Blogbuch-Gedanken …

 

[Propriozeption]

 

Oberflächen- und Tiefensensibilität, Körperschema

  • “There is also some evidence that proprioception is impaired in autism spectrum disorders such as Asperger Syndrome.” Frei übersetzt: Man vermutet stark, dass die Propriozeption, also die Tiefensensibilität, beeinträchtigt ist bei Autismus-Spektrum-Störungen, wie z. B. beim Asperger-Syndrom. [Wikipedia; Link unten]

 

Ob ich mich richtig spüre, habe ich mich auch schon oft gefragt, zuletzt wieder einmal, als ich dies hier las bei Wikipedia:

  • „Ian Waterman war 19 Jahre alt, als er an einer Virusinfektion erkrankte, welche die Bildung von körpereigenen Antikörpern zur Folge hatte. Diese Antikörper griffen die propriozeptiven Nervenzellen an, was zu einer irreversiblen Zerstörung der Propriozeptoren führte, welche man akutes sensorisches Neuropathie-Syndrom nennt. Dieses Syndrom führte bei ihm zu einem Gefühl der Körperlosigkeit, sein Schmerz- und Temperaturempfinden blieb jedoch unbeeinträchtigt. Er war nicht mehr zu automatisierten Bewegungsprozessen fähig, jegliche Bewegungsprozesse musste er bewusst und kontrolliert durch seinen visuellen Input steuern.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperschema#Anatomie.2C_Physiologie_Psychologie]

 

 

Meinen Kopf spüre ich ganz deutlich, ja.

Aber mich ‚insgesamt‘, meinen Körper?

Oft habe ich das Gefühl, dass Kopf und Körper nicht – oder zumindest nicht so „richtig“ – miteinander verbunden sind. Aber wie kann man wissen, wie sich etwas „richtig“ anfühlen sollte?

 

Automatisierte Bewegungen sind mir auch nicht so leicht und einfach möglich.

Natürlich kann ich z. B. Fahrradfahren, aber nicht einfach unbeschwert und einfach „so nebenbei“, sondern ich muss mich sehr auf alles konzentrieren, und alles – wie im Wikipedia-Artikel geschildert - bewusst und visuell kontrollieren – was mir allerdings auch erst jetzt, seit ich mich damit befasse, mehr und mehr bewusst wird, überhaupt bewusst wird.

 

Eine Treppe zu begehen, ohne dabei auf die Stufen zu schauen? Undenkbar!

Nicht nur, aber besonders beim Abwärtsgehen muss ich ganz genau auf die jeweilige Stufe schauen, ob ich sie auch richtig „treffe“. Ganz schwierig wird es, wenn ich etwas Größeres in den Händen halte und dabei meine Sicht auf die Stufen behindert wird: Ich kann nur gehen, wenn ich die Stufen dabei auch sehen kann, es mir also gelingt, den jeweiligen Gegenstand so zu halten/zu drehen, dass dies möglich ist. 

[Aktualisiert am 21.10.2017]

 

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeption

https://en.wikipedia.org/wiki/Proprioception

[v. a. ‘Learning new skills’]

 

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ÜBERSICHT

 

Tiefensensibilität (Propriozeption)

Propriozeptoren:  

Golgi-Sehnenorgan -> in Sehnen

Muskelspindel -> im Muskel

Ruffini-Körperchen -> in der Gelenkkapsel, in der Haut (Stratum reticulare der Dermis) und in der Wurzelhaut der Zähne (Desmodont)

Vater-Pacini-Lamellenkörperchen -> in Handteller, Fußsohle, Faszien, Knochenhaut, Endsehnen, Blutgefäßen, im Dünndarmgekröse und äußeren Genitale

 

Nervus trigeminus (V. Hirnnerv)

 

Oberflächensensibilität  

Mechanosensoren (früher ‚Mechanorezeptoren‘):  

In Haut, Muskeln, Sehnen, Gefäßen, Herz, Lunge, Intestinaltrakt (Darmtrakt) und Harnblase.

 

Kollagen, Vestibularapparat, Kleinhirn

 

  • „Die Vertretung der gesamten Oberflächen- und Tiefensensibilität liegt im Gyrus postcentralis und im Lobulus parietalis superior. …“

 

  • „Im Gegensatz zu den näher am Sulcus centralis gelegenen Schädigungen, die eine Störung der Oberflächensensibilität hervorrufen, ist bei Schädigungen des Lobulus parietalis superior die Tiefensensibilität betroffen.“

 

Gyrus postcentralis

Sulcus centralis

Lobulus parietalis superior

 

Zum Weiterlesen, Vertiefen bei Wikipedia:

Lobulus parietalis inferior

 

Temporoparietale Verbindung (TPJ)

Die temporoparietale Verbindung (TPJ) ist ein Bereich im Gehirn am hinteren Ende der Sylvius-Furche, in dem Temporal- und Parietallappen aufeinandertreffen. Die TPJ integriert Informationen aus dem Thalamus und dem Limbischen System, ebenso aus dem visuellen, auditorischen und somatosensorischen System und Informationen sowohl aus der Umwelt als auch aus dem Körper. Die TPJ sammelt und verarbeitet all diese Informationen. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung von Selbst-Andere und der Theory of mind (ToM).]

Sie besteht aus dem Lobulus parietals inferior und den abwärts liegenden Teilen des Sulcus temporalis superior. Es gibt zwei Hälften der TPJ mit den jeweiligen Komponenten der entsprechenden Gehirnhemisphäre.

 

Sulcus lateralis (Sylvius-Furche), Operculum, Inselrinde

Sulcus temporalis superior

Lobulus parietalis superior

 

Fasciculus longitudinalis superior (SLF I, II, III)

Parietaler, präfrontaler und prämotorischer Cortex

 

Putamen

[Neurotransmitter: Dopamin, GABA, Enkephalin, Substanz P, Acetylcholin; Serotonin, Glutamat.

Pathologie: Parkinson, Alzheimer, Lewy-Body-Demenz, Chorea Huntington, Tourette-Syndrom, Morbus Wilson, corticobasale Degeneration, Schizophrenie, Depression, ADHD, OCD, Angsterkrankungen, Kernikterus (Bilirubinenzephalopathie)]

 

Hirnhaut

Gyrus cinguli

Tractus spinothalamicus

(Haut -> Thalamus; Berührung, Schmerz, Temperatur)

Tractus posterolateralis

(Oberflächensensibilität, Temperatur- und Schmerzempfindung;

Perniziöse Anämie – Vitamin-B12-Mangelanämie)

 

Körperschema

„Störungen des Körperschemas treten u. a. bei Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und hirnlokalem Syndrom (hier mit Autotopagnosie und Rechts-Links-Störung) auf. Vgl. Agnosie.“ [Pschyrembel]

 

 

 

Zunächst ein paar Definitionen – lt. Pschyrembel:

 

Propriozeption und Propriozeptoren

 

[Propriozeption - syn. Tiefensensibilität, propriozeptive Sensibilität]

 

Propriozeption ist die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum.

Die durch Propriosensoren registrierten Informationen über

  • Muskel-Spannung (-> Golgi-Sehnenorgan),

  • Muskellänge (-> Muskelspindel) und

  • Gelenkstellung bzw. -bewegung (-> Ruffini-Körperchen* in der Gelenkkapsel)

 

werden

  • zum Teil auf Rückenmarkebene (monosynaptisch) verschaltet (-> propriozeptive Reflexe),

  • v. a. aber unter Einbeziehung der Afferenzen [‚Zuführungen‘] von Vestibularapparat und Mechanosensoren der Haut zentral im Kleinhirn oder Gyrus postcentralis

 

verarbeitet. [Pschyrembel]

 

* Ruffini-Körperchen kommen auch vor in der Haut (Stratum reticulare der Dermis [Lederhaut]) und in der Wurzelhaut der Zähne (Desmodont).

 

– S. a. u.: Vergleich Oberflächen- und Tiefensensibilität -

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Tiefensensibilität:

Propriosensoren,

Propriozeptoren

Wikipedia:

„Zu den Propriozeptoren zählen die Muskelspindel, das Golgi-Sehnenorgan, das Ruffini- und das Vater-Pacini-Körperchen.“

[https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeptor]

 

Vorkommen der Propriorezeptoren:

Golgi-Sehnenorgan -> in Sehnen

Muskelspindel -> im Muskel

Ruffini-Körperchen* -> in der Haut, in der Wurzelhaut der Zähne, in der Gelenkkapsel

Vater-Pacini-Lamellenkörperchen -> in Handteller, Fußsohle, Faszien, Knochenhaut, Endsehnen, Blutgefäßen, Dünndarmgekröse, äußerem Genitale (s. Oberflächensensibilität - Mechanosensoren)

 

* Ruffini-Körperchen = Nervenendkörperchen; dient der Druckempfindung (= Mechanosensor).

Vorkommen:

In der Haut (Stratum reticulare der Dermis), in der Wurzelhaut der Zähne (Desmodont) und in der Gelenkkapsel.

 

[Das Stratum reticulare der Dermis (Lederhaut) besteht aus kräftigen, verfilzten Kollagenfaserbündeln und elastischen Netzen und enthält größere Nerven und Blutgefäße, Schweißdrüsen, Haarfollikel.

Desmodont, Periodontium = Bindegewebe des Zahnhalteapparates.]

 

Dazu bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ruffini-K%C3%B6rperchen (Ruffini-Körperchen)

 

 „Die Propriozeption wird dem Gehirn über die Tractus spinocerebellares anterior et posterior sowie die Hinterstrangbahnen zugeleitet.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefensensibilit%C3%A4t

[Tiefensensibilität]

 

- S. u. -

 

Golgi-Sehnenorgan

Liegt muskelnah in Sehnen* und ist ein dehnungsempfindlicher Sensor; eine Aktivierung des Golgi-Sehnenorgans bewirkt eine reflektorische Hemmung der Kontraktion des entsprechenden Muskels.

 

* Sehnen sind das Verbindungsstück zwischen Muskel und Knochen; sie sind aufgebaut aus parallelfaserigem kollagenem Bindegewebe und übertragen die Zugwirkung des Muskels.

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe etc.

