Diskussionsseite ...

 

Epileptoide Krankheiten

 

 

Im ‚Narkolepsie-Buch’ von Susanne Schäfer bin ich auf diesen Begriff gestoßen, den Susanne wiederum in einem alten Psychiatrie-Wörterbuch ‚ausgegraben’ hat ...

 

[Susanne Schäfer – Die ‚Schlafkrankheit Narkolepsie’; Verlag Freies Geistesleben 1998]

 

‚Epileptoide Krankheiten’ ist eine ältere Bezeichnung für Krankheitszustände mit ‚Anfällen’, die nicht zur eigentlichen (‚genuinen’) Epilepsie gehören, bei denen aber eine Verwandtschaft vermutet wird. [S. 236]

 

Dazu gehören:

Pyknolepsie, Narkolepsie, Dipsomanie, Migräne und episodische Dämmerzustände (s. u.).

 

Zur Erinnerung, zum Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

 

Anfall (fokaler Anfall; komplex-partieller Anfall)

 

‚Anfall’ ist die Bezeichnung für einen fokalen (d. h. von einem Herd ausgehenden) epileptischen Anfall mit Bewusstseinsstörung, ausgelöst durch die Aktivierung eines umschriebenen Neuronensystems einer Hirnhemisphäre.

Die frühere Bezeichnung dafür war ‚psychomotorischer Anfall’.

 

Es gibt einen charakteristischen, stadienhaften Verlauf:

Aura - Bewusstseinstrübung mit szenischen Handlungsabläufen - Reorientierungsphase

 

Aura -

  • epigastrisch -> sog. vegetative Aura (sensible Wahrnehmungen aus dem ‚Oberbauch’)
  • gustatorisch -> Geschmackswahrnehmungen
  • olfaktorisch -> Geruchswahrnehmungen
  • optisch - > visuelle Wahrnehmungen
  • akustisch -> auf das Gehör bezogene Wahrnehmungen

Unterschiedlich starke paroxysmale (anfallsartige) Bewusstseinstrübung mit szenischen Handlungsabläufen -

Orale oder gestische Automatismen:

  • Schlucken, Kauen, Schlecken, Schnalzen
  • Wischen, Nesteln, Grimassieren

Treten, Scharren oder stereotype Wiederholung von Worten und Lauten

Reorientierungsphase (-> dauert 1 Minute oder länger)

 

[Quelle: Pschyrembel 1994]

 

-> Siehe dazu: Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokales Syndrom; Glossar – Nervenzellen; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (Übersicht) etc.

 

Susanne Schäfer schreibt hierzu:

  • „All diese Krankheitsbilder zählte die ältere Psychiatrie zur Epilepsie, jedoch wurde die Diskussion darüber um 1920 weitgehend beendet. ...
  • Zur Erinnerung: Etwa ein Drittel aller Menschen mit Autismus hat primär Epilepsie.“ [S. 237]

 

Epileptoide Krankheiten

Pyknolepsie, Narkolepsie, Dipsomanie, Migräne und episodische Dämmerzustände

.

.

Pyknolepsie

Veraltete Bezeichnung für die idiopathische* Absence-Epilepsie des Schuldkindesalters.

 

* Idiopathisch (oder auch ‚essentiell’) heißt: Ohne erkennbare Ursache entstanden, Ursache nicht nachgewiesen.

 

-> Siehe dazu: Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokales Syndrom; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (Übersicht), Hippocampus etc.

 

- S. u.: Meine Erfahrungen -

 

Narkolepsie

Zwanghafte Schlafanfälle am Tag von minutenlanger Dauer.

Der Patient ist während des Anfalls weckbar, und nach dem Anfall fühlt er sich erholt.

 

Während des Anfalls sind möglich:

  • Ein affektiver Tonusverlust der Muskulatur.
  • Eine Schlaflähmung.
  • Hypnagoge Halluzinationen.

 

Ein affektiver Tonusverlust der Muskulatur ist ein Anfall mit einem plötzlichen, kurz andauernden (kürzer als 2 Minuten) auftretenden Tonusverlust der Kopfmuskulataur oder der gesamten Körpermuskulatur; letzteres tritt allerdings eher selten auf.

- Vgl. u.: Kataplexie -

 

[Tonus = Grad der Anspannung, z. B. von Muskeln, Gefäßen oder Nerven.]

