Blogbuch-Splitter …

 

Katatonie

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Übersicht

Ätiologie/Ursache der Katatonie

Autistische Katatonie

Katatonie, Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis, Herpes-simplex-Enzephalitis

Katatonie und OCD (Obsessive compulsive disorder/Zwangsstörung)

Pervasive refusal syndrome (PRS)

Tödliche Katatonie

Tödliche Katatonie und Stress

Behandlung der Katatonie

 

Zum Weiterlesen, Vertiefen

 

ANHANG 1: Behandlung der Katatonie - Leseliste

ANHANG 2: Vergleichende Gegenüberstellung wichtiger Symptome bei Katatonie, Psychose, Schizophrenie und Delir und ‚Mein Fazit‘

 

 

 

Was genau ist Katatonie bei Kindern und Heranwachsenden [… und Erwachsenen …]?

What exactly is catatonia in children and adolescents?

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33386726/

 

Ein paar hochinteressante und auch hilfreiche ‚Splitter‘ aus diesem Text:

 

Seite 764

Ätiologie/Ursache der Katatonie  

Hypothese:

 

1. Hyperaktivität des glutamatergen Systems

2. Hypoaktivität des GABAergen Systems im ZNS

Und im Zusammenhang mit den motorischen Symptomen

3. Dopamin-Ausschüttung in kortikalen und subkortikalen Bereichen

 

[-> Siehe dazu insbesondere die Ausführungen unten zu ‚Tödliche Katatonie und Stress‘] !

 

[ZNS = Zentrales Nervensystem = Gehirn und Rückenmark

Kortikal = von der Gehirnrinde ausgehend, in der Gehirnrinde lokalisiert

Subkortikal = unterhalb der Gehirnrinde, im Marklager oder Hirnstamm gelegen]

 

S. 765

Die häufigste Form der Katatonie bei Kindern ist ein Mix aus:

- Katatonie, Autismus und Psychose

 

Manche Forscher sehen die Katatonie als ein Symptom bei Autismus:

-> Autistische Katatonie

 

Verhaltensauffälligkeiten, die sich bei Patienten mit Katatonie und Autismus beobachten lassen, sind:

.

- reversal of day and night

- Umkehrung des Tag-/Nachtrhythmus

- Parkinsonian features (!)

- Parkinsonähnliche Symptome

- excitement and agitation (!)

- Nervosität und (Bewegungs-) Unruhe

- increase in repetitive, ritualistic behavior

- vermehrtes repetitives, ritualisiertes Verhalten

 

Siehe dazu auch unten: Katatonie und OCD

 

S. 766

[Katatonie, Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis, Herpes-simplex-Enzephalitis:]

 

Katatonische Symptome kommen häufig vor bei der Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis.

Infos bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis

https://en.wikipedia.org/wiki/Anti-NMDA_receptor_encephalitis

Daraus, WICHTIG:

“… Another established trigger is herpesviral encephalitis, while the cause in others cases is unclear.”

[… Ein weiterer Auslöser einer Katatonie ist die Herpes-Enzephalitis …]

 

Infos bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Herpes-simplex-Enzephalitis

https://en.wikipedia.org/wiki/Herpesviral_encephalitis

Daraus, WICHTIG:

„… clinicians should be aware that HSV encephalitis can mimic a stroke.”

[… Die Herpes-simplex-Enzephalitis kann einem Schlaganfall ähneln.] !

 

WICHTIG zu wissen ist, dass bei der Primärinfektion der Herpex-simplex-Enzephalitis bevorzugt Temporal- und Frontallappen befallen werden.

.

Klinik beim Temporalhirnsyndrom:

- Aphasie*, wenn dominante Hirnhälfte betroffen

- epileptische Anfälle, insb. psychomotorische

- homonyme Hemianopsie*

- evtl. diskrete/leichte Hemiparese*

- Gedächtnisstörungen

- depressiv-hypochondrische Verstimmung

 

Klinik beim Frontalhirnsyndrom u. a.:

- Antriebsminderung

- Perseveration*

- Echolalie*, Echopraxie*

- motorische Aphasie*, wenn dominante Hirnhälfte betroffen

- Ataxie*

 

 

Erklärung der *-Begriffe:

* Aphasie = ‚Sprachlosigkeit‘

* Homonyme Hemianopsie = gleichseitige Halbseitenblindheit

* Hemiparese = inkomplette Lähmung einer Körperhälfte

* Perseveration = krankhaftes Beharren, Haftenbleiben oder Nachwirken von einmal aufgetauchten psychischen Eindrücken (z. B. Gedanken oder Vorstellungen). Dazu zählt auch das beharrliche Wiederholen von Bewegungen, Wörtern oder Zahlen in unpassendem Zusammenhang. [Wikipedia]

* Echolalie = Wiederholung gehörter Wörter oder Sätze ohne Rücksicht auf Inhalt und Situation [Anmerkung dazu: Ich denke nicht, dass diese Erklärung in jedem Falle stimmen muss, denn: vielleicht wollen hier (insbesondere) Kinder einfach nur üben (Sprechen, Hören …) durch ihr Wiederholen, oder sie haben einfach nur Freude an diesem Nach-Sprechen; ich wiederhole manchmal das Gesagte, um damit zu signalisieren, dass ich es gehört habe, aber Zeit brauche, um darüber nachzudenken, bis ich antworten kann …]; Echopraxie = Nachahmen von Bewegungen anderer Personen [Anmerkung: vielleicht auch einfach ein Üben von Bewegungen, Bewegungsfolgen oder Nachahmen aus reiner Freude am Bewegen …].

