Mineralstoffe ...

 

Natrium

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ÜBERSICHT

Aufgabe und Vorkommen von Natrium

Störungen des Wasserhaushalts

Osmo- und Volumensensoren

Nieder- und Hochdrucksystem

 

Exkurs:

Blutkreislauf des Erwachsenen

Herzkranzarterien, Aorta, Aortenbogen

Abgänge aus der Aorta bzw. dem Aortenbogen

 

Hormonale Steuerung des Wasserhaushalts

ADH, ANP, Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, Mineralokortikoide der Nebennierenrinde, STH

 

Natrium, Kalium, Chlorid ...

Natrium-Kalium-Pumpe

Magnesium

Magensaft, Salzsäure

 

Acetylcholin und Natrium

 

 

 

 

Natrium ist wichtigstes Kation des Extrazellularraums und v. a. wichtig für die Aufrechterhaltung

des sog. ‚osmotischen Drucks’ (= ‚innerer Druck’ der Körperflüssigkeit), zusammen mit Chlorid (Cl).

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Kation

Kationen sind positiv geladene Ionen:

Sie wandern bei Elektrolyse zur Kathode (= negativer Pol, Minuspol).

Sie können dort Elektronen* aufnehmen und damit in elektrisch neutrale Atome übergehen.

 

Anionen sind negativ geladene Ionenkomplexe:

Sie wandern zur Anode (= positiver Pol, Pluspol).

Bei Säuren und Salzen z. B.:

Cl- (Chloridionen)

NO3- (s. Nitrate bei Wikipedia)

SO42-  (Sulfat-Anion; s. Sulfate bei Wikipedia)

Bei Basen:

OH- (OH-Gruppe = Hydroxylgruppe*)

 

* Elektronen tragen eine negative Elementarladung, Protonen eine positive. Neutronen sind ungeladen. Elektronen bilden die Elektronenhülle des Atoms; der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen.

 

* Hydroxide sind i. w. S. alle chemischen Verbindungen, die eine OH-Gruppe enthalten; i. e. S. alle basischen und amphoteren (zwitterhaften = teils als Säure, teils als Base ...) Salze der Metalle und des Ammoniums (z. B. NaOH). Die Einführung einer oder mehrerer OH-Gruppen in eine organische Verbindung erfolgt mittels Hydroxylierung (Enzyme: Oxidoreduktasen).

 

-> Siehe dazu auch: Dopamin & Co. – Stickstoffmonoxid; Mineralstoffe – Chlor/Chlorid, Magnesium (bzw. Glycin und Chlorid); Glossar  – Erklärungs-ABC; Fragen, Fragen, Fragen – Katalase (Oxidoreduktasen etc.); de.wikipedia.org/wiki/Hydroxygruppe, Nitrate, Sulfate etc.

 

Extrazellularraum

Raum, in der sich die Extrazellularflüssigkeit befindet.

 

Extrazellularflüssigkeit = Flüssigkeit außerhalb der Zelle.

Sie enthält Nähr- und Schlackenstoffe (Plasma, Lymphe, interstitielles und transzelluläres Wasser).

Anteil:

- Ca. 25 % des Körpergewichts.

- Ca. 35 % des Körperwassers.

 

Interstitielles Wasser = Wasser im Interstitium:

Interstitium = Zwischenraum zwischen den organtypischen sog. ‚Parenchymkomplexen’; er enthält Bindegewebe, Gefäße und Nerven.

[Parenchym = die Zellen eines Organs, die für seine spezielle Funktion zuständig sind. Ggs: Interstitielles Gewebe = Gerüstgewebe aus Bindegewebe, Gefäßen und Nerven.]

 

Transzelluläres Wasser = Flüssigkeit im sog. ‚third space’ (z. B. Sekrete des Magen-Darm-Trakts, Urin, Liquor, Augenkammerwasser).

 

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe etc.

 

Osmotischer Druck

... entsteht durch Diffusion eines Lösungsmittels (sog. Osmose).

Er wird im Blutplasma v. a. durch die Albuminkonzentration bestimmt und ist wichtig für den konvektiven Austausch von Flüssigkeit zwischen Kapillarbett und umgebendem Gewebe.

 

Zur Erinnerung ...

Osmosensoren - im Hypothalamus (Nucleus supraopticus, Nucleus paraventricularis) und in der Leber – registrieren Abweichungen der Osmolarität (= Menge der gelösten, osmotisch wirksamen Teilchen pro Liter Lösung) des Plasmas. Bei erhöhter osmotischer Konzentration (= mehr Teilchen, weniger Wasser) kommt es zur Ausschüttung von ADH und zu Durst.

 

ADH = antidiuretisches Hormon, Argininvasopressin, Vasopressin: Wird im Hypothalamus (Nucleus supraopticus, Nucleus paraventricularis) gebildet, im Hypophysenhinterlappen (HHL) gespeichert; es bewirkt, dass vermehrt Wasser zurückgehalten wird.

 

- S. a. u.: Wasserhaushalt und Osmosensoren, Volumensensoren -

 

Albumine werden in der Leber synthetisiert (-> hoher Gehalt an schwefelhaltigen Aminosäuren); ihr Anteil beträgt ca. 52 – 62 % des Gesamteiweißes im Blutplasma.

Vorkommen: In Körperflüssigkeiten (u. a. Liquor, Lymphe), als Laktalbumin in der Muttermilch und im Muskelgewebe.

Albumine sind v. a. wichtig für:

  • Die Regelung des osmotischen Drucks.
  • Den Transport von wasserunlöslichen Stoffen (z. B. Bilirubin, freie Fettsäuren).

[Präalbumin ist im Serum Transportprotein für Thyroxin (‚T4’).

Schwefelhaltige Aminosäuren sind METHIONIN (essentiell) und CYSTEIN.]