 

Schlaflähmung: „Die Schlafstarre, Schlaflähmung oder Schlafparalyse ist die nahezu vollständige Bewegungsunfähigkeit des Körpers während der Traumphasen. Dieser natürliche Vorgang verhindert, dass im Traum erlebte Muskelbewegungen auch in der Realität ausgeführt werden.

  • Von der Starre ausgenommen sind die Atem- und Augenmuskulatur. ...
  • Die Schlaflähmung kann durch körperliche Berührung unterbrochen werden. ...
  • Nicht selten treten auch auditive Fehlwahrnehmungen auf, ...“.

[Quelle und zum Weiterlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaflähmung]

 

„Die Schlafstarre kann auch über den Traum hinaus in die Wachphase andauern. In diesen Fällen spricht man von einem Wachanfall. Es ist quasi das Gegenstück zur Narkolepsie („Schlafanfall“).“ [Ebd.]

- Vgl. u.: Kataplexie -

 

Hypnagoge Halluzinationen sind Halluzinationen (Sinnestäuschungen), die beim Einschlafen auftreten; es sind v. a. akustische und optische Sinnestäuschungen.

-> Siehe dazu auch: Gedankensplitter – Neuroleptika, Psychosen und Neurosen etc.

 

URSACHEN:

Gelineau-Syndrom (genuine Form der Narkolepsie) oder symptomatisch nach einer Hirnschädigung (z. B. Enzephalitis).

 

Zum Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

Eine Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns.

Man unterscheidet:

Polioenzephalitis

-> Entzündung der ‚grauen Substanz’ (Substantia grisea)

Leukenzephalitis

-> Entzündung der ‚weißen Substanz’ (Substantia alba)

Panenzephalitis

-> Entzündung des gesamten Gehirns, evtl. mit Beteiligung der Hirnhäute (Meningoenzephalitis)

 

-> Siehe dazu auch: Leitungsbahnen; Wunderwerk Gehirn – Substantia alba, grisea; Glossar – Fossa cranii, Nervenzellen; Zum Nachdenken – Projektionsbahnen; Gedankensplitter – Bulbus olfactorius etc.

 

 

Dipsomanie

Sog. ‚Quartalssaufen’, periodische Trunksucht:

Es kommt wiederholt zu exzessivem Alkoholkonsum mit dazwischenliegender Abstinenz.

 

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – KH-Malabsorption (Angst, Sucht und Glutenunverträglichkeit?)

 

Migräne

Anfallsartige, oft pulsierende Kopfschmerzen, die wiederholt und meist halbseitig - sog. Hemikranie - auftreten.

  • Die Migräne beginnt i. d. R. in den frühen Morgenstunden, kann Stunden bis Tage andauern und ist oft verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmscheu, visuellen Symptomen oder neurologischen Ausfällen.

 

[Eine Hemikranie ist ein halbseitiger Kopfschmerz.

Im Pschyrembel 1994 wird hierzu auch das Bárány-Syndrom als Synonym für Hemikranie erwähnt, eine Schädigung des Nervus vestibularis durch

  • eine seröse Meningitis im Kleinhirnbrückenwinkelgebiet
  • oder durch einen Kleinhirntumor.

 

Der NERVUS VESTIBULARIS (Gleichgewichtsnerv) ist Teil des Nervus vestibulocochlearis (VIII. Hirnnerv).

  • Eine (akute) Schädigung des Nervus vestibularis führt zu Schwindel, Übelkeit, Fallneigung und Nystagmus (sog. Augenzittern).

[Pschyrembel 2007]

 

Eine Meningitis ist eine Entzündung der harten (Pachymeningitis) oder weichen Hirnhaut (Leptomeningitis) bzw. der Rückenmarkhäute (Meningitis spinalis), die oft kombiniert auftritt als Meningitis cerebrospinalis, die Gehirn und Rückenmark betrifft.

Serös bezieht sich auf Blutserum und Liquor cerebrospinalis.

  • Die Meningitis ist eine meldepflichtige Erkrankung.

 

Das Kleinhirnwinkelgebiet ist eine Vertiefung am hinteren Rand der Hirnbasis: Hier stoßen Kleinhirn, Brücke und verlängertes Mark (Medulla oblongata) zusammen.]