 

Muskelspindel

Liegt innerhalb des Muskels und misst im Rahmen der Propriozeption die Muskellänge; eine Aktivierung der Muskelspindel durch Längenzunahme des Muskels (passive Dehnung) bewirkt reflektorisch eine Kontraktion desselben Muskels.

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Fibrillen etc.

 

Kollagen

Ist Hauptbestandteil des Bindegewebes, also von Sehnen, Faszien, Bändern, Knorpel, Knochen und Zahnbein [Dentin].

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Dentin, Fibrillen etc.

 

WICHTIG:

„Auffallend an der Primärstruktur (Aminosäuresequenz) des Kollagens ist, dass jede dritte Aminosäure Glycin ist. Ein in der Proteinfamilie der Kollagene häufig wiederholtes Sequenzmotiv ist Glycin-Prolin-Hydroxyprolin. …

Die einzelnen Kollagen-Polypeptidketten werden wie bei anderen Proteinbiosynthesen am rauen endoplasmatischen Retikulum hergestellt, wobei sie in das Lumen des endoplasmatischen Retikulums gelangen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Kollagen

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Zellorganellen (Endoplasmatisches Retikulum ER); Zum Nachdenken – Cholin (und Methionin, Glycin, Threonin) etc.

 

Knorpel und Knorpelbestandteile

-> Siehe dazu: Gedankensplitter – ‚Layer to layer‘ – Bulbus olfactorius und Verbindungen zur Zunge (ANHANG: Knorpel) etc.  

 

Reflexe, propriozeptive

 

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Mensch – Reflexe

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Reflex

https://en.wikipedia.org/wiki/Reflex

https://de.wikipedia.org/wiki/Golgi-Sehnenorgan

[Inverser Dehnungsreflex (autogene Hemmung)]

https://en.wikipedia.org/wiki/Golgi_tendon_reflex

[Inhibitory neurotransmitter: Glycin – s.o.: Kollagen]

 

Vestibularapparat

Gleichgewichtsorgan; Teil des Innenohrs; besteht aus:

 

3 knöchernen, paarig angelegten Bogengängen

-> vermitteln die Wahrnehmung von Winkelbeschleunigungen

 

Sacculus (Säckchen)

-> Sinnesfeld (Neuroepithel*)

 

Utriculus (kleiner Schlauch)

-> Ansatz- und Endpunkt der Bogengänge

 

* Sog. Maculae staticae im häutigen Labyrinth, das Organ der Gleichgewichtsempfindung in Sacculus und Utriculus.

 

-> Siehe dazu auch: Vestibularapparat … oder Kleinhirn; Wahrnehmung – Gleichgewicht etc.

 

Oberflächensensibilität:

Mechanosensoren

(früher: Mechanorezeptoren)

Sensoren in Haut, Muskeln, Sehnen, Gefäßen, Herz, Lunge, Intestinaltrakt (Darmtrakt) und Harnblase.

Sie reagieren auf Druck.

 

Mechanosensoren (Drucksensoren) der Haut sind:

  • Merkel-Zellen* (in der Basalzellschicht der Oberhaut und der äußeren Haarwurzelscheide -> reagieren auf Druckstärke 
  • Merkel-Tastscheiben (Nervenendigung in der Basalzellschicht oder der Stachelzellenschicht der Oberhaut)
  • Meissner-Tastkörperchen (in den Papillen der Lederhaut; sind verbunden mit je 3-5 marhaltigen* Nervenfasern), Sensoren in der Haarwurzel -> reagieren auf Druckveränderung bei Berührung

 

  • Vater-Pacini-Lamellenkörperchen (in Handteller, Fußsohle, Faszien*, Periost [Knochenhaut], Endsehnen, Blutgefäßen, Mesenterium [Dünndarmgekröse], äußerem Genitale) -> reagieren auf Vibrationen (s. a. Tiefensensibilität – Propriozeptoren)

 

* Der Merkel-Zell-Neuritenkomlex ist an der Aufnahme (Rezeption) mechanischer Reize beteiligt und hat evtl. auch eine neurosekretorische Funktion. [Pschyrembel]

 

[Neurosekretion = Produktion und Ausschüttung (Sekretion) von Neurohormonen durch Nervenzellen;

Neurohormone sind Hormone aus Hypophyse, Hypothalamus, disseminiertem neuroendokrinem System und Neurotransmitter.]

 

* Markhaltige Nervenzellen -> s. Wunderwerk Gehirn - Substantia alba

 

* Faszien sind aufgebaut aus kollagenen Fasern und elastischen Netzen und umhüllen einzelne Organe, Muskeln oder Muskelgruppen oder – als allg. Körperfaszien – die Gesamtmuskulatur des Rumpfes oder der Extremitäten (s. o.: Kollagen).

 

Der Tractus posterolateralis (Lissauer-Trakt) vermittelt Oberflächensensibilität, Temperatur- und Schmerzempfindung.

- S. u. -

 

[Der Vollständigkeit halber:

Pressosensoren (auch: Barosensoren, Depressoren, sog. Blutdruckzügler) sind Dehnungssensoren in der Wand der Aorta (große Körperschlagader) und im Karotissinsus (Erweiterung an der Teilungsstelle der Aorta carotis communis und evtl. Aorta carotis inferior). Eine Blutdruckerhöhung führt zur Dehnung der Gefäßwände und damit zur Aktivierung der Pressosensoren; ihre Afferenzen (‚Zuführungen‘) werden über den Nervus vagus (X. Hirnnerv; Hauptnerv des Parasympathikus) vermittelt.]

 

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus, Hypophyse; Hirnnerven; … und mehr: Disseminiert; Glossar – Hautschichten, Nervenzellen, Plexus (und Sympathikus, Parasympathikus, enterisches Darmwandnervensystem); Zum Nachdenken – Schockformen etc. 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Barorezeptor etc.

 

Kleinhirn

(Cerebellum)

Liegt in der hinteren Schädelgrube (Fossa cranii posterior), unterhalb des Hinterhauptlappens (Okzipitallappen).

 

Seine Funktion:

- Mitwirkung bei der Aufrechterhaltung des normalen Tonus der Skelettmuskulatur und des Körpergleichgewichts

- Mitwirkung bei der Regulierung der Innervationsgröße* von Einzelbewegungen und deren Zusammenfassung zu geordneten (koordinieren) Bewegungsabläufen

[Pschyrembel]

 

* Zum Begriff ‚Innervationsgröße‘:

Innervation ist die nervale Versorgung von Körpergeweben und Organen, u. a.: 

- Die segmentale Innervation einzelner Körperbezirke durch bestimmte Spinalnerven (= radikuläre Innervation);

- die periphere Innervation durch periphere Nerven.

 

[Zur Erinnerung …

Spinalnerven = sog. Rückenmarksnerven: 31 segmentale Nervenpaare, die aus dem Rückenmark austreten.

 

Periphere Nerven = Nervenfasern mit bindegewebiger Umhüllung; sie werden nach ihrer Funktion eingeteilt in:

Somatomotorische oder efferente Nerven: 

Übermitteln Impulse aus dem ZNS für die Körpermotorik an die ‚quergestreifte Muskulatur‘.

Somatosensible oder afferente Nerven:

Nehmen extero- oder propriozeptive Reize auf und leiten sie weiter an das ZNS; vermitteln Reize von Sinnesorganen an das ZNS.

Viszeromotorische Nerven:

Leiten Impulse des ZNS weiter an die ‚glatte Muskulatur‘ oder als sekretorische Nerven an Drüsen.

Viszerosensible Nerven:

Leiten enterozeptorische* Impulse innerer Organe weiter an das ZNS.

 

* Enterozeption = Viszerozeption; s. dazu Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Viszerozeption

- Und s.u.: Sulcus lateralis (Sylvius-Furche) und Inselrinde -

 

[ZNS = Zentrales Nervensystem = Gehirn und Rückenmark.

Die ‚glatte Muskulatur‘ arbeitet unabhängig von unserem Willen und Bewusstsein; Vorkommen: in der Wand innerer Hohlorgane und in Blutgefäßen.]]

 

Das Kleinhirn ist …

„über die 3 paarigen Kleinhirnstiele durch afferente und efferente Bahnen mit Großhirn, Diencephalon (Zwischenhirn), Hirnstamm, Vestibularissystem und Rückenmark verbunden.“ [Pschyrembel]

 

[Afferent = zuführend, hinführend; efferent = herausführend]

 

-> Siehe dazu auch: Vestibularapparat … oder Kleinhirn; Leitungsbahnen; Wunderwerk Gehirn – Kleinhirn, Kleinhirnstiele, Kleinhirnwurm, Kleinhirnkerne; Glossar – Bindegewebe, Fossa cranii posterior, Plexus etc.

 

Und:

Diplomarbeiten etc. - Muskelgewebe

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nervenfaser

(Nervenfaserbündel, Faserqualitäten) etc.

 

Gyrus postcentralis

Hintere Zentralwindung (s. u.).

 

[Gyrus = Kreis, Windung, v.a. Hirnwindung:

Besteht aus ‚grauer Substanz‘ (Substantia grisea)]

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Gehirn – Substantia grisea

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus

https://en.wikipedia.org/wiki/Gyrus

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fhirnrinde

[Großhirnrinde: Gyrierung]

Etc.

 

 

[Quelle: Pschyrembel 2007]

 

 

Bitte auch lesen bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Trigeminal_nerve

 

Daraus:

  • “Touch-position information is generally carried by myelinated (fast-conducting) nerve fibers, and pain-temperature information by unmyelinated (slow-conducting) fibers. The primary sensory receptors for touch-position (Meissner’s corpuscles, Merkel's receptors, Pacinian corpuscles, Ruffini’s corpuscles, hair receptors, muscle spindle organs and Golgi tendon organs) are structurally more complex than those for pain-temperature, which are nerve endings.”

[Übersetzt in etwa: Berührungs-Lokalisations-Informationen werden grundsätzlich über myelinisierte (schnell leitende) Nervenfasern vermittelt, Schmerz-Temperatur-Informationen über unmyelinisierte (langsam leitende) Fasern. Sensoren für Berührungsreize (Meissner-Körperchen, Merkel-Zellen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen, Haar-Rezeptoren, Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorgane) sind weitaus komplexer aufgebaut als die Rezeptoren für Schmerz- und Temperaturreize, die jeweils frei endende Nervenendigungen sind.]