* Ataxie = Störung der Koordination von Bewegungsabläufen

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Frühgeborene, Risperdal & Co., Versuchskaninchen, Zolpidem

Diskussionsseite – Epileptoide Krankheiten, Migrälepsie  

CVI-Begriffe [in Arbeit]

Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokales Syndrom

Zum Nachdenken – Aphasie, Ataxie

 

 

S. 767

Katatonie und OCD (OCD = Obsessive compulsive disorder/Zwangsstörung)

Manche Forscher sehen eine allgemeine Langsamkeit als eines der drei Hauptsymptome bei OCD, die sich bei schweren Formen als Katatonie-ähnliches Verhalten zeigen kann.

 

Zum Nachdenken – ZUSAMMENHÄNGE …

Aus: https://www.madinamerica.com/2021/01/pies-chemical-imbalance-deception/

“Even our movements are slowed without dopamine. …

Some individuals who wind up with too much serotonin are prone to develop various kinds of anxiety disorders, such as obsessive-compulsive or panic disorder. …

Serotonin does not act independently of other neurotransmitters, of course.  When its string sounds, it actually dampens the reverberations of dopamine.  This may be part of a subtle homeostatic system in the brain, designed to keep mood and motor activity in careful balance. …

glutamate is actually the precursor of GABA. …”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt:

Sogar unsere Bewegungen werden langsam ohne Dopamin. …

Zuviel Serotonin führt bei manchen Menschen zu verschiedenen Angst-Störungen, wie z. B. zu Zwangsstörungen oder Panik-Störungen. …

Serotonin agiert nicht unabhängig von anderen Neurotransmittern, es ‚dämpft‘ die Wirkung von Dopamin und ist vermutlich Teil homöostatischen Systems im Gehirn, das Stimmung und motorische Aktivität sorgfältig im Gleichgewicht halten soll. …

… Glutamat ist Vorläufer von GABA. …]

Siehe dazu auch: Blogbuchgedanken – Psychiatrie

 

Man unterscheidet bei der Katatonie zwei Formen:  

.

1.

2.

Katatoner Sperrungszustand mit Hemmung der Motorik mit:  

- Stupor (= Reglosigkeit)

- Negativität

- Rigidität (= Steifheit, Starrheit) der Muskulatur 

 

Katatoner Erregungszustand mit psychomotorischer Erregung

[Psychomotorik = körperliches Bewegungs- und Ausdrucksverhalten, das durch psychische Vorgänge beeinflusst wird]

 

Dauer: Tage bis Monate, manchmal mit schnellem Wechsel zwischen beiden Formen.

 

- S.a.u.: Tabelle – Vergleichende Gegenüberstellung Katatonie – Psychose – Schizophrenie – Delir -

 

Eine Frage zu diesen beiden Formen:

Kann es sein, dass …

- bei der ‚gehemmten Motorik‘ der Dopamin-Mangel bereits weit fortgeschritten/manifest ist?

- die ‚psychomotorische Erregung‘ Ausdruck des ‚automatischen Gegensteuerns‘ des Körpers ist, wobei die Bewegung (‚Exercise‘) zur Ausschüttung von Dopamin führen soll?

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Insulinschocktherapie (Laufen und Dopamin), Risperdal & Co., Zolpidem  

Und:

Tagebuchnotizen –

04-2020 (Eintrag 16.04.2020: Serotonin = Gegenspieler von Dopamin; etc.)

09-2019 – Einträge:

10.09.2019 – 1. (Stress, Glutamat und GABA) 

17.09.2019 – 1.

27.09.2019 – 1. (‚Denkfehler‘)

 

Und zu Stress, ‚Laufen und Dopamin‘ – ZUSAMMENHÄNGE:

1. Bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Exercise

“Exercise reduces levels of cortisol, …”

2. Physical Activity and Brain Health 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6770965/

5. Exercise-Dependent Production of Dopamine, Endocannabinoids, and Opioids: Effects on Mood, Analgesia, and Happiness (and Cortisol, GABA, Glutamate)

5.1 Dopamine: “Even though the mechanisms by which exercise, through dopamine, creates positive effects on brain functions are yet to be elucidated, a few hypotheses have been proposed. …”

3. Regulation of brain function by exercise

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12758062/

Exercise leads to increased serum calcium levels, and the calcium is transported to the brain. This in turn enhances brain dopamine synthesis through a calmodulin-dependent system, and increased dopamine levels regulate various brain functions.”

 

Infos zu OCD bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsst%C3%B6rung (Zwangsstörung)

https://en.wikipedia.org/wiki/Obsessive%E2%80%93compulsive_disorder

Daraus: “Risk factors include a history of child abuse or other stress-inducing event. Some cases have been documented to occur following infections. … Abnormalities in glutamatergic neurotransmission have implicated in OCD.”

[Risikofaktoren: Missbrauch in der Kindheit oder andere stress-auslösende Vorkommnisse, Infektionen, Abweichungen im glutamatergen System.]

 

S. 768

Pervasive refusal syndrome (PRS)

Eine seltene Erkrankung, die zwar in der Literatur erwähnt wird, aber nicht im ICD und DSM aufgeführt ist. PRS kann eine Katatonie ‚imitieren‘. (Angedachte/Proposed) Kriterien:

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Partial or complete refusal in three or more of the following domains: eating, mobilization, speech, social contacts.

Teilweises oder gänzliches Verweigern in drei oder mehr der folgenden Bereiche: Essen, körperliche Aktivität, Sprechen, soziale Kontakte.

Active refusal to acts of help and encouragement.

Hilfs- und Ermunterungsangebote werden nicht angenommen.

Social withdrawal and school refusal.

Sozialer Rückzug und Schulverweigerung.

No organic or psychiatric condition accounts for the severity of the degree of symptoms.

Keine andere organische oder psychiatrische Störung liegt der Schwere der Symptome zugrunde.

The patient’s condition is serious.

Der Zustand des Patienten ist ernst.

 

Weitere Infos bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Pervasive_refusal_syndrome

Daraus: „Trauma might be a causal factor because PRS is repeatedly seen in refugees and witnesses to violence. Viral infections might be a risk factor for PRS.”