 

-> Siehe dazu auch: Kleinhirn ... oder Vestibularapparat; Hirnnerven, Hirnnervenkerne; Wunderwerk Gehirn – Kleinhirn etc.; Essen & Co. – Liquor, Lymphe; Glossar – Leukozyten/Lymphozyten, Zirkumventrikuläre Organe (Area postrema = ‚Brechzentrum’); Zum Nachdenken – Rautengrube; Gedankensplitter – Bulbus olfactorius; Was ich noch zu sagen hätte (Februar 2013: Schieloperation) etc.

 

- S. u.: Meine Erfahrungen –

 

Episodische

Dämmerzustände

Ein Dämmerzustand ist eine Form der akuten organischen Psychose mit

  • Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen,
  • teilweiser Desorientiertheit und
  • nachfolgender Amnesie (total oder partiell).

 

VORKOMMEN:

  • Bei Epilepsie als post- oder antepyroxysmaler Dämmerzustand ohne Störung der Orientierung.
  • Als organischer Dämmerzustand nach einem Schädelhirntrauma.
  • Bei Intoxikationen.

 

[‚Dämmerattacken’ ist eine nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für komplex-partielle Anfälle.]

 

Zum Vergleich ...

Ein sog. Durchgangssyndrom ist eine Form einer akuten, reversiblen organischen Psychose ohne Bewusstseins- oder Orientierungsstörung.

 

FORMEN:

Leichte Form mit Störung der normalen Tätigkeit und des Antriebs und evtl. mit Gefühlsverarmung.

Mittelschwere Form mit Verlangsamung aller psychischen Funktionen, Gedächtnis- und Affektivitätsstörung.

Schwere Form mit ausgeprägter Gedächtnisstörung, Denkstörung und evtl. Konfabulationen* und Halluzinationen.

 

* Konfabulationen sind Erzählungen meist zufälliger Einfälle ohne Bezug zur jeweiligen Situation oder Frage, die gestellt wurde; sie dienen dazu, Gedächtnislücken zu überspielen.

VORKOMMEN z. B. bei:

Hirnatrophie (‚Hirnschrumpfung’), organischer Psychose, v. a. bei Korsakow-Syndrom (syn. Korsakow-Psychose).

 

Zum Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

Das Korsakow-Syndrom kommt vor bei:

  • Alkoholkrankheit (meist mit Polyneurophathie*)
  • Vitaminmangelzuständen
  • Zerebraler Hypoxie (Sauerstoffmangel im Gehirn)
  • Schädelhirntrauma
  • Intoxikationen
  • Infektionen
  • Hirnatrophie

 

* Polyneuropathie = Erkrankung der peripheren Nerven ohne traumatische Ursache. Es kommt zu Parästhesien (‚Missempfindungen’ - z. B. Kribbeln oder ‚Ameisenlaufen’) und Sensibilitätsminderungen.

Vorkommen z. B. bei Stoffwechselstörungen, Malabsorption, endokrinen Erkankungen, Paraproteinämie.

 

[Anmerkung zu Paraproteinämie:

Eine Paraproteinämie wird verursacht durch die krankhafte Vermehrung eines Klons immunglobulinproduzierender lymphoider Zellen (B-Lymphozyten und Plasmazellen), v. a. in Knochenmark und Lymphknoten. (Pschyrembel 2007).

-> Siehe dazu: Glossar – Leukozyten; Zum Nachdenken – Blutgruppen und Kohlenhydrate, Lymphatisches System etc.]

 

[Anmerkung zu endokrine Erkrankungen:

Sie stehen im Zusammenhang mit ‚endokrinen Drüsen’; diese geben ihre Hormone direkt an das Gefäßsystem ab.

-> Siehe dazu: Hypothalamus, Hypophyse; Hormone & Co.; Glossar – Drüsen etc.]

 

 

-> Und siehe dazu auch: Leitungsbahnen; Nervensystem; Essen & Co. – Vitamine (-> bei ‚Wasser-Vitamine’ v. a. Thiamin = Vitamin B1); Glossar – Nervenzellen, Thiamin, Thiaminmangel; Zum Nachdenken – KH-Malabsorption etc.

 

Und zum Nachdenken – ein Zitat von Oliver Sacks:

„... viele reagieren mit einer Mischung aus Schrecken und Traurigkeit, Bitterkeit oder Wut. (Manchmal führt das zu einer regelrechten ‚Einlieferungspsychose’, einer Art Durchgangssyndrom.)“

[Quelle und zum Weiterlesen:

Oliver Sacks – „Das innere Auge“; rororo – S. 51]

 

-> Siehe auch: Angst, Angst-Symptome; Depressionen; Spurenelemente – Zink (... und HOPS: Hirnorganisches Psychosyndrom); Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokales Syndrom; Zum Nachdenken – Schockformen; Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (Hippocampus), Neuroleptika, Psychosen und Neurosen etc.