 

 

WICHTIG:

  • „Die Vertretung der gesamten Oberflächen- und Tiefensensibilität liegt im Gyrus postcentralis und im Lobulus parietalis superior*. …“

 

  • „Im Gegensatz zu den näher am Sulcus centralis* gelegenen Schädigungen, die eine Störung der Oberflächensensibilität hervorrufen, ist bei Schädigungen des Lobulus parietalis superior die Tiefensensibilität betroffen.“

 

[Quelle: Pschyrembel und Wikipedia – Lobulus parietalis superior; Link unten]

 

* Der Sulcus centralis cerebri (= Zentralfurche) ist die Furche zwischen Gyrus pre- und postcentralis und die Grenze zwischen Stirn- und Scheitellappen.

  • Stirnlappen (Frontallappen): Enthält Assoziationsareale und das Broca-Sprachzentrum (motorisch).

  • Scheitellappen (Parietallappen): Spielt eine wichtige Rolle bei der Integration sensorischer Informationen, bei somatosensorischen Funktionen (Extero- und Propriozeption), bei der visuellen Steuerung von Bewegungen und dem Erkennen von Reizen und beim Rechnen und Lesen. [Wikipedia: Parietallappen]

 

 

* Lobulus (‚Läppchen‘) des Großhirns; man unterscheidet:

.

.

1. Lobulus parietalis inferior und superior

 

2. Lobulus paracentralis

 

Liegen hinter dem Gyrus postcentralis an der Außenfläche des Scheitellappens (Lobus parietalis = Parietallappen).

 

Liegt hakenförmig zwischen Gyrus pre- und postcentralis an der medialen Hemisphärenfläche.

 

 

Zur Erinnerung …

Text aus ‚Layer to layer‘ – Großhirnrinde

.

.

Gyrus precentralis

Vordere Zentralwindung

 

- Liegt vor dem Sulcus centralis cerebri -

Gyrus postcentralis

Hintere Zentralwindung

 

- Liegt hinter dem Sulcus centralis cerebri –

 

Motorisches Rindenfeld

Sensibles Rindenfeld

Sensibles Rindenfeld

(Oberflächen- und Tiefensensibilität)

 

5-schichtig

Keine innere Körnerschicht [Lamina granularis interna (IV)], stattdessen Pyramidenzellen bzw. Betz-Zellen (= Riesenpyramidenzellen im motorischen Teil der Großhirnrinde).

 

WICHTIG:

„Pyramidal neurons use glutamate as their excitatory neurotransmitter, and GABA as their inhibitory neurotransmitter.“ [Wikipedia]

 

[Die Axone der Pyramidenzellen bilden die Pyramidenbahn.]

 

6-schichtig

Mit innerer Körnerschicht [Lamina granularis interna (IV)].

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – ‚Layer to layer‘ – Großhirnrinde etc.

https://en.wikipedia.org/wiki/Somatosensory_system

https://de.wikipedia.org/wiki/Korbinian_Brodmann#Brodmann-Areale

https://de.wikipedia.org/wiki/Brodmann-Areal

Etc.

 

 

Zurück zur Oberflächen- und Tiefensensibilität …

 

NOCH EINMAL …

 

„Im Gegensatz zu den näher am SULCUS CENTRALIS gelegenen Schädigungen, die eine Störung der Oberflächensensibilität hervorrufen, ist bei Schädigungen des LOBULUS PARIETALIS SUPERIOR die Tiefensensibilität betroffen.“ [Wikipedia]

 

 

… und VERGLEICH Oberflächen- und Tiefensensibilität:

.

.

Oberflächensensibilität

Tiefensensibilität

 

Wikipedia:

 

„Als Oberflächensensibilität bezeichnet man die Erfassung von Reizen über in der Haut liegende Rezeptoren. Diese Rezeptoren werden in Mechano-, Thermo- und Schmerzrezeptoren unterteilt, mit deren Hilfe Druck, Berührung und Vibrationen sowie Temperatur und Schmerz empfunden werden können. Die Oberflächensensibilität ist Teil der Exterozeption.“

 

 

Pschyrembel:

Mechanosensoren (Drucksensoren) der Haut sind:

  • Merkel-Zellen* (in der Basalzellschicht der Oberhaut und der äußeren Haarwurzelscheide -> reagieren auf Druckstärke 
  • Merkel-Tastscheiben (Nervenendigung in der Basalzellschicht oder der Stachelzellenschicht der Oberhaut)
  • Meissner-Tastkörperchen (in den Papillen der Lederhaut; sind verbunden mit je 3-5 marhaltigen* Nervenfasern), Sensoren in der Haarwurzel -> reagieren auf Druckveränderung bei Berührung

 

  • Vater-Pacini-Lamellenkörperchen (Handteller, Fußsohle, Faszien*, Periost [Knochenhaut], Endsehnen, Blutgefäße, Mesenterium [Dünndarmgekröse], äußeres Genitale) -> reagieren auf Vibrationen (s.a. Tiefensensibilität)

 

* Der Merkel-Zell-Neuritenkomlex ist an der Aufnahme (Rezeption) mechanischer Reize beteiligt und hat evtl. auch eine neurosekretorische Funktion. [Pschyrembel]

- S. o.: Definitionen -

-> Siehe dazu auch: … und mehr: Disseminiert Bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Merkel_cell

 

* Markhaltige Nervenzellen

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Gehirn - Substantia alba; Glossar - Nervenzellen

 

Wikipedia:

 

„Der Begriff Tiefensensibilität (auch propriozeptive Wahrnehmung) bezeichnet die Wahrnehmung bestimmter Reize aus dem Körperinneren. Abhängig von der Lage der Rezeptoren wird ihr die Oberflächensensibilität gegenübergestellt. Die Tiefensensibilität wird der Interozeption zugeordnet und liefert die für die Propriozeption wesentlichen Informationen: …“

(Lagesinn, Kraftsinn, Bewegungssinn)

 

Pschyrembel:

Die durch Propriosensoren registrierten Informationen über

- Muskel-Spannung (-> Golgi-Sehnenorgan),

- Muskellänge (-> Muskelspindel) und

- Gelenkstellung bzw. -bewegung

werden

  • zum Teil auf Rückenmarkebene (monosynaptisch) verschaltet (-> propriozeptive Reflexe),
  • v. a. aber unter Einbeziehung der Afferenzen [‚Zuführungen‘] von Vestibularapparat und Mechanosensoren der Haut zentral im Kleinhirn oder Gyrus postcentralis

verarbeitet.

 

Wikipedia:

„Zu den Propriozeptoren zählen die Muskelspindel, das Golgi-Sehnenorgan, das Ruffini- und das Vater-Pacini-Körperchen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeptor

 

Vorkommen der Propriosensoren:

Golgi-Sehnenorgan -> in Sehnen

Muskelspindel -> im Muskel

Ruffini-Körperchen* -> in der Gelenkkapsel, in der Haut (Stratum reticulare der Dermis) und in der Wurzelhaut der Zähne (Desmodont)

Vater-Pacini-Lamellenkörperchen -> in Handteller, Fußsohle, Faszien, Knochenhaut, Endsehnen, Blutgefäßen, im Dünndarmgekröse und äußeren Genitale (s.a. Oberflächensensibilität)

 

* Ruffini-Körperchen = Nervenendkörperchen; dient der Druckempfindung (= Mechanosensor).

Vorkommen:

In der Haut (Stratum reticulare* der Dermis [Lederhaut],

in der Wurzelhaut der Zähne (Desmodont; Periodontium = Bindegewebe des Zahnhalteapparates) und in der Gelenkkapsel.]

 

 

* Faszien sind aufgebaut aus kollagenen Fasern und elastischen Netzen und umhüllen einzelne Organe, Muskeln oder Muskelgruppen oder – als allg. Körperfaszien – die Gesamtmuskulatur des Rumpfes oder der Extremitäten.

- S.o.: Kollagen = Hauptbestandteil des Bindegewebes (Sehnen, Faszien, Bänder, Knorpel, Knochen, Zahnbein [Dentin].

* Das Stratum reticulare der Dermis (Lederhaut) besteht aus kräftigen, verfilzten Kollagenfaserbündeln und elastischen Netzen und enthält größere Nerven und Blutgefäße, Schweißdrüsen, Haarfollikel.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Dentin, Hautschichten etc.

Bei Wikpedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ruffini-K%C3%B6rperchen (Ruffini-Körperchen)

https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzelhaut etc.

 

 

Pschyrembel, Wikipedia:

 

„Der Tractus posterolateralis (Lissauer-Trakt) vermittelt Oberflächensensibilität, Temperatur- und Schmerzempfindung.

 

Der Tractus posterolateralis ist eine …

  • „Fasergruppe zwischen der Spitze des Hinterhorns und der Oberfläche des Rückenmarks und führt Neuriten* von Hinterwurzelzellen und den Zellen der Substantia gelatinosa*.“

 

* Neurit = Axon: Zylindrischer Fortsatz der Nervenzelle; leitet Nervenimpulse weiter zu anderen Nervenzellen; bildet zusammen mit der ‚Schwann-Scheide‘ (besteht aus Myelin) die Nervenfaser.

 

* Substantia gelatinosa = Schicht mit fast ausschließlich unmyelinisierten Axonen und vorwiegend kleinen Nervenzellen; sie liegt unterhalb der Spitze des Hinterhorns.

  • Hier endet u.a. ein Teil der C-Fasern (Schmerz, Temperatur) und beginnt u. a. ein Teil des Tractus spinothalamicus lateralis (= Vorderseitenstrangbahn, Edinger-Bahn).

 [Pschyrembel - Rückenmark]

 

Wikipedia:

Vorderseitenstrangbahn …

  • „Der Tractus spinothalamicus (sensibles anterolaterales Bahnsystem oder Vorderseitenstrangbahn) leitet Impulse der protopathischen Sensibilität (grobe Druck-, Temperatur- und Schmerzempfindung) von den Zellen des Hinterhorns bis zum Thalamus; er ist Teil des extralemniskalen Systems. Die Fasern kreuzen auf Höhe des Ursprungssegmentes auf die andere Seite.“

[Wikipedia – Rückenmark: Weiße Substanz - Aufsteigende Bahnen]

 

-> Siehe dazu auch: Leitungsbahnen (Tractus); Glossar – Nervenzellen etc.