[Mögliche Ursachen: Trauma, virale Infektion.]

 

 

S. 768

Tödliche Katatonie – typischer Verlauf

1. Zweiwöchige Prodromalphase (Vorläuferstadium) mit: 

Emotionaler Labilität, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Appetit-Störungen (appetite disturbance).

2. Anhaltende, schwere Agitation mit Störungen des Bewusstseins; auch Mutismus, ‚Posturing‘ und Katalepsie (anhaltendes Verharren in einer bestimmten Körperhaltung) wurden beobachtet.

3. Mit zunehmender Desorganisation des Verhaltens zeigen sich zunehmende somatische Probleme:

- Fieber

- Blutdruckschwankungen

- Koma

- Herz-Lungen-Insuffizienz

- zunehmende Muskelspannung (!) und ‚Posturing‘

- Tod

 

S. 769

Tödliche Katatonie und Stress

Bisher wurde Katatonie im Allgemeinen nicht in diesem Zusammenhang gesehen, aber eine neue Idee, die präsentiert wurde, ist die der Katatonie als akute Stress-Reaktion. Da sich Benzodiazepine als sehr effektiv in der Behandlung der Katatonie erwiesen haben, scheint damit diese Theorie auch bewiesen zu sein.

 

Stress und seine Auswirkungen – zur Erinnerung …

Die Stress-Reaktion nach Dr. Strunz

ZUSAMMENHÄNGE: Stress, Cortisol, Glutamat und GABA

.

Dr. Strunz erklärt es in seinem ‚schlaf gut buch‘* so:

·        Stress -> führt zur Ausschüttung von Cortisol in großen Mengen

·        Cortisol -> gibt das Signal für immer mehr Produktion von Glutamat

·        GABA-Kurve -> knickt nach unten weg …

 

Und ein Mangel an GABA führt zu: 

·        Depression

·        Angstzuständen

·        (damit zu noch mehr) Stress

·        Schlafproblemen

 

Auch wichtig, wie Dr. Strunz schreibt: 

Cofaktoren für die GABA-Synthese sind Vitamin B6, Zink, Kalzium und Magnesium. 

Und was man dazu auch wissen sollte:

·        „Guter Schlaf beginnt nicht im Gehirn, sondern im Darm.“

·        „An Vitamin-B6-Mangel leidet Schätzungen zufolge jeder zweite Deutsche.“

·        „Magnesiummangel ist noch stärker verbreitet als Vitamin-B6-Mangel – fast 80 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer haben zu wenig davon.“

·        „Wer nicht schläft, tickt aus.“

Und wichtig, gerade auch im Zusammenhang mit Autismus:

·        Glutensensitivität kann die Aufnahme von Vitamin B6 behindern, als Folge tritt dann ein Mangel an GABA auf und in der Folge wiederum Schlafprobleme.“

Symptome bei Glutensensitivität, die Dr. Strunz nennt, sind:

·        Verdauungsprobleme

·        Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen

·        Müdigkeit

Und er schreibt:

·        „Nicht verwechseln: Eine Glutensensitivität ist keine Glutenunverträglichkeit.“

 

[Dr. med. Ulrich Strunz: das schlaf gut buch; Heyne 2018; S. 75ff. Und ich hoffe sehr, dass ich auch hier keine Copyright-Rechte verletze.]

 

 

[Siehe dazu auch: Tagebuchnotizen 05-2019 (Eintrag 02.05.2019 – 3.: Schlaflosigkeit II)]

 

Die ‚Stress-Reaktion nach Dr. Strunz‘ erklärt - oder vielmehr ‚untermauert‘ – somit auch sehr gut die Hypothese zur Ätiologie/Ursache der Katatonie:

 

1. Hyperaktivität des glutamatergen Systems (-> Stress -> Cortisol á -> Glutamat á)

2. Hypoaktivität des GABAergen Systems im ZNS (-> GABA â)

Und im Zusammenhang mit den motorischen Symptomen

3. Dopamin-Ausschüttung in kortikalen und subkortikalen Bereichen (s.o.: Katatonie und OCD)

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Zolpidem

Tagebuchnotizen 09-2019 (Eintrag 10.09.2019 – 1.: Stress, Glutamat und GABA) 

Zurück zum Text …

 

S. 769

Behandlung der Katatonie

[-> Hierzu bitte auch die Leseliste im ANHANG 1 beachten und ANHANG 2!]


Benzodiazepine:

Lorazepam

 

[„In France, zolpidem has also been used in diagnosis, …”

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia]

 

Elektrokrampftherapie:

- bei der ‚malignen Katatonie‘ oder beim ‚malignen neuroleptischen Syndrom‘

- NICHT bei autoimmunologischen Prozessen (-> hier auch Benzodiazepine)

 

Atypische Antipsychotika:

- Neuroleptika NICHT in der akuten Phase (-> aufgrund ihrer Ineffektivität und des Risikos der Verschlechterung der katatonen Symptome)

 

[„Antipsychotics should be used with care as they can worsen catatonia and are the cause of neuroleptic malignant syndrome*, a dangerous condition that can mimic catatonia and requires immediate discontinuation of the antipsychotic.”

Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Antipsychotika sollten mit Vorsicht verwendet werden, da sie eine Katatonie verschlechtern und auch das ‚Maligne Neuroleptika-Syndrom‘* verursachen können, eine gefährliche Störung, die eine Katatonie ‚imitieren‘ kann, und ein sofortiges Absetzen des Antipsychotikums erfordert.]

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia

Daraus auch: “The signs and symptoms of malignant catatonia overlap significantly with neuroleptic malignant syndrome (NMS) …”

* Malignes Neuroleptika Syndrom:

https://en.wikipedia.org/wiki/Neuroleptic_malignant_syndrome

https://de.wikipedia.org/wiki/Malignes_Neuroleptika-Syndrom]

 

NMDA-Rezeptor-Antagonisten:

- Amantadin (dopaminerges Antiparkinsonmittel und Virostatikum gegen Influenza-Virus Typ A)

- Memantin (nicht-kompetitiver NMDA-Rezeptor-Antagonist; Indikation: Alzheimer-Krankheit, Kontraindikation: Epilepsie, schwere Nierenfunktionsstörung)

 

Kausale Therapie: 

Autoimmune Katatonie

- Immunsuppressive Behandlung (Kortikoide, Plasmaaustausch, Immunglobuline intravenös, immunsuppressive Medikamente)

Bei organischen Störungen/metabolischen Erkrankungen

- spezielle Diäten

- Nahrungsergänzung (Kreatin*-Defizit)

- Vitamin B12 und Folsäure

- Bei Morbus Wilson: Medikamente zur Förderung der Kupferausscheidung

 

* Kreatin = Zwischenprodukt des Aminosäurestoffwechsels; in der Muskulatur als Kreatinphosphat (nach dem 4. Lebensjahr); Biosynthese in Leber und Niere aus Glycin, der Guaninogruppe von Arginin und der Methylgruppe von Adenosylmethionin; Kreatinphosphat erhöht die Glukoseaufnahmefähigkeit des Muskels und verstärkt somit die blutzuckersenkende Wirkung des Insulins. Kreatin wird auch mit Fleischnahrung aufgenommen; ausgeschieden wird es im Harn als Kreatinin. [Pschyrembel]

 

Zu ‚Kreatin und Autismus’ gibt es auch einen Beitrag von Paul Whiteley, mit weiteren Verlinkungen:

[08.07.2012] Inborn errors of creatine metabolism and autism

https://questioning-answers.blogspot.com/2012/07/inborn-errors-of-creatine-metabolism.html

 

Infos bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreatin

Daraus: „Kreatin ist für die normale Entwicklung des menschlichen Körpers und eine optimale Funktion der Körperorgane (Muskeln, Gehirn, Nerven, Seh- und Hörvorgang sowie die Fortpflanzung) notwendig. …“

https://en.wikipedia.org/wiki/Creatine

Daraus: “Creatine is not an essential nutrient as it is naturally produced in the human body from the amino acids glycine and arginine, with an additional requirement for methionine …”

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Aminosäuresequenzen (Arginin, Glycin, Methionin; Harnstoffzyklus)

Zum Nachdenken – Cholin/Methionin/Glycin/Threonin

 

S. 772

Fazit

Die Idee, Katatonie als ein eigenständiges Syndrom zu sehen, ist inzwischen allgemein akzeptiert.

Eine genaue Diagnose und Differentialdiagnose sind wichtig, da Fehldiagnosen fatale (verheerende, tödliche) Konsequenzen haben können.

 

Auch Wikipedia schreibt:

·        „Die Vielfalt der tatsächlich möglichen Zusammenhänge verdeutlicht die Schwierigkeiten bei der Diagnosestellung und bezüglich der Wahl der richtigen Therapie. In der neuen ICD-11 ist erstmals eine eigene Diagnosekategorie – getrennt von der Gruppe der Schizophrenien – vorgesehen.“

[Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Katatonie]

- Siehe dazu auch ANHANG 2: Vergleichende Gegenüberstellung wichtiger Symptome bei Katatonie, Psychose, Schizophrenie und Delir -

 

 

Zum Abschluss noch einmal aus S. 765:

 

Die häufigste Form der Katatonie bei Kindern [und wohl auch bei Erwachsenen] ist ein Mix aus:

Katatonie, Autismus und Psychose

Lt. Pschyrembel 2007:

.

Katatonie

Autismus

Psychose

Zwei Formen:

1. Katatoner Sperrungszustand mit Hemmung der Motorik mit:

- Stupor (Reglosigkeit)  

- Negativität

- Rigidität der Muskulatur 

 

2. Katatoner Erregungszustand mit psychomotorischer Erregung

 

Dauer: Tage bis Monate, manchmal mit schnellem Wechsel zwischen beiden Formen.

 

Kontaktstörung mit qualitativen Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion, der Kommunikation und Sprache sowie repetitiven, restriktiven und stereotypen Verhaltensmustern.

Einteilung:

1. frühkindlicher Autismus

2. Asperger-Syndrom

3. atypischer Autismus

3. Autismus-Spektrum-Störung

 

Symptome:

- Bewusstseins-,

- Gedächtnis-,

- Orientierungs-Störungen

- Wahn

- Halluzinationen

 

Zykloide Psychose - Formen:

1. Angst-Glücks-Psychose

2. Verwirrtheitspsychose

3. Motilitätspsychose

 

 

Zum Weiterlesen, Vertiefen …

 

1. Manuel Casanova schreibt zur Katatonie:

·        „It is most often associated with schizophrenia and bipolar disorder but it is becoming increasingly associated with autism.” (S. 170)

·        [Übersetzt in etwa: Katatonia wird meist in Verbindung gebracht mit Schizophrenie oder der Bipolaren Störung, mehr und mehr inzwischen aber auch mit Autismus.]

 

Eine Mutter berichtet in diesem Kapitel über ihren Sohn:

·        „It is known that stress, anxiety and fear* are some of the precipitating factors for catatonia-like symptoms. My son had suffered a terrible breakdown, he was constantly pacing the house with his arms bent at the elbows and his hands pointing downwards** with his head flexed back …” (S. 170)

·        [Übersetzt in etwa: Es ist bekannt, dass Stress, Angst und Befürchtungen Katatonie-ähnliche Symptome auslösen können. Mein Sohn hatte einen schrecklichen Nervenzusammenbruch, er lief ständig im Haus auf und ab und hatte dabei seine Arme im Ellbogen angewinkelt, und seine Hände zeigten nach unten, sein Kopf war zurückgebeugt …“] (Siehe dazu auch oben: Tödliche Katatonie und Stress)

 

* Übersetzungen für ‚fear‘: Angst, Furcht, Befürchtung, Ängstigung, Schreck.