 

-> Siehe dazu auch: Hypothalamus, Hypophyse; Essen & Co. – Albumin, Ergänzungen, Liquor, Lymphe etc.; Glossar – Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf; Zum Nachdenken – Lymphatisches System etc.

 

 

 

Vorkommen von Natrium

  • Natürliches Vorkommen in fast allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.
  • Als ‚Zusatz-Lebensmittel’ Kochsalz (Natrium-Chlorid NaCl).

Ein Natriummangel (sog. ‚Hyponatriämie’) tritt selten auf, ist aber möglich bei einer zu geringen Zufuhr oder einer erhöhten Natriumausscheidung (z. B. durch Schwitzen, anhaltende Durchfälle oder Erbrechen).

 

Bei einer rein vegetarischen Ernährung kann die Zufuhr u. U. nicht ausreichend sein.

 

Störungen des Hydratationszustandes

 

Störungen im ‚Wasserhaushalt’ – Elektrolytstörungen - zeigen sich v. a. als:

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HYPERTONE DEHYDRATATION

(sog. Exsikkose = Austrockung)

 

HYPOTONE HYPERHYDRATATION

(sog. Überwässerung, ‚Wasserintoxikation’)

-> Wassermangel und hohe Natriumionenkonzentration im Plasma

 

-> Wasserüberschuss und niedrige Natriumionenkonzentration im Plasma

 

SYMPTOME:

  • Durst
  • Trockene Schleimhäute
  • Bewusstseinstrübung
  • Störungen des ZNS
  • Verminderte Harnausscheidung
  • Als Zeichen des Volumensmangels: Abnahme von Herzminutenvolumen und Blutdruck und evtl. Ausbildung eines ‚hypovolämischen Schocks’

[ZNS = Zentrales Nervensystem:

Gehirn und Rückenmark.

 

Herzminutenvolumen, Herzzeitvolumen:

Die vom linken Ventrikel (= linke Herzkammer) ausgeworfene Blutmenge pro Minute; wird errechnet aus Schlagvolumen und Herzfrequenz.]

SYMPTOME bei Hyponatriämie:

  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  • Kopfschmerz
  • Durst
  • Anorexie
  • Erbrechen
  • Evtl. als Zeichen einer Vermindung der zirkulierenden Blutmenge (‚Hypovolämie’) Herzjagen (Tachykardie) u. a.

SYMPTOME bei einer lebensgefährlichen

hypotonen Hyperhydratation  (sog. ‚Wasserintoxikation’):

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Lungenödem mit Atemnot
  • Akute Herzinsuffizienz (durch Volumenüberlastung)
  • Verminderte Harnausscheidung (Oligo- bis Anurie)
  • Koma

[Oligurie = 300 – 500 ml/Tag

Anurie = unter 100 ml/Tag

Eine ‚normale’ Harnausscheidung liegt bei ca. 1,5 l/Tag.]

 

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Mengen- und Spurenelemente (Niere etc.);

Mineralstoffe – Magnesium (Exkurs: Niere); Zum Nachdenken – Schockformen (Hypovolämischer Schock)

 

 

Osmosensoren und Volumensensoren

 

Osmosensoren im Hypothalamus (Nucleus supraopticus und Nucleus paraventrikularis) und in der Leber registrieren Abweichungen der Osmolarität des Plasmas und können diese beeinflussen durch die Freisetzung von ADH und das Erzeugen eines Durstgefühls.

 

Noch einmal ...

Osmolarität = Menge der gelösten osmotisch wirksamen Teilchen pro Liter Lösung ... zur Regulierung des Salz- und Wasserhaushalts ... Die Osmolarität wird reguliert über Osmosensoren im Hypothalamus (und ADH) und über das Renin-Angiotension-Aldosteron-System (s. u.).

 

ADH = antidiuretisches Hormon, Argininvasopressin, Vasopressin: Wird im Hypothalamus (Nucleus supraopticus, Nucleus paraventricularis) gebildet, im Hypophysenhinterlappen gespeichert; bewirkt, dass vermehrt Wasser zurückgehalten wird.

 

 

Volumensensoren im Blut sind Dehnungsfühler im sog. ‚Niederdrucksystem’, v. a. in den Herz-Vorhöfen. Sie dämpfen u. a. die ADH-Freisetzung aus dem Hypothalamus.

  • Als Niederdrucksystem (low-pressure system) bezeichnet man Kreislaufabschnitte mit einem niedrigen Blutdruck und einer großen Kapazität (ca. 85 % des Blutvolumens).
  • Zum Hochdrucksystem gehört das ‚arterielle System’ (ca. 15 % des Blutvolumens).

Vergleich – Niederdrucksystem und Hochdrucksystem ...

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Niederdrucksystem (low-pressure system; ca. 85 % des Blutvolumens); dazu gehören:

 

Hochdrucksystem (high-pressure system; 15 % des Blutvolumens); dazu gehören:

 

  • Kapillarbett
  • Venen (-> bringen das ‚verbrauchte’ Blut zurück zum ‚rechten’ Herz ...)
  • Rechtes Herz (Vorhof und Kammer)
  • Lungenkreislauf
  • Linker Vorhof (Atrium)
  • Linker Ventrikel (Herzkammer) während der Diastole (= ‚Erschlaffung’ des Herzmuskels bzw. der Herzkammern)
  • Extravasaler Teil des Interstitiums

[Extravasal = außerhalb der Gefäße ...

Interstitium = Zwischenraum zwischen den organtypischen sog. ‚Parenchymkomplexen’; enthält Bindegewebe, Gefäße und Nerven (s. o.)]

 

[Anmerkung: Die linke Kammer ist muskelstärker als die rechte.]