 

 

[Quelle: Pschyrembel 1994]

 

Zum Weiterlesen ...

 

Zu Robert Bárány, Nobelpreisträger von 1915:

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_B%C3%A1r%C3%A1ny

 

... und zum Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

  • „Nystagmus (aus griechisch nystagmos νυσταγμόςSchläfrigkeit‘, zu nystazō ‚nicken‘, ‚schlummern‘) bezeichnet die unkontrollierbaren, rhythmischen Bewegungen eines Organs, üblicherweise jedoch der Augen, so dass unter Nystagmus in der Regel ein Augenzittern verstanden wird. ...
  • Pathologische Nystagmusformen findet man auch häufig bei Kleinkindern. Eine augenärztliche Untersuchung, möglichst bei einem Strabologen in der orthoptischen Fachabteilung einer Praxis oder Augenklinik, ist hier in jedem Fall angezeigt, da ein Nystagmus ein Anzeichen für das Vorliegen eines Albinismus oder anderer Augenerkrankungen sein kann. Häufig ist er Bestandteil des kongenitalen Schielsyndroms.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nystagmus]

-> Siehe dazu auch: Gedankensplitter – Bulbus olfacotorius - Nervus-terminalis-Komplex (Albinismus) etc.

  • „Das wesentliche Aufgabengebiet der Orthoptik stellt die Diagnostik und Therapie aller Formen von gestörtem Binokularsehen, wie Schielerkrankungen, Blicklähmungen und Nystagmus, aber auch okulär bedingten Kopfzwangshaltungen dar.“

[Quelle und zum Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Orthoptik]

 

Und: Zitate von Oliver Sacks ...

 

... zum Thema ‚Schielen’:

  • „Da sie schielend aufgewachsen war, arbeiteten ihre Augen nicht zusammen; sie sah die Welt jeweils nur mit einem Auge, wobei ihre Augen einen raschen und unbewussten Wechsel vollzogen.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

Oliver Sacks – „Das innere Auge“; rororo – S. 139]

-> Siehe dazu auch: Was ich noch zu sagen hätte (Januar, Februar und Dezember 2013) etc.

 

... und zum Thema Migräne- oder epileptischer Anfall und ‚Aphasie’:

  • „Aphasie ist keine Seltenheit; man schätzt, dass auf dreihundert Personen eine kommt, die unter dauerhafter Aphasie infolge einer Hirnschädigung leidet – sei es durch Schlaganfall, Kopfverletzung, Tumor oder degenerative Hirnerkrankung. Viele Menschen erholen sich aber ganz oder teilweise von einer Aphasie. (Es gibt auch vorübergehende Aphasieformen, die nur wenige Minuten dauern, etwa während eines Migräne- oder epileptischen Anfalls.“

[Oliver Sacks; S. 45]

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – Aphasie; Was ich noch zu sagen hätte (Januar 2013)

 

- Und s. u.: Meine Erfahrungen -

 

 

Kataplexie

 

„Narkolepsie ist zwar nicht direkt mit der Epilepsie verwandt, aber ein bisschen schon, kommt es mir vor, erst recht die Kataplexie. ...“

[Susanne Schäfer; S. 237]

 

DEFINITION der Kataplexie:

Eine plötzliche, anfallsweise Hypotonie der Muskulatur

  • nach emotionalen Einwirkungen,
  • als Symptom bei Narkolepsie,
  • als Symptom bei affektivem Tonusverlust.

 

Hypotonie der Muskulatur = Tonuserniedrigung = Herabsetzung des Ruhetonus eines Muskels oder der gesamten Muskulatur (d. h. des Dehnungswiderstands bei passiver Bewegung eines Muskels. [Pschyrembel 1994]

 

Emotionale Einwirkungen - z. B.:

Lachen -> führt zum sog. ‚Lachschlag’,

Erschrecken -> führt zur sog. ‚Schrecklähmung’.

 

Ein affektiver Tonusverlust ist ein Anfall mit plötzlichem, kurz andauerndem (kürzer als 2 Minuten) Tonusverlust

  • der Kopfmuskulatur oder
  • der gesamten Körpermuskulatur (selten). [Pschyrembel 1994]

 

URSACHE der Kataplexie:

Idiopathisch (d. h. ohne erkennbare Ursache entstanden bzw. die Ursache ist nicht nachgewiesen) oder als Folge einer Enzephalitis. [Pschyrembel 2007]

 

- S. o. -

 

SYMPTOME:

Plötzlicher Augenlidschluss.

Evtl. Sturz.

Erloschene Muskeleigenreflexe (mit erhaltener Augenmotilität).

Kein Bewusstseinsverlust.

[Pschyrembel 2007]

 

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Mensch; Fragen, Fragen, Fragen – Schreckstarre

 

Zum Nachdenken ...

  • Ein Symptom der Kataplexie sind erloschene Muskeleigenreflexe mit erhaltener Augenmotilität ...

 

Vgl. dazu:

REM*-Phase während des Schlafs (-> in dieser Phase treten die Traumphasen auf)

Während dieser Phase kommt es zu:

- Raschen Augenbewegungen.

- Erhöhter Herz- und Atemfrequenz.

- Verminderter Muskelaktivität.

- Erniedrigter Aufwachschwelle.

 

[REM = Rapid eye movements]

 

Vgl. dazu:

Schlaflähmung als Symptom der Narkolepsie (s. o.):

  • Von der Starre ausgenommen sind die Atem- und Augenmuskulatur. ...
  • Die Schlaflähmung kann durch körperliche Berührung unterbrochen werden. ...

 

Und noch einmal im Vergleich ...

Katatonie, Kataplexie, Absence und Narkolepsie

.

.

Katatonie

Kataplexie

Absence

Gilt als psychische Erkrankung mit vorrangig Störungen der Willkürmotorik.

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Katatoner Sperrungszustand mit Hemmung der Motorik.
  • Katatoner Erregungszustand mit psychomotorischer Erregung.

 

VORKOMMEN bei:

- Schizophrenie

- Infektionskrankheiten

- Hirntumoren

- endogener Depression

 

-> Siehe dazu auch: Gedankensplitter – Neuroleptika, Katatonie etc.

 

Plötzliche, anfallsweise Hypotonie der Muskulatur:

  • Nach emotionalen Einwirkungen.
  • Als Symptom bei Narkolepsie.
  • Als Symptom bei affektivem Tonusverlust.

 

SYMPTOME:

  • Plötzlicher Augenlidschluss.
  • Evtl. Sturz.
  • Erloschene Muskeleigenreflexe (mit erhaltener Augenmotilität).
  • Kein Bewusstseinsverlust.

 

 

 

- S. u.: Meine Erfahrungen -

Form eines epileptischen Anfalls mit plötzlich einsetzender Bewusstseinsminderung und nachfolgender Amnesie.

 

DAUER:

Meist 10 – 30 Sekunden.

 

Evtl. zusätzlich milde motorische Begleitsymptome. Z. B.:

  • Lidzuckungen
  • Änderung des Muskeltonus
  • Automatismen
  • Vegetative Phänomene*

 

* Z. B. erhöhte Herzfrequenz, beschleunigte Atmung, übermäßiges Schwitzen.

 

- S. u.: Meine Erfahrungen -

 

 

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Narkolepsie

Zwanghafte Schlafanfälle am Tag von minutenlanger Dauer.

Der Patient ist während des Anfalls weckbar, und nach dem Anfall fühlt er sich erholt.

 

Während des Anfalls sind möglich:

  • Ein affektiver Tonusverlust der Muskulatur.
  • Eine Schlaflähmung.
  • Hypnagoge Halluzinationen.

 

Zum Nachdenken – Kataplexie und Schlaflähmung ...

  • Ein Symptom der Kataplexie sind erloschene Muskeleigenreflexe mit erhaltener Augenmotilität.
  • Schlaflähmung: Von der Starre ausgenommen sind die Atem- und Augenmuskulatur.

- S. o. –

 

 

 

[Quelle: Pschyrembel 1994]

 

Siehe auch:

Depressionen

Dopamin & Co.

Wahrnehmung - Sehprobleme

Fragen, Fragen, Fragen – Autismus, Schizophrenie, Borderline-Störungen

Glossar – GABA, Schmerzleitung etc.