 

 

[Vergleich …

Nozizeption = Wahrnehmung eines Schmerzreizes (thermischer, mechanischer oder chemischer Reiz) über Schmerzsensoren:

Schmerzsensoren (syn. Nozizeptoren) sind freie Nervenendigungen, deren Reizung zur Schmerzempfindung führt;

sie finden sich u. a. in der Haut, in der Muskulatur, in Bändern, Sehnen und Hohlorganen.

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

System overview – Proprio-, thermo- chemo- and nociception

https://en.wikipedia.org/wiki/Nociception]

 

 

 

Wikipedia, Pschyrembel:   

 

„Die Propriozeption wird dem Gehirn über die Tractus spinocerebellares anterior et posterior sowie die Hinterstrangbahnen zugeleitet.“

 

Der Tractus spinocerebellaris (Kleinhirnseitenstrangbahn) …

  • „entspringt vor allem aus dem Nucleus dorsalis des Hinterhorns und endet im Kleinhirn. Er verläuft entweder ungekreuzt oder aber kreuzt die Seite zweimal und leitet propriozeptive (= Informationen über Lage und Stellung von Gelenken, Muskeln, Sehnen) Informationen.“

[Wikipedia – Rückenmark: Weiße Substanz - Aufsteigende Bahnen]

 

 

 

 

 

Tractus spinocerebellaris anterior (vordere Kleinhirnseitenstrangbahn; Gowers-Bündel):

Neuriten entspringen in großen Hinterhornzellen, kreuzen größtenteils in der ‚vorderen Kommissur des Rückenmarks‘ auf die Gegenseite, steigen

-> im Vorderseitenstrang bis ins Mittelhirn,

-> biegen um die oberen Kleinhirnstiele um

-> und gelangen über das Velum medullare superius (oberes Marksegel des Kleinhirns) zum Kleinhirn.

 

Tractus spinocerebellaris posterior

(hintere Kleinhirnseitenstrangbahn; Flechsig-Bahn):

„Wird gebildet von den propriozeptiven Afferenzen (‚Zuführungen‘) aus dem Nucleus dorsalis spinalis (Neuriten der Clarke-Säule), die im Vorderseitenstrang des Rückenmarks und über die unteren Kleinhirnstiele zur Rinde des Vermis cerebelli (Kleinhirnwurm) gelangen.“

 

Hinterstrangbahnen …

Teil der Substantia alba des Rückenmarks

Dazu gehören:

Fasciculus gracilis (Goll-Strang)

Fasciculus cuneatis (Burdach-Strang)

Und die Kollateralen:

Schultze-Komma

Flechsig-Bündel

Phillippe-Gomboult-Dreieck

Funktion:

Epikritische (-> Wahrnehmung feiner Berührungsreize) und propriozeptive Sensibilität

 

Hinterstrangbahnen …

  • „Das lemniskale System (Schleifenbahnsystem, Hinterstrangbahn …) ist eine funktionelle Untereinheit der Leitungsbahnen für die sensible Wahrnehmung bei Säugetieren, die sog. Allgemeine somatische Afferenz (ASA).

Es wird dem extralemniskalen System gegenübergestellt.“

[Wikipedia - Lemnikales System]

 

 

[Quellen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfl%C3%A4chensensibilit%C3%A4t

Oberflächensensibilität

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefensensibilit%C3%A4t

Tiefensensibilität

 

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckenmark

(Rückenmark: Weiße Substanz – aufsteigende Bahnen)

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Lemniskales_System

Hinterstrangbahn]

 

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Gehirn – Kleinhirn, Kleinhirnstiele, Kleinhirnwurm, Mittelhirn; Leitungsbahnen (Tractus) etc.

- Und s. u.: Zum Weiterlesen bei Wikipedia -

 

 

 

Und zum Weiterlesen, Vertiefen bei Wikipedia …

 

Lobulus parietalis inferior

  • “The brain contains four main lobes: temporal lobe, parietal lobe, frontal lobe and the occipital lobe. The temporoparietal junction lies in the region between the temporal and parietal lobes, near the Sylvian fissure. Specifically, it is composed of the inferior parietal lobule and the caudal parts of the superior temporal sulcus. There are two halves to the temporoparietal junction, with each component in their respective hemispheres of the brain. Each half of the TPJ pertains to various aspects of cognitive function. Often, however, the separate halves of the TPJ will work in coordination. The TPJ is mainly involved in information processing and perception.”

https://en.wikipedia.org/wiki/Temporoparietal_junction

 

[Übersetzt in etwa: Das Gehirn besteht aus vier Hauptlappen: Temporal-, Parietal-, Frontal- und Okzipitallappen. Die temporoparietale Verbindung (TPJ) liegt in der Region zwischen Temporal- und Parietallappen, nahe der Sylvius-Furche, und besteht aus dem Lobulus parietals inferior und den abwärts liegenden Teilen des Sulcus temporalis superior. Es gibt zwei Hälften der TPJ mit den jeweiligen Komponenten der entsprechenden Gehirnhemisphäre. Jede Hälfte gehört zu verschiedenen Aspekten kognitiver Funktionen, wobei oft aber die jeweiligen Hälften aufeinander abgestimmt arbeiten. Die TPJ ist hauptsächlich einbezogen in die Informationsverarbeitung und Wahrnehmung.]

 

Temporoparietale Verbindung (TPJ)

  • “The temporoparietal junction (TPJ) is an area of the brain where the temporal and parietal lobes meet, at the posterior end of the Sylvian fissure. The TPJ incorporates information from the thalamus and the limbic system, as well as from the visual, auditory, and somatosensory systems. The TPJ also integrates information from both the external environment as well as from within the body. The TPJ is responsible for collecting all of this information and then processing it. This area is also known to play a crucial role in self-other distinctions processes and theory of mind (ToM).“

https://en.wikipedia.org/wiki/Temporoparietal_junction

 

[Übersetzt in etwa: Die temporoparietale Verbindung (TPJ) ist ein Bereich im Gehirn am hinteren Ende der Sylvius-Furche, in dem Temporal- und Parietallappen aufeinandertreffen. Die TPJ integriert Informationen aus dem Thalamus und dem Limbischen System, ebenso aus dem visuellen, auditorischen und somatosensorischen System und Informationen sowohl aus der Umwelt als auch aus dem Körper. Die TPJ sammelt und verarbeitet all diese Informationen. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung von Selbst-Andere und der Theory of mind (ToM).]

 

 

Sulcus lateralis, Sylvius-Furche

Sulcus lateralis cerebri = Fissura lateralis cerebri, Fissura Sylvii, Sylvius-Furche:

Tiefe Furche zwischen Schläfenlappen sowie Stirn- und Scheitellappen des Gehirns

(Temporallappen, Frontal- und Parietallappen).

  • „Sie trennt den Scheitel- vom Schläfenlappen [Parietal-/Temporrallappen]. Sie ist in beiden Hirnhälften zu finden, jedoch in der linken länger. Ihr liegt das Operculum an; in ihrer Tiefe befindet sich die Inselrinde. Sie enthält die Gyri temporales transversi, die Teil des auditiven Cortex sind. Die Ausbildung der Fissura Sylvii am Menschen erfolgt bereits in der 14. Schwangerschaftswoche. Damit gehört sie neben u. a. der Fissura longitudinalis zu den sich am frühesten entwickelnden Sulci.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Sulcus_lateralis

 

 

[Operculum = Deckel: Bezeichnung für die Insel (syn. Inselrinde, Inselcortex) überdeckende Teile des Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappens. – S. dazu auch u.: SLF -

 

Inselrinde, Insel = Teil der Großhirnrinde, der von den umgebenden Teilen des Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappens verdeckt wird; Teil der viscerosensiblen und visceromotorischen Rinde, primärer gustatorischer Cortex.

 

Zum Nachdenken …

Inselcortex und Wahrnehmung des eigenen Körpers …

„Durch bildgebende Verfahren wurden sowohl funktionelle als auch anatomische Abweichungen im Gehirn bei Patienten mit Depersonalisationsstörung festgestellt. So wurde im linken vorderen Inselcortex, der wichtige Funktionen bei Gefühlserlebnissen und bei der Wahrnehmung des eigenen Körpers (Interozeption*) hat, eine Unterfunktion beobachtet.“

[* Interozeption -> s. o.: Tiefensensibilität]

[Quelle und zum Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Depersonalisation]

 

 

[Viscerosensibel = sensibel (empfindungsfähig) für Körperempfindungen, spez. Empfindungen aus den Eingeweiden. Es sind i.d.R. unbewusste Empfindungen. Speziell-viscerosensible Fasern sind Fasern in den Hirnnerven VII, IX und X, vermitteln den Geschmackssinn. Neurotransmitter: Glutamat.

 

Visceromotorisch = visceromotorische Bewegungen sind Bewegungen der ‚unwillkürlichen Muskulatur‘, i.e.S. die Bewegungen der Eingeweide (‚glatte Muskulatur‘ des Darms und der dazugehörigen Gefäße. Neurotransmitter: Dopamin, GABA, Acetylcholin, Serotonin.

-> Siehe dazu auch: Leitungsbahnen – Viscerosensible und visceromotorische Fasern]

 

[[ Frage: Wie nimmt eine werdende Mutter Kindsbewegungen wahr - oder eben auch nicht wahr? ]]

 

- S. dazu a. u.: Körperschema -

Bitte lesen bei Wikipedia, WICHTIG:

https://de.wikipedia.org/wiki/Inselrinde

 

Fissura longitudinalis: Sie bildet den Spalt zwischen den beiden Hemisphären; in die Fissura longitudinalis ragt die Falx cerebri (= ‚Hirnsichel‘ der harten Hirnhaut zwischen den Großhirnhemisphären).]

 

 

 

Superior temporal sulcus

  • “The superior temporal sulcus is the sulcus separating the superior temporal gyrus from the middle temporal gyrus in the temporal lobe of the brain. The superior temporal sulcus is the first sulcus inferior to the lateral fissure.

