene Körperstellung wird unverändert beibehalten; Vorkommen auch bei organischen Hirnerkrankungen oder im Rahmen einer Hypnosebehandlung.

 

* Mutismus kann auch vorkommen bei depressivem Syndrom, Schreckstarre, Negativismus (negative Einstellung, Grundhaltung) oder Stupor (Zustand der Reglosigkeit bei wachem Bewusstsein und mit möglicherweise extremer innerer Anspannung; Vorkommen bei Katatonie, Depression, Dissoziation, Epilepsie oder Intoxikationen).

 

Und zum Nach- und ‚Querdenken‘ …

Wichtige Differentialdiagnosen zur Katatonie sind:

  • Malignes neuroleptisches Syndrom (s.u.),

  • akinetische Krise bei Parkinson-Syndrom,

  • Entzug von Levodopa*.

 

* Levodopa = L-Dopa = Vorstufe von Dopamin; wird eingesetzt beim Parkinson-Syndrom).]

 

 

Siehe dazu auch:

Zum Nachdenken - Myotonie

Gedankensplitter – Neuroleptika, Psychosen, Katatonie, UAWs

 

Und bitte lesen bei Wikipedia:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Katatonie

https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia

  • “Though catatonia has historically been related to schizophrenia (catatonic schizophrenia), it is now known that catatonic symptoms are nonspecific and may be observed in other mental disorders and neurological conditions. …

  • It has also been recognized as grafted on to autism spectrum disorders. …

  • Excessive glutamate activity is believed to be involved in catatonia; …”

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Katalepsie

https://en.wikipedia.org/wiki/Catalepsy

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Enzephalitis

https://en.wikipedia.org/wiki/Encephalitis

 

 

Haldol

 

 

Haldol (Wirkstoff Haloperidol) zählt zu den typischen Neuroleptika (s.o.).

 

 

Wichtige Nebenwirkungen sind – lt. Rote Liste 1997 – u. a.:

 

 

- Müdigkeit, Benommenheit

- Regulationsstörungen der Körpertemperatur

- Menstruationsstörungen

- Bein- und Beckenvenenthrombosen

- Störungen des Atemrhythmus

- Atemnot

- Lungenentzündung

 

 

Und außerdem:

 

 

- Schlafstörungen

- Gedächtnisstörungen

- Haarausfall

- Katatone Erregungszustände (!)

- Sprechstörungen (!)

- Steigerung von Angstgefühlen (!)

 

- Vgl. o.: Katatonie, Katalepsie – (!)

 

 

Neuroleptika

 

[Quelle: Pschyrembel 2007]

 

 

Neuroleptika bewirken eine Blockade postsynaptischer Dopamin-Rezeptoren, und wichtige unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen (Nebenwirkungen) sind u. a.:

 

Extrapyramidal-motorische Symptome, z. B.

- Frühdyskinesien*

- Parkinson-Syndrom

- evtl. irreversible Spätdyskinesie*

- akinetisch-abulisches Syndrom

 

 

* Dyskinesie = Bewegungsstörung  

* Spätdyskinesie (tardive Dyskinesie, Dyskinesia tarda) = meist irreversibles extrapyramidales Syndrom, v.a. im Gesichtsbereich (als Schmatz- und Kaubewegungen) sowie an Händen und Füßen. 

 

 

Dazu bitte lesen bei Wikipedia:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChdyskinesie (Frühdyskinesie)

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tdyskinesie (Spätdyskinesie)

https://en.wikipedia.org/wiki/Tardive_dyskinesia

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Akinetisch-abulisches_Syndrom

 

 

Eine weitere Nebenwirkung ist Akathisie, das Unvermögen, ruhig zu sitzen …

 

 

[[ … und wer diesen ‚Zustand‘ nicht aus eigener Erfahrung kennt, weiß nicht, wie schlimm es sich anfühlt – und ich wünschte, dass all die, die Neuroleptika verordnen (dürfen), diesen Zustand zuvor am eigenen Leib erfahren müssten, für mindestens vier Wochen - und dann möchte ich sehen, ob sie diese Mittel auch tatsächlich noch weiterhin verordnen würden! – Oder ob vielleicht auch Albträume helfen würden? ]]

 

 

Neuroleptika-Nebenwirkungen, die im Pschyrembel bei den ‚vegetativen Symptomen‘ aufgeführt sind - und die viel zu wenig beachtet werden -, sind:

 

- Mundtrockenheit

- Mydriasis (Pupillenerweiterung)

- orthostatische Regulationsstörungen

- allergische Reaktionen

- malignes neuroleptisches Syndrom

 

 

Dazu Tabelle 1:

Nebenwirkungen und ZUSAMMENHÄNGE …

.