 

  • Linker Ventrikel (Herzkammer) während der Systole (= ‚Kontraktion’ der Herzkammern)
  • Arterien des Körperkreislaufs (-> bringen ‚frisches’ [nährstoff- und sauerstoffreiches] Blut aus dem ‚linken’ Herz in den Körperkreislauf ...)

 

 

[→ Exkurs ...

Blutkreislauf, wichtige ‚Kopf-Arterien’ und mehr ...

 

Blutkreislauf des Erwachsenen

 

Die obere und untere Hohlvene (Venae cavae -> Vena cava inferior und superior) sammeln das venöse, ‚verbrauchte’, sauerstoff- und nährstoffarme Blut aus dem Körper und bringen es zum rechten Vorhof des Herzens und zur rechten Herzkammer.

Aus der rechten Herzkammer gelangt das Blut über die Lungenschlagader (Truncus pulmonalis -> zweigt sich auf in die Arteria pulmonalis dextra und sinistra) in die Lungen.

Dort findet der ‚Gasaustausch’ statt:

- Sauerstoff gelangt ins Blut.

- Kohlendioxid (sog. ‚Kohlensäure’) wird aus dem Blut in die Lungenalveolen abgegeben.

Aus den Lungen gelangt das Blut über die Lungenvenen (Venae pulmonales) zum linken Vorhof des Herzens und zur linken Herzkammer ...

... und über die Körperschlagader (Aorta; hoher Druck in der Aorta) in den Körperkreislauf, durchströmt die Gewebe, wird wieder ‚eingesammelt’ über die Venae cavae und gelangt zum rechten Herzen ...

 

Sammelgebiet der Vena cava inferior:

Untere Extremitäten, Eingeweide des Beckens, des Retroperitonealraums* und der Leber, Wandung der Bauchhöhle, unterer Teil des Wirbelkanals und des Rückenmarks.

 

* Enthält u. a. Nieren, Nebennieren, Harnleiter, Harnblase, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse, auf- und absteigender Teil des Dickdarms. Organe in diesem Bereich besitzen kein ‚Gekröse’ (Mesenterium; Teil des Bauchfells), sondern sind von Fett- und Bindegewebe (mit Lymphknoten, Gefäßen und Nerven) umhüllt. [Peritoneum = Bauchfell]

 

Sammelgebiet der Vena cava superior:

Kopf, Hals, Arm, Brustorgane, Teile der hinteren Leibeswand, der Wirbelsäule, des Wirbelkanals und des Rückenmarks.

 

Spezieller Kreislauf - Der Pfortaderkreislauf

 

Die Pfortader (Vena portae hepatis) sammelt das gesamte aus der Bauchhöhle (... aus den ‚unpaaren’ Baucheingeweiden Darm, Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse ...) zurückfließende venöse Blut (... dieses ist nährstoffreich, aber sauerstoffarm ...)  und bringt es zur Leber.

Nach Entgiftung evtl. schädlicher Stoffe gelangt das Blut über die Lebervenen (Venae hepaticae) zur unteren Hohlvene (Vena cava inferior) – und wieder zum ‚rechten Herzen’.

 

 

Herzkranzgefäße, Aorta und ‚Abgänge’ aus der Aorta bzw. dem Aortenbogen

 

Die Herzkranzgefäße (Herzkranzarterien) versorgen bzw. ‚ernähren’ mit Sauerstoff und Nährstoffen den Herzmuskel (Myo- und Epikard).

  • Die linke Herzkranzarterie versorgt den größten Teil der linken Herzhälfte.

  • Die rechte Herzkranzarterie versorgt den größten Teil der rechten Herzhälfte.

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Myokard

Muskuläre Wand des Herzens.

 

Das Herzskelett trennt die Muskulatur der Vorhöfe und der Kammern. Es ist ein Gerüst aus Bindegewebe und besteht aus:

  • Den Anuli fibrosi -> aus diesen entspringen die Herzklappen.
  • Dazwischenliegenden Bindegewebezwickeln (Trigonum fibrosum dextrum und sinistrum).
  • Dem membranösen Teil der Scheidewand.

Epikard

Das ‚viscerale’ Blatt des Perikards; es liegt dem Myokard an.

 

Perikard

Herzbeutel; er besteht aus:

- Dem äußeren fibrösen parietalen Blatt.

- Dem innerem serösen visceralen Blatt (= Epikard).

 

Aufgabe des Herzbeutels:

Schutz der Herzmuskulatur

 

Im Herzbeutel befindet sich der aufsteigende Teil der Aorta.

 

Fibrös = bindegewebig.

Serös = aus Serum bestehend. Serum ist der nicht mehr gerinnbare Anteil des Blutplasmas; besteht hpts. aus Eiweißkörpern.

 

 

 

Die Herzkranzarterien haben ihren Ursprung in der Aorta im Bereich der Aortenklappe.

 

Das Epikard ist durch Binde- und Fettgewebe mit dem Myokard verbunden. Zwischen beiden Blättern liegt ein Film mit seröser Flüssigkeit.

 

Zur Erinnerung ...

  • Bindegewebe dient v. a. der Zuleitung von Nerven und Gefäßen ...
  • Serös heißt, auf Serum bezogen. Blutserum ist Blut ohne Blutkörperchen und Thrombozyten, der wässrige, eiweißreiche Bestandteil des Bluts, i. w. S. auch des Liquor cerebrospinalis ...
  • Fettgewebe ist eine Form des Bindegewebes, besteht aus Fettzellen und Gitterfasern. Weißes Fett ist sog. ‚Baufett’ und ist wichtig als Energiereservoir; braunes Fett dient der Wärmeregulation ...