  • Recent studies reveal multisensory processing capabilities. Research has documented activation in the STS as a result of five specific social inputs, and thus the STS is assumed to be implicated in social perception. …”

https://en.wikipedia.org/wiki/Superior_temporal_sulcus

https://de.wikipedia.org/wiki/Sulcus_temporalis_superior

 

[Übersetzt in etwa: Der Sulcus temporalis superior (STS) trennt den Gyrus temporalis superior vom Gyrus temporalis medius im Temporallappen [Schläfenlappen] des Gehirns. Er ist der erste Sulcus unterhalb der Sylvius-Furche.

Neue Studien zeigten multisensorische ‚Verarbeitungs-Fähigkeiten‘. Forschungen zeigten eine Aktivierung des STS bei fünf verschiedenen Arten des ‚sozialen Inputs‘, und so wird angenommen, dass er an der ‚sozialen Wahrnehmung‘ beteiligt ist. …]

 

 

Sulcus temporalis und Gyrus angularis

  • „Der Gyrus angularis ist eine Windung … der Großhirnrinde am hinteren Ende des Sulcus temporalis superior. Er entspricht dem Brodmann-Areal 39. Dort treffen anatomisch  Scheitel-, Schläfen- und Hinterhauptlappen [Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen] aufeinander.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_angularis

- S. a. u.: Körperschema -

 

 

Lobulus parietalis superior

  • “The superior parietal lobule is involved with spatial orientation, and receives a great deal of visual input as well as sensory input from one's hand. It is also involved with other functions of the parietal lobe in general.

  • There are major white matter pathway connections with the superior parietal lobule such as the Cingulum, SLF I, superior parietal lobule connections of the Middle longitudinal fasciculus and other newly described superior parietal white matter connections.”

https://en.wikipedia.org/wiki/Superior_parietal_lobule

https://de.wikipedia.org/wiki/Lobulus_parietalis_superior]

 

[Übersetzt in etwa: Der Lobulus parietalis superior ist beteiligt an der räumlichen Orientierung und erhält eine große Menge an visuellem und auch sensorischem Input aus den Händen. Er ist ebenso beteiligt an weiteren allgemeinen Funktionen des Parietallappens [Scheitellappen].

Es gibt zahlreiche Verbindungen - aus weißer Substanz - zwischen dem Lobulus parietalis superior und z. B. dem Cingulum*, dem SLF I*, … dem Fasciculus longitudinalis medialis* und anderen neuerdings beschriebenen ‚Weiße-Substanz-Verbindungen‘ des Lobulus parietalis superior.]

 

[* Cingulum: Assoziationsfasern im Gyrus cinguli; sie entstammen dem Stirnhirn (Frontalhirn), verlaufen im Bogen um das Corpus callosum und in die Schläfenlappen (Temporallappen).

- S. a. u.: Präfrontaler Cortex (Assoziationsgebiete, Assoziationsbahnen) -

-> Siehe dazu auch: Blogbuchgedanken – „Spaltungsirresein“ (Kommissurenbahnen)

 

* Der Fasciculus longitudinalis medialis ist ein auf- und absteigendes Fasersystem. Es verbindet u. a. die motorischen Hirnnervenkerne miteinander und verbindet und koordiniert den Vestibularapparat mit der Augen-, Hals- und Rumpfmuskulatur.

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – Rautengrube

 

* SLF I = einer der drei Bestandteile (SLF I, II, III) des Fasciculus longitudinalis superior.

Bitte lesen bei Wikipedia, WICHTIG:

https://en.wikipedia.org/wiki/Superior_longitudinal_fasciculus

Daraus:

 

Der Fasciculus longitudinalis superior …

  • … ist eine (Leitungs-)Bahn aus Assoziationsfasern (zur Erinnerung: Assoziationsbahnen verbinden Hirnbezirke derselben Hirnhemisphäre miteinander);

  • … besteht aus drei getrennten Bestandteilen (SLF I, II, III);

  • … ist in beiden Hirnhemisphären vorhanden;

  • … verbindet Frontal-, Okzipital-, Parietal- und Temporallappen.

 

Die Faserbündel ziehen vom Frontallappen durch das Operculum [‚Deckel‘; s.o. und u.] zum hinteren Ende des Sulcus lateralis cerebri (Sylvius-Furche, Sylvius-Furche und TPJ; s.o.).

Von dort …

  • … strahlen die Fasern aus und verbinden sich mit Neuronen im Okzipitallappen,

oder

  • … sie verlaufen in einer Biegung weiter nach unten, um das Putamen* herum, strahlen aus und verbinden sich mit Neuronen in den vorderen Bereichen des Temporallappens.

 

.

 

Frontallappen


 

 

Operculum

‘Deckel’

- Frontal, Parietal- und Temporallappen

(Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappen) -


 

 

 


Sylvius-Furche

(Sulcus lateralis cerebri)

 

[Am hinteren Ende der Sylvius-Furche liegt auch die TPJ = temporoparietale Verbindung.]

 

 

 


Okzipitallappen

 

 

Putamen

(Kerngebiet des extrapyramidalen Systems)


Temporallappen

 

 

 

[* Das Putamen (= äußere Schicht des Nucleus lentiformis; zur Erinnerung: dieser besteht aus Putamen und Globus pallidus) gehört zu den Basalganglien (syn. Stammganglien) und ist ein Kerngebiet des extrapyramidalen Systems. [Pschyrembel] – S.a.u.: ÜBERSICHT II -]

 

 

ÜBERSICHT I:

SLF I, II und III

.

.

SLF I

SLF II

Hauptbestandteil des SLF

 

SLF III

 

- Hat seinen Ursprung im oberen (superior) und medialen parietalen Cortex;

verläuft um den Sulcus cinguli und in die obere weiße Substanz von Parietal- und Frontallappen;

endet im rückwärtigen und medialen Cortex des Frontallappens und im ergänzenden motorischen Cortex.

 

- Hat seinen Ursprung im caudal-inferioren parietalen Cortex und endet im dorsolateralen präfrontalen Cortex.

- Hat seinen Ursprung im Gyrus supramarginalis (rostraler Bereich des unteren Parietallappens) und endet im ventralen prämotorischen und präfrontalen Cortex.

 

* Der Gyrus supramarginalis umgreift bogenförmig das hintere Ende des Ramus posterior (hinterer Ast) des Sulcus lateralis cerebri (Sylvius-Furche). Am hinteren Ende der Sylvius-Furche liegt auch die TPJ = temporoparietale Verbindung (s.o.).

[Wikipedia; Link oben]

 

 

- Verbindet sich mit dem oberen Parietal-Cortex, der zuständig ist für die Lokalisierung von Körperteilen (in einem körperbezogenen ‚Koordinaten-System‘, Körperschema; s.u.),

und mit

M II (*) und dem rückwärtigen prämotorischen Cortex.

 

- Ist (vermutlich) beteiligt an der Regulierung motorischen Verhaltens, besonders von … (conditional: konditionierten?) assoziativen Aufgaben, „die auswählen unter wetteifernden motorischen Aufgaben, die auf (conditional: konditionierten?) Regeln beruhen.“

 

 

- Verbindet den caudalen parietalen Cortex, der die räumliche Aufmerksamkeit, visuelle und okulomotorische Funktionen kontrolliert.

 

- Versorgt (vermutlich) den präfrontalen Cortex mit Informationen aus dem parietalen Cortex unter Berücksichtigung der räumlichen Wahrnehmung.

 

 

 

 

- Verbindet den unteren (inferioren) parietalen Cortex, der Informationen erhält vom ventralen präcentralen Gyrus (Gyrus precentralis; s. o.).

 

- Übermittelt (vermutlich) somatosensorische Informationen … zwischen dem

- ventralen prämotorischen Cortex,

- dem Gyrus supramarginalis und

- dem lateralen unteren präfrontalen Cortex-Arbeits-Gedächtnis.

 

 

 

„Da diese Faserbündel bi-direktional sind, versorgt das Arbeits-Gedächtnis im präfrontalen Cortex wohl den parietalen Cortex mit Informationen zur räumlichen Aufmerksamkeit und reguliert Auswahl und Abrufen räumlicher Informationen.“

[Wikipedia]

 

 

 

[Übersetzt aus: Wikipedia – Superior longitudinal fasciculus; Link oben]

 

[* M II – siehe dazu:

https://en.wikipedia.org/wiki/Supplementary_motor_area

https://de.wikipedia.org/wiki/Motorcortex

Supplementär-motorische Rinde (SMA)]

 

 

[Zur Erinnerung …

Parietaler Cortex: 

Parietaler Assoziationscortex; liegt im Bereich des Parietallappens.

Aufgabe:

Vermutlich räumliche Integration.

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Parietaler_Assoziationscortex

 

[Hemineglect, Astereognosie; Neglect, Agnosie; Gesichtsfeldausfälle oder Neglect?]:

.

.

Hemineglect

Einseitige Raumwahrnehmungsstörung.

 

Astereognosie

Unfähigkeit, Objekte taktil zu erkennen.

 

Neglect

(‚Vernachlässigung‘)

Bezeichnung für eine oft halbseitige Vernachlässigung des eigenen Körpers oder der Umgebung bezüglich einer oder mehrerer Modalitäten: Motorisch, visuell, sensibel, supramodal.

Vorkommen:

V.a. bei Parietallappenschädigung, besonders der nicht-dominanten Hemisphäre.

Abgeschwächte Form:

Extinktion

 

-> Siehe auch: Fragen, Fragen, Fragen – Extinktion, Hirnlokales Syndrom

 

Agnosie

Störung des Erkennens, die nicht durch Demenz, Aphasie oder Störung der elementaren Wahrnehmung verursacht ist.

 

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – Agnosie, Simultanagnosie

 

Gesichtsfeldausfälle

Hemianopsie:

Halbseitenblindheit mit Ausfall einer Hälfte des Gesichtsfelds.

-> Siehe dazu: Fragen, Fragen, Fragen – Hirnlokales Syndrom

 

Zum Vergleich …

Skotom - Umschriebener Gesichtsfeldausfall:

Empfindlichkeitsherabsetzung an einer Stelle innerhalb des Gesichtsfeldes.