Zum Nachdenken – Schockformen, Simultanagnosie

Gedankensplitter – ‚Layer to layer’ (Übersicht)

http://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin

http://de.wikipedia.org/wiki/Parasomnie

http://de.wikipedia.org/wiki/Insomnie

Etc.

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Susanne Schäfer – Die ‚Schlafkrankheit Narkolepsie’; Verlag Freies Geistesleben 1998

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’ (1994; 2007)

 

 

Meine Erfahrungen

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Migräne

Meine Migräne ...

 

Meinen ersten Migräneanfall hatte ich mit 17 oder 18 Jahren.

In den ersten Jahren dauerten die Anfälle jeweils nur ein paar Stunden, und Schlaf hat immer geholfen. Die Abstände zwischen den Anfällen waren auch länger.

 

Während meiner Berufstätigkeit als Sekretärin war es dann meist so, dass die Anfalle am Wochenende (meist Freitag abends) auftraten. Damals dachte ich, dass diese regelmäßigen ‚Attacken’ durch Schreibmaschineschreiben und damit verbundene Nackenverspannungen (... und natürlich auch ‚Stress’ am Arbeitsplatz ...) ausgelöst werden.

Was half? Schlafen. Von Freitagabend bis Samstagmittag – ein jeweils großartiger Start ins Wochenende ...

 

Als ich dann verheiratet und mit einem Kind zu Hause meine ‚Familienphase’ zu bestehen hatte, kam eine Zeit, in der ich nahezu täglich mehr oder weniger starkes Kopfweh hatte – und natürlich auch immer wieder einen Migräneanfall – mit schlimmen, rechtsseitigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen (bzw. freiwilligem ‚Finger-in-den-Hals-stecken’* so lange, bis wirklich nichts mehr bei mir im Magen war und ich im wahrsten Sinne ‚Galle gespuckt’ habe).  

 

Die Schlafphasen, die dann nötig waren bis zum Ende eines Anfalles, wurden auch immer länger; zuletzt war ich dann bei einer ‚Anfallsdauer’ von jeweils einem ganzen Tag und einer ganzen Nacht – plus manchmal auch noch einem halben folgenden Tag.

 

[* Dies ist eine kräftezehrende Aktion, weil ein bis zu 10maliges Fingerstecken-und-Würgen-Erbrechen nötig ist, bis wirklich nur noch Galle kommt.]

 

Durch ein Buch wurde ich schließlich in dieser Zeit auf den Begriff ‚denaturiertes Eiweiß’ und damit auch auf ‚erhitzte Milchprodukte’ – und hier v. a. auf das weit verbreitete ‚Magermilchpulver’ - aufmerksam und konnte dadurch glücklicherweise einen meiner schlimmsten Migräneauslöser ermitteln: 

 

  • Magermilchpulver !

 

Ein weiterer wichtiger Auslöser, den ich etwas später auch noch durch Zufall ermitteln konnte:

 

  • Süßstoff Aspartam

 

Diese zwei Dinge sind meine ‚Hauptauslöser’ für wirklich schlimmste Migräneattacken.

 

Womit ich auch vorsichtig sein muss und einfach ausprobieren muss, ob ich es mir bekommt oder nicht, sind ganz allgemein erhitzte bzw. wärmebehandelte Milch und Milchprodukte und (Kuhmilch-)Käse.

 

Was wichtig dabei ist und was die Suche nach ‚Auslösern’ sehr erschwert: Meine Anfälle traten oft nicht bereits am nächsten Tag auf, sondern evtl. bzw. oft sogar erst am 3. oder 4. Tag nach dem Genuss eines ‚Migräneauslösers’. Ich denke, dass dies ein wichtiger Grund dafür ist, warum es letztlich nicht so einfach ist, mögliche ‚Migräneauslöser’ zu ermitteln.

 

Und was natürlich auch wichtig ist: Heute weiß ich, dass ich damals auf alle Fälle viel zu wenig Flüssigkeit – also v. a. Wasser – zu mir genommen habe ...

 

Wenn ich also heute nur das esse, was ich selbst zubereitet habe, komme ich wunderbar klar – ohne Migräne, ohne Kopfweh.

 

Schwierig wird es, von anderen Zubereitetes zu verzehren:

Oft traue ich mich nicht, nachzufragen („Was ist denn da alles drin?“), weil ich zu oft schon auf gänzliches Unverständnis gestoßen bin, wenn ich nachgefragt und versucht habe, über meine Migräne und meine Migräneauslöser zu sprechen.