Die Herzkranzvenen, die sich zu immer größeren Venen vereinigen, sammeln das ‚verbrauchte’ Blut. Die Sammelvene an der Vorhof-Kammer-Grenze (sog. ‚Kranzbucht’; Sinus coronarius) gibt das venöse Blut direkt in den rechten Vorhof des Herzens.

 

Die Aorta (Körperschlagader) wird in drei Abschnitte eingeteilt:

- Aorta ascendens – aufsteigender Teil der Aorta

- Arcus aortae – Aortenbogen

- Aorta descendens – absteigender Teil der Aorta (-> mit Brust- und Bauchaorta)

 

Der aufsteigende Teil der Aorta befindet sich innerhalb des Herzbeutels (= Perikard).

 

Abgänge aus der Aorta

 

Aus der Aorta entspringen beide Herzkranzgefäße (Arteriae coronariae), die zuständig sind für die Versorgung des Herzens (s. o.).

 

Abgänge aus dem Aortenbogen

 

Zunächst der Truncus brachiocephalicus (Arm-Kopf-Schlagaderstamm):

Gemeinsamer Stamm der Arteria subclavia dextra  [rechte Schlüsselbeinarterie] und der Arteria carotis communis dextra [rechte gemeinsamen Halsschlagader]).

 

Kurz danach die Arteria communis sinistra (= linke gemeinsame Halsschlagader):

Diese teilt sich in die Arteria carotis interna und externa (= innere und äußere Halsschlagader).

 

Und die Arteria subclavia sinistra:

Diese geht über in die Arteria axillaris (Achselschlagader), die Arteria brachialis (Oberarmarterie) und die Arteria radialis und ulnaris (Speichen- und Ellenarterie).

 

Überblick - Abgänge aus dem Aortenbogen ‚im Uhrzeigersinn’ ...

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  • TRUNCUS  BRACHIOCEPHALICUS

  • ARTERIA COMMUNIS  SINISTRA und ATERIA SUBCLAVIA SINISTRA

Aus dem Truncus brachiocephalicus ...           

 

Aus der Arteria carotis communis sinistra ...

 

Aus der Arteria subclavia sinistra ...

 

Arteria subclavia dextra

Arteria vertebralis dextra

 

Arteria carotis communis dextra

Arteria carotis interna und externa (dextra)

 

Arteria carotis interna und externa (sinistra)

Arteria vertebralis sinistra

... versorgen die rechte Hirnhemisphäre ...

... versorgen die linke Hirnhemisphäre ...

 

 

Überblick – Jeweilige Arterie und ihr Versorgungsgebiet ...

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Truncus brachiocephalicus

Gemeinsamer Arterienstamm für rechten Kopf, Hals und obere Extremität

 

Arteria subclavia

Teile von Kopf, Gehirn, Hals, Rückenmark, Brust und Arm

 

Arteria vertebralis

Halsmuskeln, Wirbelkanal, Rückenmark, Dura mater, Unterfläche des Cerebellums (Kleinhirn)

 

Dura mater = harte Hirn- und Rückenmarkhaut; bildet die fibröse (bindegewebige) Schutzkapsel des Gehirns und das Periost (bindegewebige Knochenhaut) der Schädelinnenfläche

 

Arteria carotis communis

Teile des Halses, Kopf

 

Arteria carotis interna

Paukenhöhle, Hirnhaut, Ganglion trigeminale, Hypophyse, Augenhöhle einschl. Bulbus, Teile des Gehirns, vordere Teile der Nasenhöhle, Stirn

 

Ganglion trigeminale = Ganglion (‚Nervenknoten’) der Wurzel des Nervus trigeminus (V. Hirnnerv; Nerv des 1. Kiemenbogens).

-> Siehe dazu: Gedankensplitter – Bulbus olfactorius ... und Verbindungen

 

Arteria carotis externa

Schädel, Gesicht, Teile von Schilddrüse, Kehlkopf und Pharynx (Rachen)

 

 

 

-> Siehe dazu auch: Hypophyse; Vestibularapparat ... oder Kleinhirn; Wunderwerk Gehirn – Hirnnerven, Hirnsinus, Hirnventrikel, Kleinhirn etc.; Glossar – Bindegewebe, Fossa cranii, Drüsen (Schilddrüse), Plexus etc.

 

Zum Weiterlesen bei Wikipedia ...

de.wikipedia.org/wiki/Aortenbogen (mit Abb.), Blutkreislauf etc.

 

Zur Erinnerung, zum Nachdenken, ‚Querdenken'  ...

  • Die Hirnventrikel (= Fortsetzung des Rückenmarkkanals im Gehirn; Rest des Neuralrohrs) sind mit Liquor gefüllte Gehirnkammern, ausgekleidet mit Ependym (= einschichtige Zellauskleidung der Hirnventrikel und des Zentralkanals des Rückenmarks).
  • Ependymzellen sind an der Spitze (apikal) miteinander verbunden ...
  • Die Seitenventrikel (Ventriculus lateralis) – 1. und 2. Hirnventrikel – liegen in den Großhirnhemisphären ...
  • Liquor entsteht v. a. in den Plexus choroidei (sog. ‚Adergeflechte’) der Seitenventrikel und kommt auch im Subarachnoidalraum vor (= Raum zwischen Arachnoidea mater und Pia mater [äußeres und inneres Blatt der weichen Hirn- und Rückenmarkhaut]) ...
  • Die Plexus choroidei sind in die Hirnventrikel eingestülpte gefäß- und nervenreiche Bildungen der Pia mater (= inneres Blatt der weichen Hirn- und Rückenmarkhaut); ihre ... Oberfläche ist mit Ependym überzogen ...
  • Albumine in Körperflüssigkeiten (Blutplasma, Liquor, Lymphe etc.) regeln v. a. den ‚kolloidosmotischen Druck’ (s. o.) und sind Transportprotein für wasserunlösliche Stoffe (z. B. Bilirubin, freie Fettsäuren) ...