Formen:

1. Relatives Skotom (Objekte im Bereich des Skotoms sind abgeschwächt)

2. Absolutes Skotom (Objekte werden nicht erkannt)

3. Positives oder subjektives Skotom (vom Patienten selbst wahrnehmbar)

4. Negatives oder objektives Skotom (nur feststellbar durch eine Augenuntersuchung)

 

 

[Quelle: Pschyrembel]

 

 

[ Zum Nachdenken, in memoriam …

 

Von Jacky Kennedy gibt es eine Schwarz-Weiß-Aufnahme ihres Gesichts, auf der nur ihr rechtes Auge (wenn ich mich recht entsinne) mit Lidstrich umrahmt ist, das linke jedoch nicht.

Vielleicht hat sie es ja nur vergessen, oder es war Absicht, Absicht der Fotografin/des Fotografen …?

 

Bitte lesen bei Wikipedia:   

https://de.wikipedia.org/wiki/Jacqueline_Kennedy_Onassis

https://en.wikipedia.org/wiki/Jacqueline_Kennedy_Onassis

https://en.wikipedia.org/wiki/Patrick_Bouvier_Kennedy

Und siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Frühgeborene ]

 

 

Präfrontaler Cortex:

Teil des Frontallappens.

Aufgaben:

Ist eng verbunden mit

- den sensorischen Assoziationsgebieten* des Cortex,

- subcortikalen Modulen des ‚Limbischen Systems‘,

- den Basalganglien* (syn. Stammganglien).

 

* Assoziationsgebiete: Assoziation – im psychologischen Sinne – meint die Verknüpfung von Gedächtnisinhalten (z. B. Ideen, Vorstellungen, Gefühle oder Bewegungen); das Auftreten eines Inhalts begünstigt die Erinnerung an assoziierte Inhalte.

 

Assoziationsbahnen verbinden Assoziationsfelder: Rindenfelder, die keine direkte Verbindung zu motorischen oder sensiblen Bahnen haben, sondern über Assoziationsbahnen miteinander verbunden sind. Assoziationsfelder dienen der Integration und Bewertung eingehender Informationen.

 

Assoziationsbahnen verbinden benachbarte Hirnbezirke (-> kurze Assoziationsbahnen) und auch weit auseinander liegende Hirnbezirke (-> lange Assoziationsbahnen).

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Gehirn – Rindenarchitektonik

 

* Limbisches System = sog. ‚visceral brain‘: Dieses System ist die dem Hypothalamus direkt übergeordnete Zentrale des endokrinen und vegetativ-nervösen Regulationssystems.

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus; Limbisches System; Glossar – Limbisches System etc.

 

* Zu den Basalganglien gehören (funktionell): Nucleus caudatus, Putamen, Globus pallidus, Nucleus substhalamicus, Nucleus ruber, Substantia nigra, Kerngebiete des extrapyramdalen Systems.

[Pschyrembel]

 

Bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Assoziationskortex

https://en.wikipedia.org/wiki/Parietal_lobe

 

 

Prämotorischer Cortex:

(Areae extrapyramidales)

Liegt vor der primär-motorischen Rinde, etwas seitlicher auf der Konvexität [‚Haube‘] der Hirnoberfläche.

Aufgabe:

  • „Die Aufgabe dieses Feldes ist es, Bewegungsentwürfe zu erstellen und mit dem Kleinhirn und den Basalganglien abzustimmen. Dabei fließen auch sensorische Informationen, die beispielsweise das notwendige Ausmaß einer Bewegung definieren, ein.

 

  • Eine wichtige Unterteilung des Prämotorcortex ist die in den dorsalen Prämotorcortex (dPMC oder PMd) und in den etwas tiefer zur Sylvischen Fissur hin gelegenen ventralen Prämotorcortex (vPMC oder PMv). Beide Cortices sind insbesondere in die Transformation von visuellen Informationen (zum Beispiel Position und Form eines Gegenstandes) in motorische Programme involviert. Dabei kodieren Neurone des dPMC bevorzugt für die Position eines Objektes im Raum, wohingegen der vPMC die Hand- und Fingeröffnung zum Greifen eines Objektes steuert.

  • Beide Areale besitzen intensive Verbindungen zum Parietalcortex, wobei dPMC eher vom Lobulus parietalis superior (SPL) und vPMC vom Lobulus parietalis inferior (IPL) und insbesondere vom Sulcus intraparietalis (IPS) Projektionen erhält.

 

  • Die parietalen Areale sind dagegen stark mit den visuellen Rindenarealen verbunden. …

 

  • Einige Nervenzellen im prämotorischen Areal sind sowohl bei der Planung und Ausführung als auch bei der passiven Beobachtung derselben Bewegung bei einem anderen Individuum aktiv (sogenannte Spiegelneurone). Man vermutet ihre Bedeutung in imitativen Lernprozessen (siehe auch: Lernen am Modell).

  • Neuere Hypothesen gehen aber eher davon aus, dass die Spiegelneurone (die auch in anderen Hirnarealen wie zum Beispiel dem Lobulus parietalis inferior zu finden sind) eher das „Verständnis“ einer Aktion kodieren: Bei Makaken feuern einige Spiegelneurone nur, wenn der Affe nach einem Apfel greift, nicht aber wenn die Bewegung ohne Apfel ausgeführt wird. Man vermutet, dass Störungen dieses „Verständnisnetzwerkes“ eine pathophysiologische Grundlage für Autismus sein könnte.

 

  • Auch das für die Sprachproduktion wichtige Broca-Areal (motorisches Sprachzentrum, Areal 44 und Areal 45) und das sogenannte frontale Augenfeld (Areal 8) gehören funktionell zum PMA, obwohl sie strukturell eher ein „präfrontales“ Muster besitzen (granulärer Cortex*). Hier zeigt sich jedoch die ausgesprochene funktionelle Heterogenität des Prämotorcortex.“

 

[Quelle und zum Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Motorcortex (Prämotorische Rinde)

 

 

* ‚Präfrontales Muster‘, granulärer Cortex:

Siehe dazu auch: Gedankensplitter – ‚Layer to layer‘ (Großhirnrinde: Aufbau)

Und bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fhirnrinde [Großhirnrinde]

 

Daraus: Lamina IV

  • „Dementsprechend ist diese Schicht in der Hör-, Seh- und sensiblen Rinde besonders stark ausgeprägt (granulärer Cortex), während sie in motorischen Rindenfeldern praktisch völlig fehlt (agranulärer Cortex).

  • In der Lamina IV liegt ein weiteres Fasergeflecht, das äußere Band von Baillarger. In der Sehrinde ist dieses Band derart stark ausgebildet, dass es auch makroskopisch mit bloßem Auge sichtbar ist. Diesem hier als Gennari- oder Vicq d’Azyr-Streifen benannten Streifen verdankt die Sehrinde ihren Namen als Area striata.“ ]

 

 

Und noch einmal zurück zum SLF (Fasciculus longitudinalis superior) –

ÜBERSICHT II:

.

.

Die Faserbündel ziehen vom …

 

 

Frontallappen


 

 

durch das …

 

Operculum

‘Deckel’

- Frontal, Parietal- und Temporallappen

(Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappen) -


 

 

 

 

zum hinteren Ende der …

 

Sylvius-Furche

(Sulcus lateralis cerebri)

 

Am hinteren Ende der Sylvius-Furche liegt auch die TPJ = temporoparietale Verbindung  (s.o.).

 

 

 

 

Von dort ‚strahlen‘ sie aus und verbinden sich mit Neuronen des Okzipitallappens oder umlaufen das Putamen* und verbinden sich mit Neuronen in den vorderen Bereichen des Temporallappens:

 

 

Okzipitallappen

 

 

 

Putamen

(Kerngebiet des extrapyramidalen Systems)


Temporallappen

 

 

SLF I:

Oberer und medialer Parietalcortex


Sulcus cinguli


‘weiße Substanz’ von

- Parietallappen

- Frontallappen

- Motorcortex

 

SLF II:

Caudal-inferiorer (unterer) Parietalcortex


Dorsolateraler präfrontaler Cortex


Bi-direktional

SLF III:

Gyrus supramarginalis* im unteren Parietallappen


Ventraler prämotorischer und präfrontaler Cortex

 

 

Lokalisation von Körperteilen, ‚Körperschema‘, reguliert motorisches Verhalten.

 

Räumliche Aufmerksamkeit, visuelle und okulomotorische Funktionen, Auswahl und Abrufen räumlicher Informationen.

 

Erhält Informationen vom ventralen Gyrus precentralis (motorisches Rindenfeld, Arbeitsgedächtnis).

 

 

 

* Putamen = Teil des extrapyramidalen Systems.

 

* Der Gyrus supramarginalis umgreift bogenförmig das hintere Ende des Ramus posterior (hinterer Ast) des Sulcus lateralis cerebri (Sylvius-Furche). Am hinteren Ende der Sylvius-Furche liegt auch die TPJ = temporoparietale Verbindung (s.o.).

https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_supramarginalis

 

 

Putamen

“The putamen and caudate nucleus together form the dorsal striatum. It is also one of the structures that composes the basal ganglia.

Through various pathways, the putamen is connected to the substantia nigra, the globus pallidus, the claustrum, and the thalamus, in addition to many regions of the cerebral cortex. A primary function of the putamen is to regulate movements at various stages (e.g. preparation and execution) and influence various types of learning. It employs GABA, acetylcholine, and enkephalin to perform its functions. The putamen also plays a role in degenerative neurological disorders, such as Parkinson's disease.”

 

[Übersetzt in etwa:

  • Das Putamen und der Nucleus caudatus bilden zusammen das dorsale [rückwärtige] Striatum [sog. Streifenhügel; gehört zu den Basalganglien; ist Teil des extrapyramidalen Systems].

  • Es ist durch zahlreiche Bahnen verbunden mit der Substantia nigra, dem Globus pallidus [Pallidum], dem Claustrum [Vormauer = ‚graue Substanz‘ zwischen Putamen und Inselrinde; s. o.] und dem Thalamus und mit weiteren Regionen der Großhirnrinde.

  • Vorrangige Funktion des Putamen: Regulierung von Bewegungen in verschiedenen Stadien (z. B. beim Vorbereiten und Ausführen einer Bewegung), Beeinflussung verschiedener Arten des Lernens.

  • Um seine Funktionen erfüllen zu können, bedarf es der Neurotransmitter GABA, Acetylcholin und Enkephalin.