 

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken - Süßstoff Aspartam

 

Absencen und fokale Anfälle

Habe ich Absencen – und evtl. auch ‚psychomotorische Anfälle’?

 

Aus heutiger Sicht, mit meinem heutigen ‚Wissen’, denke ich:

Ja, immer mal wieder ...

Eigentlich kann ich es immer nur an diesem ‚Huch-was-war-denn-das-jetzt-gerade-wieder’-Gefühl im Anschluss an eine solche Absence, einen solchen ‚Anfall’, bemerken, und an diesem mir-bewusst-werden, dass ich wohl kurz einfach ‚weg’ war ...

Und ich mich aber nicht an das erinnern kann, was letztlich in dieser ‚Ich-war-dann-mal-weg-Zeit’ war ...

 

Inzwischen jedenfalls interpretiere ich so manche Situation, die ich erlebt habe, in dieser Richtung, und ich kann mich dadurch einfach besser verstehen.

 

Beispiele:

Ganz zu Beginn meiner Berufstätigkeit hätte ich einmal eine Nachricht auf einem Anrufbeantworter hinterlassen müssen.

Als ich dann wieder zu Bewusstsein kam (... immer noch mit dem Telefonhörer in der Hand ...), sprach ich die Nachricht zu Ende ... es war mir entsetzlich peinlich ...

 

Und ich erinnere mich an eine Situation am Telefon im Alter von etwa 6 oder 7 Jahren, von der ich annehme, dass ich einen kurzen Bewusstseinsverlust hatte.

[Es war auf alle Fälle nach meinen Schieloperationen.]

 

Über mich ist (... lang’ ist es her ...) vermerkt (... und man hat es mir auch erzählt ...), dass ich eine Kollegin geschlagen hätte.

Ich weiß davon nur noch, dass es eine emotional sehr, sehr angespannte Situation gab – und dann war ich ‚weg’.

Black-out.

 

Einen solchen ‚Black-out’ habe ich auch ein Jahr zuvor - ebenfalls in einer sehr angespannten Situation – erlebt, und auch viele Jahre später noch einmal.

 

- S. o.: Anfall – stadienhafter Verlauf –

 

Eine Kollegin - ♥( ... IN MEMORIAM ...),

die ich damals dazu befragt hatte, weil sie dabei war, meinte:

„Nein, Du hast sie nicht geschlagen, aber Du wolltest.“

 

Auch heute noch, wenn ich auf all dies zurückblicke, bin ich gefangen in meiner Traurigkeit und erlebe erneut dieses schutzlose ‚Ausgeliefertsein’ und Nicht-Verstehen, was passiert ...

 

-> Siehe dazu auch: Was uns nicht hilft; Zusammenfassung

 

Und siehe auch:

Wunderwerk Gehirn – Kommissurenbahnen

Was ich noch zu sagen hätte (Dezember 2012 etc.)

 

Kataplexien

Kenne ich auch nur zu gut – weiche Knie, schlaffer Händedruck ...

Wird bei mir ausgelöst jeweils durch große Anspannung bzw. Angst – z. B. auf dem Weg zu einer mündlichen Prüfung ...

 

Alexie

Oliver Sacks schreibt zum Thema ‚vorübergehende Alexie’:

 

„Ich habe das selbst erlebt, als ich eines Morgens zu einer Verabredung fuhr und plötzlich außerstande war, die Straßennamen zu lesen; sie schienen in einer fremdartigen archaischen Schrift – Phönizisch vielleicht – geschrieben zu sein, die ich nicht entziffern konnte.“

[Quelle und zum Weiterlesen:

Oliver Sacks – „Das innere Auge“; rororo – S. 79]

 

So etwas Ähnliches habe ich auch einmal erlebt:

Das Schriftbild* unserer Tageszeitung (... überhaupt die ganze erste Seite ...) sah total verändert aus, völlig ungewohnt. Und die Sätze bzw. Artikel waren hochkompliziert geschrieben und kaum verstehbar für mich, auch der ‚Tonfall’ war völlig ungewohnt ...

 

* Die Schriftart war nahezu ‚kyrillisch’ und sehr klein.

Es war mein dritter ‚Total-Crash’ mit Einlieferung in die Psychiatrie.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Liquor; Sehen und Lernen etc.

 

 

 

31.01.2014

 

Siehe auch:

Diskussionsseite - Migrälepsie

 

 

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