-> Siehe dazu auch: Wunderwerk Gehirn; Essen & Co. – Albumin, Fette, Fettstoffwechsel, Liquor, Lymphe etc.; Nervensystem – Parasympathikus; Glossar – Bilirubin und enterohepatischer Kreislauf, Gliazellen, Leukozyten, Puffersysteme, Strukturen für Zellkontakte und Zellkommunikation, Zirkumventrikuläre Organe (Blut-Hirn-Schranke etc.); Zum Nachdenken – Lymphatisches System, Schockformen; Gedankensplitter – Blutchimärismus, Bulbus olfactorius, Nervus-terminalis-Komplex etc.Exkurs Ende]

 

Und zum Nachdenken ...

Dr. Robert Melillo schreibt u. a. in seinem Buch „Disconnected Kids“ (A Perigee Book; S. 65), dass die rechte Hirnhemisphäre ...

  • ... bei der Kontrolle des Immunsystems hilft (sie unterdrückt bzw. verhindert ein ‚Überreagieren’ des Immunsystems);
  • ... ‚überlebensnotwendige’ automatische Reaktionen des Körpers (v. a. die Verdauung) und auch den ‚Schrittmacher’ des Herzens kontrolliert.

Der ‚Schrittmacher’ des Herzens ist der Sinusknoten (= Keith-Flack-Knoten):

Er sitzt hinten am rechten Vorhof in der Nähe der Einmündungsstelle der Vena cava superior (= obere Hohlvene; s. o.). Die Zellen des Sinusknotens sind spezialisierte Herzmuskelzellen.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Fibrillen (Myofibrillen)

 

... und zur Erinnerung ...

  • Der Ductus thoracicus (‚Milchbrustgang’) sammelt die Lymphe der gesamten unteren und der linken oberen Körperhälfte und mündet in den linken Venenwinkel (Angulus venosus sinister).
  • Der Ductus thoracicus dexter (syn. Ductus lymphaticus dexter) sammelt die Lymphe der rechten oberen Körperhälfte und mündet in den rechten Venenwinkel.

„... sorgt dafür, dass die Lymphe der entsprechenden Körperabschnitte wieder zurück in das Blut überführt wird. ...“

[Quelle und zum Weiterlesen:

de.wikipedia.org/wiki/Ductus_lymphaticus_dexter, Ductus_thoracicus]

 

Und zum Weiterlesen, Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

Superior vena cava, azygos vein and inferior vena cava:

  • “It is formed by the left and right brachiocephalic veins (also referred to as the innominate veins), which also receive blood from the upper limbs, eyes and neck, ...
  • The azygos vein transports deoxygenated blood from the posterior walls of the thorax and abdomen into the superior vena cava vein. ... The azygos vein joins it just before it enters the right atrium, at the upper right front portion of the heart. ... The anatomy of this blood vessel can be quite variable. ...
  • No valve divides the superior vena cava from the right atrium.
  • It [... inferior vena cava ...] also anastomoses with the azygos vein system (which runs on the right side of the vertebral column) and venous plexuses next to the spinal cord.”

[Quelle und zum Weiterlesen bei Wikipedia: en.wikipedia.org/wiki/Superior_vena_cava;

en.wikipedia.org/wiki/Azygos_vein; en.wikipedia.org/wiki/Inferior_vena_cava etc.]

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Lymphe; Zum Nachdenken- Lymphatisches System, Vitiligo; de.wikipedia.org/wiki/Venenwinkel (mit Abb.); Gedankensplitter – Nervus-terminalis-Komplex (Albinismus etc.)

 

 

... zurück zum Wasserhaushalt ...

 

Hormonale Steuerung des Wasserhaushalts

 

Hormonal gesteuert wird der Wasserhaushalt des Körpers v. a. durch:

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ADH

Antidiuretisches Hormon (auch: Adiuretin, Argininvasopressin, Vasopressin):

Es wird im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen (HHL) gespeichert.

 

ANP (ANF)

Atriales natriuretisches Peptid

(auch: atrialer natriuretischer Faktor).

 

Es reguliert Blutvolumen und Salzhaushalt.

 

ANP ist ein Polypeptid aus 28 Aminosäuren und eines der  fünf ‚kardialen natriuretischen Peptide’.

 

Es wird bei gesunden Erwachsenen fast ausschließlich in den Myozyten (Muskelzellen) des linken Herzvorhofs (Atrium) synthetisiert und ins zirkulierende Blut abgegeben bei:

  • Vorhofdehnung
  • Hypoxie (= verminderter Sauerstoffgehalt im Blut oder im Gewebe)
  • Erhöhter Plasmaosmolarität (s. o.)

Vorkommen von ANP  – in geringer Menge – auch im Gehirn, im Aortenbogen, in Nebenniere und Niere.

 

Hauptfunktionen der ‚kardialen natriuretischen Peptide’ sind:

- Reduktion des Plasmavolumens

- Senkung des Blutdrucks

 

Zu diesen Peptiden gehören auch:

 

BNP

Brain natriuretic peptide, B-type natriuretic peptide

Polypeptid aus 32 Aminosäuren, das v. a. in den Herzkammern (Ventrikeln), aber auch im Vorhof (Atrium) synthetisiert wird.

  • In geringer Konzentration stimuliert es v. a. die Natriurese, in hoher Konzentration den Blutfluss in der Niere und die glomeruläre Filtrationsrate.

CNP

C-type natriuretic peptide

Hauptaufgabe:

Regulierung des Gefäßtonus (Vasodilatation).