.

.

Mundtrockenheit

 

·        „Pro Tag sezerniert der erwachsene Mensch insgesamt etwa 0,6 bis 1,5 Liter Speichel, auch ohne Nahrungsaufnahme wird ständig Speichel abgesondert. Diese „Basalsekretion“ beträgt etwa einen halben Liter pro Tag.“ ! [Wikipedia; Link unten]

 

Mundtrockenheit bedeutet:

Verminderter (bis hin zu kaum noch vorhandenem?) Speichelfluss.

 

Speichel hat jedoch wichtige Aufgaben, nämlich:

- Schutz von Mundschleimhaut und Zahnschmelz

- mechanische Reinigung

- immunologische Abwehr

- Lösungsmittel für die Geschmacksknospen stimulierende Moleküle

 

Speichel enthält:

V.a. Kalium, Natrium, Calcium, Chlorid, Phosphat, Hydrogencarbonat und u.a. Lysozym, Alphaamylase, Aprotinin, Muzine, Immunglobuline (v.a. IgA)

 

- Siehe dazu auch Tabelle 2: Zusammensetzung und Zusammenhänge -

 

Zur Erinnerung, WICHTIG:

Die Kohlenhydrat-Verdauung beginnt im Mund (durch die im Speichel enthaltenen Alphaamylasen); im Magen wird sie ‚gestoppt‘ und erst im Dünndarm wieder fortgesetzt.

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Amylasen (Wirkung der α-Amylasen im menschlichen Körper)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenhydrate (Biosynthese, Aufnahme, Abbau)

[Und auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Intestinale_Fruktoseintoleranz]

 

Und WICHTIG:

„Die im Mundspeichel enthaltenen Haptocorrine ermöglichen zusammen mit dem intrinsischen Faktor des Magens die Absorption von Vitamin B12.“ [Wikipedia; Link unten]

 

 

Siehe dazu auch:

Essen & Co. – Kohlenhydrate (KH)

[Fragen, Fragen, Fragen – Zahnfehlstellungen]

Glossar – Drüsen

Zum Nachdenken –

Blutgruppen und Kohlenhydrate, KH-Malabsorption, Vitamin B12

Blogbuchgedanken - Insulinschocktherapie

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Amylasen

https://de.wikipedia.org/wiki/Speichel

https://de.wikipedia.org/wiki/Magensaft

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Mundtrockenheit

 

Mydriasis

Bitte lesen bei Wikipedia …

 

„Eine deutliche Pupillenerweiterung tritt auch bei starker Sympathikus-Aktivität auf, beispielsweise bei Aufregung in Angst, Freude oder emotionaler Zuwendung.

Darüber hinaus kann sie als Symptom einer Krankheit pathologischen Ursprungs sein oder auch pharmakologisch durch Medikamente, Rauschmittel, Pflanzengifte oder Ähnliches herbeigeführt werden. …“

https://de.wikipedia.org/wiki/Mydriasis

 

Orthostatische Regulationsstörungen

… sind Störungen

 

- der Regulierung des Blutdrucks beim Wechsel von liegender oder sitzender zu aufrechter Körperhaltung,

- der Erhöhung der Herzfrequenz und des peripheren Widerstands,

- der Aktivierung der Katecholaminausschüttung*,

- des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems*.

 

* Gefäßwiderstand ist der Strömungswiderstand, den ein Blutgefäß dem Blutstrom entgegensetzt. Der ‚periphere Widerstand‘ ist der Gefäßwiderstand im Körperkreislauf.

 

Siehe dazu bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4%C3%9Fwiderstand

(Gefäßwiderstand)

https://en.wikipedia.org/wiki/Vascular_resistance

[WICHTIG – Regulation:

Norepinephrine, Epinephrine (Noradrenalin, Adrenalin); platelets (Blutplättchen = Thrombozyten), Serotonin; EDRF; Adenosine, AMP]

 

* Katecholamine ist die Bezeichnung für biogene Amine, Neurotransmitter und Hormone; dazu zählen z. B. Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin.

