"Es scheint, als wäre bei Menschen mit Autismus die Liebe zur Musik angeboren.

Musik ist etwas sehr Kraftvolles. Man kann sie als nonverbale Sprache benutzen.

Die himmlische Kombination aus Melodie und Rhythmus hüllt zärtlich ein ..."

Nach Jasmine Lee O'Neill - Through the Eyes of Aliens

 

Musiktherapie

 

'Musik ist Leben.' Yehudi Menuhin

 

Musik beruhigt, tröstet, erfreut, kann in Hochstimmung versetzen.

Klänge bewegen und berühren uns, sie können Spannungen und Ängste abbauen. Ein Klang erreicht das Gehirn und die Nerven wirksam und direkt.

 

Bereits im Mutterleib ist die Welt des noch 'Ungeborenen' eine Welt der Töne und Klänge. Bevor ein Kind Worte versteht, versteht es die 'Musik' der Sprache, die Stimmungen, die damit ausgedrückt werden.

 

Jede Kultur hat Musik bzw. Töne und Klänge.

 

Die Musiktherapie gibt es, seit es die 'Heilkunde' gibt, aber erst in den letzten Jahren rückt sie wieder mehr in unser Bewußtsein, und ihre Wirksamkeit wurde in den letzten 20 Jahren intensiv erforscht, z. B. in folgenden Anwendungsbereichen:

  • Stressbewältigung
  • Schmerzkontrolle
  • Drogen- und Alkoholentzug
  • Geburtshilfe
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Nervenheilkunde, Psychiatrie, Psychologie
  • Altersheilkunde
  • Physiotherapeutische Rehabilitationsmaßnahmen
  • Komapatienten

Schon Leonardo da Vinci (1452 - 1519) hat über den Zusammenhang zwischen Herzschlag und Musiktakt eine wissenschaftliche Arbeit verfasst; Novalis (1772 - 1801) war der Meinung, dass jede Krankheit ein musikalisches Problem sei. Und auch Pythagoras (570 - 496 v. Chr.) schlussfolgerte schon damals, dass der menschliche Organismus nach denselben Gesetzen der Harmonie ablaufe, wie man sie auch in der Musik findet.

 

Musik spicht nicht nur das Gehör an, sondern auch Gefühl und Verstand - und den Bewegungsapparat. Mediziner haben u. a. festgestellt, dass man Schlaganfallpatienten durch 'Lieblingsmusik' aus ihrer Jugendzeit aus ihrer körperlichen 'Starre' lösen kann.

D. h., dass also Musik, die eine gefühlsmässige Wirkung hat, auch auf den Körper wirkt.

 

Bei Epilepsie-Patienten werden durch bestimmte Rhythmen, die tiefe Hirnbereiche ansprechen, die Gehirnströme normalisiert. Parkinson-Patienten können wieder leichter laufen. Alzheimer-Patienten bekommen wieder ein bisschen mehr Erinnerungen, wenn sie die Musik an frühere Erlebnisse und Gefühle erinnert.

 

'Die Erziehung zur Musik ist von höchster Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie machtvoll in das Innerste der Seele eindringen.'

Platon (427 - 347 v. Chr.)

 

 

'Aber wo ist eigentlich der Übergang von Persönlichkeit und Eigenart zu einer Behinderung?

Ich weiß es bis heute nicht. Und diese Abgrenzungen interessieren mich immer weniger.'

Rolf Zuckowski in 'Lebenshilfe aktuell Dezemer 2010 - Musik reicht in die Seele'

 

 

Quelle und zum Weiterlesen:

Natur & Heilen 11/2009

 

-> Siehe auch 'Zum Weiterlesen - Diplomarbeiten etc.: Aussagen autistischer Menschen aus der Literatur und ihre Bedeutung für die musiktherapeutische Arbeit'

 

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