** Diese Beschreibung erinnert etwas an die sogenannte ‚Thalamushand‘; im Pschyrembel wird sie beschrieben als: „Haltungsanomalie der Hand mit Pronation des Unterarms, Beugung der Hand und der Finger im Grundgelenk, Streckung der Finger in den übrigen Gelenken bei unwillkürlicher Bewegungsunruhe infolge Herabsetzung der Tiefensensibilität.“

 

[Quelle: Manuel Casanova – Autism Updated: Symptoms, Treatments and Controversies. Empowering parents and autistic individuals through knowledge; 2019. - Und ich hoffe sehr, dass ich auch hier keine ‘Copyright-Rechte’ verletze.]

 

2. [01.08.2006] Update on Catatonia

[psychiatrictimes.com/view/update-catatonia]

- Man beachte bitte vor allem die Zusammenfassung (Summary) am Ende -

 

3. Informationen zur Katatonie gibt es auch auf dieser Internetseite:

https://www.ucl.ac.uk/mental-health/research/catatonia

Daraus:

Katatonie ist ein psychiatrischer Notfall, der umgehend erkannt und behandelt werden sollte. Entscheidend für eine angemessene Behandlung ist es, die zugrundeliegende Ursache zu ermitteln.  

·        “Catatonia is an important neuropsychiatric disorder that was described in print in 1868 by Karl Kahlbaum. It is a psychiatric emergency and requires prompt recognition and treatment. … It is critical to identify the underlying cause, so that appropriate treatment can be directed.”

 

Und daraus:

Behandlung der Katatonie

[-> Hierzu bitte die Leseliste im ANHANG 1 beachten und ANHANG 2!]

.

“Benzodiazepines are usually preferred as a first-line treatment, but ECT is sometimes given in life-threatening situations or where it is required to treat the underlying disorder as well.

If lorazepam treatment is not successful, ECT is the next recommended step.

Other medications with weak evidence supporting their use are amantadine, memantine, antipsychotics, carbamazepine, valproate and topiramate.”

 

Übersetzt in etwa: Benzodiazepine werden als Sofort-Maßnahme bevorzugt, aber auch eine ECT (Elektrokrampftherapie) wird manchmal in lebensbedrohlichen Situationen angewandt oder wenn es die zugrundeliegende Störung erfordert.

Wenn die Behandlung mit Lorazepam nicht erfolgreich ist, ist ECT der nächste empfohlene Schritt.

Weitere Medikamente mit allerdings schwacher Evidenz, was deren Nutzen anbelangt, sind Amantadin, Memantin, Antipsychotika, Carbamazepin, Valproat und Topiramat.

 

 

4. Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Katatonie

Daraus: „Die Vielfalt der tatsächlich möglichen Zusammenhänge verdeutlicht die Schwierigkeiten bei der Diagnosestellung und bezüglich der Wahl der richtigen Therapie. In der neuen ICD-11 ist erstmals eine eigene Diagnosekategorie – getrennt von der Gruppe der Schizophrenien – vorgesehen.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia

https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia#Subtypes

https://en.wikipedia.org/wiki/Catatonia#Diagnosis

Daraus: “Abnormalities in GABA, glutamate signaling, serotonin, and dopamine transmission are believed to be implicated in catatonia. … Furthermore, it has also been hypothesized that pathways that connect the basal ganglia with the cortex and thalamus is involved in the development of catatonia.”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Abweichungen der Signalübertragung von GABA, Glutatmat, Serotonin und in der Übertragung von Dopamin scheinen an der Ausbildung einer Katatonie beteiligt zu sein. … Auch wird vermutet, dass Leitungswege, die die Basalganglien mit dem Kortex und Thalamus verbinden, beteiligt sind.] (Siehe dazu auch: Tractus A-Z)

 

Basalganglien = Stammganglien:

https://de.wikipedia.org/wiki/Basalganglien (WICHTIG: Glutamat und GABA, Frontallappen)

https://en.wikipedia.org/wiki/Basal_ganglia

“Substantia nigra pars compacta (SNc) however, produces the neurotransmitter dopamine, which is very significant in maintaining balance in the striatal pathway. … The subthalamic nucleus is a diencephalic gray matter portion of the basal ganglia, and the only portion of the ganglia that produces an excitatory neurotransmitter, glutamate. … One intensively studied function of the basal ganglia is its role in controlling eye movements.”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Die Substantia nigra produziert Dopamin, … Der Nucleus subthalamicus … ist Teil der grauen Substanz der Basalganglien und der einzige Teil der Ganglien, die den exzitatorischen Neurotransmitter Glutamat produzieren. … Eine intensiv erforschte Funktion der Basalganglien ist ihre Rolle in der Kontrolle von Augenbewegungen.]

https://en.wikipedia.org/wiki/Basal_ganglia#Neurotransmitters (and Neuropeptides)

https://en.wikipedia.org/wiki/Basal_ganglia#Clinical_significance !