 

* Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ist ein komplexes Regulationssystem zur Aufrechterhaltung von Plasmavolumen, Plasmaosmolarität und Blutdruck.

 

Siehe dazu bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

 

 

[[ … und worauf auch noch zu wenig geachtet wird, ist ein bei Frauen im ‚gebärfähigen Alter‘ möglicher und nicht eben selten vorkommender Eisenmangel.

– Vgl. Anwendungsbeschränkungen Risperdal: Pathologische Blutbildveränderungen –

 

Dazu bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Erythrozyt

(Erythrozyten und Krankheiten, z. B. Eisenmangelanämie und Häm) 

https://de.wikipedia.org/wiki/Pentosephosphatweg

(Abhängigkeit der Erythrozyten vom Pentosephosphatweg) ]]

 

 

Siehe dazu auch:

Hypothalamus, Niere, Nebenniere

Dopamin & Co.

Spurenelemente – Eisen

Glossar A-Z – Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf (und Häm)

Glossar –

ATP/AMP, Blutgerinnung (und Thrombozyten), EDRF, Plexus (und enterisches Darmwandnervensystem), Schmerzleitung  

Gedankensplitter – Neuroleptika (UAWs)

Etc.

 

Allergische Reaktionen


Bitte lesen bei Wikipedia - und siehe dazu auch o. Mundtrockenheit/Speichel):

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Allergie

 

Malignes neuroleptisches Syndrom

Das maligne neuroleptische Syndrom ist ein lebensbedrohlicher Symptomenkomplex mit:

- Rigor*  

- möglicher Rhabdomyolyse* mit Gefahr des akuten Nierenversagens

- Stupor*

- Fieber

- Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen

- Leukozytenerhöhung (L. = weiße Blutkörperchen)

- Erhöhung der Kreatinkinase*

 

* Rigor = Steifigkeit der Muskulatur infolge Erhöhung des Muskeltonus.

 

* Rhabdomyolyse = Muskelzelluntergang der quergestreiften (Skelett- und Herz-)Muskulatur mit:

Muskelschwäche, -schmerzen,

abgeschwächten Muskeleigenreflexen (!),

Myoglobinausscheidung im Urin

 

(Myoglobin = roter Muskelfarbstoff = Sauerstoffspeicher im Muskelgewebe)

 

* Stupor = Zustand der Reglosigkeit ohne äußerlich erkennbare psychische und körperliche Aktivität mit

- Akinese (Bewegungslosigkeit, Bewegungsstarre),

- Amimie (Fehlen der Mimik),

- Mutismus (Stummheit bzw. Nicht-Sprechen bei intaktem Sprachvermögen und intakten Sprechorganen)

bei wachem Bewusstsein und u.U. extremer innerer Anspannung.

 

* Kreatinkinase und Kreatin:

Kreatin ist ein Zwischenprodukt im Aminosäurestoffwechsel; es liegt in der Muskulatur in phosphorylierter Form als Kreatinphosphat (nach dem 4. Lebensjahr) vor; durch das Enzym Kreatinkinase (CK) wird es ATP-abhängig reversibel phosphoryliert. [Pschyrembel]

 

WICHTIG:

  • Das im Muskel abgebaute Kreatin verstärkt die hypoglykämische Insulinwirkung, da es die Glukoseaufnahmefähigkeit des Muskels erhöht.

 

Und zur Erinnerung …

Kreatinkinase (CK; früher: Creatinphosphokinase):

Man unterscheidet 3 Untereinheiten -

M -> Muscle (Muskel)

B -> Brain (Gehirn)

Mi -> mitochondria (Mitochondrien)

 

und 4 verschiedene Iso-Enzyme:

1. CK-BB -> kommt besonders im Gehirn und in glatter Muskulatur und in embryonaler Skelettmuskulatur vor

2. CK-MB -> kommt v.a. im Herzmuskel vor

3. CK-MM -> kommt v.a. im Skelettmuskel vor

4. CK-MiMi -> an der Außenseite der inneren Mitochondrienmembran

 

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreatin

https://en.wikipedia.org/wiki/Creatine

 

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Phosphocreatine

“Phosphocreatine plays a particularly important role in tissues that have high, fluctuating energy demands such as muscle and brain.”