  • Das Putamen spielt auch eine wichtige Rolle bei degenerativen neurologischen Störungen, z. B. beim Morbus Parkinson.

https://en.wikipedia.org/wiki/Putamen

 

[Bitte lesen bei Wikipedia:

Neurotransmitter: Dopamin, GABA, Enkephalin, Substanz P, Acetylcholin; Serotonin, Glutamat.

Pathologie: Parkinson, Alzheimer, Lewy-Body-Demenz, Chorea Huntington, Tourette-Syndrom, Morbus Wilson, corticobasale Degeneration, Schizophrenie, Depression, ADHD, OCD, Kernikterus (Bilirubinenzephalopathie), Angsterkrankungen.]

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Putamen

 

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Kernicterus – WICHTIG:

  • „Bilirubin is known to accumulate in the gray matter of neurological tissue where it exerts direct neurotoxic effects. It appears that its neurotoxicity is due to mass-destruction of neurons by apoptosis and necrosis.”

[Übersetzt in etwa: Bilirubin reichert sich an in der ‚grauen Substanz‘ in neurologischem Gewebe, wo es direkt neurotoxisch wirkt und vermutlich zu einer Massenzerstörung von Neuronen durch Apoptose [Zelluntergang] und Nekrose [Veränderungen einer Zelle oder eines Gewebes nach irreversiblem Ausfall der Zellfunktionen (sog. Zelltod)] führt. – Richtig übersetzt?]

-> Siehe dazu: Glossar A-Z – Bilirubin (und enterohepatischer Kreislauf)

 

Und siehe auch:

Dopamin & Co. - Neurotransmitter

Essen & Co. – Acetylcholin, Liquor, Vitamine etc.

Hypothalamus, Hypophyse, Thalamus

Limbisches System / Glossar – Limbisches System

Wunderwerk Gehirn – Hirnsinus, Pallidum, Rindenarchitektonik, Substantia grisea, nigra

Leitungsbahnen

Wunderwerk Mensch - Fühlbahn

Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokales Syndrom

Glossar – Antioxidative Enzyme, Antioxidanzien, Biotransformation, Pentosephosphatweg

Zum Nachdenken –

Agnosie, Simultanagnosie, Cholin, Fossa cranii, Hypopituitarismus, Kontrastwahrnehmung, Projektionsbahnen, Rautengrube, Theory of Mind

Gedankensplitter – ‚Layer to layer‘

Etc.

 

Blogbuch-Gedanken – „Spaltungsirresein“ (Kommissurenbahnen des Gehirns), Streckmuskeln (und „vortriebswirksame Arbeit“)

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fhirnrinde [Großhirnrinde]

https://de.wikipedia.org/wiki/Falx_cerebri

https://en.wikipedia.org/wiki/Falx_cerebri

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Hirnhaut

Daraus, WICHTIG:

  • „Als Hirnhäute, fachsprachlich Meningen – verkürzter Plural von Meninx encephali - … bezeichnet man die Bindegewebsschichten, die innerhalb des Schädels (intrakraniell) das Gehirn umgeben. …

  • Es werden drei Hirnhäute unterschieden. Am weitesten außen liegt die Dura mater encephali als harte Hirnhaut, auch Pachymeninx encephali ... Ihr liegt die Arachnoidea encephali (Spinnwebenhaut) mehr oder weniger unmittelbar an. Die innerste Schicht ist die Pia mater encephali (zarte Hirnhaut). Zwischen der Arachnoidea und der Pia mater befindet sich der Subarachnoidalraum (Spatium subarachnoideum). Diese beiden inneren Hirnhäute werden auch als weiche Hirnhaut zusammengefasst, Leptomeninx encephali genannt ...

  • Außerhalb des Schädels (extrakraniell) setzen sich die Hirnhäute als sogenannte Rückenmarkshäute fort, welche den dort liegenden Teil des Zentralnervensystems (ZNS) umgeben. Entsprechend ihrer anatomischen Zugehörigkeit zum Rückenmark werden sie nun Dura mater spinalis, Arachnoidea spinalis und Pia mater spinalis genannt (lateinisch spinalis, deutsch ‚zur Wirbelsäule/zum Rückenmark gehörig‘).“

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Meninges

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_cinguli

  • „… ist ein Teil des Gehirns und gehört funktionell zum limbischen System. Im Marklager des Gyrus cinguli verläuft eine lange Assoziationsbahn, das Cingulum. Er endet in der Rinde des Subiculums der Hippocampusformation.“

 

 

Cingulum

Windung parallel zum Corpus callosum (Balken):

  • „Vom Stirnlappen [Frontallappen] ausgehende Assoziationsfasern, die im Gyrus cinguli verlaufen und im Bogen um das Corpus callosum in die Schläfenlappen [Temporallappen] gelangen.“ [Pschyrembel 1994]

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Uncus

https://en.wikipedia.org/wiki/Uncus

 

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Cingulum_(brain) – WICHTIG:

  • “Neurons of the cingulum receive afferent fibers from the parts of the thalamus that are associated with the spinothalamic tract [Tractus spinothalamicus]. …”

[Übersetzt in etwa: Neuronen des Cingulum empfangen afferente [zuführende] Fasern von Teilen des Thalamus, die mit dem Tractus spinothalamicus verbunden sind.]

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Spinothalamic_tract

Daraus, WICHTIG:

  • “The spinothalamic tract (also known as anterolateral system or the ventrolateral system) is a sensory pathway from the skin to the thalamus. From the ventral posterolateral nucleus in the thalamus, sensory information is relayed upward to the somatosensory cortex of the postcentral gyrus. [S.o.]

  • The spinothalamic tract consists of two adjacent pathways: anterior and lateral. The anterior spinothalamic tract carries information about crude touch. The lateral spinothalamic tract conveys pain and temperature.”

 

[Übersetzt in etwa:

  • Der Tractus spinothalamicus (auch bekannt als anterolaterales oder ventrolaterales System) ist eine sensorische Bahn von der Haut zum Thalamus*. Vom ventralen Nucleus posterolateralis im Thalamus werden sensorische Informationen weitergeleitet zum somatosensorischen Cortex des Gyrus postcentralis*. [S.o.]

  • Der Tractus spinothalamicus besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Bahnen: vordere und seitliche Bahn. Der Tractus spinothalamicus anterior übermittelt Informationen über ‚groben‘ Druck, der Tractus spinothalamicus lateralis zu Schmerz und Temperatur.]

 

* Thalamus = ‚Tor zum Bewusstsein‘. Zur Erinnerung: 

Die ‚Nuclei ventrales thalami‘ sind eine Kerngruppe des Thalamus; man unterscheidet:

 

1. Hintere und mittlere Kerngruppen: Schaltstationen für sensible und sensorische Bahnen aus der Peripherie, die als Tractus thalamocorticalis zur Rinde des Gyrus postcentralis* fortgesetzt werden.

 

2. Vordere Kerngruppen: Erhalten Erregungen (‚Exzitationen‘) vom Pallidum, Kleinhirn und Nucleus interstitialis, die an die motorische Rinde weitergegeben werden. [Pschyrembel]

 

[Der Nucleus interstitialis ist ein Kern im Mittelhirn in der ‚Formatio reticularis‘. Er erhält Fasern von den Nuclei vestibulares, vom Globus pallidum (Pallildum) und vom Stratum griseum colliculi superioris (‚graue Schicht‘ der Colliculi superiores = obere Hügel der Lamina tecti [sog. ‚Vierhügelplatte‘], die an die Sehbahn angeschlossen sind.). Aus ihm entspringt ein Teil der Fasern des ‚Fasciculus longitudinalis medialis‘ (s.o.).] [Pschyrembel]]

 

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus und Thalamus; Leitungsbahnen; Zum Nachdenken – Kontrastwahrnehmung (RAS/ARAS) etc.

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Thalamus

https://en.wikipedia.org/wiki/Thalamus

 

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckenmark

(Rückenmark: Aufsteigende Bahnen)

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Formatio_reticularis

[Wichtige Aufgaben u. a.: Extrapyramidale Steuerung der Motorik (Verbindungen mit Kleinhirn, Nucleus ruber, Substantia nigra), Modulation der Schmerzempfindung (via Periaquäduktales Grau (PAG) und Raphe-Kerne)]

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Somatosensory_system

Etc.

 

 

* Gyrus postcentralis = hintere Zentralwindung; liegt hinter dem Sulcus centralis cerebri = Zentralfurche; Furche zwischen Gyrus pre- und postcentralis; Grenze zwischen Stirn- und Scheitellappen [Frontal- und Parietallappen] des Gehirns. –S. o.-

  • „Der Tractus spinothalamicus (sensibles anterolaterales Bahnsystem oder Vorderseitenstrangbahn) leitet Impulse der protopathischen Sensibilität (grobe Druck-, Temperatur- und Schmerzempfindung) von den Zellen des Hinterhorns bis zum Thalamus; er ist Teil des extralemniskalen Systems. Die Fasern kreuzen auf Höhe des Ursprungssegmentes auf die andere Seite.“

[Wikipedia – Rückenmark: Aufsteigende Bahnen; Link oben]

- S. dazu oben: Vergleich Oberflächen- und Tiefensensibilität -

 

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Posterolateral_tract

Tractus posterolateralis, Lissauer-Tractus

Dazu aus dem Pschyrembel:

  • „Fasergruppe zwischen der Spitze des Hinterhorns und der Oberfläche des Rückenmarks; führt Neuriten* von Hinterwurzelzellen und den Zellen der Substantia gelatinosa* [Schicht mit fast ausschließlich unmyelinisierten Axonen und vorwiegend kleinen Nervenzellen] und vermittelt Oberflächensensibilität, Temperatur- und Schmerzempfindung.“

 

[* Neurit = Axon: Zylindrischer Fortsatz der Nervenzelle; leitet Nervenimpulse weiter zu anderen Nervenzellen; bildet zusammen mit der ‚Schwann-Scheide‘ die Nervenfaser.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Nervenzellen

 

* Substantia gelatinosa – bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckenmark#Graue_Substanz]

 

- S. dazu oben: Vergleich Oberflächen- und Tiefensensibilität -

 

 

Und aus Wikipedia, WICHTIG:

  • „The posterolateral spinal tracts are involved with neurological deficits seen in pernicious anemia.”