 

Karl Leonhard:

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Leonhard

Daraus: „Leonhard war Humanist und setzte sich zeitlebens für einen würdevollen Umgang mit psychisch erkrankten Menschen ein. Während der Zeit des Dritten Reiches gehörte Leonhard, wie Karl Kleist, zu denjenigen Psychiatern, die keine gefährdenden Diagnosen mehr stellten, um die Patienten vor der Ermordung im Rahmen der Aktion T4 zu bewahren. …“

https://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Leonhard

https://de.wikipedia.org/wiki/Zykloide_Psychosen

 

ANHANG 1:

Leseliste …

 

Zu Benzodiazepinen:

 

1. Blogbuchgedanken – [Risperdal & Co.], Zolpidem

2. Tagebuchnotizen 06-2019 (Eintrag 06.06.2019 – 4.)

3. Tagebuchnotizen 08-2019 (Eintrag 26.08.2019 – 3.)

4. Text von Paul Whiteley: GABA Dabba Doo/ What is GABA?

https://questioning-answers.blogspot.com/2012/07/gaba-autism-neurotransmitter.html

 

Zur Kontroverse um die Elektrokrampftherapie/Elektrokonvulsionstherapie:

 

1. Peter Lehmann: Aufklärungsbogen Elektroschock [EKT/ECT]

http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/gesundheit/aufklaerungsbogen-elektroschock.htm

Daraus: „Insofern wurde im deutschsprachigen Raum im internationalen Vergleich lange Zeit recht zurückhaltend elektrogeschockt. Zudem kamen Patientinnen und Patienten mit maligner Katatonie in die internistische Medizin, wo man sie meist mit Benzodiazepinen oder anderen krampflösenden Medikamenten behandelte. Intern gestehen Psychiater ein, dass Elektroschocks auch bei schweren Depressionen mitnichten eine Ultima ratio darstellen, das heißt das letzte Mittel bei Lebensgefahr. Es bestünden immer Alternativen, zum Beispiel die Intensivierung psychotherapeutischer Maßnahmen.“

 

2. Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokonvulsionstherapie [EKT]

https://en.wikipedia.org/wiki/Electroconvulsive_therapy

„Electroconvulsive therapy (ECT), formerly known as electroshock therapy, is a psychiatric treatment in which seizures in the brain (without muscular convulsions) are electrically induced in patients to provide relief from mental disorders. …”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Die EKT, früher als Elektroschocktherapie bezeichnet, ist eine psychiatrische Behandlung, bei der Anfälle im Gehirn (ohne muskuläre Krämpfe) elektrisch ausgelöst werden, um Patienten damit Linderung ihrer ‚geistigen Krankheiten‘ zu verschaffen. …]

 

“The American Psychiatric Association (APA) report in 2001 acknowledges: ‘In some patients the recovery from retrograde amnesia will be incomplete, and evidence has shown that ECT can result in persistent or permanent memory loss’. … ECT can cause a lack of blood flow and oxygen to the heart, heart arrhythmia, and ‘persistent asystole’. Deaths, however, are very rare after ECT: …”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Laut einem Bericht der ‚American Psychiatric Association’ aus dem Jahr 2001 sind mögliche Folgen einer EKT eine bleibende retrograde Amnesie, evtl. auch ein anhaltender oder bleibender Gedächtnisverlust, eine mangelnde Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens [und des Gehirns?], Herz-Arrythmien und eine anhaltende Asystolie [= Herz-Kreislauf-Stillstand infolge fehlender elektrischer Herzaktivität und nachfolgender fehlender Kontraktion des Herzens]. Zum Tod nach einer Behandlung komme es jedoch sehr selten. …]

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Electroconvulsive_therapy#Controversy

„Surveys of public opinion, the testimony of former patients, legal restrictions on the use of ECT and disputes as to the efficacy, ethics and adverse effects of ECT within the psychiatric and wider medical community indicate that the use of ECT remains controversial.”

 

[Übersetzt in etwa, etwas gekürzt: Umfragen und Aussagen von Patienten, gesetzliche Auflagen zur Anwendung und eine grundsätzliche Uneinigkeit zu Wirksamkeit, Ethik und unerwünschten Nebenwirkungen zwischen Psychiatern und der weiteren medizinischen Fachwelt zeigen, dass die Anwendung umstritten ist/bleibt.]

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Electroconvulsive_therapy#Famous_cases

[Berühmte Fälle: Ernest Hemingway etc.]

 

Zu Antipsychotika/Neuroleptika:

 

1. The case against antipsychotics

https://www.madinamerica.com/wp-content/uploads/2016/07/The-Case-Against-Antipsychotics.pdf (PDF; 46 Seiten)

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2. Randomized Controlled Trial Confirms That Antipsychotics Damage the brain

https://www.madinamerica.com/2020/07/randomized-controlled-trial-confirms-antipsychotics-damage-brain/

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3. Iatrogenic Effects of Neuroleptics: An Introduction to Peter Lehmann’s Work

https://madinasia.org/2020/10/iatrogenic-effects-of-neuroleptics-an-introduction-to-peter-lehmanns-work/

+ PDF:

Aufklärungsbögen Antipsychotika in deutscher, englischer, französischer, polnischer, spanischer, rumänischer, serbokroatischer, türkischer, russischer und arabischer Sprache

http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/gesundheit/pdf/aufklaerung-nl-inter.pdf

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4. Effects of Antipsychotic Medication on Brain Structure in Patients With Major Depressive Disorder and Psychotic Features

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32101271/

--

5. The British Psychological Society:

Risperidone Risks For Vulnerable Children In The UK

https://www.bps.org.uk/blogs/guest/risperidone-risks-vulnerable-children-uk?fbclid=IwAR0mRThmpC_kf3NxeyYStrGAITI_dP-YvhuIDLM4-iVe5scr7orsjQoNCsw

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6. A Short History of Tardive Dyskinesia: 65 Years of Drug-Induced Brain Damage That Rolls On and On

https://www.madinamerica.com/2020/11/tardive-dyskinesia-brain-damage/

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7. Neuroleptics and Tardive Dyskinesia in Children

https://www.behaviorismandmentalhealth.com/2014/02/26/neuroleptics-and-tardive-dyskinesia-in-children/

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8. Antipsychotics as environmental pollutants: An underrated threat?