Es gibt zwei Formen: Die lange Form besteht aus 53 Aminosäuren, die kurze aus 22; die kurze Form ist physiologisch ‚aktiver’. Synthetisiert wird es v. a. in:

Gefäßendothelzellen und Makrophagen, in einigen Neuronen im ZNS und in der Niere.

 

Urodilatin

Polypeptid aus 32 Aminosäuren, das in den distalen Nierentubuluszellen synthetisiert wird.

Es hemmt die tubuläre Rückresorption von Na+ an der apikalen Membran.

 

DNP

Dendroaspis natriuretic peptide, D-type natriuretic peptide

Polypeptid aus 38 Aminosäuren.

Es hemmt die tubuläre Rückresorption von Na+.

 

Abgebaut werden diese ‚kardialen natriuretischen Peptide’ rezeptorvermittelt oder durch die ‚neutrale Endopeptidase’ (NEP).

 

Die Endopeptidase gehört zu den Hydrolasen (= dritte Hauptklasse der Enzyme).

Endopeptidasen spalten Proteine und Peptide ... innerhalb der Polypeptidkette. Dazu gehören Serinproteasen, Aspartatproteasen, Cysteinproteasen, Metalloproteasen

(mit Zn2+ [Zink] oder Mn2+ [Magnesium]).

Vorkommen von Peptidasen (syn. Proteasen) in allen Zellen, besonders in Lysosomen ...

- S. u.: Salzsäure, Magensaft, Pepsin -

Und zum Weiterlesen: de.wikipedia.org/wiki/Proteasen etc.

 

‚Kardiale natriuretische Peptide’ sind die wichtigsten Gegenspieler des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.

 

-> Siehe dazu auch: Mineralstoffe – Magnesium (Exkurs Niere: Tubuli, glomeruläre Filtration etc.); Glossar – Makrophagen, Strukturen für Zellkontakte und Zellkommunikation (Tubuli etc.); Zellorganellen (Lysosomen, Peroxisomen und Hydrolasen etc.)

 

Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System

(RAAS)

 

Aufgabe dieses Systems: Aufrechterhaltung von Plasmavolumen, Plasmaosmolarität (s. o.) und Blutdruck.

 

Renin

Wird in den Nieren gebildet (in Zellen des ‚juxtaglomerulären Apparats’) und ins Blut und in die Lymphe abgegeben.

Außerhalb der Niere wird es u. a. in der Gebärmutter, in der Leber und in Gefäßwänden gebildet.

Stimuliert wird die Renin-Ausschüttung durch:

  • Eine Minderdurchblutung der Nieren.
  • Die Flüssigkeitszusammensetzung im distalen Nierentubulus.
  • Beta-2-Rezeptoren (und Adrenalin); sie wirken auf die ‚glatte Muskulatur’.

-> Siehe auch: Glossar – ATP (Beta-2-Rezeptoren und ATP bzw. cAMP); Diplomarbeiten etc. - Muskelgewebe

 

 

Gehemmt wird die Freisetzung von Renin v. a. durch:

  • Angiotensin II und Aldosteron
  • Einen Anstieg der extrazellulären Kalium-Konzentration.

Angiotensin

Angiotensin I entsteht aus Angiotensinogen und ist die Vorstufe von Angiotensin II (Hypertensin).

 

Angiotensin II wird durch das Angiotensin-converting-Enzym gebildet. Es wirkt als Agonist des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems:

  • An den Arteriolen (‚kleinste Arteriengefäße’) führt es zu einer starken Engstellung der Gefäße (Vasokonstriktion).
  • Es stimuliert die Freisetzung von Aldosteron aus der Zona glomerulosa* der Nebennierenrinde (NNR).

Abgebaut wird es durch Angiotensinasen u. a. zu Angiotensin III.

 

* Zona glomerulosa = schmale äußere Schicht der NNR. Die kleinen Zellen in dieser Schicht enthalten nur wenig Lipide – im Ggs. zur Zona fasciculata im mittleren Rindenabschnitt, die reichlich Cholesterol/Cholesterin, Neutralfette - und Ascorbinsäure - enthält. Die Zellen in der inneren Schicht, der Zona reticularis, enthalten bräunliche Lipofuszinkörnchen.

-> Siehe dazu auch: Zum Nachdenken - Zeroidlipofuszinose

 

Aldosteron

Ist wichtigstes Mineralokortikoid der NNR (s. u.).

 

Zum Nachdenken ...

„Faktoren des RAAS mit z. T. noch unklarer biologischer Bedeutung kommen in verschiedenen extrarenalen* Geweben vor (Speicheldrüse, Arterienwand, Nebenniere, Uterus, Gehirn).“ [Pschyrembel]

 

* Extrarenal = außerhalb der Niere gelegen ...

 

-> Siehe dazu auch: Gedankensplitter – Neuroleptika (Aldosteron bzw. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System)

 

Mineralokortikoide der

Nebennierenrinde (NNR)

 

Die wichtigsten natürlichen Mineralokortikoide sind Aldosteron und Desoxycorticosteron. Sie werden – wie auch die Glukokortikoide und Sexualhormone - in der Nebennierenrinde aus Cholesterol (syn. Cholesterin) gebildet.

 

Wirkung der Mineralokortikoide:

Sie steigern v. a. im distalen Tubulus die Rückresorption von Na+ und führen zu einer vermehrten tubulären Sekretion von K+ (Kalium).

 

Regulation durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron System und – in geringem Maß – auch durch ACTH.

 

Zur Erinnerung ...

Cholesterol ist Bestandteil der Zellmembran, Myelinscheide und Lipoproteine.

 

ACTH = adrenocorticotropes Hormon: Es wird im Hypophysenvorderlappen (HVL) synthetisiert; die Ausschüttung unterliegt einem ‚zirkadianen Rhythmus’. Es fördert v. a. die Synthese der Glukokortikoide (sog. ‚Stresshormone’), steigert die Lipolyse und führt indirekt zu einer vermehrten Insulin-Ausschüttung (-> Insulin wird in den B-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse [Pankreas] gebildet; es wirkt u. a. blutzuckersenkend).