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Creatin-Kinase

https://en.wikipedia.org/wiki/Creatine_kinase

“Thus, CK enhances skeletal, cardiac, and smooth muscle contractility, and is involved in the generation of blood pressure.”

 

 

Siehe dazu auch:

Diskussionsseite

Noch ein Nachtrag

Dopamin & Co. –

Mineralstoffe – Phosphor

Wunderwerk Mensch – Reflexe

Glossar – ATP, Leukozyten

Zum Nachdenken – Kontrastwahrnehmung

Gedankensplitter – Neuroleptika, UAWs

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dopaminhypothese

https://en.wikipedia.org/wiki/Dopamine_hypothesis_of_schizophrenia

- Evidence against the dopamine hypothesis

- Relationship with glutamate, nicotine  

 

Daraus zum Nach- und ‘Querdenken‘ …

  • “The high rate of [nictotine-]use may be a form of self-medication that reduces negative symptoms by increasing the activity of glutamate and lowering the activity of dopamine.”
  • [Übersetzt in etwa: Der hohe Nikotin-Gebrauch kann eine Form der Selbstmedikation darstellen, weil Nikotin die Glutamat-Aktivität erhöht und die Dopamin-Aktivität vermindert.] !

 

[[ … Rauchern Neuroleptika zu verabreichen, das ist … - mir fehlen die Worte … ]]

 

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken –

Insulinschocktherapie, Psychiatrie /Schlafparalyse

 

 

 

Tabelle 2:

Zusammensetzung des Speichels – lt. Pschyrembel -

und wichtige ZUSAMMENHÄNGE …

 

 

Speichel enthält:

V.a. Kalium, Natrium, Calcium, Chlorid, Phosphat, Hydrogencarbonat und u. a. Lysozym, Alphaamylase, Aprotinin, Muzine, Immunglobuline (v.a. IgA)

.

.

.

Kalium

Ist u.a. auch am Eiweißaufbau und bei der Kohlenhydratverwertung beteiligt.

 

Natrium

Hauptaufgabe:

Aufrechterhaltung des ‚osmotischen Drucks‘ (= ‚innerer‘ Druck der Körperflüssigkeiten), zusammen mit Chlorid.

 

Calcium

- Ist v.a. wichtig für die Blutgerinnung und die Erregung von Nerven und Muskeln und ist zusammen mit Phosphat ein wichtiger Baustein des Skeletts - 99 % des Calciums befinden sich in Knochen und Zähnen.

- Der Calcium-, Magnesium- und Phosphatstoffwechsel hängen voneinander ab.

 

Chlorid

Ist u.a. wichtig für den Wasser- und Säure-Basen-Haushalt und die Salzsäurebildung im Magen.

 

Zur Erinnerung - Salzsäure

- wirkt bakteriostatisch bzw. bakterizid; 

- aktiviert Pepsin (-> ist wichtig für die Eiweißverdauung) im Magensaft.

 

Dazu bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Magensaft (Salzsäure, Pepsin)

https://en.wikipedia.org/wiki/Gastric_acid

 

Phosphat

Ist v.a. wichtig zum Aufbau von Knochen und Zähnen und wichtig zur Energieerzeugung (in Form von ATP als Energiequelle für alle Zellvorgänge).

 

Hydrogencarbonat

Ist wichtig im Säure-Basen-Haushalt.

 

Lysozym

Spaltet Murein (innerste Schicht der Bakterienzellwand), wirkt bakterizid.

 

Alphaamylase

- S. o. –

 

Aprotinin

- Ist im Pschyrembel 1994 und 2007 auch als Bestandteil von Speichel angegeben. -

 

 

Dazu bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aprotinin

„Aprotinin (Pankreatischer Trypsin-Inhibitor) ist ein natürliches Polypeptid und ein Proteaseinhibitor.“

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Proteaseinhibitoren

 

Vorkommen von Proteasen:

In allen Zellen, besonders in Lysosomen.

 

Siehe dazu auch:

Glossar – Zellorganellen

 

Muzine

Schützen gegen chemische und mechanische Einwirkung.