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33485196/ [Abstract]

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Und:

Asylum Magazine (Volume 17 No 2) Summer 2010:

What Everyone Should Know About Psychiatric Medication

https://asylummagazine.org/2010/06/asylum-magazine-volume-17-no-2-summer-2010/

 

Zu Schizophrenie:

 

1. [1988] Abandoning the concept of 'schizophrenia': some implications of validity arguments for psychological research into psychotic phenomena

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3063319/

--

2. [2006] Renaming schizophrenia: a Japanese perspective

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1472254/ [Article]

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3. [2016] “Schizophrenia” does not exist. Discuss.

https://questioning-answers.blogspot.com/2016/02/schizophrenia-does-not-exist-discuss.html

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4. [2017] APA: Drop the Stigmatizing Term “Schizophrenia”

https://www.madinamerica.com/2017/12/apa-drop-stigmatizing-term-schizophrenia/

 

Zur Dopaminhypothese der Schizophrenie:

 

1. Anti-NMDA receptor encephalitis, autoimmunity, and psychosis

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25458857/

“This presentation converges with long-standing evidence on multiple fronts supporting the glutamatergic model of schizophrenia.”

[Diese Präsentation unterstützt die Glutatmat-Hypothese der Schizophrenie.]

--

2. Thinking glutamatergically: changing concepts of schizophrenia based upon changing neurochemical models

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20880830/

 

ANHANG 2:

Vergleichende Gegenüberstellung wichtiger Symptome bei Katatonie, Psychose, Schizophrenie und Delir und ‚Mein Fazit‘

.

Katatonie

Psychose

Schizophrenie

Delir

Zwei Formen:

1. Katatoner Sperrungszustand mit Hemmung der Motorik mit:

- Stupor*

- Negativität

- Rigidität* der Muskulatur 

 

2. Katatoner Erregungszustand mit psychomotorischer Erregung

 

Weitere Symptome:

- Stereotypien

- Manierismen 

- Katalepsie*

- Flexibilitas cerea*

- Mutismus

 

Dauer:

Tage bis Monate, manchmal mit schnellem Wechsel zwischen beiden Formen.

Symptome:

- Bewusstseins-,

- Gedächtnis-,

- Orientierungs-Störungen

- Wahn

- Halluzinationen

 

Zykloide* Psychose:

Formen:

1. Angst-Glücks-Psychose (mit phasenhaftem Wechsel zwischen paranoid gefärbter Angst, ekstatischer Stimmung, altruistisch geprägten Glücks- und Erlösungsideen)

 

2. Verwirrtheitspsychose (mit Denkstörungen, Verkennung von Personen oder Situationen, Wechsel von Denkhemmung und beschleunigtem Denken)

 

3. Motilitätspsychose (mit häufigem Wechsel von Akinese und Hypokinese = Verminderung bzw. Steigerung der Ausdrucks- und Reaktivbewegungen)

 

Symptome:

- Denkstörungen

- Wahn

- Sinnestäuschungen (v.a. akustische Halluzinationen)

- Ambivalenzen*

- Autismus

- psychomotorische Störungen (evtl. auch als Stupor oder Katatonie)

- Störungen der Affektivität (z.B. Albernheit, läppischer Affekt)

- Ich-Erlebens-Störungen

 

Symptome:

- Bewusstseins-,

- Aufmerksamkeits-,

- Orientierungs-Störungen

- (v.a. optische) Halluzinationen)

- Affektive Störungen: Angst, Reizbarkeit, Ratlosigkeit 

- Vegetative Störungen: Tachykardie*, Schwitzen

- Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

- Tremor*

- motorische Unruhe

 

Ursachen:

- Intoxikationen (= Vergiftungen), v.a. durch Alkohol

- Infektionen

- Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)

- hohes Fieber

- nach Operationen

 

[Quelle: Pschyrembel 2007]

 

Erklärungen der *-Begriffe:

* Stupor = Reglosigkeit

* Rigidität = Steifheit, Starrheit

* Katalepsie = anhaltendes Verharren in einer bestimmten Körperhaltung

* Flexibilitas cerea = wachsartige Biegsamkeit der Extremitäten mit Beibehalten der eingenommen (oder vom Untersucher vorgegebenen) Körperstellung

* Zykloide Psychose = Bezeichnung für eine nicht allg. anerkannte Untergruppe der nichtorganischen Psychosen (K. Leonhard); Symptome wie bei Schizophrenie. Verlauf phasenhaft (zykloid) mit symptomfreien Intervallen.

* Motilität = Bewegungsvermögen, i.e.S. von Organen, deren Bewegungen reflektorisch oder vegetativ reguliert werden (z.B. Peristaltik)

[Peristaltik = … Wandbewegung von Hohlorganen …]

* Ambivalenz = Nebeneinander gegensätzlicher Vorstellungen, Wünsche oder Absichten, unter Umständen mit der Folge einer Handlungsunfähigkeit

* Tachykardie = beschleunigter Herzschlag (Anstieg der Herzfrequenz)

* Tremor = Zittern

 

Mein Fazit …

 

Nach allem, was ich gelernt und wie ich mich selbst auch jeweils dabei erlebt habe, sehe ich meine ‚Ausnahmezustände‘* inzwischen als katatone Zustände mit psychomotorischer Erregung.  

(Vgl. oben: Katatonie, [OCD], Dopamin, Tödliche Katatonie und Stress und ‚Bericht einer Mutter‘)

 

Und vor allem sehe ich mich inzwischen auch als ‚geheilt‘ an, weil …

1. ich immer besser verstehen kann, nachvollziehen kann, warum ich bin, wie ich bin und all die Probleme habe, die ich habe (siehe dazu vor allem: Blogbuchgedanken – CVI);

2. mir mehr und mehr bewusst geworden ist, was jeweils diese übergroße Angst in mir ausgelöst hat. (Siehe dazu insbesondere auch Tagebuchnotizen 06-2019 (Eintrag 28.06.2019 – 2. und 07-2020 (Eintrag 09.07.2020))

 

Und dieses Wissen wird mich, worauf ich hoffe, vor weiteren ‚Ausnahmezuständen‘* bewahren können, weil nun „niemand mehr diese ‚Angst-Knöpfe’ drücken und damit mächtige Gefühle auslösen kann.“ **

 

Und falls doch? So habe ich inzwischen auch eine Patientenverfügung, und in dieser ist u. a. vermerkt, dass man mir, falls ich doch einmal wieder in einen ‚Ausnahmezustand‘* geraten sollte, keinesfalls Antipsychotika/Neuroleptika verabreichen darf, sondern nur Lorazepam (Tavor) oder Zolpidem (vgl. oben: Behandlung der Katatonie).