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Ein Anfang, Die Stress-Reaktion, Insulin etc.; Essen & Co. – Fette, Fettstoffwechsel; Glossar – GABA und Pankreas etc.

 

STH

Syn. Somatropin, Somatotropin

 

Sog. ‚Wachstumshormon’.

Es wird im Hypophysenvorderlappen (HVL) gebildet, reguliert durch die Releasing-Hormone SRH und Somatostatin:

 

SRH (Somatoliberin) - aus dem Hypothalamus - stimuliert die Bildung und Freisetzung von STH.

 

Somatostatin (SIH; GHRIH) – aus Hypothalamus und D-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse – hemmt die Ausschüttung von STH (und TSH, ACTH, Insulin, Glucagon, Gastrin, Cholezystokinin ...).

 

Zur Erinnerung ...

STH wird verstärkt freigesetzt bei:

- Hypoglykämie (‚Unterzuckerung’)

- Erhöhtem Aminosäuren- und Glucagonspiegel.

- Im Schlaf.

Die Freisetzung wird gehemmt durch:

- Glukose und Cortisol

 

[Anm.: Im Pschyrembel 1994 heißt es: Verminderung im Schlaf ...]

 

-> Siehe dazu auch: Hormone & Co.; Glossar – GABA und Pankreas, Hormone des HVL; Zum Nachdenken – Hypoglykämie, Schockformen etc.

 

 

 

 

-> Siehe auch: Dopamin & Co. – Neurotransmitter (Muskelzelle); Essen & Co. – Ergänzungen (Osmosensoren etc.); Hormone & Co.; Hypothalamus, Hypophyse, Nebenniere; Mineralstoffe – Chlor/Chlorid, Kalium; Glossar – Bindegewebe bzw. Fibrillen (Myofibrillen im Zytoplasma der Muskelzellen), Drüsen etc.

 

Natrium, Kalium, Chlorid ...

 

Natrium-Kalium-Pumpe = Na+/K+-ATPase

  • Sie transportiert aktiv Natriumionen (Na+) aus der Zelle und Kaliumionen (K+) in die Zelle.
  • Cofaktor: Magnesiumionen (Mg2+)

Aufgabe der Natrium-Kalium-Pumpe:

- Regulation des Wasserhaushalts

- Aufbau des Membranpotentials der Zelle

 

[Membranpotential: Siehe dazu ‚Dopamin & Co. – Neurotransmitter’

Und zum Weiterlesen auch bei Wikipedia:

de.wikipedia.org/wiki/Membranpotential etc.]

 

Die Natrium-Kalium-Pumpe gehört zu den ‚membranständigen’ Adenosintriphosphatasen (kurz: ATPasen, ATP-Synthasen). Dies sind Enzyme, die ATP zu ADP und anorganischem Phosphat spalten oder aus ADP und anorganischem Phosphat „mit der protonenmotorischen Kraft“ ATP synthetisieren. [Pschyrembel]

 

[Der Protonentransport (Protonen = Symbol: H+) reguliert den Säure-Basen-Haushalt, die Salzsäureproduktion im Magen und dient der Energiegewinnung in der Atmungskette.]

 

Chloride sind Salze der Salzsäure, z. B. Natrium-Chlorid (NaCl) und Kalium-Chlorid (KCl).

NaCl kommt hauptsächlich vor in Körperflüssigkeiten, KCl in Zellen.

 

Salzsäure (HCl) kommt vor im Magensaft.

Aufgabe der Salzsäure:

  • Keimreduzierung der Bakterien und Viren, die mit der Nahrung aufgenommen werden (Bakterizidie bzw. Bakteriostase)
  • Aktivierung von Pepsin

Weitere Bestandteile des Magensafts sind Pepsin (bzw. die inaktive Vorstufe Pepsinogen), Schleim zum Schutz der Magenzellen vor ‚Selbstverdauung’ (durch Salzsäure und Pepsin) und der sog. Intrinsic-Faktor, der wichtig ist für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin; sog. ‚Extrinsic-Faktor) im Dünndarm. Ein Fehlen des Intrinsic-Faktors führt zur ‚Perniziösen Anämie’ (Vitamin-B12-Mangelanämie). Pepsin gehört zu den Endopeptidasen (s. o.).

 

Zum Weiterlesen, Nachdenken, ‚Querdenken’ ...

de.wikipedia.org/wiki/Pepsin, Aspartylproteasen etc.

  • “Pepsin will digest up to 20% of ingested amide bonds by cleaving preferentially after the N-terminal of aromatic amino acids such as phenylalanine, tryptophan, and tyrosine.
  • Pepsin cleaves Phe1Val, Gln4His, Glu13Ala, Ala14Leu, Leu15Tyr, Tyr16Leu, Gly23Phe, Phe24Phe and Phe25Tyr bonds in the B chain of insulin.
  • Pepsin is stored as pepsinogen so it will only be released when needed, and does not digest the body's own proteins in the stomach's lining.
  • IgG* is digested with pepsin, ... Fab fragments are generated by cleavage of IgG with papain* instead of pepsin. ...”

[Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Pepsin]

 

* IgG: Immunglobuline der Klasse G (Gammaglobuline); sie können als einzige der Immunglobuline die Plazenta passieren und sind daher wichtig für den Infektionsschutz in den ersten Lebensmonaten nach der Geburt.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Makrophagen; Zum Nachdenken – Blutgruppen

 

* Papain: Eine SH-haltige Protease mit einem pH-Optimum um pH5 (Pepsin bei pH 2-4); Vorkommen: In Milchsaft und in unreifen Früchten des mexikanischen Melonenbaums Carica papaya. Verwendung von gereinigtem Papain: Bei Mangel an Pepsin.