 

Immunblobuline

V. a. IgA:

Bilden eine immunologische Schleimhautbarriere.

 

 

 

Lt. Wikipedia sind im Speichel auch enthalten:

Lactoferrin und Histatine

.

.

.

Lactoferrin

Wirkt antibakteriell:

- Entzieht Bakterien das lebensnotwendige Eisen.

- Kann – als Protease – mehrere für die Besiedlung wichtige Proteine des Krankheitserregers Haemophilus influenzae zerstören.

- Beeinträchtigt in Shigella und pathogenen Escherichia coli das Typ III-Sekretionssystem.

 

[- „Von Leukozyten freigesetzt, ist es so auch ein Teil des Immunsystems.

 

- Mehrere Untersuchungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeigen bemerkenswerte Ergebnisse bei der Behandlung chronischer Parodontitis.“]  [Wikipedia; Link oben]

 

Histatine

- Hemmen bakterielle Proteasen, fördern die Wundheilung der Mundschleimhaut.

- Bauen die äußerste Eiweißschicht des Zahnschmelzes auf.

- Stabilisieren – mit Statherinen - die Calciumkonzentration des Speichels.

 

Zum Nach- und ‚Querdenken‘ …

„Histatine sind kationische Proteine, die reich an Histidin sind. Sie hemmen bakterielle Proteasen und wirken antimikrobiell und fungistatisch. Daher auch die Empfehlung, die eigenen Wunden mit Speichel zu benetzen, wenn nichts anderes zur Verfügung steht.“

[Wikipedia; Link oben]

 

Zu Statherinen bitte lesen bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/STATH

 

 

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mundtrockenheit

https://de.wikipedia.org/wiki/Lactoferrin

https://de.wikipedia.org/wiki/Histatine

 

 

Und siehe dazu auch:

Essen & Co. – Kohlenhydrate (KH)

[Fragen, Fragen, Fragen – Zahnfehlstellungen]

Mineralstoffe

Spurenelemente

 

Glossar A-Z –

Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf

Glossar –

Antioxidative Enzyme, Antioxidanzien, ATP, Drüsen, Leukozyten (und Erythrozyten), Pentosephosphatweg, Puffersysteme, Zellorganellen   

 

Zum Nachdenken –

Blutgruppen und Kohlenhydrate, KH-Malabsorption, Vitamin B12

Blogbuchgedanken - Insulinschocktherapie

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Amylasen

https://de.wikipedia.org/wiki/Speichel

Etc.

 

 

 

Eine abschließende Frage …

 

Das heißt also, dass Patienten, die Neuroleptika verordnet bekommen, diesen – seit Jahren/Jahrzenten bekannten - Nebenwirkungen und möglicherweise auftretenden irreversiblen Schäden/Spätfolgen und insbesondere auch dem Risiko, ein ‚malignes neuroleptisches Syndrom‘ zu entwickeln, einfach bewusst ausgesetzt werden …?

Hierzu würde ich gerne einmal die Meinung von Juristen hören …

 

 

[[ … und meine Erfahrungen und mein Fazit:

 

 

Risperdal

 

 

Es lässt sich nicht mit Worten beschreiben, wie man sich fühlt unter Neuroleptika-Medikation, auch mit Risperdal.

 

 

Müdigkeit, Schwäche, Antriebslosigkeit, Denkblockade, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Angst, Steifigkeit, Akathisie, Gewichtszunahme …

 

 

Einsam, verlassen, ausgeliefert, ‚aussortiert‘ …

 

 

Und all das geht ja nicht einfach wieder zurück auf „Null“, wenn das Medikament abgesetzt wird.

 

 

Und vermutlich bleibt auch (vor allem) der Blutzucker-Stoffwechsel (dauerhaft? oder zumindest auf lange Zeit) pathologisch verändert.

 

 

Und auch die Akathisie hinterlässt Spuren – und, wie oben schon erwähnt: Wer diesen ‚Zustand‘ nicht aus eigener Erfahrung kennt, weiß nicht, wie schlimm es sich anfühlt – und ich wünschte, dass all die, die Neuroleptika verordnen (dürfen), diesen Zustand zuvor am eigenen Leib erfahren müssten, für mindestens vier Wochen - und dann möchte ich sehen, ob sie all diese Mittel auch tatsächlich noch weiterhin verordnen würden! – Oder vielleicht könnten ja auch Albträume ‚aufrütteln‘ …?