 

Worüber sich die Psychiatrie dringend Gedanken machen sollte:

 

1. Über diesen Angst-Stress-Trauma-Mechanismus, denn:

Wer diesen Angst-Stress-Trauma-Mechanismus einmal begriffen hat, der braucht keine ‚psychiatrischen Diagnose-Schubladen‘ mehr, um einem Menschen helfen zu können (und insbesondere auch keine Antipsychotika als ‚Therapie‘), sondern nur diese Worte, um zu verstehen, was wirklich nötig ist: Dass nämlich Psychiater genauso umgehend und selbstverständlich, wie Rettungssanitäter und Ärzte körperliche Wunden ‚verarzten‘ und den weiteren Heilungsverlauf überwachen, seelische Wunden behandeln und zur weiteren Heilung beitragen sollten.

 

2. Dass sie sich vergegenwärtigen, dass Männer gänzlich andere Erfahrungen machen während ihres gesamten Lebens (nur allein aufgrund der Tatsache, männlichen Geschlechts zu sein), als Frauen, und dass aus dieser männlichen Erfahrungswelt heraus ein Einfühlen in die Lebens- und Gefühlswelt von Frauen vermutlich oft nahezu unmöglich ist. Und das nicht nur, aber insbesondere gerade bei hochsensiblen und damit auch hochverletzlichen Menschen (beiderlei Geschlechts). –

Aber gerade diese seelische VERLETZLICHKEIT und all die daraus resultierenden VERLETZUNGEN genauer zu betrachten, sollte die Hauptaufgabe der Psychiatrie sein, damit Heilung möglich ist, und in der Folge auch Leben gelingen kann, Beziehungen gelingen können.

 

3. Und auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Die Elektrokrampftherapie (EKT, s. o.) erinnert mich immer etwas an das Fremdstarten eines Autos bei leerer Batterie. Und man kann natürlich ein Auto, dessen Batterie leer ist, ständig fremdstarten – aber ohne den richtigen Treibstoff*** im Tank wird all dieses Fremdstarten nicht viel nützen - ein Thema, das gerade in der Psychiatrie noch immer sträflich vernachlässigt wird, und bisher – soweit mir bekannt ist - nur in der Allgemein-Medizin mehr und mehr beachtet wird. -

Entsprechendes gilt auch für psychiatrische Medikamente, denn auch diese können einen eventuell bestehenden ‚Treibstoffmangel‘*** (also Mangel an essenziellen Nährstoffen im Körper, im Gehirn) nicht ausgleichen oder beheben und somit auch nicht ‚heilen‘ - auch nicht die heutzutage oft übliche ‚Multimedikation‘**** bei Patienten (also das Verordnen von mehreren Medikamenten, auch verschiedener Medikamentengruppen gleichzeitig).

 

* Meine ‚Ausnahmezustände‘: Inzwischen frage ich mich auch, ob diese ‚Black-Outs‘, die ich im Zusammenhang mit meinen Ausnahmezuständen auch teilweise erlebt habe, jeweils akut symptomatische epileptische Anfälle (mit anschließender Bewusstlosigkeit, sog. Terminalschlaf) waren? Die Ursache würde auch passen, nämlich: Schlafentzug. Und auch die Akuttherapie: Benzodiazepine. (Vgl. oben: Katatonie und Stress, Behandlung der Katatonie)

 

** In Anlehnung an: Richard A. Moskovitz – Lost In The Mirror; Second Edition; Taylor Trade Publishing 1996, 2001; S. 137. - Diesen Titel interpretiere ich als ein Verloren-Sein in all den ‚Spiegel-Bildern‘: In all dem, wie Andere (und dazu gehören auch Psychiater) mich sehen, mich interpretieren.  

Siehe dazu insbesondere:

Diskussionsseite – Zuschreibungen

Noch ein Nachtrag

Zum Nachdenken – Theory of Mind 

Was uns nicht hilft

 

*** Siehe dazu auch: Essen & Co. und bei Wikipedia ‚Nutritional neuroscience‘:

https://en.wikipedia.org/wiki/Nutritional_neuroscience

 

**** Multimedikation/Polypharmacy bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Multimedikation

https://en.wikipedia.org/wiki/Polypharmacy

 

Und:

Blogbuchgedanken –

CVI, Dopamin-Update, Insulinschocktherapie, Linkshändigkeit, Psychiatrie, Risperdal & Co., Schizophrenie, Schlafparalyse, ‚Spaltungsirresein‘, Zolpidem (GABA)

Diskussionsseite – Epileptoide Krankheiten, Migrälepsie, [Zuschreibungen]

Dopamin & Co. – Ein Anfang, Die Stressreaktion, Dopaminhypothese

Spurenelemente – Kupfer

Hirnnerven

Wunderwerk Gehirn

Sehen und Lernen, Hören und Lernen, Lernprobleme

Fragen, Fragen, Fragen –

Autismus/Schizophrenie/Borderline-Störung, Galaktose/Fruktose/Glutathion/GABA

Glossar – GABA, Plexus (Sympathikus, Parasympathikus, enterisches Darmwandnervensystem)

Zum Nachdenken –

Myotonie, Mykotoxine (Ergotalkaloide), KH-Malabsorption, Kontrastwahrnehmung

Gedankensplitter – Neuroleptika, UAWs

Zusammenfassung – Was zählt

Zuletzt - … noch ein Wunsch

 

01.02.2021

 

 

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