Calcium

  • Ist Bestandteil von Knochen und Zähnen.
  • Vermittelt die Synthese und Freisetzung von Neurotransmittern.
  • Ist an allen Muskelkontraktionen beteiligt.

Der Calciumbestand beträgt ca. 1,5 % des Körpergewichts, und der Körper versucht normalerweise, diesen 'Wert' konstant zu halten. Dabei wirken mit:

  • PARATHORMON aus den Nebenschilddrüsen*
  • CALCITRIOL: Eigentlicher Wirkstoff des Vitamins D3; Hormon mit steroidähnlicher Wirkung*
  • CALCITONIN aus den C-Zellen der Schilddrüse* (= Thyroidea)

* Die Produktion und Freisetzung wird über die Calcium-Konzentration im Blut durch 'negative Rückkopplung' reguliert, d. h., die 'Endprodukte' hemmen die Aktivität oder Synthese z. B. anderer Hormone.

 

Bei einer sog. 'positiven Rückkopplung' kommt es zur 'Feedback-Aktivierung', d. h., das Endprodukt aktiviert das zu seiner Synthese wichtige Enzym.

 

* Calcitriol: Wird in der Leber und in der Niere gebildet. Vitamin D gehört zu den 'fettlöslichen Vitaminen'. 'Steroide' sind Steroidhormone; dazu zählen Sexualhormone, Gluko- und Mineralokortikoide. Steroide werden in der NEBENNIERENRINDE gebildet und über das 'Hypothalamus-Hypophysen-System' reguliert.

 

-> Siehe auch 'Hypothalamus und Nebenniere'; 'Hormone & Co.'; 'Essen & Co.: Vitamine'

 

* Calcitonin aus der Schilddrüse: Wirkt antagonistisch zum Parathormon. Während des Wachstums hemmt es v. a. die Aktivität der Osteoklasten (= sog. 'Knochenfresszellen'; sie bauen u. a. Knochengewebe ab; Ggs: Osteoblasten, sog. 'Knochenbildungszellen' und für das Dickenwachstum des Knochens zuständig).

 

Nach dem Wachstumsalter wirkt Calcitonin v. a. auf Nieren und Darm und fördert den Calciumeinbau in das Osteoid (= die weiche, noch nicht mineralisierte Grundsubstanz des Knochengewebes; wird von den Osteoblasten gebildet).

 

-> Siehe auch '... und mehr: Chromaffin, enterochromaffin, disseminiert'; 'Zum Nachdenken: Hypothyreose, Hypogonadismus'

 

 

Calcium

Vorkommen

 

Wichtig für ...

Mangelerscheinungen

 

Milch, Milchprodukte*

Obst

Gemüse

Vollkorngetreide

Sprossen

Nüsse

Fisch

 

Aufbau von Knochen und Zähnen

Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, Muskelkontraktionen

Blutgerinnung

Erhalt der Zellmembranen

 

 

Muskelkrämpfe*

Müdigkeit

Herzrhythmusstörungen

 

'Klassische Mangelkrankheiten':

Rachitis*

Osteoporose*

 

 

 

  

 

* Ausdauersportler z. B. können Muskelkrämpfe bekommen, wenn sie über den Schweiß zu viel Calcium verlieren und es nicht entprechend ersetzen.

 

* Zu 'Rachitis' kam es früher oft bei Kindern. Rachitis entsteht durch einen Mangel an Vitamin D in der Nahrung (= Vitamin-D-Mangel-Rachitis), durch zu wenig Sonnenlicht oder auch bei Störungen der Nierenfunktion (= Rachitis renalis).

 

Rachitis kann auch angeboren sein, wenn die Mutter des Kindes an 'Osteomalazie' leidet (Osteomalazie = sog. 'Knochenerweichung', z. B. bei div. 'Malabsorptionssyndromen' oder bei Vitamin-D-Stoffwechselstörungen).

 

-> Siehe auch 'Essen & Co.: Vitamine'

 

* Osteoporose (= Verminderung der Knochenmasse und erhöhte Knochenbrüchigkeit); v. a. Frauen - aber auch Männer - über 55 Jahren können betroffen sein.

 

* Ob eine gesteigerte Milchzufuhr hilfeich ist, um eine Osteoporose zu vermeiden oder zu 'lindern', ist noch nicht hinreichend geklärt und in Fachkreisen ein vieldiskutiertes Thema.

 

Empfehlenswerte Lebensmittel, um Calcium aufzunehmen, sind jedenfalls:

  • Obst
  • Gemüse
  • Soja
  • Sprossen
  • Fisch
  • Kieselsäurehaltige Lebensmittel: Z. B. Vollkornprodukte, Lauch, grüne Bohnen, Kräuter

Quellen und zum Weiterlesen:

Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel', 'Naturheilpraxis heute' und 'Handbuch der Orthomolekularen Medizin'

 

 

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