 

 

Haldol

 

 

Haldol habe ich auch aufgeführt, da es das erste Neuroleptikum war, mit dem ich ‚behandelt‘ wurde (1985), eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens, die mich seelisch zutiefst erschüttert, verwundet und traumatisiert hat – aber auch hier fehlen eigentlich die Worte …

 

 

Als die Wirkung/Nebenwirkungen des ‚Medikaments‘ anfluteten, so dachte ich doch tatsächlich, dass das nun also meine ‚Krankheit‘ ist …

 

 

Man beachte zu dieser ‚Neuroleptika-Problematik‘ bitte vor allem auch die Aussage von Dr. Wells im Film „Eleanor & Colette“ - er sagt nämlich in etwa:

 

 

„Sie geben zuerst das Medikament,

dann erfolgt die Diagnose.

Wenn aber ein Medikament erst einmal gegeben wurde,

so lässt sich nicht mehr feststellen,

ob das, was sich zeigt,

nun die ‚Krankheit‘ ist,

oder die Wirkung / die Nebenwirkungen des Medikaments.“

 

 

[Infos zum Film bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Eleanor_%26_Colette]

 

 

Und was ich auch noch zu sagen, zu beanstanden hätte …

 

 

Äußerst bedenklich finde ich zudem, dass nur einmal ein EEG erstellt wurde, und zwar nur beim 1. Psychiatrie-Aufenthalt 1985 (und vermutlich zum Ausschluss einer Epilepsie, was, wie ich inzwischen weiß, eine Voraussetzung dafür ist, um mit Neuroleptika ‚behandelt‘ werden zu dürfen) - aber schon 1985 litt ich (bereits seit Jahren) an Migräne (und auch an Absencen, soweit ich das beurteilen kann).  

 

 

Und was damals auch nicht beachtet wurde und vermutlich auch heute noch viel zu wenig beachtet wird, ist:

  • Dass ich geraucht habe, und zwar nicht gerade wenig.

  • Dass ich (nahezu) Vegetarierin war und mich insgesamt sehr unausgewogen ernährt habe.

 

Hierzu bitte lesen:

Blogbuchgedanken – Insulinschocktherapie, Schlafparalyse

 

 

Mein Fazit: Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man (auch) mir niemals hätte Neuroleptika verabreichen dürfen, und diese ‚Sorglosigkeit‘ und dieses ‚Ausgeliefertwerden‘ an Nebenwirkungen und möglicherweise auftretende irreparable (Spät-)Folgen machen mich nach wie vor sprachlos ... ]]

 

 

Bitte auch lesen:

Diskussionsseite – Epileptoide Krankheiten, Migrälepsie

Noch ein Nachtrag

Essen & Co.

Zum Nachdenken – Hypoglykämie, Vitamin B12, Vitamin C

Gedankensplitter – Arztgelöbnis

 

Blogbuchgedanken –

Frühgeborene, Psychiatrie, Testosteron /Zolpidem, ‚Versuchskaninchen‘ etc.

 

 

Und:

“There is a need to identify the potential neurobiological mechanisms by which smoking and PLEs are associated, for patients and from a public health perspective.“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=30289630

 

 

 

PSYCHOPHARMAKA HEILEN NICHT …

UND SIE ‚LEHREN‘ AUCH NICHT, WIE LEBEN GELINGEN KANN.

 

 

 

Und deshalb auch hier noch einmal der Beitrag von Dr. Peter Breggin:

 

 

What Should We Really Call Psychiatric Drugs? – “Neurotoxin”

https://www.madinamerica.com/2018/01/what-really-call-psychiatric-drugs/

 

 

Wir sollten Psychopharmaka ehrlicherweise auch als das bezeichnen, was sie sind, nämlich „Nervengifte“, schreibt Dr. Peter Breggin. – Ja. Zumindest, was Neuroleptika anbelangt, so kann ich diese Aussage aus eigener Erfahrung nur bestätigen, und hoffe inständig auf ein „Umdenken“ in der Psychiatrie.

 

 

Danke fürs ‚Zuhören‘.

 

 

09.10.2018

 

 

 

 

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