Chromaffines Gewebe, chromaffine und nichtchromaffine Zellen ...
Hiermit bezeichnet man alle Zellen, die sich vom Sympathikus 'ableiten' und Katecholamine* bilden -
v. a. Adrenalin. Zum diesem 'chromaffinen Gewebe' gehören:
- Nebennierenmark
- Glomus coccygeum
- Chromaffine Paraganglien
Paraganglien (s. u.) sind Nebenorgane des 'peripheren Nervensystems'*. Sie werden den 'endokrinen'* Drüsen zugeordnet. Sie liegen im bindegewebigen Stützgewebe.
* Zu den Katecholaminen zählt man: Biogene Amine, Neurotransmitter und Hormone.
Biogene Amine sind z. B.: Tyramin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin, Histamin und GABA (= Gammaaminobuttersäure). Sie haben teilweise pharmakologische Wirkungen (z. B. Histamin), sind Bestandteile von Coenzymen (z. B. Cystein) oder Vorstufen von Hormonen (z. B. Tryptophan als Vorstufe für Serotonin).
* Das 'periphere Nervensystem' verbindet unser ZNS (= Zentrales Nervensystem = Gehirn und Rückenmark) über 12 Hirnnervenpaare und 31 Rückenmarksnvervenpaare mit dem übrigen Körper.
* Endokrine Drüsen haben keinen 'Ausführungsgang'; sie geben ihr Sekret direkt an das Gefäßsystem ab.
Chromaffine Paraganglien
- Bilden Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin.
- Sie gehen aus dem 'Sympathikus' hervor.
Beim Neugeborenen gibt es zahlreiche chromaffine Paraganglien im Bereich des Bauch- und Beckenbereichs des Sympathikus; diese bilden sich ab dem 2. Lebensjahr weitgehend zurück.
Nichtchromaffine Paraganglien
- Bilden Noradrenalin.
- Sie gehen hervor aus dem Nervus Vagus (X. Hirnnerv) und dem Nervus glossopharyngeus (IX. Hirnnerv).
Die beiden Hirnnerven gehören zum 'Parasympathikus'. Diese Ganglien bleiben zeitlebens erhalten;
Vorkommen z. B. im Bereich des Kehlkopfs und im Mittelohr.
Die Funktion der 'nichtchromaffinen Paraganglien' ist noch weitgehend unklar; sie stehen evtl. im Zusammenhang mit Chemosensoren (Chemorezeptoren), also mit spezialisierten Zellen, die chemische Reize in elektrische Erregungen umwandeln; z. B. Geruchssensoren in der Riechschleimhaut oder Geschmacksknospen auf der Zunge.
Quelle und zum Weiterlesen:
Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel'