Chlor - Chlorid

 

Chlor gehört zur Gruppe der 'Halogene', den sog. 'Salzbildnern'.

Dazu gehören: Fluor, Chlor, Brom, Iod und Astat.

 

In der Natur kommt Chlor aber nur 'gebunden' in verschiedenen Verbindungen vor. Die wichtigsten Verbindungen sind die CHLORIDE.

 

Chloride sind 'Salze der Salzsäure'; das bekannteste Chlorid ist das NATRIUMCHLORID, unser 'Kochsalz'.

  • Es ist wichtig für den Wasser- und Säure-Basen-Haushalt.
  • Es ist wichtig für die Produktion von Magensaft.

Unser 'Wasserhaushalt' (= Wasseraufnahme, -verteilung und -abgabe) ist eng mit dem Elektrolythaushalt verknüpft. Unser 'Durstgefühl' reguliert normalerweise unsere Wasseraufnahme. Dieses Durstgefühl entsteht, wenn:

  • Zellen im Hypothalamus 'austrocknen'; Meldung erfolgt über 'Osmosensoren'.
  • Das Blutvolumen abnimmt; Meldung erfolgt über 'Volumensensoren'.

Osmosensoren liegen im Hypothalamus (im Nucleus supraopticus und Nucleus paraventricularis) und in der Leber. Sie registrieren minimale Abweichungen des 'Gleichgewichts' im Blutplasma.

Ein Durstgefühl entsteht, und ADH (= Antidiuretisches Hormon) wird freigesetzt.

 

Volumensensoren reagieren bei einer vermehrten Füllung des Blutgefäßsystems und 'dämpfen' die Ausschüttung von ADH (= Antidiuretisches Hormon). Volumensensoren sind 'Dehnungsfühler' im sog. 'Niederdrucksystem'. In diesem System hängt der Blutdruck vom Blutvolumen ab; ca. 85 % des Blutvolumens befinden sich hier. Zum Niederdrucksystem gehören:

  • Kapillarbett (= wird von den Blutkapillaren gebildet, den kleinen 'Haargefäßen'; hier findet der 'Stoffaustausch' statt zwischen der Blutbahn und dem umliegenden Gewebe; die kleinen Haargefäße verbinden die Arteriolen mit den Venolen)
  • Venen (= bringen das 'verbrauchte', sauerstoffarme Blut zurück zum 'rechten Vorhof' des Herzens)
  • 'Rechtes Herz'*
  • Lungenkreislauf
  • Linker Vorhof und - in der Diastole* - linke Herzkammer

-> Siehe 'Zum Nachdenken: Schockformen' und 'Hypophyse'

 

Hormone, die unseren Wasserhaushalt regeln, sind:

  • ADH (= Antidiuretisches Hormon)
  • ANP (= atriales natriuretisches Peptid), Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, Mineralokortikoide der Nebenniere
  • STH (= somatotropes Hormon; Wachstumshormon); beeinflusst den Wassergehalt der Gewebe

-> Siehe auch 'Hypothalamus und Hypophyse' und 'Hormone & Co.'

 

* Säure-Basen-Haushalt: Säuren, Laugen und pH-Wert ...

Säuren sind chemische Verbindungen, die Wasserstoffionen (H+-Ionen) abgeben können, und

Basen (= Laugen) sind Verbindungen, die Wasserstoffionen aufnehmen können.

 

Je mehr Wasserstoffionen in einer Lösung enthalten sind, umso saurer (azider) ist diese - und umgekehrt: Je weniger Wasserstoffionen, umso basischer (alkalischer) ist diese Lösung.

 

Das Maß der Wasserstoffionen-Konzentration ist der pH-Wert: Neutral ist eine Lösung, wenn die Konzentration der Wasserstoffionen gleich ist; der pH-Wert beträgt hier '7'.

Kleinere Werte bedeuten: Sauer, höhere Werte: Basisch.

 

Salzsäure z. B. ist stark sauer, pH < 1; Speichel schwach sauer, pH 6,9; Wasser ist neutral, pH 7; Blut ist schwach basisch, pH 7,35 - 7,45; Dünndarmflüssigkeit ist basisch, pH 8.

 

 

* Produktion von Magensaft: In Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme werden täglich ca. 2 l Magensaft gebildet. Die Bestandteile des Magensafts:

  • Salzsäure: Greift Eiweißmoleküle an, wirkt keimreduzierend auf Bakterien und Viren, die mit der Nahrung aufgenommen werden
  • Pepsinogene und Pepsin: Spalten ebenfalls Eiweißmoleküle
  • Magenschleim: Schützt die Magenschleimhaut vor 'Selbstverdauung'
  • Intrinsic factor: Wird benötigt, um Vitamin B12 (= Cobalamin) im Dünndarm aufzunehmen

 

Zur Produktion von Magensaft wird dem Blut Chlorid entzogen, wobei unser Organismus aber darauf achtet, dass die Chlorid-Konzentration im Blut konstant bleibt.

 

Ein Überschuss an Chlorid wird normalerweise in kurzer Zeit über den Harn ausgeschieden. Ein ständiges 'Zuviel' an Chlorid kann aber bei 'salzempfindlichen Personen' evtl. zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen.

 

Zu einer erhöhten Chloridkonzentration im Blut (= Hyperchloridämie) kann es z. B. bei Nierenerkrankungen kommen - aber wohl auch umgekehrt (s. auch u.).

 

Bei massivem Erbrechen von Magensäure oder starkem Durchfall kommt es zu einem Chloridmangel, ebenso auch bei starkem, kontinuierlichem Verlust über den Schweiß; hier kommt es auch zum Mangel an weiteren Elektrolyten.

 

Und auch bei einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz (= Urämie), einer Lungenentzündung (= Pneumonie) und bei einer Verengung (= Stenose) des Magenausgangs ist der Chloridgehalt im Blut verringert.

 

Das 'sympathische Nervensystem' hemmt die Magenbeweglichkeit und auch die Produktion von Magensaft (... der Sympathikus macht bereit für 'Kampf oder Flucht' ...) ...

 

-> Siehe auch 'Wasserlösliche Vitamine' und 'Diplomarbeiten etc.: Nervensystem'

 

 

 

Chlorid

Vorkommen

Wichtig für ...

Mangelerscheinungen

 

Kochsalz

 

Gesalzene und geräucherte Lebensmittel

 

Aufrechterhaltung des inneren Drucks (= osmotischer Druck) der Körperflüssigkeiten

 

Produktion von Magensaft

 

Bei einem Verlust von ca. 50 % des gesamten Chloridbestandes:

 

Zunehmende Muskelschwäche (lebensbedrohlicher Zustand!)

 

 

 

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel', 'Naturheilpraxis heute' und 'Handbuch der Orthomolekularen Medizin'

 

 

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