[Übersetzt in etwa: Die Tractus [Mz.] posterolateralis sind an neurologischen Defiziten, wie sie z. B. bei der perniziösen Anämie (Vitamin-B12-Mangelanämie) vorkommen, beteiligt.]

 

Und, WICHTIG:

Thiamin – Vitamin B1

https://en.wikipedia.org/wiki/Beriberi

  • “A selective impairment of the large proprioceptive sensory fibers without motor impairment can occur and present as a prominent sensory ataxia, which is a loss of balance and coordination due to loss of the proprioceptive inputs from the periphery and loss of position sense.”

[Übersetzt in etwa: Eine selektive Beeinträchtigung langer propriozeptiver sensorischer Fasern - ohne motorische Beeinträchtigung – kann auftreten und sich zeigen als sensorische Ataxie als Folge eines Verlusts der Balance und Koordination aufgrund des fehlenden propriozeptiven Inputs aus der Peripherie und dem Verlust des Lagesinns.]

 

 

Und siehe dazu auch:

Essen & Co. – Neurotransmitter, ‚Wasser-Vitamine‘

Wahrnehmung, Lernprobleme

Wunderwerk Gehirn

Hirnnerven

Leitungsbahnen

Wunderwerk Mensch – Fühlbahn, Hörbahn, Riechbahn, Sehbahn

Glossar – Nervenknoten, Plexus (s. dazu auch Blogbuchgedanken ‚Streckmuskeln‘)

Zum Nachdenken – Hypogonadismus, Hypopituitarismus

Gedankensplitter – ‚Layer to layer‘

Etc.

 

 

 

NOCH EINMAL, zur Erinnerung – und als Überleitung zum ‚Körperschema‘ …

 

Beeinträchtigte Propriozeption bei Autismus-Spektrum-Störungen, z. B. beim Asperger-Syndrom:  

  • “There is also some evidence that proprioception is impaired in autism spectrum disorders such as Asperger Syndrome.”

 

 

Körperschema

  • „Das Körperschema ist ein neurophysiologisches Konstrukt, das aus der Integration der taktilen, propriozeptiven, vestibulären, visuellen und akustischen Informationen entsteht. Es hängt mit Lernerfahrung zusammen und setzt sich aus Eigenschaften wie Körperorientierung, Körperausdehnung (Größe) und Körperkenntnis (Bau und Funktion) zusammen. …

  • In der Sinnesphysiologie wird mit Tiefensensibilität oder Propriozeption die eigene Körperwahrnehmung bezeichnet.“

 

  • „Selbstwahrnehmung geschieht durch nach außen gerichtete Wahrnehmung durch die Exterorezeptoren, also von Gesichts-, Gehör-, Geruchssinn u. a., und nach innen gerichtete Wahrnehmung durch die Propriozeptoren, also Schmerz- und Muskelsinn usw., zusammen mit Informationen der Selbstbeobachtung und -bewertung.“

 

[Aus Wikipedia – Selbstwahrnehmung; Link unten]

 

Definition Körperschema (lt. Pschyrembel):

Orientierung (Vorstellung) bzgl. des eigenen Körpers; Repräsentation des eigenen Körpers, die durch kinästhetische, taktile und optische Reize vermittelt ist; 

  • Störungen des Körperschemas treten u. a. bei Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und hirnlokalem Syndrom (hier mit Autotopagnosie und Rechts-Links-Störung) auf.

 

Definition Kinästhesie (lt. Pschyrembel):

Empfindung der Bewegung des Körpers als Qualität der Propriozeption (s. o.).

 

Definition taktil:

Das Tasten, die Berührung, den Tastsinn betreffend.

.

.

Anorexia nervosa

Sog. ‚Magersucht‘:

Essstörung mit beabsichtigtem selbst herbeigeführtem Gewichtsverlust (Nahrungsvermeidung, Essanfälle und/oder Erbrechen, Laxanzien- oder Diuretikamissbrauch, übertriebene körperliche Aktivitäten), v. a. bei jungen Frauen, wird jedoch in den letzten Jahren immer öfter auch bei männlich Betroffenen diagnostiziert.

 

  • „Die Forschung konzentriert sich zurzeit (2010) besonders auf Gene, die im Zusammenhang mit einem leicht störbaren Neurotransmitter-System von Serotonin stehen.“ [Wikipedia; Link unten]

 

Bulimia nervosa

Sog. „Fresssucht“:

Subjektiv unkontrollierbare Essanfälle mit anschließendem Erbrechen, Laxanzien- oder Diuretikamissbrauch, exzessiven körperlichen Aktivitäten, Fasten o. ä.

 

  • „Die Nahrungsmenge kann im Magen auch ein unangenehmes Völlegefühl und Schmerzen verursachen, sodass das anschließende Erbrechen erleichternd wirkt.“ [Wikipedia; Link unten]

 

 

Hirnlokales Syndrom

(mit Autotopagnosie und Rechts-Links-Störung)

Hirnlokales Syndrom = Sammelbezeichnung für verschiedene Kombinationen von Symptomen, die durch Gehirnschädigungen entstehen. Man unterscheidet:

- Frontalhirnsyndrom (Stirnhirnsyndrom mit u.a. Ataxie*)

- Temporalhirnsyndrom (mit u.a. Hemianopsie*)

- Parietallappensyndrom (mit u.a. Neglect*, Hemianopsie*)

- Okzipitallappensyndrom (mit u.a. Photopsien, visuellen Halluzinationen, Farbbenennungsstörungen)

 

-> Siehe dazu: Fragen, Fragen, Fragen – Hirnlokales Syndrom

 

Autotopagnosie:

Unfähigkeit, bei erhaltener Oberflächensensibilität Hautreize am eigenen Körper richtig zu lokalisieren; v.a. bei Läsionen des Parietallappens (Scheitellappens). [Pschyrembel]

 

Dazu aus Wikipedia:

„Störungen des Körperschemas werden auch als Autotopagnosie oder verkürzt als Autopagnosie bezeichnet. Diese Störungen können auch als Herdsymptome bei Schädigungen im Bereich der Assoziationsgebiete [s.o.: Präfrontaler Cortex] auftreten. Störungen des Körperschemas sind häufig mit apraktischen und agnostischen sprachlichen Ausfällen verbunden und beruhen somit oft auf einer Schädigung der dominanten Hirnhälfte, die für die sprachgnostischen und sprachpraktischen Leistungen mehr oder weniger ausschließlich zuständig ist. Klinisch geprüft wird das Körperschema durch sprachliche Zuordnung der Namen von Körperabschnitten und als Bewegungsgeschicklichkeit.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Körperschema

(Störungen des Körperschemas)]

 

 

 

 

* Ataxie, Apraxie, Agnosie

  • Ataxie = Störung der Koordination von Bewegungsabläufen (bei Erkrankungen des Kleinhirns, Läsionen der Hinterstrangbahnen des Rückenmarks oder peripherer Nerven, Schädigungen des Vestibularapparats, Hydrozephalus [sog. ‚Wasserkopf‘], Läsionen der Hirnhemisphären)

  • Apraxie = Störung der Ausführung willkürlicher, zielgerichteter und geordneter Bewegungen bei intakter Funktion (Koordinations- und Entwicklungsstörung oder bei Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns oder der Kommissurenbahnen)

  • Agnosie = Störung des Erkennens (nicht verursacht durch Demenz, Aphasie oder Störung der elementaren Wahrnehmung)

 

* Neglect, Hemianopsie

  • Neglect is not to be confused with hemianopsia. Hemianopsia arises from damage to the primary visual pathways cutting off the input to the cerebral hemispheres from the retinas. Neglect is damage to the processing areas. The cerebral hemispheres receive the input, but there is an error in the processing that is not well understood.”

https://en.wikipedia.org/wiki/Hemispatial_neglect

 

[Übersetzt in etwa: Neglect und Hemianopsie sollten nicht verwechselt werden.

  • Hemianopsie entsteht aufgrund einer Schädigung der primären visuellen Bahnen und damit aufgrund einer Unterbrechung des Inputs von der Retina [Netzhaut des Auges] zu den Hirnhemisphären.

  • Neglect entsteht aufgrund einer Schädigung in weiterverarbeitenden Bereichen. Hier erhalten die Hirnhemisphären zwar den Input, doch bei der weiteren Verarbeitung kommt es zu einem Fehler - der bisher allerdings noch nicht gut verstanden wird.]

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Visueller_Neglect

  • „Zu einem visuellen Neglect kommt es vielmehr durch eine Läsion im Parietallappen des Cortex.“ – S. dazu auch oben: SLF (Fasciculus longitudinalis superior) und parietaler Cortex -

 

[Vgl. Links-Rechts-Verwechslung beim Gerstmann-Syndrom:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerstmann-Syndrom

 

Rechts-Links-Schwäche beim Angularis-Syndrom:

https://de.wikipedia.org/wiki/Angularis-Syndrom

 

Körperschemastörung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dysmorphophobie]

 

 

- S. dazu a. o.: Sulcus lateralis (Sylvius-Furche) und Inselrinde -

 

 

Und siehe auch:

Blogbuchgedanken – „Spaltungsirresein“

Das Asperger-Syndrom

Wunderwerk Gehirn

Fragen, Fragen, Fragen – Extinktion und Neglect, Hirnlokales Syndrom (Hemianopsie etc.)

Glossar – Schmerzleitung (Serotonin; s. a.: Gedankensplitter - ‚Layer to layer‘ – Übersicht)

Zum Nachdenken –

Agnosie und Simultanagnosie (Gerstmann-, Angularis-Syndrom), Aphasie, Apraxie, Kontrastwahrnehmung

Etc.

 

Und:

Diskussionsseite

Fragen, Fragen, Fragen – Autismus/Schizophrenie/Borderline-Störungen

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosa

 

[https://en.wikipedia.org/wiki/Paraterminal_gyrus

https://en.wikipedia.org/wiki/Lamina_terminalis

Blättchen ‚grauer Substanz‘ vor und über der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum); vorderer Teil des Bodens des 3. Hirnventrikels]

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Bulimie

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwahrnehmung

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ataxie

https://de.wikipedia.org/wiki/Apraxie

https://de.wikipedia.org/wiki/Agnosie

 

Etc.

 

17.10.2017

 

 

 

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