[SH = Sulfhydryl-Gruppe; SH-Enzyme sind biologisch aktive ‚Thiole’, wie z. B. auch Cystein, Coenzym A (= Wirkungsform des Vitamins Pantothensäure) und Glutathion.

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Glutathion, ‚Wasser-Vitamine’; Glossar – ATP]

 

Steuerung der Magensaftproduktion

 

Die Magensaftproduktion wird gesteuert durch:

  • Parasympathikus (bzw. dessen ‚Hauptnerv’ Nervus vagus) und Sympathikus: Der Parasymphatikus fördert die Produktion, der Sympathikus hemmt diese.
  • Eine Dehnung der Magenwand: Löst intramurale Reflexe aus und damit die Produktion von Magensaft und die Freisetzung von Gastrin.
  • Gewebehormone: Gastrin, Secretin, GIP, Cholezystokinin.

Gastrin

Regt im Magen die Ausschüttung von Salzsäure und Pepsinogen an; Pepsinogen ist die Vorstufe von Pepsin und 'spaltet' Eiweiße.

Secretin

Anti-Stress-Hormon; fördert die Bildung und Ausschüttung von Bauchspeicheldrüsensaft und Galle; hemmt die Salzsäureproduktion im Magen.

GIP

Steigert die Insulinfreisetzung aus den K-Zellen des oberen Dünndarms.

Cholezystokinin

Fördert die Ausschüttung von Bauchspeicheldrüsen-Enzymen (für die Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettverdauung) und fördert die Kontraktion der Gallenblase.

 

Pro Tag werden etwa 2 Liter Magensaft gebildet, wobei die tatsächliche Menge abhängt von der aufgenommenen Nahrung und der jeweils individuellen Verdauungsleistung.

  • Magensaft wird aber nur gebildet, wenn sich Nahrung im Magen befindet oder wenn der Magen eine Nahrungsaufnahme ‚erwartet’, auf ‚Nahrung’ eingestellt ist ...

Zum Nachdenken, ‚Querdenken’ - AIDS etc. ...

Sperma enthält u. a. Fruktose und Prostaglandine (aus der Bläschendrüse; s. u.: ANHANG).

Durch Oral- oder Analverkehr gelangt Sperma in den Verdauungskanal.

Der Verdauungskanal beginnt am Mund und endet am Anus ....

  • Fruktose ist physiologisch im fetalen Blut und Spermaplasma (als Energiespender für die Spermien) vorhanden.
  • Prostaglandine sind u. a. beteiligt an der Entstehung von Fieber, Schmerzen und Entzündungen.

-> Siehe dazu: Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose (und Fruktoseintoleranz etc.); Zum Nachdenken – Blutgruppen und Kohlenhydrate, Hypoglykämie, Schockformen etc.

Und zu Prostaglandinen: Essen & Co. – Fette; ... und mehr: Enterochromaffin; Glossar – Blutgerinnung, Leukozyten, Makrophagen

 

Bildung der Salzsäure:

Salzsäure wird von den Belegzellen des Magens gebildet. Diese sondern auch den ‚Intrinsic factor’ ab, der benötigt wird, um Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung aufnehmen zu können.

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Atmungskette, ‚Wasser-Vitamine’; Hormone & Co.; Hypothalamus; ... und mehr – Disseminiert; Glossar – ATP, GABA und Pankreas, Plexus (Auerbach- und Meissner-Plexus, Darmwandnervensystem), Puffersysteme etc.

 

 

Acetylcholin und Natrium

 

Zur Erinnerung ...

Acetylcholin öffnet nicotinerge Na+-Kanäle ...

An der Synthese von Acetylcholin ist Thiamin (Vitamin B1) beteiligt ...

 

-> Siehe dazu auch: Essen & Co. – Acetylcholin, ‚Wasser-Vitamine’ etc.

 

ANHANG –

Sperma und seine Bestandteile: Spermien und Sekrete ...

.

.

Spermien

 

Ca. 3 – 5 % des Gesamtvolumens; enthalten u. a.:

Hyaluronidase und Akrosin

 

Hyaluronidase

Ist eine lysosomale Glykosidase: Sie spaltet glykosidische Bindungen der Hyaluronsäure und ... depolymerisiert diese ...

  • Hyaluronidase erhöht u. a. die Durchlässigkeit von Gefäßen und Bindegewebe bei einer Entzündung.

Hyaluronsäure wird in Fibroblasten synthetisiert; Insulinmangel und Kortikoide hemmen die Biosynthese. Abbau durch Hyaluronidase.

-> Siehe dazu auch: Glossar – Bindegewebe, Fibrillen

 

Akrosin

Ist ein proteolytisches Enzym und wichtig i. R. der Befruchtung der Eizelle (Penetration [= Eindringen ...] der Zona pellucida [Membrana pellucida; Eihülle]).

 

Bläschendrüse

(Glandula seminalis)

60 – 70 % des Gesamtvolumens; enthält:

Fruktose

Phosphorylcholin

Ergothionin

Ascorbinsäure (Vitamin C)

Prostaglandine

Proteine

 

Prostata

15 – 30 % des Gesamtvolumens; enthält:

Spermin

Saure Phosphatase

Zitronensäure

Cholesterol/Cholesterin

Phospholipide

Fibrinolysin

Glutaminsäure

Zink

 

Nebenhoden

Carnitin

Lecithin

 

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch ‚Pschyrembel’

Naturheilpraxis heute

Lehrbuch für Heilpraktiker, Isolde Richter, Urban & Fischer 2000

 

 

 

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